3303 schrieb:
Es kommt eben drauf an, welche Potentiale das Gebiet hat und was das "Management" erreichen will etc..
Es kommt eher drauf an, ob die Region mitzieht. Im Falle der Skiwelt wird das offenbar heuer nicht gemacht. Solange sich eine Region ganzheitlich auf ein Konzept einstellt, funktioniert es auch recht gut.
@ mic: ich rede vom Tagesgast, der selber mit dem Auto kommt und nichts in der Region liegen lässt. Bustouristen sind in der Hinsicht besser, da etwas mehr Wertschöpfung in der Region bleibt, da Verträge mit Skigebieten bestehen.
Für den klassischen Tagesgast sind einfach Mengen an Infrastruktur nötig, die massig kostet, aber nur an wenigen Tagen im Vergleich zur gesamten Saison gebraucht wird. Und das ist einfach ein bestehendes Problem. Das ist einfach nicht schönzureden - davon zeugen 8 KSBs, wo man auf jedem Sessel alleine sitzt, leere Parkhäuser und Parkplätze und Hütten,wo man um 13 Uhr locker einen Platz bekommt - sicher für den jeweiligen Gast sehr komfortabel, aber rechnet sich das bei manchen Skigebieten überhaupt? Nein.). Und nochmal: vom Apresski kannst nicht leben. Das ist für eine Region alleine zu wenig. Da gehören noch andere, essentielle Dinge dazu.
Wegen Apresski: du glaubst doch nicht ernsthaft, dass einer, der für einen Tag in ein Schigebiet kommt (es sei denn er ist Bustourist), Apresski macht? Der fährt heim, weil er entweder Müde ist oder es sich aufgrund der Anreise mit dem Auto nicht leisten kann, sich voll gehen zu lassen.
@ Hohenhaustenne: warum glaubst du läuft es bei denen so gut? Leitbetrieb Hintertuxer Gletscher. Der Gletscher ist Garant dafür, dass dort auch was los ist. Geht es mit dem Gletscher bergab, ist es mit der Tenne auch vorbei. Gleiches gilt für das Thema Apresski in der Skihalle. Alles abhängig von einem Leitbetrieb - das Gesamtkonzept der Region stimmt, daher funktioniert es auch. Und das ist vielfach eben nicht der Fall. Klassisches Beispiel Gurgl: bei meinem letzten Besucht der Ort wie ausgestorben, teilweise die Hotels zu, Alpresski gabs keinen mehr. Warum? Und die Tagesgäste waren alle nach Liftschluss unterwegs heim. Das war Minusbetrieb in Reinkultur, und ich frage mich, wie lange sich Gurgl das noch leistet. Mal sehen.
Gesamtbetrachtung: nochmal: wenn die Region als gesamtes mitzieht, dann ja. Aber wenn jeder wieder mal sein eigenes Süppchen kocht, wie es eben mehrfach der Fall ist, dann geht das eben nicht. Klassisches Beispiel: Salzkammergut. Die Beispiele die ihr alle ins Feld führt, sind solche Regionen, die es geschnallt haben, bzw. die seit Jahrzehnten an ihrem Standort gearbeitet haben. Leider gibt es eben Regionen, die nicht so weit sind, bzw., wo die Einigkeit nicht besteht. Und genau von diesen Regionen spreche ich. Dort muss eben etwas geschehen, um Geld zu sparen. Eben zusperren, weil man nicht in der Lage ist, mit den Platzhirschen zu konkurrieren.
Im Studium ist das noch immer einfach - dort gibt es schwarz und weiss und nur wenig zwischen drin. Für die meisten Menschen, die im berufsleben mit solchen Rentabilitäten nichts zu tun haben, gibt es sowieso nur schwarz und weiss.
Ich sags anders: es gibt rote Zahlen, es gibt eine schwarze Null und es gibt schwarze Zahlen. Und irgendwo ist eben die Grenze. Wenn es eine Umwegrentabilität und eine Verlustabdeckung gibt, spricht auch nichts dagegen, in der Nachsaison rote Zahlen zu schreiben, solange ich nicht gänzlich in den roten Bereich komme. Klassisches Beispiel im Leitbetriebekonzept. Nur muss halt die Region auch soweit sein, den Leitbetrieb möglicherweise finanziell zu bezuschussen.
@ snowflat: die Widersprüche bestehen einerseits nur oberflächlich, weil eben nicht jede Geschäftsidee auf alle Gebiete und Regionen gleich anwendbar ist. Beim einen geht es, beim anderen eben nicht. Und im Endeffekt sprechen die Zahlen unterm Strich eine sehr genaue Sprache darüber, ob's geht oder nicht. Und dort wo zu gesperrt ist, ist man halt draufgekommen, dass es nicht so geht wie gewünscht.
@ 3303: Prestige muss man sich leisten können. Das ist und bleibt das Problem. Und viele können es sich eben nicht leisten.
MFG Dachstein