Seilbahnjunkie schrieb:
Und ist dir in den Sinn gekommen, dass es vielleicht andere nicht so toll finden wenn du mit deinem alten Auto durch die Berge knatterst?
Klar ist mir das bewusst. Glaub mir ich denke da deutlich mehr drüber nach, als die Partygänger die täglich auf den Straßen vor meinem Haus rum gröhlen oder die Passagiere die im Flugzeug sitzen das direkt über mein Haus startet. Wie viele Sekunden denken die Wohl daran dass sie mich und anderee grade stören könnten

Muss man in meinen Augen mit leben können. Und ich fahre sicher kein unnötig lautes, großes, besonders stinkendes Auto, geschweige denn habe ich einen hervozuhebend provokanten Fahrstiel. Eher einen sehr defensiven weil ich weder das Verlangen, noch das Selbstbewusstsein habe um mit einem lautstarken Motor auf mich aufmerksam zu machen. Es geht beim Fahren ja um mich und meine Freude, nicht um andere und darum dass sie mir negative Blicke zu werfen.
Aber um den Umstand gings mir gar nicht.
Ich wollte nur sagen, dass ein Ausbau der Seilbahn oder Bus Infrastruktur nichts zur Problemlösung beiträgt weil der Gast gar nicht von diesen angesprochen wird.
Davon abgesehen könnte man bei aller oft durchaus nachvollziehbarer Beschwerde auch mal etwas mehr daran denken dass der Tourist nicht mit der Absicht kommt den Einheimischen auf den Keks zu gehen, sondern um Freude zu erleben.
Und wie viele der Einheimischen dort gehen im Jahr wohl auch mal in den Urlaub und gehen an ihrem Reiseziel wiederum anderen auf den Keks obwohl das nicht ihre primäre Absicht ist? Das soll es nicht rechtfertigen, aber man hat schon den Eindruck, dass so viel weiter oft nicht gedacht wird.
Beim nächsten Fußballspiel sitzt man dann gröhlend im Stadion und denkt nicht einmal daran, dass die Anwohner ums Stadion sicher erfreut über den Lärm, die Alkoholleichen und den Müll sind. Und man in dem Moment kein Mü besser ist als der der einem vor der eigenen Haustür dann wieder auf den Wecker geht.
Ich habe das Gefühl der Egoismus wird allgemein immer größer und man unterstellt unangenehme Begleiterscheinungen wie Lärm, Abgas oder Stau schon als vorsätzliche primäre Absicht, was ja bis auf vielleicht das eine Prozent das provozieren will schlichtweg falsch ist.
Es ist nicht nur so dass die Belastung größer wird, man will auch immer weniger akzeptieren und sieht nur noch sich selbst. Egal ob im Großen oder Kleinen, im Urlaub oder in der eigenen Nachbarschaft. Das was vor 20 Jahren normal war, ist einem heute schon in den Ansätzen zu viel des Guten.
Ich könnte mich wenn ich auf der Straße freie fahrt will auch darüber echauffieren dass doch alle anderen gefälligst daheim bleiben sollen wenn ich dort fahre. Oder dass ich am Berg nen Kilometer hinter nem langsamen Fahrrad herschleichen muss. Oder ich lasse es und akzeptiere dass der da aus dem selben Grund wie ich fährt. Er will seine Freizeit gestalten und Freude erfahren und da hat jeder jedes Recht zu.