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Öffis vs. Individualverkehr

ThomasK schrieb:
Die Renaissance des Systems Schiene hat längst begonnen.
Dort wo es zweifellos Sinn macht wie im Speckgürtel großer Städte und bei Städteschnellverbindungen für Berufspendler sowie im Transitgüterverkehr allemal aber die Fläche wird meiner Meinung nach auch in Zukunft dem Individualverkehr vorbehalten bleiben.
Und wie schnell sich der Trend auch wieder weg von der Schiene wenden kann sieht man ja aktuell an der Schnellbusinflation in Deutschland.
 
Das hängt aber doch damit zusammen, dass die Schnellbusse eigentlich noch massiver von der (autofahrenden) Allgemeinheit subventioniert werden als die Bahn: Die zahlen ausser dem Spritpreis keinen Cent für die Strassen, während die Bahn die ganze Infrastruktur eigentlich selbst zu zahlen hätte...

Zurück zum Zillertal: Ich gebe euch zum Teil recht, im Winter ist der Zug nur bedingt eine Alternative zum Auto. Zu gross idR das herumzutragende Geraffel, dazu die Talstationen nicht ideal (höflich ausgedrückt) angebunden. Anders sieht es aber mMn im (immer wichtiger werdenden) Sommer aus. Mit weniger Gepäck ist der Zug durchaus eine valable Alternative, zusätzlich hat man im Sommerurlaub meist etwas mehr Zeit: Da will man nicht ums Verrecken auf die erste Gondel und dann Wettwandern bis Feierabend, sondern nimmt es generell ein bisschen gemütlicher, ideal für den Zug... dazu kommt, dass gerade viele ältere Leute Urlaub in der Bergen machen (auch um der Hitze im Flachen zu entkommen), die haben erstens massenhaft Zeit (;)) und zweitens vielfach keine Lust stundenlang im Auto zu sitzen... und bei einigen bin ich eigentlich noch froh, wenn sie NICHT mit dem Auto fahren :D
Fazit: Im Winter könnte man wohl relativ problemlos auf die Bahn verzichten, im Sommer eher nicht... ist ja auch selbst eine Touristenattraktion.
 
Wurzelsepp schrieb:
Das hängt aber doch damit zusammen, dass die Schnellbusse eigentlich noch massiver von der (autofahrenden) Allgemeinheit subventioniert werden als die Bahn: Die zahlen ausser dem Spritpreis keinen Cent für die Strassen, während die Bahn die ganze Infrastruktur eigentlich selbst zu zahlen hätte...
Die Bahn zahlt garnix selber, alle Infrastruktur wird vom Steuerzahler finanziert, der ein paar Streckengebühren zurückbekommt.
Dazu kommen noch die Zuschüsse der Länder zum Nahverkehr in Milliardenhöhe.

Die Steuerbefreiunug für Linienbusse gehört auch abgeschafft, aber dann geht das Gekrähe wieder los....
Andererseits sorgen die Busse dafür, dass weniger Autos unterwegs sind - Vorteil Autofahrer.
 
@ThomasK: Bitte nicht vergessen, dass die STUB (zumindest N bis Er) Voraussetzung für den neuen Stadtteil Siemens City ist. Ohne STUB hätte Siemens den Stadtteil ggfls. nicht weiter verfolgt... Aber hier Erlanger Strasse bis zur Uni\Siemens war eine schnelle Verbindung Notwendig... Dafür können Massen an Bussen 30\30e entfallen... So gesehen wird das eine Bahn von Er. Zentrum bis N Zentrum. Mit der Ubahn gehts hier weiter nach Fürth Zentrum....
Im Zillertal sind das wesentlich weniger potenzielle Fahrgäste, von denen auch nur ein Kleiner Teil wirklich auf die Bahn Umsteigen würde...
 

Wie wäre es denn, wenn die von euch beiden gewünschte Verkehrslösung eine 6spurige Autobahn neben der zweigleisigen Hochgeschwindigkeitsstrecke wäre? Und zwar durchgehend vom Inntal bis mindestens zum Tuxerferner Haus, das ganze noch flankiert von einer 3-S-Seilbahn, die dann auch bis auf die gefrorene Wand führen kann. Dann wärt ihr beide zufriedengestellt und man müsste nicht andauernd die Produkte eurer Phantasie mit interessanten Neuigkeiten verwechseln.
 
Rüganer schrieb:
Die Bahn zahlt garnix selber, alle Infrastruktur wird vom Steuerzahler finanziert, der ein paar Streckengebühren zurückbekommt.
Dazu kommen noch die Zuschüsse der Länder zum Nahverkehr in Milliardenhöhe.
Und was zahlt der Schnellbus nur schon wieder? Keine Streckengebühren, keine Steuern, ausser dem relativ tief besteuerten DIesel... also eigentlich gar nichts. Da ist die Bahn doch noch etwas besser, auch wenn sie natürlich längst nicht die vollen Kosten decken. Aber das tut der Bus erst recht nicht.
 
Wir driften ab!
Da wir hier zwei absolute Fanatiker für Auto und Schiene haben wird die Diskussion langsam lächerlich.

Der gesunde Mittelweg aus Individualverkehr und modernen öffentlichem Verkehrskonzepten ist die Zukunft.
Das Zillertal bietet hier viele Möglichkeiten, ein Ausbau der Schiene und die punktuelle Verbesserung der Straßeninfrastruktur werden langfristig viele Probleme dort lösen.

Mal ein ganz konkretes Beispiel: Auch ich würde viel mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen, der Busverkehr ist hier eigentlich auch ganz gut ausgebaut doch meine Schule liegt nicht im Stadzentrum und ich müsste umsteigen.So dauere ich mit dem Bus morgens knapp 40 Minuten, mit dem Auto/Motorrad sind es grade mal 10 Minuten.Ist doch klar das ich diesen Weg bevorzuge?! Da könnte die Bahn und Bus machen was sie will, ich würde trotzdem mit dem Auto kommen.Rein aus Zeitgründen.
 
Letztlich wird der Bürger entscheiden welcher Verkehrsmix sich auch im Zillertal oder anderswo durchsetzt und sich nichts aufoktroyieren lassen.
Die Fahrzeit ist vor allem für Pendler ein entscheidendes Kriterium denn Umweltfreundlichkeit kann keine Kompensation für einen Freizeitverlust sein mal ganz abgesehen davon das immer mehr Leute Überstunden schinden müssen.
In meinem Fall wär die Pendlerzeit wegen Fußwegen zu den Haltestellen und einmal in Ibk umsteigen fast dreimal so lang als wenn ich die Strecke mit dem PKW zurücklege und eine Differenz von knapp 90 min. täglich ist schlicht inakzeptabel; von der nicht vorhandenen Verbindung zu Arbeitsbeginn mal ganz abgesehen.
Ich seh im Zillertal für den Sommer schon die Chance den lokalen Gästeverkehr zu Wanderzielen vermehrt auf die Bahn zu bringen; für die An - und Abreise oder im Winter ist das aufgrund der Schiausrüstung illusorisch und bevor sich Gäste dafür "zwangserwärmten" wechseln die garantiert den Urlaubsort. Eine Bahnverbindung nach Hintertux brächte auch insoferne nichts weil selbst wenn man die Besucher mit Schiausrüstung in eine Bahn nötigte der Gästeandrang im Sommer deutlich geringer als im Winter ist.
Grundsätzlich bin ich der Überzeugung das zwar fast jeder Autonutzer die Bereitschaft hätte auf z. B. ein Elektro - oder Wasserstoffauto umzusteigen sobald das Reichweiten - sowie Lade bzw. Wasserstofftankstellenproblem mal gelöst sein wird aber sich die Möglichkeit individuell und nur mit Familie zu fahren sicher nicht nehmen lassen wird.
 
An die StUB hatte ich auch gedacht und mich wirklich diebisch gefreut, dass Erlangen vernünftig abgestimmt hat, nachdem schon bei der Abstimmung im Landkreis das Kirchturmdenken zu sehr zu Tragen kam. Aber natürlich hinkt der Vergleich mit der Zillertalbahn schon.

Ansonsten ist die ÖPNV-Nutzung vs. MIV immer eine Abwägung. Ich fahr sehr gerne Bahn, aber eher nicht mit viel Gepäck, somit eben in der Regel nicht zum Skifahren. Wenn man entsprechend nah am Bahnhof wohnt oder es in der Stadt in der man wohnt einen praktischen P+R Parkplatz gäbe, käme die Bahn aber grade für Tagestrips für mich schon in Frage. Von der Philosophie her begrüße ich aber jeden Bahnausbau, der attraktivere Fahrtzeiten/Takte ermöglicht, da:
1. somit ein Wechsel vom Auto zum ÖPNV für mich attraktiv werden könnte
2. selbst wenns für mich selbst nicht attraktiv ist, den ÖPNV zu nehmen, so doch sicher für andere, was insgesamt den Autoverkehr reduzieren sollte

Österreich und Südtirol (und die Schweiz sowieso) scheinen mir in Sachen Bahnausbau tatsächlich sehr viel weiter als wir in Deutschland:
- Begeistert war ich z.B. vom Haltepunkt Percha (Kronplatz) an der Pustertalbahn, da ist ja der Bahnsteig wirklich in die Gondelstation integriert, näher gehts fast nicht. Im Vergleich dazu muss man so gut wie über jeden Parkplatz sehr viel weiter laufen. Auf dieser Bahn gab es durch viele attraktivitätssteigernde Maßnahmen (neue Haltepunkte, Bahnhofsmodernisierung, Fahrrad- und Autoparkplätze an den Bahnhöfen, neue Züge, Halbstundentakt) von 2006 - 2011 eine Verdreifachung der Fahrgastzahlen (Jan - Nov: 312.000 zu 980.000).
- Verlängerung Bahnstrecke Trient - Male nach Marilleva im Jahr 2003 -> Anschluss zum Skigebiet in Daolasa und Marilleva
- 2015 wurde wohl eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Grödnerbahn beauftragt
- 2014 gabs einen Ideenwettbewerk zum Wiederaufbau der Bahn Rovereto - Gardaseee + Verlängerung nach Tione di Trento
- schon angesprochen hier: Vinschgerbahn (2 Mio Fahrgäste im Jahr) + Dolomitenbahn (die meines wissens dann aber nicht auf der ursprünglichen Trasse verlaufen soll)
 
Haltepunkt Percha (Kronplatz) an der Pustertalbahn, da ist ja der Bahnsteig wirklich in die Gondelstation integriert, näher gehts fast nicht.
Die 10m zwischen Zug und Drehkreuz sind kaum mehr zu toppen. Das hatten wir auch genutzt (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5065549#p5065549). Doch leider ist das die völlige Ausnahme. Auch heute bei meinem Ausflug ins Engadin per Bahn ist das längst nicht mehr so bequem (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5070747#p5070747). Und drum wird die Bahn beim Wintersport nie eine reelle Chance haben gegen das Auto.
 
Warum soll eigentlich eine zusätzliche Flach-EUB bei Zell gebaut werden, wenn man genausogut auch die Trasse der ZTB zu den Talstationen der EUBn verlegen könnte? Das Über- oder Unterqueren der Bundesstraße dürfte nun kein Problem darstellen. Zudem kann die Bahn dann bis Aschau auch am Zillerufer verlaufen, oder hatte Erlach noch einen Bhf?

Was die Notwendigkeit eines Kfz im Zillertal begründet, würde ich gern mal wissen. Bei den bisherigen Wochenurlauben dort musste ich feststellen, dass die Verknüpfung zwischen Bahn und Bus schon ziemlich gut war. So habe ich mal ganz bewusst die Karre die ganze Woche stehen lassen und war jeden Tag in einem anderen Gebiet zu genüge skifahren und kann mich nicht beschweren, dass ich durch die Fahrten der letzten Verbindungen (Skibus zum Bhf) zu kurz gekommen bin. Den Tag des Versackens mit den Mitarbeitern der Elchbar jetzt mal ausgenommen... :lol:
 
Af schrieb:
@ThomasK: Bitte nicht vergessen, dass die STUB (zumindest N bis Er) Voraussetzung für den neuen Stadtteil Siemens City ist. Ohne STUB hätte Siemens den Stadtteil ggfls. nicht weiter verfolgt... Aber hier Erlanger Strasse bis zur Uni\Siemens war eine schnelle Verbindung Notwendig... Dafür können Massen an Bussen 30\30e entfallen... So gesehen wird das eine Bahn von Er. Zentrum bis N Zentrum. Mit der Ubahn gehts hier weiter nach Fürth Zentrum....
Im Zillertal sind das wesentlich weniger potenzielle Fahrgäste, von denen auch nur ein Kleiner Teil wirklich auf die Bahn Umsteigen würde...


Ich räume ein, dass dadurch, dass die Zahl der Fahrgäste im Zillertal zunächst einmal im Vergleich zur Relation Herzogenaurach - Erlangen - Nürnberg Nord von der Grundgesamtheit her geringer ist. Aus diesem Grund werden nach meiner Einschätzung im Zillertal PULL-Maßnahmen alleine nicht ausreichen, um eine volkswirtschaftliche Rechtfertigung zu erzielen. Da müsste mit massiven PUSH-Maßnahmen, d.h. insbesondere Restriktionen gegen den MIV (massive Preiserhöhungen, Abbau von Parkplätzen, Fahrverbote usw.) nachgeholfen werden, wenn man die Eisenbahn bis Hintertux volkswirtschaftlich rechtfertigen will.

Das Problem ist eben, dass die negativen externen Effekte vom Autofahrer nicht bezahlt werden.



Florian86 schrieb:
An die StUB hatte ich auch gedacht und mich wirklich diebisch gefreut, dass Erlangen vernünftig abgestimmt hat, nachdem schon bei der Abstimmung im Landkreis das Kirchturmdenken zu sehr zu Tragen kam. Aber natürlich hinkt der Vergleich mit der Zillertalbahn schon.

Ansonsten ist die ÖPNV-Nutzung vs. MIV immer eine Abwägung. Ich fahr sehr gerne Bahn, aber eher nicht mit viel Gepäck, somit eben in der Regel nicht zum Skifahren. Wenn man entsprechend nah am Bahnhof wohnt oder es in der Stadt in der man wohnt einen praktischen P+R Parkplatz gäbe, käme die Bahn aber grade für Tagestrips für mich schon in Frage. Von der Philosophie her begrüße ich aber jeden Bahnausbau, der attraktivere Fahrtzeiten/Takte ermöglicht, da:
1. somit ein Wechsel vom Auto zum ÖPNV für mich attraktiv werden könnte
2. selbst wenns für mich selbst nicht attraktiv ist, den ÖPNV zu nehmen, so doch sicher für andere, was insgesamt den Autoverkehr reduzieren sollte

Österreich und Südtirol (und die Schweiz sowieso) scheinen mir in Sachen Bahnausbau tatsächlich sehr viel weiter als wir in Deutschland:
- Begeistert war ich z.B. vom Haltepunkt Percha (Kronplatz) an der Pustertalbahn, da ist ja der Bahnsteig wirklich in die Gondelstation integriert, näher gehts fast nicht. Im Vergleich dazu muss man so gut wie über jeden Parkplatz sehr viel weiter laufen. Auf dieser Bahn gab es durch viele attraktivitätssteigernde Maßnahmen (neue Haltepunkte, Bahnhofsmodernisierung, Fahrrad- und Autoparkplätze an den Bahnhöfen, neue Züge, Halbstundentakt) von 2006 - 2011 eine Verdreifachung der Fahrgastzahlen (Jan - Nov: 312.000 zu 980.000).
- Verlängerung Bahnstrecke Trient - Male nach Marilleva im Jahr 2003 -> Anschluss zum Skigebiet in Daolasa und Marilleva
- 2015 wurde wohl eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Grödnerbahn beauftragt
- 2014 gabs einen Ideenwettbewerk zum Wiederaufbau der Bahn Rovereto - Gardaseee + Verlängerung nach Tione di Trento
- schon angesprochen hier: Vinschgerbahn (2 Mio Fahrgäste im Jahr) + Dolomitenbahn (die meines wissens dann aber nicht auf der ursprünglichen Trasse verlaufen soll)


Ja, es gibt zahlreiche Projekte, die man jetzt in Norditalien in Angriff nehmen will. Ich bin aktuell nicht ganz auf dem Laufenden, aber die Regierung Renzi will alleine für den Schienennahverkehrsausbau in einer ersten Tranche 3,5 Milliarden € zur Verfügung stellen. Die großen Fernverkehrsmaßnahmen wie das Hochgeschwindigkeits T mit dem T-Stamm Milano - Bologna - Firenze - Roma - Napoli und dem T-Querbalken Torino - Milano - Verona - Venezia - Trieste wird aus dem Fernverkehrsetat bezahlt, der aktuell in einer ersten Zahlung mit ca. 5,5 Milliarden € ausgestattet ist. Hinzu kommen dann noch die Fördermittel aus den Regionen und ggf. Kommunen.

Ich denke schon, dass sich da in den nächsten 20 Jahren einiges tun wird. Natürlich können solche Projekte wie die Reschenpassbahn, Dolomitenbahn, Gardaseebahn usw. nicht alle mal so eben nebenbei finanziert werden. Das sind Großprojekte, die einen gesamtgesellschaftlichen Konsens, so wie in der Schweiz, benötigen. Ohne gesamtgesellschaftlichen Konsens bekommt man solche Riesenprojekte wie einen 57 km langen Gotthardtunnel unter 4 Bergketten durchzubauen, damit die Eisenbahn 250 km/h fahren kann, nie durch.

Jetzt will z.B. auch Sand in Taufers eine Eisenbahn haben, die dann später Richtung Luttach verlängert werden könnte. Es wird noch eine gewisse Zeit dauern, bis man das so macht wie in der Schweiz, dass man die Mineralölsteuer erhöht und die Autofahrer am Ausbau der Eisenbahn finanziell beteiligt, was ich sehr vernünftig finde. In Österreich läßt man die Autofahrer die Koralmbahn und die neue Semmeringbahn mitzahlen; das kann ich ausdrücklich nur begrüssen.

Beim von dir angesprochenen Projekt der Grödnertalbahn wird es nach meiner Einschätzung ziemlich schwierig. Etliche Bereiche sind zugebaut. Ich habe mir auch schon einmal Gedanken gemacht. Fakt ist, dass es bereits bis nach Wolkenstein sehr schwer wird, die Bahn zu reaktivieren. Aber wenn man annimmt, das es gelingt, dann stellt sich die Frage - wie weiter?

Es gab vor dem ersten Weltkrieg uralte Pläne weiter zu bauen über das Sellajoch und Pordojjoch bis nach Arabba. Allerdings halte ich eine Eisenbahn über das Pordojjoch für ziemlich unrealistisch.

Ich denke einfach, dass zwischen Wolkenstein und Arabba eine Eisenbahn suboptimal ist. In diesem Fall würde ich einen ÖPNV mit Seilbahnen aufbauen. Da die jetzigen Seilbahnen zwischen Wolkenstein und Arabba auf die Skifahrerbedürfnisse ausgerichtet sind und nicht auf den ÖPNV, wäre es in diesem Fall notwendig, für den ÖPNV eigene Seilbahnen zu errichten. Zu prüfen wäre dann noch ein Seilbahnabzweig nach Canazei. Selbstverständlich könnten dann die ÖPNV-Seilbahnen von den Skifahrern mitbenutzt werden.

Ich räume aber ein, dass zwischen Wolkenstein, Arabba und Canazei selbst mir eine Eisenbahn etwas zu abenteuerlich wäre. Zwar bekäme man das mit einem gewaltigen technischen Aufwand (Schneeschleudern usw.) hin, dass man auch im Winter über den Pordoj fahren könnte, aber hier halte ich dann doch ÖPNV-Seilbahnen für sinnvoller.

Allerdings ist es aus verkehrsplanerischer Hinsicht in der Tat eine echte Herausforderung im Grödnertal und dann weiter bis nach Arabba und Canazei mal einen ordentlichen ÖPNV aufzubauen. Ich bin im Jahr 2011 das letzte Mal dort mit den Bussen unterwegs gewesen. Der Fahrplan war ja eine einzige Lachnummer. Über das Pordojoch fahren die letzten Busse gegen 17.30 Uhr. Es darf gelacht werden.


ski-chrigel schrieb:
Haltepunkt Percha (Kronplatz) an der Pustertalbahn, da ist ja der Bahnsteig wirklich in die Gondelstation integriert, näher gehts fast nicht.
Die 10m zwischen Zug und Drehkreuz sind kaum mehr zu toppen. Das hatten wir auch genutzt (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5065549#p5065549). Doch leider ist das die völlige Ausnahme. Auch heute bei meinem Ausflug ins Engadin per Bahn ist das längst nicht mehr so bequem (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5070747#p5070747). Und drum wird die Bahn beim Wintersport nie eine reelle Chance haben gegen das Auto.


Die Pustertalbahn ist erst einmal ein Pilotprojekt, was gut gelungen ist. Immerhin ist sie jetzt endlich auch mal elektrifiziert.

Der nächste Schritt sollte der Bau der Riggertalschleife sein. Dann kann man über eine Erhöhung der Geschwindigkeit und einen zweigleisigen Ausbau nebst 15-Minuten-Takt und zusätzlichen Fernzügen reden.



bergfuxx schrieb:
Warum soll eigentlich eine zusätzliche Flach-EUB bei Zell gebaut werden, wenn man genausogut auch die Trasse der ZTB zu den Talstationen der EUBn verlegen könnte? Das Über- oder Unterqueren der Bundesstraße dürfte nun kein Problem darstellen. Zudem kann die Bahn dann bis Aschau auch am Zillerufer verlaufen, oder hatte Erlach noch einen Bhf?

Was die Notwendigkeit eines Kfz im Zillertal begründet, würde ich gern mal wissen. Bei den bisherigen Wochenurlauben dort musste ich feststellen, dass die Verknüpfung zwischen Bahn und Bus schon ziemlich gut war. So habe ich mal ganz bewusst die Karre die ganze Woche stehen lassen und war jeden Tag in einem anderen Gebiet zu genüge skifahren und kann mich nicht beschweren, dass ich durch die Fahrten der letzten Verbindungen (Skibus zum Bhf) zu kurz gekommen bin. Den Tag des Versackens mit den Mitarbeitern der Elchbar jetzt mal ausgenommen... :lol:


Sicherlich wäre eine Trassenverlegung der Zillertalbahn in Zell am Ziller möglich. Ich denke aber, dass eine ca. 800 m lange EUB in der Ebene mit einem zusätzlichen Haltepunkt der Zillertalbahn kostengünstiger wäre. Und die zusätzliche Fahrzeit in der 0. Sektion fällt ja nur beim Ersteintritt in das Skigebiet an; bei Wiederholungsfahrten benutzen dann die Skifahrer logischerweise die 0. Sektion nicht mehr. Und beim Ersteintritt fährt der Skifahrer gerade mal in der 0. Sektion 3 Minuten, was keinen interessieren dürfte.

Die kürzeste EUB, die ich kenne, ist in Lermoos. Die ist nach meiner Schätzung vielleicht 300 m lang und hat eine Höhendifferenz von vielleicht 80 m. Ich habe mich damals schwer gewundert, dass es auf diesem Pipifaxanfängerhang gleich eine kuppelbare 8er-EUB mit Kabinen sein muss. :biggrin: Bei 300 m Länge und 80 Höhenmeter hätte ich eher auf einen fixgeklemmten Doppelsessel getippt. Na gut, die Ansprüche der Leute steigen eben. :lach: Wenn ich manchmal am Grubigstein im Sommer wandere, sehe ich, wie die Kabinen in den Stationen garagiert sind. Die Bahn fährt nur im Winter.

Aber im Talgrund von Zell am Ziller würde ich dann auf jeden Fall die Karspitzbahn verlängern. Das sollte kein Problem sein, hier eine 8er-EUB als Sektion 0 anzubauen; den Anbau hat man ja auch am Schwarzsee in Zermatt gemacht. Allzu teurer dürfte die 800 m lange Tal-EUB in Zell am Ziller nicht werden.

Im Sommer bietet es sich an, die Zwischenstation zwischen der Sektion 0 (EUB in der Ebene im Tal) und der Sektion 1 überhaupt nicht mehr als Einstiegsmöglichkeit anzufahren. In Zermatt macht man das auch so, das im Sommer die Stationen Aroleid und Furgg geschlossen sind. Die EUB fährt dann mit ihren Kabinen einfach durch Aroleid und Furgg durch ohne Ein- und Ausstiegsmöglichkeit für die Sommerfahrgäste. Das sieht man hier sehr gut. Furgg ist im Sommerbetrieb geschlossen:

https://youtu.be/baEHrYryVp0?t=20m38s

Genauso könnte man das in Zell am Ziller auch machen, denn 800 m in der Ebene zu wandern ist im Sommer für die Bergwanderer sowieso kein Problem und der originäre Quelle/Zielverkehr an der heutigen Talstation der Karspitzbahn dürfte im Sommer extrem gering sein, wenn die Sektion 0 fährt und man ideal in die Zillertalbahn umsteigen kann.

Aber ok, wenn diese Lösung nicht gewünscht würde, dann kann man auch die Zillertalbahn verlegen, was aber spürbar teurer sein dürfte als eine 800 m lange EUB. Da müssen sich dann eben die Gemeinde Zell am Ziller, der Bezirk Schwaz und das Land Tirol mit der Zillertalbahn und der Bergbahn zusammensetzen und diskutieren, was sie wollen.

Wenn das 150-Millionen € Paket für die Zillertalbahn ein Erfolg sein soll, dann sind meiner Meinung nach unbedingt flankierende Maßnahmen notwendig. Die Karspitzbahnsektion 0 ist lediglich ein Vorschlag von mir; sie ist keinesfalls offizielle Planung. Nach meinem Kenntnisstand gab es darüber bisher auch noch gar keine Diskussion.

In der Terminologie mancher Foristen ist also die Karspitzbahnsektion 0 ein Hirngespinnst. :lol:
 
Bergfan schrieb:
ThomasK schrieb:
Da müsste mit massiven PUSH-Maßnahmen, d.h. insbesondere Restriktionen gegen den MIV (massive Preiserhöhungen, Abbau von Parkplätzen, Fahrverbote usw.) nachgeholfen werden, wenn man die Eisenbahn bis Hintertux volkswirtschaftlich rechtfertigen will.

Warum nicht gleich die richtige Lösung? Alles, was Gummiräder hat, verbieten und statt den jetzigen Straßen kreuz und quer 3-S-Bahnen bauen. Wäre doch in deinem Sinn.


Es gibt für das Auto Nischenanwendungen, wie z.B. die Feinverteilung in der Fläche. Allerdings genügt dafür auch schon eine Reichweite der Batterien von ca. 150 km, denn längere Strecken sollten besser mit anderen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

Da ein Auto als sinnloser Blechhaufen im Schnitt 23 Stunden am Tag nur herumsteht und Platz wegnimmt, ist für notwendige Autofahrten zudem auf Carsharing mit kleinen Elektroautos für die Feinverteilung zu setzen.

Sehr gut finde ich das Modell von Singapur. Dort gibt es nicht nur eine Obergrenze für Flüchtlinge, sondern auch für Autos. Da die Regierung von Singapur nicht mehr Autos auf dem Straßennetz zulässt, gibt es dort auch nie Staus. Um den Autofahren bei der Entzugstherapie für unnötige Autofahrten behilflich zu sein, ist der ÖPNV dort sehr gut ausgebaut und es werden für die PKW-Zulassung Strafsteuern erhoben. Auf den Kaufpreis eines neuen Autos kommen dann nochmal gewaltige Mautzuschläge und Strafsteuern drauf. Da die Anzahl der zugelassenen PKWs in Singapur begrenzt ist, muss jeder, der Autofahren will, zusätzlich eine Lizenz kaufen. Im Schnitt sind dafür etwa 50000 Singapurdollar, also etwa 33000 €, zusätzlich zu bezahlen. Dafür darf man dann mit dem eigenen Auto 10 Jahre fahren. Danach sind wieder 33000 € fällig. Die Mautgebühr für die Straßenbenutzung kommt noch obendrauf. Pro Kilometer Autofahrt bezahlt man in Singapur je nach Tageszeit umgerechnet etwa zwischen 40 Eurocent und 2 Euro - pro Kilometer und nicht pro Fahrt versteht sich.

Dadurch ist die Luft in Singapur extrem sauber und es gibt auch keine Staus. Mit dem Geld wird der Ausbau der vollautomatischen U-Bahn Singapur finanziert.

Dadurch sind alle glücklich: Der U-Bahn-Fahrgast, weil er saubere und schnelle Züge vorfindet, die er mit günstigen Tarifen nutzen kann und er gutes Netz und einen dichten Fahrplan zur Verfügung hat. Die Bewohner, weil die Autoschwemme deutlich in Schach gehalten wird und es viel ruhiger ist. Und die Autofahrer sind auch glücklich, weil es keine Staus gibt. Und die Allgemeinheit ist glücklich, weil es so wenig Verkehrstote und Verletze gibt.

Zwar sind die Singapurer nicht weniger autosüchtig wie die Europäer, aber wenn sich die eigene Sucht, mit dem Auto zu fahren, als gigantischer Geldstaubsauger entpuppt, dann werden die Leute auf einmal sehr schnell vernünftig und fahren nur noch dann mit dem Auto, wenn es unbedingt sein muss.

Zwar ist die Situation nicht zu 100% auf das Zillertal übertragbar, aber mit einem deutlichen Ausbau der Zillertalbahn mit direkten Anbindungen zu den Seilbahnen und einem guten ÖPNV-Busnetz nebst Fahrverboten und drastischen Erhöhungen der Parkgebühren könnte man auch dort - genauso wie in Singapur - die Wirtschaftssubjekte zu einer nachhaltigen Mobilität zwingen. Erfahrungsgemäß packt man die Menschen nur am Geldbeutel. Appelle wird zumeist ignoriert.
 
@ ThomasK kann es sein das ein paar deiner Ideen am Leben vorbei gehen?
Mir fälllt da so ein Lied ein:

 
ThomasK schrieb:
Zwar ist die Situation nicht zu 100% auf das Zillertal übertragbar, aber mit einem deutlichen Ausbau der Zillertalbahn mit direkten Anbindungen zu den Seilbahnen und einem guten ÖPNV-Busnetz nebst Fahrverboten und drastischen Erhöhungen der Parkgebühren könnte man auch dort - genauso wie in Singapur - die Wirtschaftssubjekte zu einer nachhaltigen Mobilität zwingen. Erfahrungsgemäß packt man die Menschen nur am Geldbeutel. Appelle wird zumeist ignoriert.

Verbote, Erhöhungen, Maut, Zwang - hört sich toll an!
Ich glaube nicht das man das Zillertal mit Singapur vergleichen kann. Auch glaube ich nicht das sich eine Zillertalbahn auch nur annähernd wirtschaftlich betreiben ließe - Aber hey, Menschen packt man nur am (eigenen) Geldbeutel.
 
Am besten baut man gleich einen Transrapid vom HBF München nach Mayrhofen. In direkter Linie natürlich unterflur bis im Tunnel. ;)
 
@ThomasK; darf Dich aber bei Deiner Begeisterung für Singapur´s Verkehrslösungen daran erinnern das man den Staat maximal auf dem Papier noch als Demokratie bezeichnen kann - in der Praxis ist das eine autokratische Regierung die alle Mittel in die Wege leitet das Aufkeimen jeglicher Opposition gleich im Keim zu ersticken sprich viel näher einer Legitimationsdiktatur als irgendeiner anderen Staatsform.
 
ThomasK schrieb:
Da ein Auto als sinnloser Blechhaufen im Schnitt 23 Stunden am Tag nur herumsteht und Platz wegnimmt, ist für notwendige Autofahrten zudem auf Carsharing mit kleinen Elektroautos für die Feinverteilung zu setzen.

Dir ist aber schon klar das hierzulande das Auto für viele mehr als nur ein Fortbewegungsmittel ist. Das ist ein Statussymbol, auch wenn die Bedeutung bei der Jugend gerade abnimmt bzw. von Smartphones usw. ersetzt wird. Aber den Leuten freiwillig einen Umstieg auf die Öffis schmackhaft machen wird nicht funktionieren, das hast du ja schon selbst erkannt. Und dann willst du auf Gesetze bzw. Verbote setzen, die den Leute das Autofahren sozusagen verbieten? Das wird doch nie funktionieren, so leicht lässt sich keiner das Auto wegnehmen. Das ist auch in der Politik bekannt und gar nicht gewollt, da hängen zu viele wirtschaftliche interessen und Wählerstimmen dran.

In Zukunft wird es also bleiben wie es ist. Ausbau der Straßen im gleichen Stil wie in der Vergangenheit, und Ausbau der Schiene dort wo es Sinn macht, wie auf Fernverkehrsstrecken oder Städten. Aber sicher nicht auf dem Land in einer Region wie dem Zillertal, wo noch dazu kommt dass das Gelände nicht bahntauglich ist nach Tux.
 
"Seit 1965 monopolisiert die Staatspartei PAP die Politik, manipuliert Wahlprozesse und unterdrückt politische Opposition. Gewerkschaften, Bildung und Medien (Print, Radio, TV, Internet) werden staatlich kontrolliert, die Bevölkerung sozial überwacht. ...
Bei flächendeckender Videoüberwachung und Präsenzdichte von Polizei- und Sicherheitskräften steht Singapur international weit an der Spitze. Bei Behinderungen von Pressefreiheit und Internet-Zugang findet sich Singapur in Gesellschaft autoritärer Regime Asiens ....
Rüstungsausgaben verschlingen 9,5 Milliarden US-Dollar (2015) - 25 Prozent des Staatshaushaltes. Bei Militärausgaben pro Einwohner liegt Singapur weltweit (nach Israel) auf Platz zwei. ....
...politische Wahlprozess werden konsequent manipuliert: durch kurzfristigen Neuzuschnitt der Wahlkreise und einen zeitlich knapp bemessenen Wahlkampf....
Die gewaltsame Niederschlagung der Tiananmen -Proteste in Beijing 1989 durch Chinas Militär rechtfertigte Lee Kuan Yew ausdrücklich."
Q:http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Singapur-ist-kein-Vorbild-fuer-die-Demokratie/15012

Herzlichen Glückwunsch, in so einer tollen Stadt will glaube ich jeder gerne leben.
 
ThomasK schrieb:
Es gibt für das Auto Nischenanwendungen

Und es gibt sogar eine Hauptanwendung. Die wirst du vermutlich nie erleben...


ThomasK schrieb:
Allerdings genügt dafür auch schon eine Reichweite der Batterien von ca. 150 km,

Und der Strom dafür kommt natürlich aus der Steckdose.

ThomasK schrieb:
längere Strecken sollten besser mit anderen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

Voraussetzung wäre, dass die "anderen Verkehrsmittel" dahin fahren, wo ich hin will. Und das ist nicht immer der Fall.
 
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