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Pistenunfälle 2016/17

Letzten Endes ja egal wo das steht.

Nach einer Kuppe kam der 15-Jährige auf der Skipiste zu Fall und rutschte über den Pistenrand.

Viel wichtiger: Wie kann das passieren? Kenne die Pisten dort nicht, aber ist der "Pistenrand" das Ende des Maschinenschnees oder ein echter Abhang?
 
Da die polizeilichen Untersuchungen laufen, wurden bislang keine Details zum Unfall bekannt. Auch Südostschweiz Online scheint noch etwas im Trüben zu fischen: http://www.suedostschweiz.ch/blaulicht/2016-12-27/kaum-schnee-neben-der-unfallpiste

Wenn aber stimmt, was man vor Ort hörte, dann hat sich der Unfall in diesem Bereich abgespielt (in der Nähe des blau symbolisierten Wasserreservoirs in der Bildmitte).

In diesem Abschnitt unmittelbar oberhalb der östlichen Station der Sesselbahn Obertor gibt es eine markante Kuppe, bei welcher der Junge gestürzt und dann über den Pistenrand gerutscht sein soll (Angaben wie gesagt ohne Gewähr):
unfalloben201bwqzm582r6.jpg


Die Kuppe von unten:
unfallunten201z75c2gemb.jpg


Die betreffende Piste 28a, ein Rückbringer nach Parpan, liegt praktisch durchgehend im Wald und ist seit der letztjährigen Eröffnung der Ost-West-Verbindung erheblich stärker frequentiert. Jeder, der via Sesselbahn Obertor auf die LH-Westseite gelangen will, muss hier runter. Aktuell sind die Verhältnisse eher unangenehm, harte Kunstschnee-Unterlage und viel Betrieb bei wenig Platz. M.E. scheint es jedenfalls angebracht, die 28a künftig als rote Piste zu deklarieren. Weitere Massnahmen werden nach diesem Unfall sicher zu diskutieren sein.
 
Von wann sind deine Bilder?


Gesendet von iPad mit Tapatalk
 
Ich habe letzte Saison schon mehrfach moniert, dass "blau" auf dieser Piste völlig unverantwortlich ist. Aber ein Zusammenhang der Farbe mit dem Unfall ist wohl trotzdem eher unwahrscheinlich. Die Piste ist sehr oft eisig und aufgrund ihrer Unübersichtlichkeit, zeitweilig hängende Schräge und Steilheit sicherlich auch nicht ungefährlich. Aber letztlich muss da einfach wie überall so gefahren werden, dass man es im Griff hat. Einfach so rutscht man nicht von der Piste und verletzt sich erheblich/tödlich.

@Florian: Ich sehe die Bilder.
 
Danke für die Bilder und Erläuterungen.

Updates wären sehr spannend um Lehren aus diesem schrecklichen Unfall zu ziehen.
 
@ F. Feser: Die Bilder sind von heute.

@ ski-chrigel: Ich glaube auch nicht, dass die Pistenfarbe rot diesen Unfall zwingend verhindert hätte. Grundsätzlich müssen sich jedoch v.a. schwächere Fahrer an den Angaben auf den Pistenplänen verlässlich orientieren können. Die (korrekte) Pistenklassifizierung ist darüber hinaus ein nicht zu unterschätzender Teil der umfangreichen Sicherungs- und Sorgfaltspflichten, denen die Bergbahn- bzw. Pistenbetreiber unterliegen. Auch aus haftungsrechtlichen Überlegungen kann man diesen jedenfalls nur empfehlen, im Zweifelsfall den höheren Schwierigkeitsgrad anzugeben.

@ Tobi-DE: Falls mir weitere Details bekannt werden, informiere ich wieder.
 
Basalt schrieb:
@ ski-chrigel: Ich glaube auch nicht, dass die Pistenfarbe rot diesen Unfall zwingend verhindert hätte. Grundsätzlich müssen sich jedoch v.a. schwächere Fahrer an den Angaben auf den Pistenplänen verlässlich orientieren können. Die (korrekte) Pistenklassifizierung ist darüber hinaus ein nicht zu unterschätzender Teil der umfangreichen Sicherungs- und Sorgfaltspflichten, denen die Bergbahn- bzw. Pistenbetreiber unterliegen. Auch aus haftungsrechtlichen Überlegungen kann man diesen jedenfalls nur empfehlen, im Zweifelsfall den höheren Schwierigkeitsgrad anzugeben.
Ich bin da völlig mit Dir. Da musst Du mich nicht überzeugen. Wenn Du meine Posts vom letzten Winter dazu nochmal ansiehst, da habe ich mich ziemlich über die blaue Farbe dieser Piste enerviert**. Als vor einigen Jahren mein Sohn noch zwischen meinen Beinen fuhr, wusste ich wirklich blaue Pisten sehr zu schätzen und hätte einem Bergbahnverantwortlichen wohl die Gurgl umgedreht, wenn ich diese Piste nichtsahnend mit meinem Sohn runter wäre. Vielleicht hast Du mich falsch verstanden. Nur denke ich bei einem 15jährigen nicht unbedingt zuerst daran, dass er wegen der falschen Pistenfarbe verunfallt ist.

**zB hier beim Bildbeschrieb des 7. Bildes: http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5059705#p5059705
 
ski-chrigel schrieb:
Nur denke ich bei einem 15jährigen nicht unbedingt zuerst daran, dass er wegen der falschen Pistenfarbe verunfallt ist.
OK, verstehe. Vielleicht erfahren wir nach Abschluss der Untersuchungen noch etwas mehr über den genauen Hergang. Möge er jedenfalls in Frieden ruhen.
 
Basalt schrieb:
ski-chrigel schrieb:
Nur denke ich bei einem 15jährigen nicht unbedingt zuerst daran, dass er wegen der falschen Pistenfarbe verunfallt ist.
OK, verstehe. Vielleicht erfahren wir nach Abschluss der Untersuchungen noch etwas mehr über den genauen Hergang. Möge er jedenfalls in Frieden ruhen.

Ich kenne die besagte Piste 28a auch ganz gut. Rein vom Gefälle ist das sicher eine blaue Piste, einzig am Start bei der Talstation des Scharmoin Schlepplifts und zwischendrin, etwas vor der Station des Obertor-Sessels, gibt es etwas steilere Passagen. Ansonsten ist die Piste mehr oder weniger ein (schmaler) Ziehweg. Das Problem ist, dass die gesammte Piste eigentlich den ganzen Tag im Schatten liegt und deshalb meistens etwas eisig ist (vor allem wenn dort viele Leute Nachmittags runter fahren). Außerdem befindet sich der erste etwas steilere Hang genau im Übergang in den Wald und bietet somit ziemlich difuse Lichtverhältnisse - für Anfänger natürlich nicht ideal. Es stellt sich die Frage, ob solche Kriterien wie Lichtverhältnisse, viele Leute auf schattiger Piste, räumliche Enge, etc. auch in die Beurteilung einer Pistenfarbe miteinfließen. Was aber, wie auch schon gesagt, warscheinlich nichts am tragischen Unfall verändert hätte. Hier sollte man aber vorsichtig sein, wenn man den Bergbahnen die Schuld gibt, weil neben den Pisten wenig Schnee liegt und somit für die Skifahrer keine Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind - dann dürfte zur Zeit wohl fast kein Skigebiet in den Alpen offen haben und wir könnten alle höchstens Wandern gehen.
 
Mal abgesehen davon, dass ich auch vom alleinigen Gefälle her die Piste sicher nicht als blau einstufen würde, würde ich nie und nimmer die Schuld voreilig den Bergbahnen geben. Jeder muss den Verhältnissen und seinem Können angepasst fahren und ist für sich selber verantwortlich. Die Entwicklung, Pistenbetreiber für Selbstunfälle zunehmends in die Pflicht zu nehmen, halte ich für sehr bedenklich und gefährlich. Natürlich sind Netze bei Klippen, Signalisierungen, Matten etc nötig, aber wenn jede Piste auch noch freie Sturzräume haben müsste, dann sind wir am Ende des Skisports angelangt. Natürlich muss ein solcher Unfall untersucht werden, ob jemand eine Pflicht vernachlässigt hat, aber prima vista muss immer die Selbstverantwortung des Verunfallten und die Unschuld des Pistenbetreibers im Vordergrund stehen.
 
ski-chrigel schrieb:
Mal abgesehen davon, dass ich auch vom alleinigen Gefälle her die Piste sicher nicht als blau einstufen würde, würde ich nie und nimmer die Schuld voreilig den Bergbahnen geben.
Wer ist denn eigentlich verantwortlich für die Einstufung der Pisten hinsichtlich der Schwierigkeitsgrade, die Bergbahnen oder jemand anderes.
 
Noch hat ja (zumindest hier) niemand dem Liftbetreiber die Schuld zugewiesen. Fürs persönliche Risiko-Management halte ich die Unfallursache aber für extrem wichtig - und für das Risiko-Management und Sensibilisierung der mir anvertrauten Kinder.

Einen 15-Jährigen mit passablen Kenntnissen würde ich durchaus alleine stromern lassen, ihn ev. je nach Fahrkönnen aber z.B. auf blaue Pisten beschränken. Daher sicher auch schrecklich für die Begleitpersonen / Erziehungsberechtigten.

In einem Skilager, würde der Betreuer haftbar gemacht?

Grüße,
Tobi
 
crm schrieb:
Ich kenne die besagte Piste 28a auch ganz gut. Rein vom Gefälle ist das sicher eine blaue Piste, einzig am Start bei der Talstation des Scharmoin Schlepplifts und zwischendrin, etwas vor der Station des Obertor-Sessels, gibt es etwas steilere Passagen. Ansonsten ist die Piste mehr oder weniger ein (schmaler) Ziehweg.
Vielleicht kennst Du auch die Piste 15 in Arosa. Die ist punkto Funktion und Streckenanlage mit der 28a vergleichbar. Bei der 15er halte ich die Klassifizierung blau insgesamt für gerechtfertigt, auch wenn der letzte (mit Netzen gesicherte) Abschnitt runter zum Tschuggen-Ost mitunter ebenfalls recht tricky sein kann. Bei der 28a ist m.E. schon der von Dir erwähnte steile Übergang in den Wald - meist mit pickelharter Unterlage - ein "Blau-Killer". Ich selber habe dort schon mehr als einmal überforderte bzw. übermüdete Heimfahrer "zusammengelesen".

crm schrieb:
Es stellt sich die Frage, ob solche Kriterien wie Lichtverhältnisse, viele Leute auf schattiger Piste, räumliche Enge, etc. auch in die Beurteilung einer Pistenfarbe miteinfließen.
Alle sicherheitsrelevanten Kriterien müss(t)en in die Klassifizierung einer Piste einfliessen. Massgebend für die Farbgebung sollte selbstverständlich stets die schwierigste Stelle sein, auch wenn die allenfalls verhältnismässig kurz ist.

ski-chrigel schrieb:
Natürlich muss ein solcher Unfall untersucht werden, ob jemand eine Pflicht vernachlässigt hat, aber prima vista muss immer die Selbstverantwortung des Verunfallten und die Unschuld des Pistenbetreibers im Vordergrund stehen.
Ganz richtig. Zum Glück gilt hierzulande (noch) das Primat der Eigenverantwortung. Schuld ist somit im Grundsatz stets der Selbstverunfallte selber. Erst wenn ein Mitverschulden Dritter - z.B. auch durch die Verletzung von Sorgfaltspflichten - vorliegt, können diese allenfalls haftbar gemacht werden. Dies festzustellen, ist die Aufgabe der Untersuchungsbehörden.

burgi83 schrieb:
Wer ist denn eigentlich verantwortlich für die Einstufung der Pisten hinsichtlich der Schwierigkeitsgrade, die Bergbahnen oder jemand anderes.
In der Schweiz legen das meines Wissens die Bergbahnunternehmen zusammen mit der Beratungsstelle Sicherheit Schneesportabfahrten unter Berücksichtigung der SKUS Richtlinien für Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportabfahrten fest. Siehe auch die Diskussion hier: http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=37&t=30421

Tobi-DE schrieb:
In einem Skilager, würde der Betreuer haftbar gemacht?
Wenn er Sorgfaltspflichten (insb. alters- und leistungsangemessene Verhaltensinstruktion und Beaufsichtigung der Schüler) missachtet hat, kann er unter Umständen haftbar gemacht werden.
 
Die aktuellen Verhältnisse sind halt wirklich gefährlich: Bei einem Sturz ist man schnell auf Gras/Fels/Steinen, und das ist deutlich weniger weich als Tiefschnee und schneller etwas passiert. Kommt hinzu, dass viele Pisten eher schmal(er) und härter sind, als normal.

Tragisch ist es aber auf alle Fälle.
 
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