baeckerbursch schrieb:
Da gebe ich dir recht. Allerdings möchte ich auch kein Politiker sein der eine solche Entscheidung verantworten muss und dann vom "Mob" durch die Gegend getrieben wird. Denn der "Mob" weis immer alles besser und hat sehr schlaue Alternativen

(Bin gerade gestern erst wieder mit der S-Bahn vom Flughafen München heim und hab in jedem Kuhdorf gehalten)
Mich hat der Ausgang der Entscheidung zwar enttäuscht, aber auch nicht gewundert. Wenn man durch einen Großteil der betroffenen Landkreise fährt merkt man einfach das der Wille etwas zu gestalten fehlt. Man ruht sich auf dem erreichten aus und akzeptiert nur schwer die Veränderungen. Alleine die Ortskerne von vielen Gemeinden sprechen Bände.... Gestalten meint in diesem Sinne übrigens nicht das Zubetonieren von Flächen sondern das behutsame modernisieren und das Ausrichten auf die nächsten Generationen.
Das ist, wie ich finde, eine ziemlich arrogante Haltung, die sich auch in den Aussagen vieler Befürworter nach der Abstimmung findet. Das Motto lautet: "Schade, dass ihr zu dumm wart, unsere Argumente zu verstehen, und deshalb falsch abgestimmt habt."
Wahrscheinlich ist es gerade diese Geisteshaltung vieler Funktionäre, Politiker und auch mancher Sportler, die erst den Groll gegen diese Organisationen richtig befördert hat.
Exemplarisch bemerkt: Eine Höfl-Riesch und seine Hoheit, der Kaiser, - übrigens beide wohnhaft in Kitzbühel (Steuern?!) - empfehlen uns dringend, (unser) Steuergeld für einen IOC-Circus zu riskieren und haben als Argument kaum mehr zu bieten, als das Gerede vom leuchtenden Fest der Völker (in dessen Glanz sie sich dann wieder ganz gut selber sonnen/verdienen können); geht's dann anders aus, wird der Wähler beleidigt - das nenn' ich Sportsgeist! Das werdet ihr noch bereuen, sagt der Kaiser. Frau Höfl-Riesch sagt:
„Ich habe gar nichts mitbekommen, weil ich schon lange nicht mehr in Garmisch war. Ich lebe in Kitzbühel, aber ich dachte, gerade Garmisch wäre nun gar kein Problem.“ (
Quelle) Da ist kein weiterer Kommentar erforderlich.
Dass es auch anders geht, hat Christian Neureuther mit seiner Aussage bewiesen (gleiche Quelle):
„Die anderen haben die besseren Argumente gehabt. Das ist okay so.“ Respekt - so reagiert ein Sportsmann!
Übrigens ist die Aussage, dass Plebiszite grundsätzlich zur Ablehnung von Großprojekten führten, einfach nicht richtig: Man denke hier nur an Stuttgart 21. Da hat im Vorfeld wirklich die Luft gebrannt, dagegen war die Nolympia-Geschichte ein laues Lüftchen. Und was passiert? Sogar in Stuttgart selbst stimmt eine Mehrheit für das Projekt.