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Seilbahn Weissenstein - Erhaltungsdiskussion

vonroll101 schrieb:
8,000 isnt much at all. Im out here in San Diego Ca USA where the 2 Von Roll VR101 rides see some 10,000 in 1 day if not more.

More than 3 million people live around san diego. Around Solothurn 100'000...

Ich bin ja auch für Heimatschutz und den Erhalt historisch wertvoller Dinge, doch geht es bei einer Bahn auf den Hausberg um mehr als Optik und technische Besonderheiten, die die meisten Gäste sowieso nicht interessiert.
 
Mod kaldini: ja, auch ich finde es schade, dass die alte Bahn ersetzt wurde - aber kann man nix mehr ändern.
Man konnte nie etwas ändern - weder Heimatschutz noch ProSesseli konnten etwas bewirken - die alte Bahn musste abgerissen und die neue gebaut werden.
 
"Müssen" tun wir eigentlich nur sterben und sonst nix...;D
Ich bin der Überzeugung wenn der Betreiber selbst ein deutliches Interesse am Weiterbestand der VR gezeigt hätte, würde sich die Seilbahnbehörde sicher viel eher von einer Ausnahmeregelung überzeugen lassen denn es gibt in der Schweiz ja keine Verpflichtung die EU - Regulatorien umzusetzen.
Aber nachdem seitens des Betreibers alles getan wurde um die VR auszutauschen gingen natürlich alle Argumente pro Erhaltung ins Leere.
 
Petz schrieb:
Aber nachdem seitens des Betreibers alles getan wurde um die VR auszutauschen gingen natürlich alle Argumente pro Erhaltung ins Leere.
Genau so kam es hier auch an. Die Betriebsbewilligung der alten Bahn liess man einfach auslaufen, obwohl von Seiten Behöre ja signalisiert wurde, dass eine Verlängerung durchaus drin liegen würde. Es waren aber nicht nur die Betreiber, sondern auch die Politik (Kanton und Gemeinde), die auf eine neue Bahn drängten - Kredite wurden wurden problemlos und schon früh bewilligt. Und ein Teil der Geldgeber sind ja bis heute unbekannt. Doch ein Gespür und die Bedeutung für den historischen Wert der alten Bahn konnte nie ausgemacht werden - und so musste (ja genau) diese neue Bahn genau so mit absoluter Sturheit gebaut werden
 
Illhorn schrieb:
Absolut einverstanden. Schlicht und einfach völlig unverständlich, dass man keine Verantwortung gegenüber der Vergangenheit zu tragen bereit ist und diesen letzten Zeitzeugen der Seilbahngeschichte zerstört hat. Unentschuldbar.
Absolut einverstanden. Schlicht und einfach unverständlich, dass die immer gleichen SWAG-Basher mit den immer gleichen Argumenten hervorkommen, weil sie nicht fähig sind, einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen. Das Gericht hat entschieden, die Bahn steht, wollt ihr bis an euer Lebensende eine Schimpfitrade nach der anderen verfassen? Ist ja schlimmer als Stammtischgepolter. Davon wird die VR 101 auch nicht wieder "lebendig".

Die Solothurner Bevölkerung steht hinter der neuen Bahn und die sind als Hauptfinancier (da ein Teil der Gelder aus der Kasse von Solothurn stammt) die einzigen, die es im Prinzip was angehen würde, da indirekt ihre Steuergelder. Es ist 1. nicht verboten, die alte VR101 zu ersetzen und 2. zumindest für mich etwas "scheinheilig" das sich der ganze Frust nur auf den Solothurner Bahnbetreiber entlädt.
In Braunwald wurde eine VR 101 "zerstört", ebenso am Niederhorn oder in Kandersteg. Deren Bahnbetreiber kamen in Sachen Widerstand "ungeschoren" davon.
Es ist nachvollziehbar, dass der Verklust der VR 101 bedauert wird (ich tue es auch). Aber man sollte mit gleichen Ellen messen und nicht nur auf einen Betreiber losgehen. .

Die 3000 Besucher schon am ersten Tag (!) und der Tenor in der Solothurner Bevölkerung zeigt vor allem eines: Nicht die Herren aus dem Wallis oder aus dem fernen Amerika oder aus dem Alpinforum entscheiden über Erfolg/Sinn der neuen Bahn, sondern die Besucher. Und die kommen und die sind vor allem froh, dass endlich wieder eine Bahn fährt. Und sie wird dies weiterhin tun, und das ist gut so. Da könnt ihr so viel fluchen und täubelen und "Boykott" schreien wie ihr wollt. Die Sache ist entschieden, ihr habt verloren, nun wäre es angebracht, den Verlust wenigstens mit Würde zu tragen anstatt auf ewig nachzutreten.



Ich erfreue mich an der neuen Bahn und werde sie gerne besuchen. :)
 
oberländer schrieb:
Schlicht und einfach unverständlich, dass die immer gleichen SWAG-Basher mit den immer gleichen Argumenten hervorkommen, weil sie nicht fähig sind, einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen. Das Gericht hat entschieden, die Bahn steht, wollt ihr bis an euer Lebensende eine Schimpfitrade nach der anderen verfassen? Ist ja schlimmer als Stammtischgepolter. Davon wird die VR 101 auch nicht wieder "lebendig".
Seltsam - andere Ansichten werden als Stammtischgepolter diffamiert - andere Meinungen sind hier offenbar nicht erwünscht.

Aber stimmt, die VR 101 wird nicht mehr lebendig - sie war schon von Beginn weg dem Tod geweiht. Nie war nur irgend ein Anflug von einem Kompromiss zu sehen, sie musste sterben.
Da könnt ihr so viel fluchen und täubelen und "Boykott" schreien wie ihr wollt. Die Sache ist entschieden, ihr habt verloren, nun wäre es angebracht, den Verlust wenigstens mit Würde zu tragen anstatt auf ewig nachzutreten.
Da war auch nie etwas zu gewinnen, etwas anderes als diese neue Bahn kam gar nie in Frage.
Ich erfreue mich an der neuen Bahn und werde sie gerne besuchen. :)
Ich werde meine Kindheitserinnerungen und Erinnerung an die alte Bahn bewahren und nie mehr auf den Weissenstein kommen. Wie sagte es Kris so schön ironisch und treffend: "Das praktische ist zudem, dass man nicht mehr hinfahren braucht denn derartiges findet sich eigentlich mehr oder weniger überall, inkl. Sonnenuntergang."
 
oberländer schrieb:
Die Sache ist entschieden, ihr habt verloren, nun wäre es angebracht, den Verlust wenigstens mit Würde zu tragen anstatt auf ewig nachzutreten.
Einspruch Euer Ehren denn ein Skorpion wie ich verzeiht nicht...:ja:
Der große Unterschied zu den anderen VR´s ist eben der das dies die allerletzte im Stammland war und trotzdem ich persönlich gar nicht der große VR - Fan bin weil ich Giovanola aufgrund der reinen Schwerkraftklemme nach wie vor für das technisch eindeutig bessere Fabrikat halte, wünsch ich vor allem dem Betreiber Pest, Cholera, BSE, Ebola und alle sonstigen netten Dinge an den Hals...:wink:
 
Ich halte die Besucheranzahl ebenfalls für nicht gerade prickelnd wobei sich allerdings auch Fragen stellen wie z. B. das Wetter am Eröffnungswochenende war und welche zusätzlichen Werbeaktivitäten man gesetzt hatte.
Für refinanzierungsfähig halte ich die neue Anlage nur dann wenn man durchgehend auf relativ hohe Auslastungszahlen kommt und dafür müsste man meiner Meinung nach unbedingt noch zusätzliche Angebote schaffen.
Auch die Homepage ist bez. Übersichtlichkeit nicht gerade der Bringer und als einladend würd ich sie ebenfalls nicht taxieren wollen.
 
Petz schrieb:
Für refinanzierungsfähig halte ich die neue Anlage nur dann wenn man durchgehend auf relativ hohe Auslastungszahlen kommt und dafür müsste man meiner Meinung nach unbedingt noch zusätzliche Angebote schaffen.
Genau hier wird die Salamitaktik ersichtlich. Der Ausbau des Weissensteins zu einem Event-Berg mit der Installation von "Attraktivitäten" (Rodelbahn, Tubbing) wurde vom Landschaftschutz zu Recht verhindert. Doch nun wird ganau dieser Druck auf mehr Frequenzen kommen, damit die Bahn rentieren kann und so werden die "tollen" Sachen, die es überall schon gibt inkl. Seilpark, Downhill, Outdoorfitness, Hängebrücken, gruselige Aussichtsplattformen etc. gebaut werden. Da ist dann wirklich zu hoffen, dass die Verbände hart bleiben - die Landschaft muss man nicht möblieren, die wirkt für sich selber.
 
Meine Lösung wär gewesen keine MGD sondern zwei fixe neue DSB´s aufzustellen und dafür die alten VR - Stützen aus Kostengründen aufzuarbeiten und mit neuen Robas weiterzuverwenden. Damit hätt ich die Möglichkeit gesehen auch ohne weitere Attraktionen einen kostendeckenden Betrieb hinzubekommen und in Bezug auf die Förderleistung schlägt man mit einer DSB die VR - Werte sowieso um Längen.
Ich hab mich aufgrund der geringen Förderleistung schon oft gefragt warum man gerade in der Schweiz soviele kuppelbare Bahnen gebaut hatte denn jeder bessere 1CLF lässt die ja schon alt aussehen und selbst der Speed ist nicht deutlich höher.

Die MGD - Investition bewegte sich aber in einer Größenordnung die eine deutlich höhere Gästefrequenz erfordert und die kommen nicht wenn man sie nicht mit zusätzlichen Angeboten anlockt.
 
Petz schrieb:
Die MGD - Investition bewegte sich aber in einer Größenordnung die eine deutlich höhere Gästefrequenz erfordert und die kommen nicht wenn man sie nicht mit zusätzlichen Angeboten anlockt.
Danke für die Darlegungen. Sie machen einmal mehr deutlich, dass hier nicht (nur) wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund standen, sondern vorallem politisch gehandelt wurde. Kanton und Stadt Solothurn wollten diese neue Bahn undedingt (wohl als Prestigeprojekt). Die Kredite wurden schon sehr früh bewilligt und daraus entwickelte sich dann auch der politische Machtkampf mit SHS und ProSesseli - die Sachargumente traten in den Hintergrund. Der Gruppe, die die Bahn erhalten wollte, wurde der Zugang für weitere Zustandsabklärungen verboten. Wie man sieht: Genau diese eine Bahn musste es sein.
 
oberländer schrieb:
Die 3000 Besucher schon am ersten Tag (!) und der Tenor in der Solothurner Bevölkerung zeigt vor allem eines: Nicht die Herren aus dem Wallis oder aus dem fernen Amerika oder aus dem Alpinforum entscheiden über Erfolg/Sinn der neuen Bahn, sondern die Besucher. Und die kommen und die sind vor allem froh, dass endlich wieder eine Bahn fährt...
Die Besucherzahlen vom ersten Wochenende muss man relativieren! Immerhin gabs vergünstigte Fahrpreise, es herrschte schönes, mildes "Herbstwetter" und in den Medien wurde vorgängig ein riesen Geschrei um die Eröffnung gemacht. Wie "beliebt" die Bahn wirklich ist, zeigt sich erst im normalen Alltag und nach den ersten Rechnungsabschlüssen.
 
Illhorn schrieb:
Danke für die Darlegungen. Sie machen einmal mehr deutlich, dass hier nicht (nur) wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund standen, sondern vorallem politisch gehandelt wurde. Kanton und Stadt Solothurn wollten diese neue Bahn undedingt (wohl als Prestigeprojekt). Die Kredite wurden schon sehr früh bewilligt und daraus entwickelte sich dann auch der politische Machtkampf mit SHS und ProSesseli - die Sachargumente traten in den Hintergrund. Der Gruppe, die die Bahn erhalten wollte, wurde der Zugang für weitere Zustandsabklärungen verboten. Wie man sieht: Genau diese eine Bahn musste es sein.
Einen grossen Teil zum Weissenstein-Debakel beigetragen hat auch das BAV, indem es einen Weiterbetrieb der Sesselbahn kategorisch ablehnte! Obwohl es nach dem geltenden Seilbahngesetz dazu eigentlich gar keine rechtliche Grundlage gab, da vor dem Jahr 2007 gebaute Bahnen nicht zwingend die jetzt geltenden Bauvorschriften zu erfüllen haben! Wie ich weiss, bietet genau dieser Sachverhalt offenbar Stoff für eine Aufarbeitung des Falles aus juristischer Sicht. Auch wird dabei das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts noch genauer unter die Lupe genommen. Ein Bericht dazu dürfte aber erst im Laufe des nächsten Jahres veröffentlicht werden.
 
C. Gentil schrieb:
Wie ich weiss, bietet genau dieser Sachverhalt offenbar Stoff für eine Aufarbeitung des Falles aus juristischer Sicht. Auch wird dabei das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts noch genauer unter die Lupe genommen. Ein Bericht dazu dürfte aber erst im Laufe des nächsten Jahres veröffentlicht werden.
Es wird ja immer "interessanter" - diese Details kannte ich nicht. Musste die alte VR101 also sterben, weil da im Hintergrund gemauschelt und auch unrechtmässig vorgegangen wurde? Mein Eindruck, dass die Politik im absoluten Vordergund stand, wird also weiter bestätigt. Die "Aufarbeitung" bringt dann leider nun noch auf dem Papier etwas - die VR101 ist zerstört - einfach nur noch jämmerlich.
 
Ob da wirklich gemauschelt wurde weiss ich natürlich nicht. Tatsache aber ist, dass der "Fall Weissenstein" einige brisante Fragen aufgeworfen hat. Daher ist es absolut zu begrüssen, wenn der komplexe Fall nachträglich aufgearbeitet und etwas genauer untersucht wird. Auch wenn uns das die historische Sesselbahn nicht wieder zurück bringt und wir uns den Vorwurf der schlechten Verlierer gefallen lassen müssen!
 
Deshalb weil man auf Abklärung einer juristischen Frage besteht und diese vorantreibt ist man aber keinesfalls ein schlechter Verlierer sondern meiner Ansicht nach zumindest ein guter und juristisch aufmerksamer Demokrat - und solche kann es zur Kontrolle gar nicht genug geben...:ja:
 
Meine Lösung wär gewesen keine MGD sondern zwei fixe neue DSB´s aufzustellen
War nicht gerade die Rollstuhlgängigkeit und die Wetterunabhängigkeit das Schlagerargument für eine EUB ?

Einen grossen Teil zum Weissenstein-Debakel beigetragen hat auch das BAV, indem es einen Weiterbetrieb der Sesselbahn kategorisch ablehnte!
Eine Konzessionsverlängerung um 5 Jahre hätte das BAV sogar genehmigt ! Aber es ist auch klar, dass der Betreiber für eine solch kurze Frist keine Mio. investieren möchte, wenn er nicht weiss wie es danach weiter geht.
 
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