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Rettet die VR101!

So langsam verliere ich die letzte Hoffnung was die VR101 angeht!

Schade! Denn es müsste funktionieren! Siehe Rüdesheim: Da gibts eine Kompletterneuerung der alten 2EUB. Totalneubau im historischen Stil (offene Kabinen) unter Verwendung der alten Stationen. Geht doch!
Bin mal gespannt ab Herbst wenn der Bau so richtig losgeht. Da werde ich ab und zu zur Baustelle fahren.
 
Jedenfalls schön, dass solche informativen und interessanten Antworten von beiden Betreibern übermittelt wurden - ich finde es immer erfreulich und überzeugend, wenn sich die Zeit genommen wird, so ausführlich zu antworten. Jedenfalls steht auch noch was fest: wie oben schon festgestellt wurde, scheint es wohl doch nicht - wie gerne behauptet - das Hauptinteresse eines jedes Betreibers zu sein, die neueste DM uni-g hinzustellen! Ein Blick für den historischen Wert dieser Anlage ist wohl doch nicht nur einigen "verrückten" Foren-Usern eigen.... :D
 
wie oben schon festgestellt wurde, scheint es wohl doch nicht - wie gerne behauptet - das Hauptinteresse eines jedes Betreibers zu sein, die neueste DM uni-g hinzustellen!
Mit solchen Aussagen bin sogar ich einverstanden, deshalb melde ich mich wieder mal zu Wort bei diesem Thema. Zu oft wird die Situation ja vereneinfacht dargestellt - entweder die uralte Von Roll per Gesetz stehenlassen oder es kommt eine DM UNI-G mit 3000 P/H. Eine solche Behauptung kriegte ich auch schon serviert:
Ich kann z. B. nicht verstehen, warum man am Oeschinensee unbedingt eine 08/15 Uni-G EUB hinstellen muss.
Ich auch nicht :wink: : falls eine grosse Kapazität nicht erforderlich ist und die Einnahmen durch Ausflugsgäste/Rodler/Sommertouristen usw. grösser sind als von Skifahrern, muss man wirklich keine 8EUB mit 6m/s und 3200 P/h bauen, es gibt da viele Mittelwege: PB, GUB, Umlaufbahnen mit geringer Kapazität. Und um die Stationen kann man ja immer irgendwelche mehr oder weniger kitschigen Bauwerke bauen, falls man befürchtet das UNI-G die empfindlichen Augen der feinen Ausflugstouristen beleidigt.
Totalneubau im historischen Stil (offene Kabinen) unter Verwendung der alten Stationen. Geht doch!
Ja, es geht, und ich finde es gut so - die Bahn ist trotzdem neu, nach den jüngsten Normen gebaut und sieht nur 'alt' aus. Wieder mal ein Vergleich mit der Fliegerei, den ich bei solchen Diskussionen immer gerne verwende: falls jemand eine neue Propellermaschnine nach dem Vorbild der Ju-52 baut würde ich sehr gerne einen Panoramaflug mit ihr machen. Die originelle 'Tante Ju' Bj. 193x gehört aber ins Museum, nicht in die Luft!
 
Ich weiss nicht so recht. Etwas neues, das aussieht wie etwas altes ist für mich eine Mogelpackung. Apropos Ju52: In der Schweiz fliegen noch drei Maschinen und das mit grossem Erfolg! Auch die Super Connie soll sehr gut gebucht sein. Man sieht: Nostalgie ist erfolgreich! Nur die Bergbahnen haben das scheinbar noch nicht erfasst.
 
Naja, wenigstens haben sie geantwortet.
Haben die von Braunwald noch nichts von sich hören lassen?
 
Welches sind die teuren verschleissteile eine VR bahn sein eigentlich?
Jene teile, die bei einer neuen bahn weniger verschleissen, bzw. in massen gefertigt werden?

Die Rollen?
 
Die Klemme könnte auch ein Verschleißteil sein.

Und diese Klemmenart wird ja nicht mehr hergestellt also müßte man die aufwendig wieder herstellen.
 
Ram-Brand schrieb:
Die Klemme könnte auch ein Verschleißteil sein.

Und diese Klemmenart wird ja nicht mehr hergestellt also müßte man die aufwendig wieder herstellen.

Ja! Gerade die Klemme wurde mir in Rüdesheim als beispielhaftes Element erläutert, das kontinuierlich verschleisst, in dieser Form nicht mehr hergestellt wird und zurzeit teuer "aus dem Vollen geschnitzt" werden muss. Die Klemme ist einer der Gründe für den Totalneubau.

Diese Aussage hat mir nicht der Betriebsleiter der 2EUB gemacht sondern der der DSB (aber in Bezug auf die 2EUB). Dennoch halte ich sie für glaubwürdig. Der DSB-Mensch hat auch angemerkt, dass die fixen Klemmen der Weigmann-DSB so robust sind (die übrigen Bauteile dieses Hardcore-Werke sowieso), dass ein Ersatz auf absehbare Zeit nicht erforderlich ist.

Die 2EUB in Rüdesheim zählt übrigens mit zum "Pflichtprogramm" für japanische Europa-Touristen - ähnlich wie Jungfraujoch und Eiffelturm. In Deutschland ist sie allerdings ausserhalb des Rheingaus weniger bekannt.
 
Also dann sollens halt irgendwelche Standard-KDSB - Klemmen hintun und den Ein/Auskupplungsmechanismus etwas rumbasteln ..

.. wär immer noch besser als ganz abreißen ...
 
Zum Glück gibt es ja noch die vielen VR101s in der Slowakei und Tschechien. Obwohl, Jasna-Lukova wurde schon durch ne KSB ersetzt und Lukova-Chopok dümpelt als Ruine weiter vor sich hin. Kosodrevina-Chopokvon der anderen Seit eist ebenfalls nur noch Foto-Obkekt. Dort solls ja auch in den nächsten 2 Jahren eine EUB geben.

Die älteste Bahn dieses VR-Typs steht in Vratna (Baujahr 1949) und wurde leider Anfang des Jahres geschlossen. Dafür konnte man aber zu Silvester noch mal ordentlich fahren (gratis). Dann hätten wir noch die Bahn in 2 Sektionen auf die Schneekoppe, welche wie schon erwähnt, 2006 einer neuen EUB ersetzt werden soll. Dann gibt es noch eine ziemlich lange VR101 im Erzgebirge. Die ist aber noch super in Schuss, weil da nie einer hinfährt. (So kann man die Bahn auch schonen) Jedenfalls sind laut Betreiber keine Änderungen in naher Zukunft vorgesehen.
Ich tippe, dass dies die letzte "Überlebende" sein könnte.
 
Endlich haben auch die Braunwaldbahnen geantwortet.

Besten Dank für Ihr Mail vom 22. Juli. - die erste Ausgabe vom 22. Juni habe ich nicht erhalten.

Sie regen an, die alte Gumenbahn zu erhalten. Ja, diesen Gedanken haben wir auch schon intensiv behandelt.

Ein Nostalgie Schiff, eine Nostalgie Lok, ein Autooldtimer haben alle etwas gemeinsam. Es ist nur das Objekt selbst zu restaurieren - verkehrt wird auf dem aktuellen Trassee von heute (wobei natürlich ein See nicht der Neuzeit anzupassen ist....). Kostenaufwand und Risiko sind abschätzbar.

Anders bei einer Seilbahn. Eine Seilbahn ist ein Komplettsystem bestehend aus Antrieb, Stützen, Drahtseil, Fahrmittel und Stationsbauten. Sie kann / darf nur fahren, wenn alle Bestandteile des Elektromechanischen Teils den aktuellen Standards entsprechen. Das Seil wird periodisch erneuert (bei der Gumenbahn ist es heute 5-jährig), alle andern Teile stammen aber aus dem Jahre 1947. Die Auflagen des BAV sind deutlich strenger geworden.

Dadurch müsste die SB Gumen für 4 Mio erneuert werden, um im annähernd heutigen Look während rund 7 - 10 Jahren weiter verkehren zu können. Dabei wären u.a. einige Masten zu verlängern, resp. aufzustocken. Da dies technisch nicht machbar ist, müssten sie trotzdem neu gebaut werden. Dies damit der Seilauflagedruck auf den Rollen genügend stark ist, was heute an der untersten Sicherheitsgrenze liegt. Masten und Fahrmittel weisen Alterungserscheinungen auf - das Material aus den Endvierziger-Jahren ist nicht für die Ewigkeit bestimmt. Ein Neubau/Nachbau drängt sich auf.

Wenn die SB Gumen auch für diesen Betrag retrogefittet würde, wäre die Transportkapazität nicht höher als heute, dh. rund 380 Personen pro Stunde. Auch wenn wir mit der neuen Bahn nicht eine Hochleistungseinrichtung für über 2000 Personen pro Stunden bauen wollen, so muss diese sehr bescheidene Kapazität doch rund verdoppelt werden, um den heutigen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Nostalgie-Sesselbahn braucht auch in jedem Fall mehr Personal für den Betrieb als eine moderne Gondelbahn.

Wenn Sie nun 4 Mio in ein Retrofit-Programm investieren und dies in 7-10 Jahren abschreiben, dann sind die Finanzierungskosten wesentlich höher als wenn Sie knapp 8 Mio in eine neue Bahn investieren und diese in 2530 Jahren abschreiben müssen. Die Gäste sind aber keinesfalls bereit, für eine Fahrt auf den Gumen plötzlich viel höhere Beträge zu bezahlen. Dies im Gegensatz zu einer Bahnfahrt im Nostalgie-Express.

Alles in allem - die Idee der Erhaltung der Nostalgie-Sesselbahn wird zwar von vielen begrüsst und hätte wirklich Charme, aber aus finanziellen Gründen ist dies für uns keinesfalls machbar. Auch glauben wir nicht, dass eine Sammlung soviel Geld zusammenbringen würde, um das Projekt zu rentabilisieren. Wir betreiben eben nicht die Dampferflotte der SGV oder der CGN.

Im übrigen haben die beiden andern von-roll-Sesselbahn-Betriebe in der Schweiz, Kandersteg-Oeschinensee und Weissenstein, je anfangs 90er Jahre nach 40 Betriebsjahren ein Retrofitprogramm durchgezogen. Beide Projekte sahen rund eine Mio an Investitionen vor - gekostet hat's bei beiden schlussendlich rund 2 Mio und glücklich sind sie dabei nicht geworden. Beide müssen bis 2007 / 2010 allerspätestens durch eine neue Bahn ersetzt werden. Sie betrachten die ins Retrofit eingesetzten Mittel als eine Falschinvestition und speziell die Weissensteinbahn kämpft wiederholt mit dem definitiven Aus......

Es tut mir leid, Ihnen keinen bessern Bericht geben zu können. Aber vorläufig können Sie noch bis im April 2005 mit der Gumenbahn das Nostalgie-Sesselbahn-Feeling geniessen.
 
Wieder einmal eine erstaunliche und sehr informative Antwort. Ich bin begeistert - mit derartig präzisen Fakten belegt wirkt die Argumentation sehr überzeugend. An meiner Meinung änderst dies indes nicht viel: das es die wirtschaftliche Aufgabe des Staates und nicht einzelnder Unternehmen sein muss, Erhaltenswertes zu erhalten, ist unumstritten. Insofern bestätigt die Auskunft, dass eine Instandhaltung betriebswirtschaftlich nicht zu tragen wäre, nur die von vielen bereits geäußerte Vermutung. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, ob nicht dennoch der Staat mehr Interesse auch für industrielle Denkmäler aufbringen sollte. Jedenfalls erfreut es mich, dass die Braunwalder Betriebsgesellschaft sich die Mühe gemacht hat, sich so eingehend mit der Anfrage zu beschäftigen.
 
Ja, wenigstens hiess es nicht gleich, diese Spinner etc.
Aber 4.Millionen für 10 Jahre Betrieb???
Das kann ich mir nicht vorstellen. Wenn die Stützen erstmals modernisiert sind etc., dann sollte es doch wieder für einige Jahrzehnte halten, sonst liegt es nicht an der Bahn selber, sondern an der Wartung.
Und mehr Personalaufwand.
Lieber 4. Personen die arbeiten und viel Gäste, als 2. Personen die einfach rumstehen, weil die Gäste nicht mehr mit der Bahn fahren wollen.
Und dass die neue Bahn 2530 Jahre halten wird bezweifle ich stark.
Bei guter Wartung wird diese Sesselbahn noch 50 Jahre halten, aber ich kenne keine Gondelbahn, die immer noch im Originalzustang so lange fährt. Längerfristig würde doch die Sesselbahn besser rentieren.
 
2530 jahre, das währe ein beständiges bauwerk :)

soll wohl 25 bis 30 jahre heissen
 
Hm, ob so n Uni-G Geschwür wirklich 30 Jahre hält bezweifle ich stark...
 
Es gibt noch einen VR101-Lizenzbau, der uns wohl noch lange erhalten bleibt! Jedenfalls habe ich noch nichts Gegenteiliges gehört. -> Die Jennerbahn in Berchtesgaden. Allerdings hat die ja bekanntlich vollverkleidete Kabinen.

Vielleicht pilgern in 15 Jahren technikbegeisterte Schweizer und Schulklassen in Scharen ins weit entfernte Berchtesgaden um zu lernen, wie eine der genialsten Schweizer Technik-Erfindungen aussah. *ggg*
 
ne DM Uni-G ist nach 30 J. am Ende! Allein schon durch den enormen Verschleiss aufgrund der Fahrgeschwindigkeit...


MfG,
Philipp
 
Ich war vergangene Woche wieder im Westfalenpark in Dortmund. Da hat Intamin die Seilbahn auch wieder instand gesetzt. (Das is überichens sehr schön gemacht).

Dabei haben sie wieder völlig neue Klemmen geliefert. Wo die her kommen weis ich auch nicht

Treb
 
Bin heute die VR 101 am Weissenstein Nähe Solothurn gefahren, war es wirklich wert. Kann diesen Sessellift nur jeden empfehlen. Sehr lang und mit Mittelstation. Sehr freundliches Personal! Soll noch bis 2009 in Betrieb sein.
 
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