Tirols Seilbahner rüsteten um über 200 Mio. Euro auf
Auf Rekordniveau hochgeschaltet haben die Tiroler Seilbahnen heuer ihre Investitionen. Vor allem Schneekanonen erleben einen Boom. Fast 60% der Tiroler Pisten können nun beschneit werden.
Kaum eine andere Branche investiert so viel wie Tirols Seilbahner: Mehr als 200 Mio. Euro, das sind fast 40% des gesamten Jahresumsatzes, flossen heuer in neue Lifte, Beschneiungsanlagen, Pistengeräte und Restaurants. Ob damit das Rekordjahr 2003 mit 205 Mio. Euro Investition geknackt wird, steht noch nicht ganz fest, sagt Seilbahnen-Geschäftsführer Helmut Lamprecht. Im Vorjahr hatten die Seilbahner um 170 Mio. Euro aufgerüstet, im Vergleich dazu gibt es heuer jedenfalls ein zweistelliges Plus.
Neue Seilbahnen und Lifte wurden laut Lamprecht wie im Vorjahr um etwa 100 Mio. Euro angeschafft. Dazu zählen etwa die Muttereralmbahn, Sölden, Kitzbühel (Richtung Westendorf), Scheffau, Wildschönau, Alpbach, Fiss-Serfaus, Nauders, Mayrhofen oder Kaltenbach. In den Zahlen nicht berücksichtigt sind Projekte von Kitzbühel nach Salzburg und der Arlberger Bergbahnen auf Vorarlberger Seite.
Um rund die Hälfte von 27 auf 40 bis 45 Mio. Euro erhöht wurden die Investitionen in Beschneiungsanlagen. "Im kommenden Winter können bereits fast 60 Prozent der 7200 Hektar Pistenfläche beschneit werden", sagt Lamprecht. Kunstschnee sei auch wichtiger denn je. "Im letzten Winter hätten wir sonst bis Ende Jänner in vielen Gebieten eine Katastrophe erlebt." In den nächsten Wochen steht eine Reihe von Ski-Openings an, Natur-Schnee ist bisher absolute Mangelware.
Kräftig erhöht wurde die Investitionssumme auch für die Gastronomie, und zwar von 7,5 auf 30 Mio. Euro. Stark ins Gewicht fallen laut Lamprecht zwei Groß-Restaurants im Zillertal und dem Zugspitzgebiet.
Laut einer Seilbahner-Studie gehen vom durchschnittlichen Tagesumsatz pro Gast von 21 Euro rund 18,50 Euro für verschiedene Aufwendungen weg. Allein ein Kubikmeter Kunstschnee koste bis zu 3 Euro. Bei den Kunden sei die Schneesicherheit neben der Größe der Skigebiete größter Gästemagnet.
Wie berichtet, könnten daher auf Sicht mehrere größere Skischaukeln entstehen: etwa ein Zusammenschluss von St. Anton und Kappl, von Fiss-Serfaus mit See (und möglicherweise langfristig bis nach Ischgl, was die mit Abstand größte Skischaukel Tirols brächte), der Axamer Lizum mit der Schlick, dem Pitz- und Ötztal oder von Nauders und dem Kaunertal Richtung Südtirol. Ischgl will weiter das Projekt Piz Val Gronda.
Quelle: Tiroler Landeszeitung