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Seilbahn Weissenstein - Erhaltungsdiskussion

Dachstein schrieb:
Das PVG Schicksal: einer hat gewonnen, hätten sich die Enthusiasten vor Ort sich mal konstruktiv mit dem jetzigen Bahnbetreiber zusammengesetzt, ihm die Bahn gegen Demontage abgenommen und eingelagert... Mit der Brechstange geht es eben nicht. Eine behutsame Demontage und eine Einlagerung wäre möglich gewesen, vorausgesetzt es hat das entsprechende Geld dafür.
So wie ich eben informiert bin, war der Bahnbetreiber zu keinem Dialog bereit. Man hat den Spezialisten des Heimatschutzes, die weitere Abklärungen machen wollten, den Zugang zur Anlage verweigert. Nein, da war Beton schon von Beginn weg. Der Kanton und die Stadt Solothurn haben schon längst Kredite für eine neue Bahn bewilligt - da hatte der Bahnbetreiber Null Interesse zu einen Dialog mit den Kreisen, die die Bahn (in irgend einer Form) erhalten wollten. Sie SWAG wollte kurz einmal dem Heimatschutz die ganze Anlage verschenken, aber das war so kurzfristig und erpresserisch - eben: Null Dialog.
 
Wenn ich das von dir verlinkte Dokument so lese, scheint es, als wäre die Initiative auch zu keinem Kompromiss bereit gewesen, denn

Tatsache ist, dass die SWAG mehrere Verhandlungsangebote von Seiten der Stiftung abgelehnt hat und an keiner einvernehmlichen Lösung zu Gunsten der Natur-
und Kulturlandschaft interessiert war.

Die Initiative war also nicht bereit, die Anlage vom Standort wegzunehmen, sondern wollte sie dort als Museumsbahn belassen. Und das lasse ich mir als Betreibergesellschaft auch nicht gefallen, da kommt mir auch keiner mehr von denen ins Haus. Denn wenn man einer Betreibergesellschaft so kommt, die Anlage untersuchen und ihr ihr Konzept umstoßen will, dann wundert mich die sture Verhaltensweise nicht.
Es war schon längere Zeit klar, dass es a, Standort Weissenstein keinen Weiterbetrieb dieser Anlage geben kann. Statt dessen der Betreibergesellschaft das Angebot der Demontage und Einlagerung zu unterbreiten, muss das erst von der Betreibergesellschaft kommen; gleichzeitig wird vor dem Gericht um den Erhalt der Anlage gekämpft. Hallo, geht es eigentlich noch?! Höchst ungeschickt gemacht. Da schaltet jeder auf stur, wenn einer sowas von einem will und man das vor Gericht durchexerzieren muss. Kurzum: beide Parteien sind in meinen Augen im gleichen Maße daran Schuld, dass die Situation so ist wie sie ist.
Wenn ich als Verein eine Museumslok erhalten will, dann muss ich auch schaun, dass ich das Ding unter meine Fittiche bekomme, und irgendwo unterbringe, und nicht, dass die Maschine dem ehemaligen Eigentümer zur Last fällt!

Ich gehe jede Wette ein, dass die Bergbahnen kooperativ gewesen wären, wenn sich der Verein Pro Sesseli rechtzeitig dahingehend deklariert hätte, die Bahn zu übernehmen, abzutragen und vorerst einzulagern, und zwar als Vorschlag von ihrer Seite aus. Dann hätte der Betreiber seinen Neubau machen können, gleichzeitig wäre die alte Bahn gerettet gewesen...

MFG Dachstein
 
Meine Schlussfolgerung daraus, dass sowas nur von staatlicher Stelle aus gemacht werden kann in einem Verkehrsmuseum. Daher: Verein gründen, Anlage demontieren und mal einlagern. Dann weitersehen.

Die Verlegenheitslösung um das schlechte Gewissen zu beruhigen ;)
1. Es wird schon ziemlich schwierig eine entsprechende Lokalität zu finden um eine ganze Seilbahn fachgerecht zu lagern. An die Kosten will ich schon gar nicht denken.
2. Die Suche nach einem Standort für den Wiederaufbau wird bis zum Sankt Nimmerleinstag dauern.
3. Das Theater mit den Bewilligungen für den allfälligen Wiederaufbau blenden wir mal aus. (Selbst wenn es nur eine Demoanlage ohne Passagiertransport wird.)
4. Irrtum vorbehalten, aber soviel ich weiss wurden schon Teile der VR101 aus Braunwald zwischengelagert.
5. Die SWAG will die Sessel ab einem Mindesgebot von 1500 CHF verhökern. Ist ein netter Zustupf für die Finanzierung der neuen Anlage

Nein, realistisch gesehen werden da in ein paar Monaten nur noch ein paar wenige Teile von der VR101 übrig bleiben und der Rest landet im Schmelzofen.
Eine weitere Diskussion über "man könnte / sollte" ist seit dem Entscheid in dieser Woche völlig überflüssig und wird an der traurigen Wahrheit nichts mehr ändern.
 
Dan an diejenigen welche im Schiffahrtstopic auf meine Fragen Antworten gegeben haben. Aus diesen Antworten schliesse ich, dass die meisten Historischen Dampfschiffe ohen zahlreiche , für den Gast optisch nicht erkennbare, Umbauten nicht mehr fahren würden. Diese Umbauten haben aber teilwise den Technischen Charakter der Schiffe dermassen verändert dass nicht viel mehr als dass Aussehen und in einzelnen Speisesälen die Nachbauinneneinrichtung übrig geblieben sind.

Das heisst für mich: Wenn eine Kombibahn mit Seitwärtssesseln, in entsprechendes Gewand verpackt, keinen Wert hat dann haben die meisten Dampfschiffe auch keinen Wert mehr.
Hier wird also mit zweierlei Mass gemessen und Schuld daran dass nun wohl eine reine Gondelbahn gebaut wird sind diejenigen wo keine möglichst alt aussehende, aber moderne, Bahn wollten.
 
TPD schrieb:
Eine weitere Diskussion über "man könnte / sollte" ist seit dem Entscheid in dieser Woche völlig überflüssig und wird an der traurigen Wahrheit nichts mehr ändern.
Du hast leider zu recht - leider. Um mich mal ein bisschen zu outen: Als "Schreiberling" sind alle meine Wortmeldungen hier nichts anderes als ein Teil meiner Verarbeitung von Wut und Trauer über das definitive Ende der Bahn auf den Weissenstein. Ich bin in der Region aufgewachsen - und kann es immer noch nicht fassen, dass man so eindimensional und kurzfristig denken kann und wirklich keinen gangbaren Weg gefunden hat. Natürlich trug neben dem sturen und raffinierten Vorgehen der SWAG auch die Haltung von "Pro Sesseli" und Heimatschutz zur schwierigen Situation und den verhärteten Fronten bei - aber dieses endgültige Ende hat die Bahn und der Weissenstein einfach nicht verdient. Sicher ist eines: Auf dem Weissenstein werde ich bestimmt nie mehr anzutreffen sein - natürlich wird das jedermann egal sein. Aber ich bin wahrscheinlich nicht ganz allein...
 
TPD schrieb:
1. Es wird schon ziemlich schwierig eine entsprechende Lokalität zu finden um eine ganze Seilbahn fachgerecht zu lagern. An die Kosten will ich schon gar nicht denken.

Ich denke nicht, dass das Lagern an sich das Problem ist, der Platz findet sich. Ich sehe eher das Problem in der Konservierung der Anlage. De facto wäre dieses Problem mit staatlichem Willen zu lösen. Ein PPP sozusagen. Die Frage ist, ob der Staat will. Und hier heißt die ehrliche Antwort: nein.

2. Die Suche nach einem Standort für den Wiederaufbau wird bis zum Sankt Nimmerleinstag dauern.

Sofern die Anlage bis zum St. Nimmerleisntag konservierbar wäre, wäre das kein Problem. ;) Scherz beiseite: ein derartiger Standort kann nur innerhalb eines großen Freigeländes eines Technikmuseum (Sinsheim, Deutsches Museum München, Verkehrshaus Luzern, etc.) gelegen sein. Auch hier liegt das Problem in der nicht vorhandenen Bereitwilligkeit der Museen.

3. Das Theater mit den Bewilligungen für den allfälligen Wiederaufbau blenden wir mal aus. (Selbst wenn es nur eine Demoanlage ohne Passagiertransport wird.)

Würde sagen: ist Problem 1 und 2 gelöst, lässt sich 3 lösen. Das erscheint mir in diesem speziellen Fall (kurze Ausstellungsbahn ohne Personentransport) noch eher lösbar als bei versuchter Wiederaufnahme des Personenverkehres.

4. Irrtum vorbehalten, aber soviel ich weiss wurden schon Teile der VR101 aus Braunwald zwischengelagert.

Wäre interessant zu wissen wo und was man damit vorhat.


5. Die SWAG will die Sessel ab einem Mindesgebot von 1500 CHF verhökern. Ist ein netter Zustupf für die Finanzierung der neuen Anlage

Ist Usus. Die Wagstättsessel wurden auch verkauft, ebenso wie die Muttereralm Gondeln und die GRünberggondeln wurden sogar versteigert.

Nein, realistisch gesehen werden da in ein paar Monaten nur noch ein paar wenige Teile von der VR101 übrig bleiben und der Rest landet im Schmelzofen.
Eine weitere Diskussion über "man könnte / sollte" ist seit dem Entscheid in dieser Woche völlig überflüssig und wird an der traurigen Wahrheit nichts mehr ändern.

Zustimmung. Der Zugang zur Problematik war für meine Begriffe von Anfang an falsch...

@ Theo: du formulierst das etwas spitz. Die von mir angesprochenen Gisela am Traunsee wurde nach ihrer Abstellung mühsam wieder aufgearbeitet, das Schiff steht mittlerweile unter Denkmalschutz und wurde im Einklang mit dem Denkmalschutz modernisiert (meines Wissens wurde sogar der achterne Salon erst bei der Aufarbeitung erstellt!), um die Handhabung einfacher und auch sicherer zu machen. Der Sicherheitsaspekt hat jedenfalls Vorrang vor dem Aspekt des Denkmalschutzes.

Das Vorgenen der SWAG halte ich übrigens nicht für raffiniert, sondern für berechenbar.

MFG Dachstein
 
Theo schrieb:
Das heisst für mich: Wenn eine Kombibahn mit Seitwärtssesseln, in entsprechendes Gewand verpackt, keinen Wert hat dann haben die meisten Dampfschiffe auch keinen Wert mehr.
Hier wird also mit zweierlei Mass gemessen und Schuld daran dass nun wohl eine reine Gondelbahn gebaut wird sind diejenigen wo keine möglichst alt aussehende, aber moderne, Bahn wollten.
Ich kann deinen Überlegungen nicht folgen: Die Entwicklung und Veränderung zur einer Kombibahn standen hier ja nie als Alternative zur Diskussion. Die SWA wollte nur die eine 6er Gondelbahn - nichts anderes.
 
Dachstein schrieb:
Ich denke nicht, dass das Lagern an sich das Problem ist, der Platz findet sich. Ich sehe eher das Problem in der Konservierung der Anlage. De facto wäre dieses Problem mit staatlichem Willen zu lösen. Ein PPP sozusagen. Die Frage ist, ob der Staat will. Und hier heißt die ehrliche Antwort: nein.
Schulbeispiel des Liberalismus: Gewinn privatisieren, Verluste und Aufwendungen dem Staat überbürden. Ist mir zu billige Lösung - aber die einzige Denkweise heutiger Manager, ich weiss.
Dachstein schrieb:
Das Vorgenen der SWAG halte ich übrigens nicht für raffiniert, sondern für berechenbar.
Du meinst "berechnend"?
 
Illhorn schrieb:
Dachstein schrieb:
Das Vorgenen der SWAG halte ich übrigens nicht für raffiniert, sondern für berechenbar.
Du meinst "berechnend"?

Nein, ich meine tatsächlich mit berechenbar. Wenn man sich die ganze Sache anschaut, komme ich zum Schluss (ich versuche die Sache mal kurz nachzuzeichnen):

1.) Die SWAG will eine 6 EUB bauen, die DSB soll abgerissen werden.
2.) Das wird publik, es werden Stimmen laut, die den Erhalt der alten Anlage fordern.
3.) Die SWAG riecht Lunte, dass da was im Busch sein könnte und verweigert den von dir angesprochenen Experten den Zugang. Man sill sich von außen nichts hineinreden lassen.
4.) Es folgt ein langer Rechtsstreit um den Erhalt der Anlage, die Fronten verhärten sich noch weiter.
5.) Die EUB darf gebaut werden.

Es war also klar, dass hier ein Wort das andere ergibt (und das zum Nachteil beider Parteien).

Bei Punkt 2, spätestens aber bei Punkt 3. wäre es klug gewesen, den Druck aus der Sache herauszunehmen. Wenn da der Vorschlag kommt, die Bahn abzutragen und einzulagern, wäre die Situation vielleicht nicht so eskaliert und womöglich hätten dann drei Stellen nach einer Lösung gesucht: Bergbahn, Verein und Staat. Wäre in meinen Augen die Ideallösung gewesen

Illhorn schrieb:
Schulbeispiel des Liberalismus: Gewinn privatisieren, Verluste und Aufwendungen dem Staat überbürden. Ist mir zu billige Lösung - aber die einzige Denkweise heutiger Manager, ich weiss.

Absolut nicht! Kultur ist etwas, was man sich leisten können muss. Und gerade bei einer solch komplexen Sache wie einer Seilbahn halte ich eine staatliche Stelle für wesentlich kompetenter als einen Privatmann. Für solche Zwecke wurden technische Museen (TMW Wien) vom Staat gegründet und werden auch vom Staat finanziert. Nur hat sich beim dortigen Personal die Seilbahn als Ganzes noch nicht als wichtiges Exponat im Hirn verankert. Bei der Eisenbahn schaut es ja glücklicherweise etwas anders aus, auch wenn hier nicht alles in Butter ist.

MFG Dachstein
 
Bei Punkt 2, spätestens aber bei Punkt 3. wäre es klug gewesen, den Druck aus der Sache herauszunehmen. Wenn da der Vorschlag kommt, die Bahn abzutragen und einzulagern, wäre die Situation vielleicht nicht so eskaliert und womöglich hätten dann drei Stellen nach einer Lösung gesucht: Bergbahn, Verein und Staat. Wäre in meinen Augen die Ideallösung gewesen

Das stimmt so nicht. Die SWAG hat dieses Angebot gemacht. Dies wurde aber vom Heimatschutz und ProSesseli ausgeschlagen.
Wohl im Wissen dass die Teile irgend in einem Schuppen verstauben und nirgendwo mehr aufgestellt werden können.
Da das Einlagerungsprovidurium ausser Kosten niemanden etwas bringt, hat man wohl auf die Karte Konfrontation gesetzt und leider verloren.

für den Gast optisch nicht erkennbare, Umbauten nicht mehr fahren würden. Diese Umbauten haben aber teilwise den Technischen Charakter der Schiffe dermassen verändert dass nicht viel mehr als dass Aussehen und in einzelnen Speisesälen die Nachbauinneneinrichtung übrig geblieben sind.

Ich gehe mal davon aus, dass am Weissenstein die Motoren, Steuerung und Stationsförderer auch nicht mehr Original sind ;)
Nein, ich weiss nicht wo bei solchen Objekte die Grenze zwischen Original, Kopie und Retrolook liegt.
 
TPD schrieb:
Das stimmt so nicht. Die SWAG hat dieses Angebot gemacht. Dies wurde aber vom Heimatschutz und ProSesseli ausgeschlagen.
Wohl im Wissen dass die Teile irgend in einem Schuppen verstauben und nirgendwo mehr aufgestellt werden können.
Da das Einlagerungsprovidurium ausser Kosten niemanden etwas bringt, hat man wohl auf die Karte Konfrontation gesetzt und leider verloren.

Das ist korrekt, aber: erklärtes Ziel vom Verein war es, die Bahn zu erhalten. Über einen möglichen Plan B wurde nie nachgedacht. Ich meine, es wäre schlau gewesen, als man merkte, dass dort eigentlich nichts zu holen ist, den Alternativvorschlag (Demontage, Einlagerung und Wiederaufstellung) zu unterbreiten. Denn wenn man mit Alternativvorschlägen arbeitet, so hat man grundsätzlich schon mal bessere Karten. Vielleicht wären die BB bei Unterbreiten des Vorschlages auch wieder ein Stück auf den Verein zugegangen und schließlich hätte man sich auf einen Mittelweg einigen können, der für alle drei beteiligten Perteien gangbar gewesen wäre: beispielsweise: BB geben die Anlage gegen Demontage her und bekommen eine neue, die Wiederaufstellung der Anlage in einem Museum wäre dann als PPP zu lösen gewesen.

Aber - zu spät.

MFG Dachstein
 
Etwas polemisch, aber:

Ist das Problem nicht typisch Schweiz?

- in Deutschland hätte man das Ding so lange immer wieder modernisiert und nachgerüstet das es keine Probleme mit der Sicherheit gibt, bzw. es gibt auch kein Gesetz das nach einer gewissen Zeit etwas neu gebaut werden muss.

- In Österreich hätte man das Ding bereits vor Jahren abgerissen, oder man hätte auch die "Eier" in der Hose mal was neues Auszuprobieren (alte Bahn)

- In der Schweiz ist anscheinend nichts von alle dem möglich.
 
baeckerbursch schrieb:
Etwas polemisch, aber:
Ist das Problem nicht typisch Schweiz?
Es gab 1994 grosse Anpassungsarbeiten. Aber seit 2006 hat sich auch die Politik eingemischt - schon damals wurden Kredite in der Höhe von 12 Millionen Franken gesprochen. Auch das machte Druck auf die Betreiber, etwas Neues hinzustellen. So viel Geld hätte man für Erneuerungen sicher niemals bekommen. Und dann wurden verschiedene andere Argumente plötzlich SEHR wichtig: Bahn muss auch für Behinderte, Alleinerziehende, Hundehalter, Kinderwagen und Rollator benützbar sein. Dann muss man auch bei Regenwetter und auch in der Nacht hochfahren können - also wurde für das "normale" Publikum vor allem Komfortfragen sehr wichtig - Sicherheitsfragen wurden nur im Hintergrund diskutiert.
 
TPD schrieb:
Ich gehe mal davon aus, dass am Weissenstein die Motoren, Steuerung und Stationsförderer auch nicht mehr Original sind ;)
Nein, ich weiss nicht wo bei solchen Objekte die Grenze zwischen Original, Kopie und Retrolook liegt.
Richtig. Das muss mehr als 28 Jahre her gewesen sein, als ich mit meinem Vater zum Wandern am Weissenstein war. Ich kann mich noch erinnern das die Stationen Handbetrieb hatten. D.H. Jeder Sessel musste von Hand herum geschoben werden. Ich weiss jetzt nicht wann die Stationen mit Kettenförder ausgestattet wurden. Auf jeden Fall kann man das nicht als Original bezeichnen. Das ist als wenn man ein Dampfschiff auf Ölfeuerung umrüstet.
 
Nur mal rasch zu den 12 Millionen: das sind nicht "Kredite", schon gar nicht von der öffentlichen Hand. Sondern das sind privat investierte Franken (Erhöhung AK)...
 
Wobei AK = EK also Eigenkapital

Dies mit der Betonung auf EIGEN. Das heisst, die Bahn gehört einem genau definierbaren Kreis von Eigentümern (Aktionären), und nicht (alleine) dem Kanton, nicht dem Bund, nicht dem Heimatschmutz, nicht irgend einem überflüssigerweise mit Beschwerderecht ausgestatteten Verband, nicht dem blauen Kreuz und auch nicht Bill Gates.

Die Aktionäre haben - übrigens funktionieren unsere Aktiengesellschaften demokratisch - entschieden, dass die alte VR-Anlage in den Ofen kommt. Diesen Entscheid haben wir als Nichteigentümer zu akzeptieren, das weitere Vollgejammere dieses Themas (es hat schon genug Seiten) ist also völlig sinnlos und kann getrost eingestellt werden. In den Ofen kommt sie, die alte Fettschleuder, IN DEN OFEN!
 
joe-72 schrieb:
Nur mal rasch zu den 12 Millionen: das sind nicht "Kredite", schon gar nicht von der öffentlichen Hand. Sondern das sind privat investierte Franken (Erhöhung AK)...
Das wissen wir leider nicht - es bleibt geheim, wer die Aktionäre sind, va. die Hauptaktionäre (Stichwort "demokratisch" will mir hier nicht so richtig passen). Es kann darum sehr gut sein, dass hier umliegende Gemeinden - also doch die Öffentlichkeit - mit dabei sind. Die Abwicklung der Kapitalerhöhung auf über 12 Millionen lief über die Regiobank Solothurn (Festübernahme), bei der die Stadt Solothurn zu einem Drittel beteiligt ist. So sehr "privat" ist das Ganze also nicht und eine Geheimniskrämerei dazu ...

Aber um es nochmals zu sagen: Diese grosse Kapitalerhöhung war allein für einen Neubau der Bahn bestimmt, sicher nicht für einen Umbau oder einer Erweiterung der alten - also Dialog gleich Null. ProSesseli versuchte auch, mit den Grossaktionären in Kontakt zu treten - der Erfolg blieb aber aus und die Aktionäre blieben geheim.
wasserfäller schrieb:
In den Ofen kommt sie, die alte Fettschleuder, IN DEN OFEN!
Und die neue Bahn wird wohl zu einem Schuss in den Ofen und die Öffentlichkeit darf dann wieder einmal Retter spielen.
 
Eigentlich wollte ich zu der amüsanten Diskussion hier ja nichts mehr schreiben, aber eins fällt mir auf: Wieso wisst ihr, dass die Neue Bahn nur Verluste einfährt und die alte Bahn ein Publikumsmagent wäre? Woher?

Ist es nicht eher so, dass hier der Wunsch (einiger Liebhaber) der Vaer des Gedanken ist und dadurch nur subjektiv die Erfolgsaussichten eines Neubaus beurteilt werden? Die Betreiber werden sich au überlegt haben, ob es Sinn macht oder nicht, bisher waren nur (in meinen Augen etwas unrealistische) Einschätzungen der "Liebhaber" dargelegt, von den Betreibern sind noch keine Einschätzungen genannt worden.

Im Maschinenbau (ja auch Seilbahnen gehören dazu) ist es doch so, dass irgendwann eine alte Anlage unrentabel wird, erst Recht, wenn die Störanfälligkeit zunimmt und nicht MAl mehr Ersatzteile verfügbar sind, die man dann teuer selbst herstellen muss oder irgendwas hinpfuschen muss.
Die Anlage dient dazu Geld einzunehmen. Geld nehme ich nicht von ein paar Freaks und Liebhabern ein sondern von einer breiten Masse. Wer bitte von der breiten Masse kommt wegen irgendeinem bestimmten Seilbahntyp oder sonst was. Die kommen einzig und allein weil sie auf den Berg wollen und dies möglichst bequem und schnell.

Wenn also dann iwo eine alte klappernde oder quietschende Bahn langsam den Berg hochrumpelt (auch wenn technisch alles in Ordnung ist) werden die meisten diese Bahn scheuen. Bei einer neuen Bahn werden die meisten sich sichtlich wohler fühlen, sebst wenn diese auch mal etwas rumpeln sollte ;-) Soll ja vorkommen.

... bei einer solch komplexen Sache wie einer Seilbahn ...
@Dachstein, dass lass mal bitte nicht die Hersteller hören, deren Bestreben es bis jetzt war und immer noch ist, was in meinen Augen auch gelungen ist, die Technik auf ein simples und einfaches Niveau herunterzubringen, um Kosten drücken zu können, Störanfälligkeiten zu reduzieren, Kompaktbauweisen, sprich Baukästensysteme anbieten zu können usw ...
 
Oscar schrieb:
Eigentlich wollte ich zu der amüsanten Diskussion hier ja nichts mehr schreiben, aber eins fällt mir auf: Wieso wisst ihr, dass die Neue Bahn nur Verluste einfährt und die alte Bahn ein Publikumsmagent wäre? Woher?
Zum Beispiele aus der Tagsache, dass 12 Millionen für die Investition und die Betriebskosten ja zuerst erwirtschaftet werden müssen. Zweitens ist der Weissenstein ein Ausflugsziel bei Schönwetter - woher also die nötigen Frequenzen nehmen? Drittens hat es auf dem Weissenstein ausser dem Hotel nichts, was die Frequenzen steigern könnte - ob die Aussicht allein reicht? Ich habe da eben meine Zweifel.
 
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