Skistart am 8. Dezember fällt flach
Auch wenn die Prognosen stimmen und am Mittwoch endlich Schnee fällt: Der (Massen-)Start in den Skiwinter am Feiertag, 8. Dezember, fällt heuer flach: Das Brettl-Vergnügen gibt es nur auf schmalen Kunstschnee-Bändern. Einige Skigebiete klagen bereits über enormen Schaden – und hoffen auf das Weihnachtsgeschäft.
„Wir – Tourismus und Skigebiet – haben jetzt schon 1,5 Millionen Euro an Umsatzeinbußen“, sagt Heinrich Gapp, Präsident des Tourismusvereins Sulden. Für das Gletscherskigebiet bedeutet der Schneemangel hunderte Absagen. In Sulden ist der Kanzellift offen. „Aber das reicht nicht. Die Gäste wollen auf den Gletscher“, sagt Gapp. Die Gletscherbahn sollte am 25. November eröffnet werden, das hat aber nicht geklappt. „Wir haben keine Beschneiungsanlagen – das sollte die Investition fürs nächste Jahr werden“, sagt Gapp. In der laufenden Woche sollten 700 Gäste zur Skitestwoche kommen – „wir konnten nur etwa 150 retten. Die anderen sind nach Österreich ausgewichen“. Sulden hofft eindringlich auf Schnee. „Zu Weihnachten sind wir ausgebucht. Da haben wir über 2500 Gäste. Absagen wären eine Katastrophe.“
„Wir wollten eigentlich am 8. Dezember aufmachen, aber das schaffen wir nicht mehr. Wir tun alles, um die Pisten fürs Wochenende befahrbar zu machen“, sagt Paula Obkircher vom Skigebiet Reinswald. Für kommende Woche hat sich der DSV für ein Trainingslager angekündigt, gegen Ende der Woche sind FIS-Rennen geplant. „Bis dahin wollen wir es auf alle Fälle schaffen“, sagt Obkircher. Auch im Skigebiet Schwemmalm im Ultental „schaut es schlecht aus“, sagt Präsident Herbert Gamper. Derzeit sei es sogar noch zu warm, um die Pisten beschneien zu können.
Wandern statt Wedeln ist auch das Motto im Kerngebiet von Superski Dolomiti. „Viele Liftanlagen sind zwar geöffnet, aber ohne Pisten“, erklärt Direktor Franz Perathoner. Wenn jetzt der erwartete Schnee falle, würden zusätzliche Lifte geöffnet, das Sahnestück – die Sellaronda – könnte aber kaum vor Weihnachten genossen werden. Im weltgrößten Skikarussell sind derzeit gerade 60 von 450 Anlagen geöffnet.
Die größte Trefferquote mit den Schneekanonen haben die Spezialisten vom Kronplatz, die immerhin 20 Kilometer Kunstschnee-Piste anbieten. „Die Gäste sind meist recht zufrieden“, beobachtet Christian Mayrhofer vom Tourismusverband Crontour; die Hotels hätten viele Vorbestellungen für die anstehenden freien Tage, von Absagen hat Mayrhofer nichts gehört.
Viel mehr als ein Trostpflaster für Brettlfreunde wird auch Obereggen in den kommenden Tagen nicht anbieten können. Zwei der 18 Anlagen werden voraussichtlich am Freitag geöffnet, auf einer Piste können Skifreunde die ersten Schwünge in den Kunstschnee ziehen.
Ohne vorweihnachtliche Bescherung muss das Skigebiet Plose auskommen, das rund um den 8. Dezember keinen Meter Piste anbieten kann. Bei plus drei Grad auf 2500 Metern Meereshöhe machten auch die Schneekanonen schlapp. „Am 8. Dezember haben wir auch sonst wenig Gäste“, schränkt Wilfried Erardi ein, der auf einen schneereichen Start in die Weihnachtstage hofft.