Wintereinbruch nicht in Sicht
01. Dezember 2006
Heute, Freitag, ist meteorologischer Winterbeginn. Schneefall ist aber nicht in Sicht. Der Skistart musste großteils verschoben werden.
anton kaindlSalzburg (SN). An diesem Wochenende hätten in einem Großteil der Salzburger Skigebiete die Lifte in Betrieb gehen sollen. Wegen der Schneearmut musste der Saisonbeginn fast überall verschoben werden.
"Oben ist zwar Schnee vorhanden, aber für einen Skibetrieb reicht es nicht", sagt Marianne Haiden von den Bergbahnen Saalbach-Hinterglemm. "Wir planen jetzt, dass wir am 8. Dezember starten. Derzeit ist es sogar auf dem Berg so warm, dass eine künstliche Beschneiung nicht möglich ist." In Hinterglemm soll von 8. bis 10. Dezember zum zweiten Mal ein Schneemobilrennen im Ortszentrum stattfinden. Ob "Snow Mobile 2006" abgesagt werden muss, wird heute, Freitag, entschieden.
"Wir hätten ein paar Pisten zusammengebracht, aber nichts, womit der Kunde zufrieden ist", sagt Ferdinand Eder, Direktor der Schmittenhöhebahn in Zell am See. Eder sieht aber keinen Grund zur Nervosität. "Das Vorweihnachtsgeschäft ist nicht entscheidend. Es macht höchstens fünf Prozent des Umsatzes aus. Wir sind noch gut im Plan. Für die allgemeine Stimmungslage wäre es aber natürlich gut, wenn wir schon starten könnten. Dann liefe alles runder."
Nach den ersten Schneefällen Anfang November war die Stimmung hervorragend. Diese ist inzwischen abgekühlt. "Bei den Buchungen hatten wir relativ früh eine sehr gute Nachfrage. Seit einer Woche gibt es aber einen Durchhänger", sagt Gerhard Wolfsteiner, Geschäftsführer der Salzburger Sportwelt Amadé. "Wichtig ist, dass es bis Mitte Dezember einen Wintereinbruch gibt, damit wir die Anlagen bis Weihnachten ordentlich herrichten können. Sonst schleudert es uns."
Flachau ist eines der wenigen Salzburger Skigebiete, wo es heute, Freitag, losgeht. "Wir nehmen drei Anlagen in Betrieb", sagt Ernst Brandstätter, Geschäftsführer der Flachauer Bergbahnen. "Wir haben in sehr starke Beschneiungsanlagen investiert und können in fünf Tagen eine Grundbeschneiung für alle Pisten herstellen. Das macht sich jetzt bezahlt." Brandstätter sagt, die letzten beiden, sehr guten, Winter hätten das Bild verfälscht. "Wenn der Winter bei uns ausfällt, ist das eine Katastrophe. Im Ennspongau hängen 16.000 Arbeitsplätze am Wintertourismus. Vielleicht wird das jenen, die über den Tourismus und die Bergbahnen schimpfen, jetzt wieder bewusst."
Profiteur des Schneemangels ist das Kitzsteinhorn. Dort liegen bis zu 80 Zentimeter Schnee. Am Donnerstag tummelten sich 3000 Skifahrer auf dem Gletscher. Am Wochenende sollen es 7000 sein.
Laut Alexander Ohms von der Wetterdienststelle Salzburg dürfte sich ab Ende nächster Woche ab 1500 Metern eine Schneedecke bilden. In den Tälern werde aber ein Großteil des Advents grün verlaufen. Ohms rechnet mit einem atlantisch geprägten, das heißt milden Winter. "Ein so kalter Winter wie im letzten Jahr ist unwahrscheinlich. In höheren Lagen kann es aber dennoch viel Schnee geben."