C. Gentil schrieb:
Somit hätten wir also den Super-Gau! Vier Gründe mache ich dafür verantwortlich:
- Ein Gericht, welches die regionalen Interessen und die Wirtschaftlichkeit des Bahnbetreibers und der Gastrobetriebe am Berg höher gewichtet als der Schutz eines einzigartigen Technikdenkmals und einer Landschaft von nationaler Bedeutung. Mehrere Gutachten von verschiedenen eidg. Fachkommissionen wurden einfach ignoriert.
Die anderen drei Gründe treffen teilweise zu, dieser nicht: Ein Gericht muss seinen Entscheid aufgrund der Gesetzlage und nicht aufgrund "regionalen Interessen und die Wirtschaftlichkeit" fällen. Und da konnte es schlicht nicht anders, als die bestehende Gesetzeslage anzuwenden, welcher einen Neubau nicht verbietet.
Nein, da war Beton schon von Beginn weg. Der Kanton und die Stadt Solothurn haben schon längst Kredite für eine neue Bahn bewilligt - da hatte der Bahnbetreiber Null Interesse zu einen Dialog mit den Kreisen, die die Bahn (in irgend einer Form) erhalten wollten. Sie SWAG wollte kurz einmal dem Heimatschutz die ganze Anlage verschenken, aber das war so kurzfristig und erpresserisch - eben: Null Dialog..
Du biegst Dir jedes Argument so zurecht, dass es für Dich stimmt, und die verhasste SWAG immer der Dumme ist. Es war sehr wohl durchaus eine Gesprächsbereitschaft da. Aber wie soll ein Dialog entstehen, wenn mit der Brechstange argumentiert und zu dem Betreiber mit Befehlen ("Du musst die Bahn weiterbetreiben"), Verboten ("Du darfst den Neubau nicht bauen") und Drohungen ("Wenn Du's trotzdem tust, beschreiben wir den Rechtsweg") kommuniziert wird?
Die SWAG war sehr wohl gesprächsbereit und hat auch Angebote zur Übernahme der Bahn abgegeben. Wer in der jetzigen Situation nur dem Betreiber die Schuld geben will, macht es sich einfach. Heimatschutz und Pro Sesseli waren genauso "berechend", "stur", etc. Spätestens dann, als absehbar war, dass die Bahn an ihrem jetzigen Standort nicht mehr zu halten war, hätten Heimatschutz und Co. Alternativkonzepte wie Betrieb an einem anderen Ort prüfen müssen.
Das taten sie nicht und sind nun ganz selbst schuld am Debakel. Dass sie auf dem Rechtsweg nicht durchkommen können, hätte mindestens dem Heimatschutz klar sein müssen.
Wenn ich als Verein eine Museumslok erhalten will, dann muss ich auch schaun, dass ich das Ding unter meine Fittiche bekomme, und irgendwo unterbringe, und nicht, dass die Maschine dem ehemaligen Eigentümer zur Last fällt!
Ich gehe jede Wette ein, dass die Bergbahnen kooperativ gewesen wären, wenn sich der Verein Pro Sesseli rechtzeitig dahingehend deklariert hätte, die Bahn zu übernehmen, abzutragen und vorerst einzulagern, und zwar als Vorschlag von ihrer Seite aus. Dann hätte der Betreiber seinen Neubau machen können, gleichzeitig wäre die alte Bahn gerettet gewesen...
Sehe ich genauso.
Eigentlich wollte ich zu der amüsanten Diskussion hier ja nichts mehr schreiben, aber eins fällt mir auf: Wieso wisst ihr, dass die Neue Bahn nur Verluste einfährt und die alte Bahn ein Publikumsmagent wäre? Woher? Ist es nicht eher so, dass hier der Wunsch (einiger Liebhaber) der Vaer des Gedanken ist und dadurch nur subjektiv die Erfolgsaussichten eines Neubaus beurteilt werden? Die Betreiber werden sich au überlegt haben, ob es Sinn macht oder nicht, bisher waren nur (in meinen Augen etwas unrealistische) Einschätzungen der "Liebhaber" dargelegt, von den Betreibern sind noch keine Einschätzungen genannt worden.
Die ganze Argumentation ist grundsätzlich nur subjektiv und so zurechtgebogen, dass Heimatschutz und Co stets als die Guten dastehen, und der Gegner als Trottel. Es ist halt mittlerweile einfach nur Miesmacherei der Sesselifans, welche die Niederlage und den Verlust der Bahn nicht akzeptieren können und sich nun als schlechte Verlierer aufspielen, wo es bald nur noch darum geht, dem Betreiber als "Rache" so viel Schaden wie möglich zuzufügen, u. a. indem man einen Bashing-Artikel nach dem anderen verfasst. Man will alfällige Vorteile der Bahn oder nur schon einen möglichen Erfolg gar nicht erst sehen, da es den eigenen Argumenten widersprechen würde. Die neue Bahn soll den Bach runter gehen, damit man schadenfroh grinsend daneben stehen kann: "Wir haben es ja gesagt, aber ihr wolltet ja nicht hören..."