Illhorn schrieb:
Dachstein schrieb:
Indusi geht übrigens auf die 1930er Jahre zurück... Jedenfalls haben Krokodil und Co. Sifa als auch Indusi. Vom Dampftriebwagen gehe ich jetzt mal nicht aus. Und wie ich schon sagte - mit Beimann geht es notfalls auch.
Ja eben, uralte Sicherheitseinrichtung und nicht das moderne ETCS. Also im Vergleich: Es ist es völlig absurd, bei einer historischen Seilbahn die allerneuste Sicherheitseinrichtung zu verlangen. Ich bin überzeugt, das BAV wäre da kompromissbereit gewesen (wie es bei historischen Bahnen auch ist), aber die SWAG wollte keine Kompromisse, sie wollte NUR diese eine 6er Gondelbahn - alles oder nix.
Nochmal, extra für dich, eine Seilbahn ist nicht mit einer Lok alleine vergleichbar. Eine Lok ist ein
Fahrbetriebsmittel, was bei einer Seilbahn einem Sessel, einer Gondel oder einem Wagen einer SSB gleichzusetzen ist. Des weiteren verkehren Museumsloks nicht jeden Tag, sondern nur zu sogenannten
Sonderfahren oder in sonderfahrtsschwachen Zeiten zu sogenannten
Bewegungsfahrten um Stillstandsschäden zu verhindern. Des weiteren gibt es noch sehr viele Strecken, die nicht mit dem ETCS ausgerüstet sind, sondern maximal mit der PZB. Kommt die vollständige ETCS Abdeckung, ist davon auszugehen, dass diese Zusicherung auch in Nostalgiefahrzeuge eingebaut wird. Würdest du bei einer Seilbahn das machen wollen, was du mit einer Lok machst, würde das bedeuten, dass du einen Sessel mit alter Technik (Klemme!) in eine moderne Anlage einkuppeln lässt. Und das ist technisch unmöglich.
Es ist in der Eisenbahnbranche durchaus üblich, auch in Museumsfahrzeugen Modifikationen einzubauen. So bekamen die IVB Triebwagen 2 und 3 auch das neue Zugsicherungssystem, um auf der Stubaitalbahn verkehren zu können. Auch gibt es Museumsfahrzeuge, welche mit Umformern ausgerüstet wurden, um mehr Sicherheit zu bieten und nicht 1000V in der Beleuchtungsanlage des Triebwagens zu haben. Alles das und noch viel mehr wird gemacht, um auch bei Nostalgiefahrten eine entsprechende Sicherheit zu bieten, und zwar nahezu egal wo. So wurden beispielsweise die Fahrzeuge des Zürcher Tramwaymuseums mit Tachometern ausgerüstet, weil es vorgeschrieben wurde, obwohl das Fahrzeug im Planeinsatz nie welche hatte.
Schlussfolgerung: eine Aufrüstung einer technischen Anlage auf moderne Sicherheitsstandards ist nicht ungewöhnlich und wird auch gemacht.
Erschwerend beim VR 101 kommt noch eines hinzu: die Anlage ist in Privatbesitz und es ist verwegen von jemanden zu fordern, dass dieser etwas erhalten soll, was ihm unter Umständen Unmengen an Geld zu kostet. Dies beinhaltet folgende Punkte:
- Betrieb (Wieviel Personal braucht ein VR gegenüber einer modernen Anlage?)
- Wartung (Ersatzteillage kann zu einem Problem werden - Einzelanfertigungen!)
- Außergewöhnliche Reparaturen (Probleme mit Fundamenten - Rissbildung oder Materialermüdung im Baustahl der Anlage)
- Beschränkte Sicherheitseinrichtungen verglichen zu heute (Seileintgleisung!)
- Versicherung (steigt die möglicherweise bei einem Unfall aus, wenn dieser mit heute gültigen Sicherheitsmaßstäben verhindert hätte werden können?)
Aus diesen Punkten ergibt sich ein nicht abschätzbares Risiko für den Betreiber. Daher ist der Wunsch nach der neuen Anlage verständlich. Persönlich ist auch mir um die Grünbergbahn leid, denke aber, dass das Risiko bei einer modernen Anlage weitaus geringer ist als bei der alten Bahn.
Erhalt einer solchen Anlage: sicher nicht am Ort, wo sie jetzt steht. Eine derartige Anlage wäre ein Fall für ein Museum, wo die Bahn auf einem
Freigelände gekürzt wieder aufgestellt wird (unter dem Wissen, dass dann die Anlage teilweise nur mehr ein Replica der ursprünglichen ist, da sich viele Teile der ursprünglichen Bahn nach einem behutsamen Abtrag trotzdem nicht mehr zum Wiederaufbau eignen). Und gegen ein solches Vorhaben spricht der Platz und das Geld, was es kostet.
MFG Dachstein