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Rettet die VR101!

Kaum. Da müsste eine Rechtsverletzung des Bundesgerichts vorliegen. Da aber gar keine Rechtsgrundlage für Anliegen des Heimatschutz Existiert und das Bundesgericht praktisch eine Grundlage mit Ihrem Entscheid Schaft1, wird Strassburg sich gar nicht damit befassen.
 
Der Fall liegt aber erst vor dem Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen; das Bundesgericht steht da noch darüber... Letzten Herbst war die Sache kurz vor Bundesgericht, aber bloss wegen eines Zwischenentscheids.
 
Tja, das ist eine traurige Nachricht! Das Frohlocken wird Rolf Studer übrigens in ein paar Jahren vergangen sein, da bin ich mir ziemlich sicher. Nämlich dann, wenn er feststellt, dass die so heissbegehrte und als einzige Lösung propagierte Gondelbahn sich als Millionengrab entpuppt und die SWAG (oder wie sie sich dann nennt) merkt, dass sie die Investition nicht amortisieren kann und auf riesigen Schulden sitzt. Dann wird wohl wieder die öffentliche Hand den Karren aus dem Dreck ziehen dürfen, während sich die Verantwortlichen still und heimlich aus dem Staub machen.

Warum ich so düster sehe? Weil ich den Weissenstein kenne! Dort oben gibt es - so gut wie nichts! Die Aussicht ist ganz passabel, aber das lockt noch keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Dann wäre da noch ein altes Kurhaus, aber das kann man auch nicht unbedingt als must seen bezeichnen. Warum soll also ein Gast einiges an Geld in die Hand nehmen, um mit einer ganz gewöhnlichen 08/15 Gondelbahn dort hochzufahren? Vor allem wenn man noch bedenkt, er kann es ja auch mit dem Auto tun, es gibt bekanntlicherweise eine Strasse dort. An eine Sperrung dieser Strasse, obwohl von den Bahnbetreibern gefordert, glaube ich nicht. Sie hat nämlich auch Verbindungsfunktion, da sie auf der anderen Seite wieder hinunterführt und Solothurn mit dem Hinterland verbindet. Eine Alternative gibt es nicht, der Umweg wäre viel zu gross.

Man braucht also was Besonderes, und zwar was die Seilbahn betrifft, denn alle Attraktionssteigerungen bei der Bergstation verpuffen aufgrund der Erreichbarkeit per Auto. Doch mit einer Gondelbahn, welche für den gewöhnlichen Bürger aussieht wie jede andere auch, wird das sicher nicht erreicht. Warum wohl hat man, um mal ein anderes Beispiel herauszupicken, am Hochstuckli eine EUB mit drehbaren Kabinen gebaut? Weil dort die Situation sehr ähnlich ist und man sich dessen bewusst war! Mit Erfolg wie man sieht. Ich bin mir ziemlich sicher, hätte es eine Standardbahn gegeben, wäre es anders herausgekommen.

Genau da wäre die alte VR101 ein grosser Vorteil geworden! Immerhin wäre sie die einzige Bahn dieses Typs weit und breit und auch Laien sehen sofort, das sie historisch ist. Hätte man diesen dicken Nostalgiebonus geschickt marketingmässig genutzt, es hätte eingeschlagen da bin ich überzeugt von! Denn Nostalgie ist Trumpf und bringt Kundschaft! Das beweist der Erfolg der Dampfschiffe auf Schweizer Seen. Die Situation war da übrigens vor etwa 50 Jahren durchaus vergleichbar: Die Betreiber hätten die alten Kähne am liebsten alle abgewrackt. Die Argumente waren praktisch die gleichen wie bei der VR101: zu teuer in Betrieb und Wartung, nicht mehr zeitgemäss etc. Dank dem engagierten Einsatz von Dampferfreunden, die damals übrigens auch als ewiggestrige Nostalgiker verspottet wurden, gelang es jedoch, 14 Raddampfer zu retten; auch weil sie sich finanziell an den erwiesenermassen höheren Kosten beteiligten (und das immer noch tun). Heutzutage geben sogar die eifrigsten Motorschiffbefürworter von damals zu, dass die "Dampfspinner" Recht hatten. Denn die Dampfschiffe sind wahre Publikumslieblinge und die Enttäuschung ist gross, wenn ein Dampfer aus irgendeinem Grund durch ein Dieselsschiff ersetzt werden muss.

Ein weiteres Beispiel, diesmal auf der Schiene beweist dies ebenfalls. Ich rede von der Furka Bergstrecke. Als 1981 der Furka-Basistunnel eröffnet wurde, wollte die Furka-Oberalp-Bahn (FO) die alte Bergstrecke abbrechen. Dagegen wehrten sich Eisenbahnfans aus ganz Europa, und sie hatten Erfolg. Es dauerte zwar gut 30 Jahre bis die Gesamtstrecke wieder befahrbar war, aber die Bahn selbst ist eine Erfolgsgechichte. Warum? Nicht wegen der eindrücklichen Bergwelt. Die sieht man auch aus dem Auto auf der Passstrasse. Nein, weil da historische Züge mit Dampfloks über den Berg schnauben! Würde man da mit viel wirtschaftlicheren Dieselloks fahren, man könnte es gleich vergessen! So gesehen hat man am Weissenstein eine grosse Chance verpasst, der man in ein paar Jahren bitter hinterhertrauern wird. Aber dann ist es zu spät!
 
Ich kann Deine Ausführungen nur 100%ig unterstreichen denn ich sehe die Dinge genauso; wenn z. B. technischerseits von der Aufsichtsbehörde eine Änderung der Klemmtechnik (analog der EU - Seilbahnrichtlinien die diese Art von Seilklemmen aufgrund der Unpassierbarkeit von Robas bei entgleistem Seil verbietet) zum Fortbestand der Bahn gefordert würde, hätte ich die alte Bahn optisch möglichst behutsam auf ein aktuelles Klemmsystem umgerüstet aber zumindest den Rest der Bahn als historisch betriebsfähiges Schaustück erhalten.
Meiner Meinung nach ist der Konkurs der Betreibergesellschaft in wenigen Jahren durch den Neubau praktisch vorprogrammiert.
Eine vom Bahnbetreiber gewünschte Strassensperre erachte ich aufgrund des mittlerweile ersessenen Rechtes (falls auch die schweizer Gesetzgebung dieses analog zur z. B. österreichischen nach einer Frist von 30 Jahren vorsieht) einer Zufahrtsmöglichkeit zum Kurhaus schon als rechtlich kaum durchsetzbar.
 
Die Erreichbarkeit des Kurhauses spielt dabei eigentlich nur eine untergeordnete Rolle. Die Strasse endet nämlich nicht auf dem Weissenstein, sondern geht auf der anderen Seite wieder runter. Sie ist also eine richtige Passstrasse und somit auch eine Verbindung zwischen der Stadt Solothurn und deren jurassischen Hinterland rund um Gänsbrunnen. Gäbe es eine Alternative, könnte man natürlich darüber reden, doch in diesem Fall fehlt eine solche. OK, da wäre noch die Strasse über den Balmberg, aber deren Nordrampe ist noch schmäler und steiler (bis 20%) als die auch nicht als Hauptstrasse gebaute Variante Weissenstein. Ergo auch nicht wirklich als Ersatz tauglich. Bleibt also nur der Umweg über Balsthal, was einen Umweg von gut 30 km bedeutet. Glaubt unter diesen Umständen wirklich jemand daran, dass die Weissensteinstrasse gesperrt wird? Also ich nicht!
 
Eine Verbindungsstrasse zu sperren, damit eine private Organisation (in die der der Kanton, welch ein Zufall, Geld investiert hat) keine Konkurrenz hat, empfinde ich schon als ein starkes Stück! Ob sie damit durchkommen? Ebenfalls null Interesse an einer Sperrung hat das Kurhaus. Weil autofahrende Gäste nun mal flexibler sind und nicht um 17.00 Uhr mit der letzen Bahn abrauschen. Oder weil sie, im Falle einer Übernachtung, mit Gepäck anreisen. Das Kurhaus hat schon die alte Sesselbahn nicht gross unterstützt, daran wird wohl auch eine nigelnagelneue Gondelbahn nicht viel ändern. Ob Sessel oder Gondel, das spielt für die keine so grosse Rolle.

Ich werde einfach den Eindruck nicht los, dass hier auf Teufel komm raus etwas durchgedrückt wird. Solche Zwangsübungen gehen aber in den seltensten Fällen wirklich gut.
 
Ich glaube nicht das eine Straßensperre juristisch durchsetzbar wäre wenn sich das Kurhaus aus nachvollziehbaren Gründen dagegen zur Wehr setzt, von der Verbindungsfunktion mal ganz abgesehen.
Die Renovierung der alten Bahn hätte sich vermutlich finanziell gerechnet; der Neubau wird meiner Ansicht nach hingegen nicht refinanzierbar sein, auch weil ich keine Indizien für eine deutliche Besucheranzahlssteigerung sehe die dafür sicherlich erforderlich wäre.
 
Nun versteht's doch endlich, liebe Kollegen: Die Strassensperrung an Sonn- und Feiertagen ist per rechtskräftigem kantonalem Nutzungsplan bereits "durchgesetzt"!
 
Sorry das wusste ich natürlich nicht. Allerdings versteh ich nicht warum der Kurhauseigner dann dagegen nicht Beschwerde eingelegt hat; ich an seiner Stelle würde das nicht einfach so unwidersprochen hinnehmen es sei denn Anliegerverkehr wäre vom Fahrverbot sowieso ausgenommen.
 
Was ist eigentlich wegen gestztlichen Gründen? Es hiess das aufgrund wegen der Klemmtechik die sich Jahrelang bewährt hatte jetzt nicht mehr sicherist und duch eine Neue technik ersetzt werden müsste? In Deutschland leuft die Jennerbahn auch tadellos
Kann man da nicht mit einer Spezial regelung für Nostalgische Bergbahnen geregelt werden? Regeln können geändert werden.
Dann könnte man immerhin die Bahn an einem anderen Ort weiter betrieben werden, zb Balmberg aber da würden die Naturvereine wieder rumheulen.
Oder halt im Ostblock wo es niemand Intersiert ob es alt ist oder nicht.
 
Schon noch seltsam das mit der Strassensperrung. Jahrzehntelang wäre die Sesselbahn froh darum gewesen, aber da hiess es immer wieder: "Geht nicht, lokale Verbindungsstrasse!". Doch nun, wo sich der Kanton finanziell am Neubau beteiligt, ist das plötzlich ganz einfach möglich. Honi soit qui mal y pense...
 
@Monte, in der EU (ausgenommen Deutschland weil es dort einen grundgesetzlich verankerten Bestandsschutz gibt der das EU - Seilbahnrecht aushebelt) wäre die Bahn wegen der Unpassierbarkeit der Robas bei Seilentgleisung (Vorgabe neue EU - Richtlinien) nicht mehr weiter betreibbar. Die Schweiz könnte aber als nicht - EU - Mitglied ohne weiteres Ausnahmeregelungen für die betroffenen VR - und Giovanolaklemmen festlegen aber bez. Seilbahnrecht werden dort meiner Beobachtung nach leider die EU - Vorschriften offensichtlich ohne mal das Hirn zu aktivieren auch nur sklavisch "nachgebetet"...:naja:
 
Wiso hat sich Prosesseli dan nicht bei der Bav beschwert oder bewusst ein Gespräch gesucht. Ich habe das Gefühl die Bestimmen die Gesetzte eifach oder leuft das anderst?
Immer hin könnte wie oft schon erwähnt die Bahn auf einem anderen Ort wieder aufbauen anstadt einfach ins Alteisen schmeissen. Dann wären beide Parteien zufrieden für die Strategie war ich von anfang an!
aber leider wird die Flinte einfach in Korn geworfen :sauer:
 
I still wont ever understand why Swiss regulations wont grandfather the VR101 into operations.As far as safety goes,Here in the USA we have 10 such VR101s that operate with a high standard.Doppelmayer did upgrades on them,added rpd sensors on all the towers as well as other safety features..The San Diego Zoo is a very prime example of a very busy and safe in all sence of operations of a Von Roll VR101. 3 MILLION people a year with no concerns about tower derailment.Wind sensors shut the Von Roll off at a safe 20 mph wind. Why cant Swiss look at the safety record of all remaining Von Roll VR101s in the USA and say yes these can run as a nostalgic lift?USA can show the safe operations of the VR101 lifts.Tag it as a museum course. add the RPD sensors on all towerbatterys and run it. Loosing such a historical lift would be a crying shame to the birthplace of the detachable chairlift. Robert San Diego
 
Only problem is that RPD is by law still not equal to break-bar-switches (is this the correct english word for Bruchstabschalter?) in EU and therefor also in switzerland. Also there is a law that clamps have to be able to pass sheave batteries even if the rope is derailed and that is impossible with the VR101 system (or, at least nobody thought long enough to come up with a good solution).

Seems that we have to deal with that and need to visit San Diego, CA to ride a VR101...
 
all the VR 101s I have ever rode on have the brittle bar switches..Swiss regulations are too strict.Too much in favor by the big 2 company's.Doppelmayer and poma..
 
Swiss regulations are following exactly those of the european community and i agree that Doppelmayr and Leitner - Poma obviously did a perfect lobbyism in Bruxelles...:ja:
The main problem are not the brittle bar switches but the required specification that a clamp has to pass a sheave battery without any problems when the rope is derailed. At support towers it will be possible to run with the clamp over the rope grabbers but at depression towers technically based i see absolutely no solution to fulfill this regulation.
The only exception is Germany cause german´s fundamental laws includes protection for existing aprooved cableways and so they are excepted from the newer EC - guidelines.
 
And as you know Markus , here in the states the VR 101s are grandfathered in law or in code.The drawback is if a VR 101 is ever removed it cand be moved anywhere in the usa except for non public passenger use. For private use only. Saying that if I had 300 acres of land for myself and I transplanted a VR 101 to my property noone could ride it except for carring material or the sole owner of the ride. In the past there has been a few transplanted Von Roll VR101 lifts from the usa and are still operating to this very day with no issues.
 
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