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Öffnungzeiten vs. Finanzierbarkeit

3303 schrieb:
Genau, ist doch ganz einfach. Wenn ein Unternehmen mit Steuergeldern subventioniert wird, erwarte ich ganz einfach, dass es auch zum Wohl der Allgemeinheit beiträgt. Wo kämen wir denn da hin, wenn die Gelder, die auch für Soziales oder Schuldenabbau etc. verwendet werden könnten, allein als Gewinne in die Kassen der Bahngesellschaft flössen.
Sofern sich ein gebiet wirklich selbst trägt, also keine Steuermittel bekommt, soll es machen, was es will.

Nein, so einfach geht das nicht, wie du dir das wünscht. Würden die noch länger offen haben, nur weil sie subventioniert sind, gäbs noch mehr Minus und daher noch mehr zu subventionieren. Geht also nicht so wie gewünscht. Und nochmal: nach Ostern ist die Schisaison gelaufen. Und wieso dann noch Geld verheizen, das viel besser anderweitig genützt werden kann (Optimierung Infrastruktur, usw.)?

MFG Dachstein
 
noisi schrieb:
Sagt so ziemlich das gleiche aus wie deiner.
Was die Kernaussage betrifft, dass sämtliche Vergleiche von beiden Seiten hinken, ist das wohl korrekt, da jeder immer und überall für etws zahlt, das er nicht benutzt, egal um was es sich handelt. Jemand der nicht fernsehschaut, muss trotzdem bei den täglichen Produkten die Werbekosten mit zahlen, weil sie eben mit einkalkuliert sind. (Außer er kauft nur regionale Ware beim Bauernladen, was ihn in seiner Wahlfreiheit aber stark einschränkt.)


Mark Jan schrieb:
Ich denke das es schwierig ist die vergleich zum Bus etc. zu machen. Das eine handeld sich um einen Hobby das zweite um Mobalität.
Moment - es ging gerade darum, dass der ÖPNV auch zu Zeiten fährt, wo wenig los ist. Die Masse, die zu bestimmten Zeiten fahren MUSS, stell ich ja dann nicht in Frage. Außerhalb der Stoßzeiten wird sicher ein nicht unwesentlicher Teil der Fahrgäste fahren, weil sie es wollen (Freizeitgestaltung, Hobby).

Mark Jan schrieb:
Die Bergbahnen sind damit einen Privatuntermen und die mussen Profit machen
Ist denn jede Bergbahn ein Privatunternehmen? Ich bilde mir ein, dass sehr viele auch den Gemeinden, Tourismusverbänden usw. gehören bzw. von denen einen gehörigen Zuschuss bekommen (was durchaus logisch ist, bzw. kommen wir dann zum "Beschneiungseuro", den manche Seilbahnunternehmen von den Hoterliers verlangen möchten).

T-Bone98 schrieb:
Wenn du das nicht willst, dann fahr kein Ski mehr oder geh in Skigebiete, die nicht jedes Jahr X Millionenn für neue Bahnen ausgeben.
Mach ich doch eh, brauchst ja nur mal schauen, wo ich immer hinfahre. Nur gibt's derartige Skigebiete halt immer weniger oder sind uninteressant etc.

Was die Zugspitze angeht: Ich würde gern ab&zu auf die Zugspitze, weils ein cooles Gebiet ist, aber zu den Zeiten, wo dort was offen ist, geh ich für gewöhnlich in niedrigere Skigebiete bzw. denke dann gar nicht dran, dass es die Zugspitze gibt bzw. schau ich auch irgendwann gar nicht mehr nach, ob die evtl. noch offen hätten, weil es dann einfach aus meiner Liste, meinem Raster rausegfallen ist.... Auch am Kauner- und Pitztaler bin ich aufgrund der ständigen Saisonverkürzungen seltener als früher. Dafür fahr ich eben inzwischen (fast?) jährlich Ende April gen Italien, Livigno / Umgebung und goutiere deren Öffnungspolitik.


Ich verstehe, wie gesagt, dass man aufgrund der Modernisierungen die Saison verkürzt, weil die neuen Anlagen kapazitätsmässig in den Saisonrandzeiten nicht hoch genug ausgelastet sind.

Aber: Im ganzen betrachtet heißt das: "Liebe Kunden, wir verbessern unsere Infrastruktur, stellen euch eine 8KSB statt einer DSB hin. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir dafür die Skipasspreise erhöhen müssen und dass wir dafür die Saison verkürzen müssen, weil nicht genug von euch kommen, um die 8KSB zum Saisonende kostentragend auszunutzen". Und nein, dafür hab ich kein Verständnis.

Genau SO wird's aber m.E. dann am Hintertuxer ablaufen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die 8KSB an der GW im Sommer laufen wird, da die DSB schon nur minimalst augelastet ist.
 
Ich denke schon, dass sehr viele Gebiete in Tirol,Vorarlberg,Salzburg, und Bayern sowie Südtirol in Privater Hand sind und der Großteil keine Staatlichen Gelder benötigt.
Ich bin mir sogar ziemlich sicher, da ich sehr viele Betreiber kenne.
 
seilbahner schrieb:
Ich denke schon, dass sehr viele Gebiete in Tirol,Vorarlberg,Salzburg, und Bayern sowie Südtirol in Privater Hand sind und der Großteil keine Staatlichen Gelder benötigt.
Ich bin mir sogar ziemlich sicher, da ich sehr viele Betreiber kenne.

Naja,für den Bau neuer Seilbahnen und sonstige Infrfastrukturmassnahmen gibt es schon Geld für die Betreiber von der EU.
Hat man mir jedenfalls für Dolomiti Superski erzählt.
Und wo sind EU-Mittel besser angelegt als für Skigebiete ? :biggrin:
Diese Mittel gibts aber überall für die Verbesserung der Infrastruktur, auch bei uns an der Küste.
 
Also wir haben bei unseren Anlagen keinen cent gesehen und bekommen auch für den Bau der 6er KSB keinen Cent. Das weiß ich wiederum von uns.
 
Vielleicht Beantragen vergessen ? Passiert öfter als man denkt, auch bei größeren Firmen.
Oder bei Euch ist kein Fördergebiet.
Ich glaube auch, dass DS jetzt keine Mittel mehr bekommt.
 
Meinst Du wir sind Blöd?

Wir haben auch beim Bau der Rossalmbahn im Jahre 2004 einen Antrag gestellt und es gab keine Fördermittel!
 
seilbahner schrieb:
Wir haben auch beim Bau der Rossalmbahn im Jahre 2004 einen Antrag gestellt und es gab keine Fördermittel!

was mich da interessieren würde: mit welcher Begründung stimmen die EU-Bürokraten einem solchen Antrag zu bzw. lehnen ihn ab?
 
Macht das Spass da mal ordentlich drauf zu hauen. :versteck:

1. Es gibt auch in Südtirol Seilbahnen die in der Anschaffung subventioniert werden, z.B. Meran 2000, Seis-Seiseralm oder Bozen-Oberbozen (und diese wahrscheinlich sogar im laufenden Betrieb).

2. Wenn man hier weiter behauptet das eine längere Sasion mir mehr Arbeit bringt der glaubt immer noch daran das es im Sommer nichts zu tun gibt. Bitte weiter glauben...

3. Sollte der PKW als individuelles Verkehrsmittel den realen Wegepreis bezahlen wären hier pro km ca 2.10€ anzusetzen.

4.Und auch mal dran Denken das keiner bereit ist den Gewinn von Weihnachten und Fasching nach Ostern wieder zu verzocken.

5. Hat hier irgend jemand eine Idee was denn so Ersatz- und Verschleißteile für einen Lift kosten?

6. Ich denke mal das da auf der Zugspitze schon nachgerechnet wurde ob sich das ganze am Monatsende im Mai noch aus geht.
 
starli2 schrieb:
Warum muss ich jetzt ausgerechnet bei Bergbahnen Verständnis haben, dass sie nur noch an Schönwettertagen in der Hochsaison von X bis Y Uhr fahren dürfen, weil es sich (aufgrund der teuren Modernisierungen) nur noch dann rentiert? Leuchtet mir nicht ein.

Weil wir nur die doofen Skifans - sprich Kunden - sind, die ja sowieso keine Ahnung haben. "Seilbahner" & Co sagen uns was gut für uns ist und was wir zu fordern haben, jeder der widerspricht ist ahnungslos, dumm, planlos usw... :sauer: :sauer: :sauer:
 
Nochmal: hier geht es um Zahlen und um nichts anderes. Das sind absolute Werte, die man nicht weg- oder herargumentieren kann. Jeder Versuch, dies zu tun ist zwecklos. Punkt.
Und auch du siehst auf deinem Sparbuch / Konto absolute Zahlen, und wenn du mehr geld ausgibst, als hereinkommt, wirst du ein Problem bekommen. Und genau das wirst auch du verhindern wollen.
Und ja, 99% der Kunden haben keine Ahung, was es kostet, eine primitive Sesselbahn ein Monat zu betreiben. 99% der Kunden weis nicht, wieviel eine Mannstunde kostet, 99% der Kunden hat keine Ahnung, was eine Füllung für einen Schneiteich kostet, 99% der Kunden wissen auch nicht, was die Revision (Ersatzteile) kosten. Der Kunde geniest es nur, ohne aber zu hinterfragen. Schade.

Und nochmal: die Bergbahnen machen eine knallharte Rechnung. Die Meisten fahren nur solange, solange zumindest eine schwarze Null rauskommt. Alles andere ist vermessen zu fordern. Oder willst du bei einem Geschäft draufzahlen? Nach Ostern ist nämlich das Geschäft gelaufen - obs dir passt oder nicht.

MFG Dachstein
 
Naja, das Argument zieht aber nicht. Anderstherum ist es genau so. Wenn ich mehr ausgebe als reinkommt (nämlich den vollen Skipasspreis zahle, aber nur eine Teil-Leistung erhalte) dann stimmt für mich persöhnlich die Bilanz ja auch nicht (wenn auch wenn der "Return on investment" hier rein emotional ist). Ich finde es z.B. die Höhe, dass in Zermatt der Skipass im Frühling mit halb geschlossenem Skigebiet gleich teuer ist wie in der Hochsaison. Eigentlich sehe ich immer noch nicht ein, wieso ein Skigebiet mit 20 KSB teurer seins soll als ein Skigebiet mit 2. Bei ersterem sind dafür auch 10x mehr Gäste zu erwarten.
 
Man muss ja nicht hinfahren. Das bleibt jedem überlassen.

Nur überleg mal selber: du willst für 100 Kunden beispielsweise

- 10 KSBs
- ein paar Schlepper
- dazugehörige Pisten
- Infrastruktur

offenhalten?

In diesem Fall kannst für meinen Begriff das Geld auch als Klopapier verwenden oder einheizen. Es ist eben eine genau definierte Grenze da, und die ist zu respektieren. Ich kann als Schigast nicht hergehen, und fordern, dass die Gesellschaft meinetwegen negative Zahlen schreibt. Ihr fahrt hier in diesem Fall auf den Kosten Anderer! Und ich nehme nicht an, dass ihr wes wollt, dass wer auf eure Kosten etwas macht, ohne selber irgendetwas davon zu haben, Stichwort Einnahmen - Ausgabenrechnung.

MFG Dachstein
 
Dachstein schrieb:
Nein, so einfach geht das nicht, wie du dir das wünscht.
Doch genau so geht das und genau so wird es glücklicher Weise überwiegend auch gehandhabt.

Dachstein schrieb:
Würden die noch länger offen haben, nur weil sie subventioniert sind, gäbs noch mehr Minus und daher noch mehr zu subventionieren.
Wo habe ich bitte geschrieben, dass eine Bahn, die subventioniert wird, grundsätzlich länger geöffnet haben soll?
Es geht generell um das Wohl der Allgemeinheit. das kann im Nutzen für die Talbevölkerung und die Baufirmen durch hohe Gästezahlen dank Industrieausbau und Marketing bestehen, im Nutzen für die Orte durch längere Öffnungszeiten und gleichmäßigere Buchungslage sowie Entzerrung der Saison oder auch Kulturpflege durch qualitativ hochwertige Anlagen wie die Hungerburgbahn etc. bestehen.
Die Beurteilung, was jetzt am ehesten sinvoll ist, ist eher eine politische Frage.

Dachstein schrieb:
Geht also nicht so wie gewünscht. Und nochmal: nach Ostern ist die Schisaison gelaufen.
Nur weil es dort, wo Du kursierts, vielleicht so ist, kannst Du das noch lange nicht pauschalieren und dadurch, dass deine These immer wieder widerholt wird, wird sie auch nicht richtiger.
Es gibt auch Destinationen wie im Oberengadin, wo man es genau umgekehrt zu deiner Auffassung betreibt, nämlich generell immer irgendwelche Bahnen in Betrieb hat, um Gästen etwas zu bieten und Übernachtungen und so Geld ins Tal zu bringen. Natürlich ist der Markt klein, das hat niemand bestritten. Dennoch gibt es Destinationen, die nicht ohne Grund länger geöffnet haben.

Dachstein schrieb:
Und wieso dann noch Geld verheizen, das viel besser anderweitig genützt werden kann (Optimierung Infrastruktur, usw.)?
MFG Dachstein
Genau falsch. Sinnloser, übertriebener Ausbau bringt hohe Investitionen und explodierende Betriebskosten, für die dann immer mehr Subventionen erforderlich werden. Warum dafür soviel Geld verpulvern, wenn man es doch viel besser in längere Öffnungszeiten investieren könnte. Das bringt dann den Orten weniger kalte Betten und nicht nur den Bahnen Profit.
Den Touristen, die nur zur Saison fahren und sich mit raumplanerischen Strukturen nicht auskennen, mag das egal sein. Aber eine Entzerrung der Saison durch längere oder sogar permanente Öffnungszeiten kann die absolute Anzahl der erforderlichen Betten bei gleichem Umsatz reduzieren. Das bedeutet weniger Flächenverbrauch ohne Umsatzeinbuße in den Ortschaften. Diese Flächen stehen dann anderweitig zur Verfügung (anstatt verbaut, aber 8 Monate des Jahres ausgestorben zu sein). Wie gesagt gibt es weitsichtig denkende Menschen, die genau dieses Ziel verfolgen.
Verbraucht eine Gemeinde weniger Flächen, hat sie an anderer Seite größere Handlungsspielräume entweder zum Bau sonstiger Strukturen, ja nach Art der Fläche als Ausgleichsflächen für Vorhaben, als Erholungsraum etc. etc....

Immer wieder bedenklich, wie simplifiziert betriebswirtschaftlich teilweise gedacht wird.
Den Fehler darf man aber bei der Verwendung öffentlicher Mittel nicht machen.
 
3303 schrieb:
Dachstein schrieb:
Nein, so einfach geht das nicht, wie du dir das wünscht.
Doch genau so geht das und genau so wird es glücklicher Weise überwiegend auch gehandhabt.

Dachstein schrieb:
Würden die noch länger offen haben, nur weil sie subventioniert sind, gäbs noch mehr Minus und daher noch mehr zu subventionieren.
Wo habe ich bitte geschrieben, dass eine Bahn, die subventioniert wird, grundsätzlich länger geöffnet haben soll?


Na bitte, das wird hier im Tread (hier geht es um Schigebiete und nicht um ÖPNV) vehement von einigen gefordert. Und ich sage es nochmal am Beispiel Schigebiet: wenn kein Geld reinkommt, ist die Sache gelaufen. Da könnt ihr drehen und wenden, wie ihr wollt. Ohne Geld keine Musik. Im ÖPNV ist das zugegebenerweise eine andere Sache. Aber Bergbahnen sind nunmal saisonabhängig (kommen keine Gäste...), und die ist in unseren Breiten nunmal von Weihnachten bis Ostern.


Es geht generell um das Wohl der Allgemeinheit. Das kann im Nutzen für die Talbevölkerung und die Baufirmen durch hohe Gästezahlen dank Industrieausbau und Marketing bestehen, im Nutzen für die Orte durch längere Öffnungszeiten und gleichmäßigere Buchungslage sowie Entzerrung der Saison oder auch Kulturpflege durch qualitativ hochwertige Anlagen wie die Hungerburgbahn etc. bestehen.
Die Beurteilung, was jetzt am ehesten sinvoll ist, ist eher eine politische Frage.

Entzerrung der Saison? Geht nicht. Der Großteil der Leute will im deutschsprachigen Raum nunmal zwischen Weihnachten und Ostern Schifahren. Punkt, aus Ende. Das ist Fakt.

Dachstein schrieb:
Geht also nicht so wie gewünscht. Und nochmal: nach Ostern ist die Schisaison gelaufen.
Nur weil es dort, wo Du kursierts, vielleicht so ist, kannst Du das noch lange nicht pauschalieren und dadurch, dass deine These immer wieder widerholt wird, wird sie auch nicht richtiger.
Es gibt auch Destinationen wie im Oberengadin, wo man es genau umgekehrt zu deiner Auffassung betreibt, nämlich generell immer irgendwelche Bahnen in Betrieb hat, um Gästen etwas zu bieten und Übernachtungen und so Geld ins Tal zu bringen. Natürlich ist der Markt klein, das hat niemand bestritten. Dennoch gibt es Destinationen, die nicht ohne Grund länger geöffnet haben.

Und warum können Hintertux und Co. solange offenhalten? Weil sie eben in ihrer Region ALLEINE am Markt sind. Wenn jetzt noch andere Schigebiete offen hätten, so würden sich die Schifahrerströme eventuell anders, in negativer Weise verteilen. Und das bringt dann wieder Probleme mit sich. Solche Startegien können einzelne Schigebiete machen, nie aber alle. Bestes Beispiel Zillertal: dort hat ein Winterschigebiet immer noch etwas länger offen, wärend die anderen Schigebiete zusperren. Man hält sich so die Gäste aus der Nachsaison, es würde sich aber nicht rentieren, Kaltenbach, Mayrhofen und Zell offenzuhalten, da sich sonst die Touristenströme zu Ungunsten der Bilanz verteilen würden. Und dazu kommt, dass es sich im Falle des Zillertales um nicht gerade die ärmsten Bergbahnen handelt, die sich zwei Wochen "Defizitbetrieb" noch halbwegs leisten können. Die Synergien für den Tourismus im Tal sind eben da. Aber wo es sowas nicht gibt, ist eben die Saison gelaufen.

Dachstein schrieb:
Und wieso dann noch Geld verheizen, das viel besser anderweitig genützt werden kann (Optimierung Infrastruktur, usw.)?
MFG Dachstein
Genau falsch. Sinnloser, übertriebener Ausbau bringt hohe Investitionen und explodierende Betriebskosten, für die dann immer mehr Subventionen erforderlich werden. Warum dafür soviel Geld verpulvern, wenn man es doch viel besser in längere Öffnungszeiten investieren könnte. Das bringt dann den Orten weniger kalte Betten und nicht nur den Bahnen Profit.

Sei mir nicht böse, das ist nur bedingt richtig. Ich gehe jetzt davon aus, dass wir eine Privatgesellschaft vor uns haben, die ohne Subventionen auskommt.
Der heutige Schigast wünscht sich statt eines Schleppers eben eine moderne, komfortable Sesselbahn. Und jetzt überlegen wir uns, wann die Masse an Gästen kommt, dann wenn er im Februar gemütlich in der sitzheizungausgestatteten 6 KSB mit Bubble fahren kann, oder in der Nachnachnachsaison mit dem alten Schlepper? In der Nachsaison kommen Freaks wie wir, in der Hauptsaison kommt der Gast, der das Geld bringt. Und nach dem wird sich der Schigebietsbetreiber richten. Also statt Geld in eine sinnlose Nachsaison zu buttern, stellt er lieber eine 6 KSB/B mit allem Schnickschnack hin, um seine Stammkunden (der bringt die Kohle, nicht wir!) aus dem Hochwinter zu halten.


Aber eine Entzerrung der Saison durch längere oder sogar permanente Öffnungszeiten kann die absolute Anzahl der erforderlichen Betten bei gleichem Umsatz reduzieren. Das bedeutet weniger Flächenverbrauch ohne Umsatzeinbuße in den Ortschaften. Diese Flächen stehen dann anderweitig zur Verfügung (anstatt verbaut, aber 8 Monate des Jahres ausgestorben zu sein). Wie gesagt gibt es weitsichtig denkende Menschen, die genau dieses Ziel verfolgen.

Saisonentzerrung ist ein Wunschtraum im Moment. Im Mitteleuropäischen Raum fährt man eben von Weihnachten bis Ostern Schi. Und dann ist Badesaison. Das wird in den Medien so kommuniziert, spätestens im März gibts das Gesülze über einen viel zu kalten Winter usw. Solange so gearbeitet wird, wird ja gegen die Schigebiete gearbeitet. Daher habe ich auch nichts dagegen, wenn das Angebot schmäler wird.


Immer wieder bedenklich, wie simplifiziert betriebswirtschaftlich teilweise gedacht wird.
Den Fehler darf man aber bei der Verwendung öffentlicher Mittel nicht machen.

Die Einnahmen und Ausgaben Rechnung zeigt eindeutig, wo die Grenze ist. Rote Zahlen sind inakzeptabel und sind, wo es nur geht, zu vermeiden. Sicher gibt es Synergieeffekte, nur im Falle der Diskussion hier sehe ich diese nicht. Wenn es Synergieeffekte gibt, so halte ich es auch für vertretbar, das über diese eine Verlustabdeckung betrieben wird. Summasummarum muss eben eine schwarze Null nach dem Strich da stehen, wie ist egal.

Im Falle hier habe ich aber das Gefühl, dass es eben nur darum geht, ein Schigebiet möglichst lange offenzuhalten, um dort als einer der wenigen Genießer die weiten der Piste zu genießen. Und das geht eben so nicht.

MFG Dachstein
 
ich sehe schon, Du argumentierst ausschließlich aus der betriebswirtschaftlichen Sicht eines Seilbahnunternehmens. Insofern macht es wohl wenig Sinn, hier weiter auf die zugegebener Maßen deutlich komplexeren und schwieriger zu durchschauenden Gesamtzsammenhänge einzugehen.

Dachstein schrieb:
Entzerrung der Saison? Geht nicht.
"Wintertourismus in den Brgen, geht nicht." Ist noch nicht mal 100 Jahre her, da war das Allgemeinmeinung.
Der Großteil der Leute will im deutschsprachigen Raum nunmal zwischen Weihnachten und Ostern Schifahren. Punkt, aus Ende. Das ist Fakt.
Warum untermauerst Du deine These mit meheren Nachsätzen und - Wer hat das bestritten? Sag das mal bitte jetzt.
 
Muss Dachstein beipflichten.
Aus Gesprächen mit div. Personen in Z weiß ich, dass schon ab der 2. Märzwoche die Nachfrage spürbar nachläßt, obwohl dann ideale Bedingen herrschen.
Erst Ostern ist nochmal voll. Ist Ostern spät im Jahr, ist vorher schon eine Durststrecke durchzustehen. Vom Draufzahlen kann keiner existieren.
Natürlich kann man nun argumentieren, dass in Z immer was auf sei. Aber das liegt an lokalen Besonderheten die "normale" Gebiete nicht aufweisen.
 
3303 schrieb:
ich sehe schon, Du argumentierst ausschließlich aus der betriebswirtschaftlichen Sicht eines Seilbahnunternehmens. Insofern macht es wohl wenig Sinn, hier weiter auf die zugegebener Maßen deutlich komplexeren und schwieriger zu durchschauenden Gesamtzsammenhänge einzugehen.

Sicher - solange alle Seiten nicht bereit sind, sie Synergien zu nutzen und sich jeweils nur die Rosinen aus dem Kuchen picken, bleibt gar nichts anders über, als selber betriebswirtschaflich zu denken. Und über Gesamtzusammenhänge brauchen wir gar nicht zu diskutieren, solange jeder sein eigenes Süppchen kocht.

Dachstein schrieb:
Entzerrung der Saison? Geht nicht.
"Wintertourismus in den Brgen, geht nicht." Ist noch nicht mal 100 Jahre her, da war das Allgemeinmeinung.

Sicher endern sich die Zeiten. Nur wir sind im Jetzt, und eben nicht in 100 Jahren. Veränderungen kann man herbeiführen, aber in diesem Fall ginge das gegen den Willen der Mehrheit, und daher halte ich das für ziemlich unmöglich - die Tendenz ist eben da, zu einer gewissen Zeit schifahren zu gehen. Eine Steuerung über günstige Angebote ist sicher möglich, das Groß wirst du aber auch darüber nicht auf die Piste bringen.
Die Nachfrage regelt das Angebot. Und solange nicht genügend Nachfrage da ist, brauch es auch kein Angebot. Schließlich sind wir hier nicht in einem totalitären Regime, wo die Leute das kaufen müssen, was gerde da ist. ;)

Der Großteil der Leute will im deutschsprachigen Raum nunmal zwischen Weihnachten und Ostern Schifahren. Punkt, aus Ende. Das ist Fakt.
Warum untermauerst Du deine These mit meheren Nachsätzen und - Wer hat das bestritten? Sag das mal bitte jetzt.

Bitteschön:

3303 schrieb:
Nur weil es dort, wo Du kursierts, vielleicht so ist, kannst Du das noch lange nicht pauschalieren und dadurch, dass deine These immer wieder widerholt wird, wird sie auch nicht richtiger.

Weil du mir weis machen willst, dass diese These nicht richtig ist. ;) Es ist eben auch wo anders so. Auch in Frankreich sind weniger Leute in der Nachsaison unterwegs, genau so wie in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich oder Italien. Und ich kursiere übrigens ziemlich international dank meines Studiums. ;) Einzig ist anzumerken, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Aber auch dort ist ein Nachlassen der Gästefrequenz spürbar.

MFG Dachstein
 
Ein Faktor wird bei der dieser Diskussion konsequent ausgelassen:
Die Qualität des Umfelds (Unterkunftssituation+Service+Familienfreundlichkeit)

Der Skiurlauber wählt doch sein Reiseziel nicht ausschließlich nach den Bergbahnen aus (so wie wir Seilbahnfreaks), sondern nach dem besten
Gesamtangebot. Und genau daran kranken die meisten deutschen Skigebiete. In Austria ist es eben alles a bisserl besser, das dürfen wir doch hier offen zugeben.
Und genau davon sind die Bergbahnen letztendlich abhängig, denn stimmt das Angebot, dann sind auch die Gäste im Ort
Insbesondere die Gästebetriebe haben daher einen entscheidenden Einfluss darauf, ob Gäste den Ort besuchen oder nicht, z.B. in Sachen

1. Preisgestaltung.
Wenn die Hotels Wucherpreise verlangen und zudem noch schäbige Zimmer aus den 70er Jahren anbieten, dann hat das irgendwann die Runde gemacht und die Gästezahlen sinken drastisch = weniger Umsatz für die Bergbahn.

2. Verfügbarkeit.
Am Beispiel von GAP habe ich auch dies bereits angedeutet. Wenn ich als Gast erst 1-2Kilometer zum Skigebiet zurücklegen muss und zudem kein Skibus fährt,
dann mache ich meinen Urlaub woanders. (Strandurlaub bucht ja auch keiner dort, wo er 2 km zum Strand latschen muss).
Gäbe es aber Hotels direkt an der Piste, dann kommen auch Gäste, also potenzielle Bergbahnfahrer = mehr Umsatz für die Bergbahn.

Wenn man genau hinschaut, dann ist dieser Zusammenhang gut erkennbar.
Dort, wo jedes Jahr neue Seilbahnen gebaut werden, da stimmt das Angebot und die Qualität im infrastrukturellen Umfeld.
 
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