Ich denke, dass das Thema "Entleerung des Gletschers" in diesem Falle nicht zu hoch gehängt werden sollte.
Fasse ich die Ideen der Beiträge zusammen, ist fest zu halten, dass auf die Gletscherstraße in keinem Szenario komplett verzichtet werden kann.
Und selbst wenn: Die BB Sölden nutzen diese zur Versorgung der nicht gerade unmaßgeblichen Einrichtungen - ergo wird diese auch weiterhin im Winter für geeignete Fahrzeuge nutzbar bleiben (Lawinengefahr außen vor).
Daher gibt es / wird es auch weiterhin eine Option der Entleerung des Gletschers geben, die nicht auf Seilbahnen angewiesen ist. Und dies ist eine Andersstellung dieses Gebietes im Vergleich zu Stubai, Pitz, Tux oder Kitz. Die Abhängigkeit von den Seilbahnen wird niemals derart hoch sein und kann es auch nicht, wenn das Event-Programm in selber Weise gepfelgt werden soll.
Hierfür gibt es zahlreiche Argumente:
- Die Straße ist eine Attraktion für den Sommer
- Golden Gate ist in den Saison-Randbereichen kritisch
- Pitztal-Verbindung ist nachwievor waage, und selbst wenn realisisert kommen die Frequenzen dem "falschen" Tale zu gute
- Veranstaltungen sind "schwer" und "groß"
--> Exkurs: Hier könnte zurecht eingeworfen werden, dass Alp Trida auch ohne Straße auskommt (ist das für die großen Konzerte so?).
Ich kann es nicht beurteilen, ob das Material für die Ischgl'er Sausen von Bullies hochgezogen wird, ob es eingeflogen wird oder ob es per Seilbahn hoch kommt. Meine Erfahrug mit der Veranstaltungstechnik, mit der Fernsehtechnik und anderem sagt mir aber, dass es nicht einfach und nicht billig ist.
Eine Straße "räumen zu können" ist dagegen eine wunderbare Option, die einem extreme Flexibilität gibt. Ein Fernseh-Übertragungswagen wiegt mal leicht seine 20t, das gesamte Außen-Übertragungs-Equipment kommt auch auf diverse Tonnen, ein Redaktions- und Moderations-Container-Dorf hat auch sein Gewicht - vom Volumina erst garnicht zu sprechen. Zielankunft der verschiedenen Radtouren gibt einen interessanten PR-Effekt - ohne die Straße nicht zu denken. Aber auch hierfür muss sie entsprechend gepflegt werden. Warum also nicht lang in den Winter hinein und schon wieder früh an seinem Ende nutzen?
Bühnen, Boxen und der gleichen haben auch gewisse Gewichte und Maße. Diese gehen eigentlich in keine Umlaufbahn hinein. Standard-Trussing-Elemente haben 5m Länge oder sogar 10m, Boxen wiegen mal locker 100kg/Stück, Mischpulte können ohne weiteres 3,5m breit sein, Cases für Scheinwerfer 2,5m, Motorlifte für Hängeelemte 300kg haben, Gerüstbauelemente 3m aufweisen, etc.
Das sind teils Einzelgewichte, die eine Umlaufbahn locker schafft, aber die Maße und das Bewegen der Sachen zwischen den Stationen wird schwer. Hier haben Pendelbahnen mit ihren großen Kabinen und den Ruhephasen definitiv Vorteile. Oder eben LKWs, aus denen denn mit Hubbühne oder Stapler entladen wird.
-> Exkurs Ende
- Sport Riml hat einer der großen Service-Maschinen dort oben
- Die Lawinen-Situation hat man inzwischen recht gut in Griff -> Sprenganlage und Helis
- Muss auch so sein, da die Piste durchs Rettenbachtal wohl recht gut angenommen wird (Quelle: Am Gletscher arbeitender Einheimischer)
- Zudem liegt die Straße auf der früh ausapernden Südseite
- die Restaurationsbetriebe verbrauchen derart viel, dass Paletten hochgekarrt werden müssen (Quelle: wie oben) -> wie soll das mit EUBs in der Kette funktionieren ohne erhöhten Personalaufwand?
- Sölden liegt im Einzugsgebiet des Voralpenlandes. Es gibt daher sehr viele Tagestouristen in der Vor- und Spätsaison - die sich gerade auf Grund der Straße für Sölden entscheiden. Die Argumente pro Autoauffahrt wurden vor vielen Seiten schon mal abgewägt. Und selbst wenn es nicht die Tagestouris sind: Ich, als Münchner kann es gut bestätigen, dass man an einem Samstag-Morgen nach Sölden fährt und an einem Sonntag-Abend wieder zurück. "Natürlich" wird das mit dem Auto gemacht - allein schon, weil man sich erst oben an- und umziehen muss.
- Es passieren laut Angabe von Angestellten überpropotional viele (gemessen an der Frequenz) Unfälle auf den Gletschern. Klingt logisch: Höhe, Kälte, Physis der Gäste im Kontext der Klientel und deren Verhaltensweise. Der KRankenwagen ist in ca. 15min nach Alarmierung oben (selber erlebt vor etwas über einem Jahr) und die Bahre passt definitiv bequemer rein als in eine Umlaufbahn.
Auch wenn das alles so klingen mag, als ob ich gegen eine Lifterschließung wäre, muss ich sagen, dass ich diese befürworte.
Ich sehe eben auch genug Agumente, warum die Straße weiter im Winter geräumt wird - die Kosten dafür sind recht überschaubar in Anbetracht der logistischen Vorteilen.
Zudem, ganz egoistisch, muss ich gestehen, dass mich lehre Bergstraßen immer freuen!
Ja - ich mag diese Straßen, ja - ich habe hier Spaß, ja - ich habe auf einer solchen Straße ein paar Kilometer weiter im Westen das Autofahren gelernt, und Ja - Autofahren macht mir richtig Spaß - vorallem schnell und am Limit (wenn niemand gefährdet wird außer mir selbst) und nochmals ja - als autofahr-Einheimischer teile ich die gepflegten Vorurteile gegen jeden Touri und Flachlandtiroler!

Und nein - es ist nicht willkürlich: Fahrsicherheitstrainings inkl. Driften auf Eis und Schnee finden jährlich statt und machen einfach nur Spaß und werden auch im Sommer regelmäßig besucht für das Asphalthandling!
*nichtganzernstgemeintaberdennocheinwichtigerspaßfaktorfürmich*
Deswegen allein sollweiterhin die Auffahrt zum Gletscher mit dem Auto möglich sein:
Es macht Spaaaaßßßßßß!!!!!
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