Sesselbahn in Jungholz steigert Gästezuspruch
Eine neue 4-er Sesselbahn ist Auftakt zu einer Reihe von Neuerungen im Skigebiet Jungholz.
"In der Rekordzeit von nur 65 Bautagen haben wir eine weitere kindersichere 4-er Sesselbahn errichtet", erzählt Hans Hatt, Geschäftsführer der Jungholzer Skiliftegesellschaft. Die neue Bahn ersetzt einen alten Schlepplift, der für viele Gäste aufgrund seiner Steilheit zu anspruchsvoll war.
In enger Zusammenarbeit mit der Firma Doppelmayr haben die Jungholzer bereits 2001 die einzige kindersichere Sesselbahn im Allgäu in Betrieb genommen. "Das speziell für Kinder abgesicherte Beförderungssystem wurde weiterentwickelt und um eine Wohnzimmerkomfortpolsterung erweitert", schildert Hatt die Bemühungen, die Beförderung für die Gäste immer angenehmer zu gestalten.
Mit einer Förderleistung von 2000 Personen in der Stunde können die Skilifte jetzt die Gäste ohne Wartezeiten aus dem Ortszentrum rund 100 Meter höher ins Skigebiet befördern als früher.
Von der Bergstation der neuen Sesselbahn bieten sich drei unterschiedliche Abfahrten an, und auch die Hütten im Skigebiet sind direkt erreichbar. Als Angebot an die Gäste sind in Ausstiegsnähe eine Reihe von Ruhebänken zum Ausruhen aufgestellt. An der Bergstation ist eine Wetterkamera installiert, die mit weiteren Webcams immer aktuelle Informationen über Pistenzustand und Wetter- und Schneeverhältnisse bietet.
"Die neue Sesselbahn, die seit Mitte Dezember in Betrieb ist, bietet eine deutliche Komfortverbesserung für unsere Gäste, insbesondere für die ganz Kleinen und alle Anfänger", erläutert Hatt die Anstrengungen der Liftgesellschaft, sich als familienfreundliches Skigebiet zu profilieren.
Die Anfänge der Jungholzer Skilifte reichen weit zurück. Bereits vor 1939 bemühten sich Gastgewerbe, Skischule, Skiclub und private Personen der armen Bergbauerngemeinde mit dem Fremdenverkehr einen weiteren Erwerbszweig hinzuzufügen. Doch der Krieg unterbrach die Pläne, auf den Grashängen des Sorgschrofens, der Jungholz vom Tannheimertal trennt, ein Skigebiet einzurichten.
Nach dem Krieg wurde die Idee wieder aufgegriffen. Martin Kögl, Georg Doser, die Brüder Franz und Xari Lochbihler sowie Fritz Heinek hatten den Plan, einen Skiaufzug nach Schweizer Modell an den Hängen des Sorgschrofens zu errichten. Auf abenteuerlichen Wegen wurde das Liftmaterial besorgt. Die Jungholzer Gesellschafter mussten tief in die Tasche greifen, ehe nach viel persönlicher Arbeitsleistung am 12. Dezember 1948 der erste Skilift in Jungholz und zugleich längste im ganzen Allgäu in Betrieb ging.
Jungholz wurde in den Fünfziger Jahren zu einem Mekka der Skifahrer im südlichen Allgäu. In den großen Hotels in Jungholz gab sich über Jahre viel deutsche Unternehmerprominenz die Klinke in die Hand.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Skigebiet immer wieder erweitert. Aufstiegsanlagen wurden erneuert und eine Beschneiungsanlage gebaut. Die Liftgesellschaft wurde zum wichtigen Arbeitgeber im Ort. Werden im Winter rund 20 Saisonsbedienstete beschäftigt, sind vier Jungholzer das ganze Jahr über für die Lifte im Einsatz.
Neben der Sesselbahn haben die Skilifte auch weitere Neuheiten parat. So wurde am Bischlaghang eine permanente Rennstrecke mit Zeitnehmung eingerichtet, die bereits regen Zuspruch von Skivereinen aus dem Allgäu erhält. Das im Allgäu einzigartige "N'Ice Bear Kinderland" an der Bergstation der Adlersesselbahn wurde um beheizte Wärme-Märcheniglus, Försterhaus und eine Riesen-Röhren-Rutsche erweitert.
Im Winkelmoos-Tobel wurde eine neue Cross-Fun-Strecke für Boarder und Freestyler errichtet.