Bin gerade auf einen Artikel vom Bund Naturschutz gestoßen,
den ich euch nicht vorenthalten möchte:
Aufrüstung des Skigebietes Spitzingsee, Gemeinde Schliersee, Lkrs Miesbach
Schon im Jahr 1958 schrieb Walter Pause in „Ski-Heil“: „Am Spitzingsee über Schliersee wimmelt und wurlt es, das halbe München ist an schönen Wintersonntagen anwesend und teilt sich, wie von höherer Gewalt gelenkt, in zwei Welten. Die faulen Halbgenießer, lärmvergiftet in der Großstadt, streben den Liften um den Stümpfling zu und der Firstalm um dort fleißig hübsch Pisten zu betonieren und nebenbei am heiteren Gewühle teilzuhaben… die anderen zweigen energisch nach links ab, hinauf zur stillen Rotwand…“ Seitdem kam es in den letzten 50 Jahren zu einer Entwicklung, welche nie geahnte Belastungen und Probleme ganz verschiedenere Art mit sich brachte. Die Entwicklung dieses Wintersportgebietes lief in gewissen Wellen der „Erschließung“, die nun 2004 einen neuen Höhepunkt zu finden scheint. Die neugegründete „Alpenbahnen Spitzingsee GmbH (Fa. Schörghuber und Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee) will den Skibetrieb grundlegend „modernisieren“:
„Sanierung“ des Skigebietes am Stümpfling, Spitzinggebiet (Genehmigungsverfahren Frühjahr 2004 begonnen, Bau abgeschlossen)
- Neubau der Stümpflingbahn (4er-Sesselbahn) mit Kapazitätserweiterung von 700 auf 2100 Pers./h.
- Neubauten von Berg- und Talstation,
- ein neues Gastronomiegebäude auf dem Stümpfling,
- Erweiterung von Pisten um ca. 4 m mit Bergwaldrodung (z.T. Schutzwald).
- eine Lastwagen-befahrbare Bau- und Versorgungsstraße auf den Stümpfling
- Parkplatzerweiterung nötig ?
- Beschneiungsanlage angekündigt.
Das Vorgehen sowohl der Betreiber als auch der Genehmigungsbehörden sind dem BN völlig unverständlich, da die stark belastenden Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet einzeln – in Salamitaktik – durchgebracht wurden und ein vom BN gefordertes Raumordnungsverfahren unterlassen wurde. Zum Vergleich: Vor genau 20 Jahren wurde von derselben Firma unter demselben Betriebsleiter die „Sanierung des Skigebietes Wallberg“ betrieben. Damals wurde ein ROV durchgeführt, wegen das Vorrangs der Tourismusinteressen der eine Piste in einem Wildbachgraben genehmigt – und der Skibetrieb nach wenigen Jahren eingestellt.
Auch die Suttensesselbahn (Genehmigungsverfahren Frühjahr 2005, erteil, in Bau) soll erweitert und ihre Transportkapazität von 1000 Pers/h auf 2200 Pers/h erhöht werden, eine Beschneiungsanlage soll errichtet werden. Mögliche Bergwaldrodungen für evtl. nötig werdende Ausbauten an Piste und am Parkplatz?
Neu liegt auch ein Antrag des „Kurvenliftes“ mit Kapazitätserweiterung von 1200 Pers./h auf 2200 Pers/h vor (Genehmigungsverfahren Anfang 2005 eingeleitet).
Weiter ist im Lkr. Miesbach die Neuaufstellung eines Schleppliftes am Hirschberg (Gemeinde Kreuth) geplant. (Genehmigungsverfahren seit Sommer 2005 laufend)