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Schuldenkrise des Euro

Dafür sollen in den letzten Wochen allein von Griechenland über 280 MILLIARDEN Euro in die Schweiz überwiesen worden sein.
Unglaublich..... :twisted:
 
Jetzt wird schon thematisiert, ob die Staaten ihre Schulden vergemeinschaften und ihre Reserven mobilisieren sollen.
Langsam reicht es. Wenn sowas ernsthaft in Erwägung gezogen werden sollte und man an das Tafelsilber der Bundesbank will, dann glaube ich nicht, dass das ohne Unruhen vonstatten gehen wird.

Mittlerweile scheint es ja kaum noch eine realistische Chance zu geben, massive Zahlungsausfälle zu verhindern - damit einher geht dann das Risiko, dass tatsächlich die Verarmung von zunächst Griechenland immer wahrscheinlicher wird. In italien ziehen die Zinsen auf deren Anleihen so stark an, dass es auch kritisch werden könnte.

Interessant ist es allemal, wie ein Kartenhaus aus Schulden zusammenbrechen kann, wenn man auch nur irgendwo am Rand eine Karte herauszieht.
 
Achtung ein sehr krasser Gedanke meinerseits.

Es wäre doch nicht schlecht wenn man alle Euro-Staaten auf Null setzt. Also kein Haben und kein Soll bei den Staaten vorhanden ist. Nur noch die Schulden die man außerhalb der Eurozone hat, die bleiben.
Dann schaut man das alle Staaten ungefähr die gleichen Steuersätze haben und dann müsste es eigentlich ganz gut laufen ohne große Staatsverschuldung.

Das würde gehen wenn der Staat noch macht hätte, aber leider hat nicht mehr der Staat die macht sonder irgendwelche Unternehmen.
 
Historisch betrachtet wars ja oft so, dass wenn die Finanzen zu Ende gingen, man meist einen Schuldigen (im In- oder Ausland) gesucht hat und gegen diesen dann Krieg angefangen hat. Wenn der Krieg vorbei war, war die Bevölkerung deutlich geschrumpft und es gab wieder genug Arbeit und Nahrung für alle und man hat von vorne angefangen.
Was passiert jetzt wenn es die Lösung Krieg nicht mehr gibt? Diese Frage kann im Moment glaub ich niemand wirklich beantworten.

"The organizing principle of any society, Mr. Garrison, is for war" Mister X in JFK.
 
Whistlercarver schrieb:
Dann schaut man das alle Staaten ungefähr die gleichen Steuersätze haben und dann müsste es eigentlich ganz gut laufen ohne große Staatsverschuldung.

Das kannst doch vergessen das alle den gleichen Steuersatz haben werden, manche verlangen wenig und andere viel. Dann müssten auch die Lebenshaltungskosten und die Löhne angepasst werden. Aber bitte wenn ihr auf das Niveau von Bulgarien leben wollt :biggrin: nur zu.

Holt doch endlich mal die Engländer in den Euro :biggrin: die mit ihren scheiß Währung
 
So ich mach jetzt mal den Schwarzmaler:
„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems" (Ludwig von Mises)

Keine Ahnung wer der Mann ist, fürchte aber er hat Recht.
 
Interessante Äußerungen von Joschka Fischer:

http://nachrichten.t-online.de/joschka-fischer-zur-euro-krise-das-europaeische-haus-steht-in-flammen-/id_56923034/index

Wier immer wollen die tendenziell linker denkenden Köpfe Verschuldung mit Verschuldung bekämpfen und somit genau mit dem fortfahren, was die jetzige Krise verursacht hat.
Natürlich werden wieder Eurobonds gefordert, damit Deutshland im Endeffekt ganz Europa durch seine Zahlungen retten möge.

Der Herr sollte sich mal den Unterschied überlegen. "Sein" Berlin wurde und wird zwar von Bayern, Hessen und Co. durchgefüttert, aber Deutschland kann nicht Gesamteuropa finanzieren.

Das eigentliche Problem traut er sich aber nicht anzusprechen oder er erkennt es nicht, nämlich dass Wirtschaftsräume mit zu unterschiedlicher Leistungsfähigkeit im Euro zusammengefasst sind.
Alle Mechanismen zu Zinsen und Wechselkursen, die ausgleiched und regulierend wirken wurden mit dem Euro weitgehend ausgeschaltet und das funktioniert jetzt eben nicht mehr.

T-Online News schrieb:
Mit Fiskalunion meint Fischer den uneingeschränkten Kauf der Staatsanleihen der Krisenländer durch die Europäische Zentralbank (EZB) und Vergemeinschaftung der Schulden durch Euro-Bonds. "Nur Deutschland kann das Überleben der Euro-Zone garantieren", so Fischer. Mit seiner Wirtschaftskraft müsse Deutschland Wachstumsprogramme in der Euro-Zone finanzieren. Es sei in Ordnung, dafür neue Schulden zu machen.
Gut, dass der nicht mehr an der Regierung ist.
 
Ja ist schon erschreckend was aus Ecken der alten Regierungsriege manchmal so kommt... Aber die SPD-Oberen schenken sich da auch nicht viel... Wird langsam eng, wüsste grad nicht wen wählen ;)
 
Ja, so langsam glaubt man selbst den Verschwörungskram mit Joschka und den Bilderbergern ....
Bin auch pessimistisch eingestellt für den €....
 
molotov schrieb:
... Wird langsam eng, wüsste grad nicht wen wählen ;)
Geht mir ähnlich. Totalverschuldung oder Herdprämie - Sie haben die Wahl ;)
 
Ja, die Situation ist schwierig.
Wie soll ein Staat Geld sparen, wenn er praktisch pleite ist ? Da wird auch noch das kleinste Wirtschaftswachstum im Keim erstickt und an eine Erholung ist nicht zu denken.
Hingegen auf Pump die Wirschaft anzukurbeln, endet auch im Desaster.


"Nur Deutschland kann das Überleben der Euro-Zone garantieren"
In diesem Punkt muss ich dem Joschka Fischer sogar recht geben.
Von dem her begrüsse ich es sehr, dass die Kanzlerin in Sache Eurobonds zur Zeit noch standhaft bleibt.

Solidarität ist ja schön und recht.
Aber wenn gewisse Staaten in den Boomjahren ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, sollen sie dann bitte in der Krise nicht bei den Musterschülern die hohle Hand hinhalten.
 
Wie schaffen es eigentlich die ebenfalls enorm hoch verschuldeten USA, immer wieder ungeschoren davonzukommen? Dort ist die finanzielle und wirtschaftliche Situation nämlich ähnlich dramatisch wie bei den Wackelländern Spanien oder Irland. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, die Amerikaner zeigen vor allem deswegen mit dem Finger auf andere um von sich selber abzulenken. So nach dem Motto: "Angriff ist die beste Verteidigung!"
 
TPD schrieb:
Ja, die Situation ist schwierig.
Wie soll ein Staat Geld sparen, wenn er praktisch pleite ist ? Da wird auch noch das kleinste Wirtschaftswachstum im Keim erstickt und an eine Erholung ist nicht zu denken.
Hingegen auf Pump die Wirschaft anzukurbeln, endet auch im Desaster.


"Nur Deutschland kann das Überleben der Euro-Zone garantieren"
In diesem Punkt muss ich dem Joschka Fischer sogar recht geben.
Von dem her begrüsse ich es sehr, dass die Kanzlerin in Sache Eurobonds zur Zeit noch standhaft bleibt.

Solidarität ist ja schön und recht.
Aber wenn gewisse Staaten in den Boomjahren ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, sollen sie dann bitte in der Krise nicht bei den Musterschülern die hohle Hand hinhalten.

In Deutschland fehlt eben eine national eingestellte Partei wie die SVP, die sich gegen den nationalen Ausverkauf stellt. Merkels Projekt bedeutet einfach, dass Deutschland mit den anderen Eurostaaten untergehen soll. Ich glaube nicht, dass Frau Merkel so dumm ist, und nicht zumindest ahnt, dass die ganzen "Rettungsschirme" nie wieder zurückgezahlt werden. Deutschland hat nicht die Wirtschaftskraft alle anderen mitzufüttern. Es ist unmöglich, alles andere ist Wunschdenken. Es ist erstaunlich, dass sich die Bevölkerung nicht gegen den grössten Aderlass der Weltgeschichte wehrt. Es wird höchstens dann zu Unruhen und einer politischen Veränderung kommen,erst wenn es zu spät ist. Das ist aber deutsche Tradition. Niemals haben sich die Deutschen einmal gegen die Obrigkeit aufgelehnt, mit Ausnahme der DDRler.
 
Natürlich kommt das Geld größtenteils nicht zurück.
Die Funktion der Rettungsschirme ist, die Ausfälle zeitlich zu verzögern und die Folgen ggf. zu Mindern.
Die Auszahlungen werden an Bedingungen geknüpft, die darauf abzielen, dass zumindest ein Teil der Gelder in unsere Volkswirtschaft zurückfließt. Die Zeitschiene wird verlängert, um die Ausfälle zumindest teilweise steuern zu können.
Man versucht einfach, dass möglichst wenige Kreditausfälle vollkommen unkontrolliert in einer Pleite stattfinden.
Die Frage ist einfach, in welchem Maße man eingreifen soll. Das Maß, welches Herr Fischer fordert ist meiner Einschätzung nach aber vollkommen inakzeptabel und definitiv weder zu leisten noch langfristig zielführend.

Leider wohl kaum realsierbar aber langfristig wären finanztechnisch gesehen zwei Lösungen sinnvoll:
1. Die PIGS etc. raus aus dem Euro
oder
2. Deutschland und andere halbwegs gesunde Volkswirtschaften raus aus dem Euro

Die Schuldenstaaten könnten dann endlich vernünftig abwerten und langsam wieder genesen.
Politisch ist das natürlich faktisch unmöglich und kurzfristig auch finanziell extrem riskant.
 
@GMD
Zwei Punkte lassen die USA bislang relativ bequem Schulden machen.
Die FED darf quasi durch drucken von Dollars eigene Staatsanleihen aufkaufen. Zudem sind die USA bislang weltweit von der Größe her der einzige Markt für Staatsanleihen. So können die USA weltweit zu niedrigen Zinsen Kredit aufnehmen.

Wenn die EU-Staaten ihre Neuverschuldung dauerhaft in den Griff bekommen (würden), dann kommen irgendwann auch €-Bonds. Dann werden die USA wohl höhere Zinsen zahlen müssen.
Sparen muss sich wieder lohnen :lach:
 
Wie schaffen es eigentlich die ebenfalls enorm hoch verschuldeten USA, immer wieder ungeschoren davonzukommen?
Sämtliche wichtigen Rating-Agenturen stammen aus den USA. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
 
3303 schrieb:
Leider wohl kaum realsierbar aber langfristig wären finanztechnisch gesehen zwei Lösungen sinnvoll:
1. Die PIGS etc. raus aus dem Euro
oder
2. Deutschland und andere halbwegs gesunde Volkswirtschaften raus aus dem Euro

Wobei mir die zweitere Lösung deutlich lieber wäre. Ich sehe zwar durchaus die theoretischen Vorteile von Euro und EU stelle mich aber vehement gegen jedwege Art der Gleichmacherei wie sie derzeit verschärft von Brüssel und leider zwischen den Zeilen auch von Frau Merkel gefordert wird.
Abgesehen davon ist die derzeitige Schuldenkrise für mich eine hausgemachte, weil jeder halbwegs volkswirtschaftlich denkende Mensch von Anfang an hätte sehen müssen, dass unter diesen Vorzeichen der Euro niemals funktionieren würde. (Stichwort: Steigerung der Wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit durch Geldentwertung)
 
Wobei mir die zweitere Lösung deutlich lieber wäre. Ich sehe zwar durchaus die theoretischen Vorteile von Euro und EU stelle mich aber vehement gegen jedwege Art der Gleichmacherei wie sie derzeit verschärft von Brüssel und leider zwischen den Zeilen auch von Frau Merkel gefordert wird.

In Zeiten von immer vernetzteren Strukturen, schnellen Kommunikationsmöglichkeiten und wirtschaftlichen Austausch ist ein "mia san mia" der Kleinstaatlerei ähnlich sinnfrei wie das schreien eines Neugeborenes das wieder zurück in die Mutter möchte.

Die Regelen wie man sich möglichst gleich schaltet müssen genau und für jeden möglichst fair definiert werden, alles andere ist gestriges "früher war alles besser"
 
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