Zu dem Thema Schrägauszug hier mal einen Auszug aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 19.02.2008:
10.1 Zuschuss für Schrägaufzug
Bürgermeister Mag. Ernst Schöpf verweist auf das am Montag bermittelte E-Mailzum geplanten Schrägaufzug im Bereich vom Hotel Bergland und ersucht die verspätete Zusendung zu entschuldigen.
Zum Vorhaben erläutert er, dass der Aufzug wie ein Hotelaufzug zu bedienen ist und auch länger als ein Lift in Betrieb sein könnte. Auch eine Betriebsführung imSommer wäre möglich. Allerdings kommt diese Einrichtung wesentlich teurer als einnormaler Lift. Die Bergbahnen haben daher das Ansinnen an die Gemeinde herangetragen,
die Mehrkosten gegenüber einem herkömmlichen Lift von ca. 2 Millionen
Euro durch einen einmaligen Zuschuss zu übernehmen. GR Michael Falkner weist auf die Überlegungen zur Anbindung des Schigebietes Innerwald hin. Mit der Firma Doppelmayr sei eine Schrägaufzugversion mit zwei parallel geführten Kabinen entwickelt worden. Als Beispiel habe eine derartige Anlage in Werfen gedient. Die Bergbahnen seien grundsätzlich nur an einem Lift während der Schigebietszeit interessiert.
GR Peter Gstrein meint, dass bei einer Beteiligung durch die Gemeinde Sölden auch andere Ortsteile Wünsche in dieser Richtung äußern würden. Als Beispiel führt er Kressbrunnen in Obergurgl bzw. den Ortsteil Granbichl an. Für den Wald müsste eine Weiterentwicklung zuerst abgeklärt werden. BM Schöpf meint, dass im Sommer der Schrägaufzug keine wesentliche Bedeutung hat, da derzeit keine brauchbare Anbindung an öffentliche Wege etc. vorhanden ist. Man steht quasi sofort vor Zäunen.
GV Urban Gstrein spricht sich dafür aus, eine gute Lösung für das Schigebiet Innerwald mit einer guten Anbindung an den Ort zu verwirklichen. Der Innerwald sei ein wichtiger Teil des Schigebietes von Sölden und sollte besonders für die Kinder ausgebaut werden. Es sei Aufgabe der Bergbahnen, hier mit den Betroffenen entsprechende
Gespräche zu führen und die Finanzierung zu übernehmen.
GR Bernhard Riml berichtet, dass mehrere Studien durchgeführt wurden. Im Bereich Innerwald dürfe nicht zu Tode gewidmet werden, wenn das Schigebiet weiterbestehen soll. Für die Anbindung, vielleicht auch mit einem Busdienst, sollten die Bürger aus dem Ortsteil Innerwald für eine Mitfinanzierung angesprochen werden und auch die Gemeinde sollte hier mitmachen. GR Machel Falkner meint, wenn nichts passiere, so störe ihn das auch nicht, da dann kein Grund beim Hotel Bergland abgetreten werden müsse. GV Andreas Gstrein stellt fest, dass viele Bürger schon Grund für den Schibetrieb ur Verfügung gestellt hätten und ist zudem der Ansicht, dass es Aufgabe der Bergbahnen ist, auch im Ort selber einmal einen Akzent zu setzen. Bei den Preisen der Bergbahnen für die Liftkarten, müssten diese sich das auch einmal leisten. Es sei
an der Zeit, hier einen Blick nach Obergurgl zu werfen, wo Investitionen in diese Richtung bereits von den Liftgesellschaften gemacht wurden. Eine Beteilung der Gemeinde müsse er aus seiner Sicht ausschließen.
GV Johann Grüner teilt mit, dass der Vorstand vom Bürgermeister aufgefordert wurde, sich Gedanken zu diesem Thema zu machen. Die Unzufriedenheit bei den Gästen sei sehr hoch, da es lange Wartezeiten an den Hauptzubringern gebe. Das Schigebiet Innerwald sei ein wichtiges Gebiet, da an Spitzentagen bis zu 4.200 Beförderungen zu verzeichnen waren. Auch für die Kinder müsste hier etwas getan werden. Die Bahnen würden ihre Preise ständig anheben, während dies die Kleinen
nicht machen könnten und diese auch vom Herbst nichts haben.
Der Bürgermeister fasst die Wortmeldungen zusammen, die mehrheitlich gegen eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde sind. Die Schrägaufzugvariante sei für den Sommer keine wirkliche Bereicherung. Aufgabe der Bergbahnen sei es, mit den betroffenen Grundeigentümern auch mit der Schischule (Schischulleiter) zu reden und dann die geeignete Lösung umzusetzen. Er habe keinen Zweifel, dass die Bergbahnen Sölden unabhängig von einer Gemeindesubvention die
für das ortsnahe, kinder- und familienfreundliche Schigebiet Innerwald richtige Lösung umsetzen. Jedenfalls eine, die dem Qualitätsanspruch der Bergbahnen Sölden gerecht wird. Der Kunde nimmt nämlich das Gesamtschigebiet (auch mit seinenSchwächen) wahr.
Beschluss:
Der Gemeinderat beschließt, keinen Zuschuss für die Errichtung des Schrägaufzuges zu gewähren.