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Neues in Tschiertschen

rush_dc schrieb:
švi-nigel schrieb:
Basalt schrieb:
Weiterhin aktuell bleibe die Überlegung einer Pendelbahn von Tschiertschen nach Arosa. Der Verwaltungsrat sieht dies als geeignete Lösung, um den Wintertourismus in Tschiertschen um weitere 20 plus Jahre zu verlängern, nachdem lokal alle Möglichkeiten ausgenutzt wurden.
Langfr führt kein Weg an einer Verbdg mit ALH vorbei, gut das das der VR gemerkt hat.

Langfristig führt kein Weg an einem Sommerbetrieb vorbei, siehe Chur. Das wäre dann ein unglaubliches Bikerevier mit Chur und Lenzerheide-Arosa.
Ja, nen Sommerbetrieb wirds aber erst mit der Verbdg nach ALH geben, vorher nicht.
 
Die politische Fusion von Tschiertschen-Praden mit der Stadt Chur ist auf gutem Weg. Die entsprechenden Volksabstimmungen sollen in Tschiertschen-Praden im 1. Quartal 2024 und in Chur am 9. Juni 2024 stattfinden. Das hat Auswirkungen auf die mögliche Skigebietsverbindung mit Arosa, denn diese Thematik wurde bei den Fusionsgesprächen bewusst ausgeklammert, sprich: Die Stadt Chur wird dieses Projekt erwartungsgemäss nicht aktiv unterstützen.

In diesem Zusammenhang führte der wiedergewählte Gemeindepräsident Galantay aus, dass die Gemeinde Tschiertschen-Praden 2024 über die Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie informieren werde. Entsprechend dem neuen Tourismuskonzept werden hernach sämtliche Unterlagen dem Tourismusverein Tschiertschen-Praden übergeben, der dann selbst entscheiden könne, ob und wann das Verbindungsprojekt weiterverfolgt werden soll.

Quelle: AZ 15.12.23.
 
Nach der erfolgreichen Sanierung der BBT steht nun auch die Türe für Ersatzinvestitionen wieder offen. Nächsten Sommer wird die Steuerung und Talstation des Jochlifts erneuert. Vermutlich wird noch mehr saniert, aber diesbezüglich muss offenbar zuerst der Verwaltungsrat entscheiden. Bekannt sind auch schon die Betriebszeiten für die Wintersaison 24/25: 14./15. Dezember 2024 (Wochenendbetrieb) und täglicher Betrieb vom 21. Dezember 2024 bis zum 16. März 2025, also eine Woche länger als heuer. Ab 21. Dezember 2024 gelten generell folgende Betriebszeiten: Sesselbahn Waldstafel: 9 bis 16.15 Uhr, Sesselbahn Hüenerchöpf: 9 bis 16.15 Uhr, Skilift Jochalp: 9.15 bis 16.15 Uhr und Skilift Gürgaletsch: 9.15 bis 16 Uhr.

Quelle: Aroser Zeitung 22.03.24
 
Die geplante Eingemeindung von Tschiertschen-Praden in die Stadt Chur wird längerfristig wohl auch Auswirkungen auf die Möglichkeiten der Skigebietsentwicklung in Tschiertschen haben. Hier die Road Map für die politische Fusion, die Abstimmungen in den beiden Kommunen dürften eine reine Formsache werden.

• 8. Mai Information Gemeindeversammlung Tschiertschen-Praden
• 30. Mai Versand Botschaft und Zusammenschlussvertrag
• 7. Juni Information Gemeindeversammlung Tschiertschen-Praden
• 14. Juni Abstimmung Gemeindeversammlung Tschiertschen-Praden
• 20. Juni Behandlung der Botschaft im Gemeinderat Stadt Chur
• 22. Juni Urnenabstimmung Stadt Chur
• 2. Dezember Grosser Rat Genehmigung Zusammenschluss
• 1. Januar 2025 Inkraftsetzung

Quelle: Aroser Zeitung 05.04.24
 
Ja, diese Fusion dürfte ohne grössere Probleme gelingen. Besser wärs zwar sich der Gemeinde Arosa anzuschliessen. Dort wäre die m.A.n. Chance grösser, dereinst für das Seilbahnprojekt zum Weisshorn politische Unterstützung zu bekommen.
 
Ein Beitritt zu Arosa war in den frühen 10er-Jahren im Rahmen der generellen, per 1. Januar 2013 umgesetzten Schanfigger Talfusion ja angedacht (wie übrigens auch der von Maladers). Als sich der Kanton Graubünden weigerte, sich an den Kosten für den von Tschiertschen-Praden verlangten wintersicheren Ausbau der Strasse Tschiertschen - Molinis zu beteiligen, zog sich Tschiertschen-Praden aus dem Fusionsprojekt zurück und blieb bis heute eigenständig. Inwieweit sich die Tourismusgemeinde Tschiertschen-Praden als kleiner und peripher gelegener Teil des grossen Chur künftig politisch noch gebührend Gehör verschaffen kann, wird man abwarten müssen. Das Tschiertscher Skigebiet ist ja finanziell vorerst mal abgesichert.
 
Anlässlich der am 1. Januar 2025 vollzogenen politischen Fusion der Gemeinde Tschiertschen-Praden mit der Stadt Chur führte die Aroser Zeitung ein Interview mit dem letzten Gemeindepräsidenten Roderick Galantay. Auf die Frage „Wenn Du einen Blick in die Zukunft schauen könntest – wo stehen Tschiertschen und Praden in zehn Jahren?“ antwortete dieser: „Ich glaube, dass Tschiertschen und Praden als Wohnort für Familien noch attraktiver werden. Ich hoffe, dass in zehn Jahren der Bevölkerungsschwund überwunden sein wird und 350 oder mehr Personen hier leben mit einer tragfähigen Altersstruktur. Provozierend erlaube ich mir, meine Hoffnung zum Ausdruck zu bringen, dass die Pendelbahn nach Arosa in zehn Jahren gebaut ist, da alle eingesehen haben, dass dies der einzige Weg ist, um die Bergbahnen und somit einen wirtschaftlichen Tourismus in Zukunft zu betreiben.“

(Quelle: Aroser Zeitung vom 10. Januar 2025, S. 39)
 
Hacher Bernet, der erst im Oktober 2024 gewählt worden ist, wird den Verwaltungsrat der Bergbahnen Tschiertschen bereits wieder verlassen. Ebenfalls auf die Generalversammlung Ende Oktober wird Roderick Galantay zurücktreten. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung Thomas Küng (vormals CEO der Brunni-Bahnen in Engelberg und der Lenzerheide Bergbahnen AG) sowie Jürg Kohler (Zweitheimischer) zur Wahl vorschlagen. Küng wird sich mit dem Zukunftsprojekt «Skifahren in Tschiertschen im Jahr 2035» beschäftigen und soll ab Generalversammlung 2026 VR-Präsident Martin Weilenmann ablösen. Kohler wird in der kommenden Saison die Restaurants betreuen.

Weiter: Bei den Revisionsarbeiten an der 2001 erstellten Sesselbahn Waldstafel stellte man am Seil einen Schaden fest, welcher einen Betrieb im kommenden Winter verunmöglichen würde. Als erster Schritt wird nun versucht, das Seil zu reparieren. Dies muss möglichst schnell passieren, um noch Reaktionszeit für allfällige weitere Massnahmen zu haben. Das hat zur Folge, dass am 1. August kein Sesselbahnbetrieb angeboten werden kann.
 
Basalt schrieb:
Küng wird sich mit dem Zukunftsprojekt «Skifahren in Tschiertschen im Jahr 2035» beschäftigen und soll ab Generalversammlung 2026 VR-Präsident Martin Weilenmann ablösen.
Bin gespannt ob der Küng sich dabei noch mit der Vrbdg nach Arosa beschäftigt oder ob das Projekt inzw gestorben ist.
 
Ich denke schon, dass u.a. auch das Weisshorn-Projekt nochmals einer genaueren Prüfung unterzogen wird. Das dürfte implizit auch die Erwartung des ex-Gemeindepräsidenten und VR-Mitglieds Roderick Galantay sein, der die Verbindung nach Arosa in den kommenden 10 Jahren gerne realisiert sehen würde.

Im Kleinen tut sich übriges bereits etwas in Tschiertschen/Parpan; das Restaurant Jochalp auf dem Churer Joch ist diesen Sommer seit längerer Zeit wieder geöffnet. Das hatte ich bis jetzt gar nicht mitbekommen. :D

https://arosalenzerheide.swiss/de/Lenzerheide/Aktuell/Heute-offen/Restaurants/Bergrestaurant-Jochalp_isd_18123609

Jochalp 1.jpeg

Jochalp 2.jpeg
 
Rückblick auf die Wintersaison 2024/25:

Die Bergbahnen Tschiertschen AG haben für das Geschäftsjahr 2024/25 einen Betriebsverlust von 157'209 Franken ausgewiesen; der Verkehrsertrag von 1,020 Mio. Franken lag auf Vorjahresniveau und 8 Prozent über dem Fünfjahresschnitt, der Gesamtertrag stieg dank Investitionsbeiträgen der ehemaligen Fusionsgemeinde auf 1,624 Mio. Franken gegenüber 1,259 Mio. Franken im Vorjahr. Die Saisonkartenerlöse betrugen rund 280'000 Franken, der Betriebsaufwand inklusive Investitionen stieg auf 1,585 Mio. Franken, elf Prozent über dem Vorjahr und rund 30 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt; zusammen mit Abschreibungen, Steuern und außerordentlichen Erträgen ergab sich das genannte Minus, das der Verwaltungsratspräsident Martin Weilenmann ausdrücklich auf bewusst aus den frei verfügbaren Investitionsreserven getätigte Ausgaben zurückführt und daher vom Verwaltungsrat akzeptiert wird.

Der Saisonbetrieb lief vom 21. Dezember 2024 bis 16. März 2025; anfangs war ausreichend Schnee vorhanden, am Gürgaletsch blieb die Lage jedoch kritisch, der Lift dort war nur 45 Tage in Betrieb, und gegen Saisonende gestaltete sich die Talabfahrt schwierig, sodass die gut gepflegte Notpiste über Furgglis und Zinslikurve den Zugang zur Talstation sicherstellte. Insgesamt wurden 35'083 Eintritte gezählt, das Resultat wurde durch offene Lifte im Unterland über Weihnachten/Neujahr beeinträchtigt, Tagesgäste dominierten mit rund 50 Prozent aus dem Kanton Zürich, reine Schlittenpässe machten 6 Prozent der verkauften Karten aus und der Onlineverkauf erreichte rund 35 Prozent der relevanten Skipässe.

Dank des neuen Finanzierungsmodells von Herbst 2023 konnten im Sommer 2024 mehrere Investitionen realisiert werden, darunter der Ersatz der 400er-Windenmaschine durch eine 600er, der Austausch von Lagern und Steuerung am Gürgaletsch- und Jochlift, die Versetzung der baufälligen Talstation und Trafostation für mehr Platz, der Neubau der alten Talstation Runcs, die Ergänzung der Beschneiung bei Spinezzman mit Wasser-, Stromanschluss und neuen Schneekanonen sowie das Ausgleichen des Jochlift-Trassees zur Verbesserung des Lifterlebnisses. Der Verwaltungsrat tagte sechsmal ordentlich und dreimal außerordentlich, bearbeitete Zukunftsplanung und Führungsfragen, lobt das neu organisierte Führungsteam für den Einsatz im Winter und schlägt an der Aktionärsversammlung Ersatzwahlen für zwei zurücktretende VR-Mitglieder vor, namentlich Jürg Kohler und Thomas Küng, als Kandidaten für die Generalversammlung 2026.

Quelle: Aroser Zeitung, 10. Oktober 2025
 
Die Bergbahnen Tschiertschen (BBT) haben an ihrer Generalversammlung vom 25. Oktober nicht nur die aktuelle Jahresrechnung und kleinere Investitionen vorgestellt, sondern vor allem auch die langfristige strategische Ausrichtung diskutiert. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie das Unternehmen nach 2035 bestehen und sich im zunehmend herausfordernden Umfeld des alpinen Wintersports positionieren kann.

Kurzfristig werden im laufenden Geschäftsjahr Investitionen in die Infrastruktur getätigt: Die Steuerung der Sesselbahn Waldstafel wird für 700'000 Franken erneuert, zwei neue Pistenfahrzeuge für 250'000 Franken angeschafft und kleinere Sicherheitsmaßnahmen wie am Jochlift umgesetzt. Diese Investitionen sichern den Betrieb und die Qualität des Angebots in den kommenden Jahren. Doch der Verwaltungsratspräsident Martin Weilenmann betonte, dass es nicht nur ums Überleben gehe, sondern darum, die Zukunft aktiv zu gestalten.

Strategisch verfolgt der Verwaltungsrat drei zentrale Ziele: den Betrieb der Bergbahnen mindestens bis 2035 sicherzustellen, die Beziehung zur Stadt Chur zu vertiefen und konkrete Vorschläge für den Wintersport nach 2035 zu erarbeiten. Die finanzielle Basis für die nächsten Jahre wurde durch die Zusage der Stadt Chur geschaffen, die 3,2 Millionen Franken für Erneuerungsinvestitionen sowie einen jährlichen Betriebsbeitrag von 200'000 Franken bereitstellt. Ergänzt wurde dies durch eine Kapitalerhöhung von 1,2 Millionen Franken. Dennoch bleibt die Lage fragil, da Faktoren wie Wetter, Inflation oder unvorhergesehene Schäden Risiken darstellen.

Der entscheidende Blick richtet sich jedoch auf die Zeit nach 2035. Hier stehen zwei strategische Optionen im Raum: Zum einen eine mögliche Skigebietsverbindung mit Arosa Lenzerheide über eine Pendelbahn, die Chancen auf eine stärkere touristische Vernetzung bietet, aber auch kontrovers diskutiert wird. Zum anderen die Positionierung Tschiertschens als das "schneesichere" Skigebiet von Chur. In diesem Szenario werden verschiedene Varianten geprüft: eine Höherlegung des Skigebiets mit Sicherung der Pisten Waldstafel–Spinazman–Hühnerköpfe, oder ein umfassender Ausbau mit technischer Beschneiung und einem geplanten Speichersee.

Dieser Speichersee hätte eine Schlüsselrolle: Er würde nicht nur die Schneesicherheit durch technische Beschneiung verbessern und die Talabfahrt auch bei Klimawandel ermöglichen, sondern zugleich als Naherholungsgebiet im Sommer und als Löschwasserreserve dienen. Damit wäre er ein multifunktionales Infrastrukturprojekt, das über den Wintersport hinaus Bedeutung hätte. Um diese Optionen seriös zu prüfen, wurde die Marty Ingenieure AG mit einer Projektierung beauftragt. Bis 2026 soll Thomas Küng, ex CEO der Lenzerheide Bergbahnen und neu im Verwaltungsrat der BBT, die verschiedenen Möglichkeiten für den Wintersport ab 2035 detailliert aufbereiten und der Generalversammlung präsentieren.

Fazit: Die Bergbahnen Tschiertschen investieren heute in die Betriebssicherheit und Effizienz, richten ihren Blick aber konsequent auf die langfristige Zukunft. Die Diskussion um die Zeit nach 2035 ist geprägt von der Frage, ob man sich stärker vernetzt oder eigenständig als schneesicheres, nachhaltiges Skigebiet profiliert – in jedem Fall aber mit dem Anspruch, die Zukunft aktiv zu gestalten und nicht nur auf äussere Entwicklungen zu reagieren.

Quelle: Aroser Zeitung, 31. Oktober 2025
 
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