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Seilbahn Weissenstein will Gondelbahn bauen

:lol: Du glaubst auch jeden Blödsinn den man dir auftischt oder?? Wenn alles gebaut oder ausgeführt würde das du eine tolle Sache findest währ unser Land schon lange Konkurs. Man erinnere sich an Luftschlösser wie Sidelhornbahn, Dampfbahnkurs durch den alten Hauenstein.
Wie währs mit einem 8er Bubble auf dem Balmberg?? Währ doch auch mal ein Unterstützenswertes Projekt!
 
im gegensatz zu anderen hab ich nunmal die eigenart, positiv zu denken. ausserdem habe nicht ich, sondern irgendwelche investoren diese ideen zu den von dir erwähnten projekten gehabt und da es noch niemand gepostet hat und ich fand, dass diese themen durchaus relevant sind für dieses forum, habe ich die texte reingeschrieben.

sag mir bitte, was daran falsch sein soll und ich werde es in zukunft sein lassen. ansonsten: persönliche meinungen sollte man respektieren - und wenn ich unter irgend einen artikel, den ich veröffentliche, etwas schreibe, handelt es sich dabei um meine persönliche meinung. punkt, schluss, aus.
 
Die Zukunft der Seilbahn Weissenstein
Da im 2009 eine neue Betriebsbewilligung fällig wird und die Revision der alten Bahn sehr kostenaufwendig ist, planen wir, eine neue, wetterunabhängige Bahn zu realisieren
Das Solothurner Naherholungsgebiet Weissenstein liegt 1280 Meter über Meer, auf der ersten und zugleich höchsten Jurakette. Der Jura bildet den markanten Abschluss des Mittellandes und bietet von seinen Höhen aus eine fantastische Fernsicht auf den nördlichen Alpenhauptkamm, vom Säntis bis zum Mont Blanc.

Das direkte Einzugsgebiet des Weissensteins erstreckt sich über die Agglomeration Bern im Süden und über die Agglomeration Basel im Norden. Dank der guten Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz-direkt bei der Talstation der Sesselbahn befindet sich der Bahnhof Oberdorf der Regionalverkehr-Mittelland-Strecke (RM)-ist der Weissenstein rasch und bequem erreichbar.

Im Zusammenhan mit der 2009 fälligen Betriebsbewilligungserneuerung will die Bahnbetreiberin ein Gesamtkonzept für das Naherholungsgebiet Weissenstein realisieren. Das Projekt "Weissenstein PLUS" umfasst den kompletten Ersatz der Bahnanlagen, die Schaffung von neuen, zusätzlichen Freizeitangeboten und Errichtung eines ökologisch zeitgemässen Verkehrsregime

Ausgangspunkt für das Projekt sind folgende Leitideen:

Der Weissenstein ist ein attraktiver Familienberg
Der Weissenstein ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderer, Erholungssuchende und Freizeitsportler
Der Weissenstein bietet ein ökologisches und nachhaltiges Erlebnisangebot
Die Bergbahn sichert ganzjährig den Transport zum Erlebnis
Der Transport erfolgt schnell, komfortabel, zeitgemäss und wetterunabhängig
 
Das Grenchner Tagblatt berichtet:

Mit Gondelbahn statt «Sesseli» zum Weissenstein?


Aus der alten Sesselbahn wird wahrscheinlich bald eine moderne Gondelbahn (Foto: mz/om)


Das Gesamtkonzept Weissenstein will unter anderem die heutige Sesselbahn durch eine moderne Gondelbahn ersetzen. Der Gemeinderat Oberdorf nahm diesbezüglich zu den Fragen des Kantons Stellung – hatte aber einige Anmerkungen.


«Zwölf Millionen beträgt der Ersatz des Sessellifts durch eine Gondelbahn», informierte Gemeindepräsident Patrick Schlatter den Rat am Montag. Dieser Kostenpunkt könne mit der bisherigen Aktivität auf dem Weissenstein nicht erwirtschaftet werden.

Konkret heisst das, der Weissenstein braucht mehr Besucher. Diese sollen durch ein zusätzliches Freizeitangebot auf den Hausberg gelockt werden. Das Freizeitangebot wiederum müsse in Natur und Landschaft eingepasst werden.

Durch das Konzept sei ausserdem die Schaffung neuer Parkplätze erforderlich, denn die zusätzlichen Besucher müssen auch parkieren können.

Kanton übernahm Projekt

Wegen all der Konsequenzen, die das Gesamtkonzept Weissenstein nach sich zieht, wurde das Konzept auf den Kanton übertragen. «Das war eine vernünftige Entscheidung», so Schlatter, «denn es handelt sich klar um eine überregionale Angelegenheit.»

Unterschiedliche Interessengruppen seien daran beteiligt. Das Amt für Raumplanung legte dem Gemeinderat eine Vernehmlassung zum Konzept vor. Dieser Fragenkatalog wurde am Montag beantwortet.

Dass die Sesselbahn durch eine moderne Seilbahn ersetzt werden muss, darin war sich der Gemeinderat einig. «Die regionale Bedeutung der Bahn ist gross», so der Gemeindepräsident. Ein wichtiger Grund also, um sich für eine neue Seilbahn einzusetzen.

Neue Parkplätze erforderlich

Bei der Frage zur Sperrung der Passstrasse Oberdorf–Gänsbrunnen an Wochenenden und allgemeinen Feiertagen hat sich der Rat für ein «Eher ja» entschieden. Unter Bemerkungen fügte er an: «Die Interessen der Berghöfe sind nach Möglichkeiten zu berücksichtigen.»

Mit einer generellen Verbesserung des öffentlichen Verkehrs auf den Weissenstein erklärte sich der Rat einverstanden, wenn diese für die Einwohnergemeinde Oberdorf kostenneutral ausfalle.

Weiter unterstützte der Rat, dass die Parkplatzsituation in Oberdorf durch die Erstellung neuer Parkplätze entschärft wird. Wobei hier gemäss dem Gemeinderat ein Leitsystem anzustreben sei, anstatt des personellen Parkdienstes.

Der Rat billigte zudem, dass gewisse räumlich klar begrenzte Gebiete auf dem Berg für intensivere Freizeitnutzung freigegeben werden. (mz/fka)




23.08.2006 09:22
 
Durch das Konzept sei ausserdem die Schaffung neuer Parkplätze erforderlich,...

Ui, das gibt Ärger mit den Umweltorganisationen.

Konkret heisst das, der Weissenstein braucht mehr Besucher. Diese sollen durch ein zusätzliches Freizeitangebot auf den Hausberg gelockt werden.
Schön und was sind das für Freizeitangebote ?
Mit 08:15 Angebote (Rodelbahnen etc.) kann man mich sicher nicht anlocken. Denn solche Sachen finde ich auch im Berner Oberland. Und wegen einer UNI-G EUB werde ich sicher auch nicht nach Oberdorf fahren.
 
Die Basler Zeitung berichtet:

Heimatschutz will Weissenstein-Seilbahn erhalten
Zürich. AP/baz. Der Schweizer Heimatschutz setzt sich für die Erhaltung der Seilbahn auf den Weissenstein ein. Die Anlage aus den frühen 50-er Jahren sei ein technik- und tourismusgeschichtliches Denkmal von nationaler Bedeutung, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Die Pläne der Seilbahn Weissenstein AG, die bestehende Bahn abzubrechen und durch eine neue Gondelbahn zu ersetzen, werden vom Heimatschutz und seiner Solothurner Sektion abgelehnt. Das System der existierenden kuppelbaren Sessel und die Linienführung mit der hervorragenden Aussicht machten die Anlage im Seilbahnland Schweiz einzigartig.

Vom selben Bautyp ist die Sesselbahn zum Oeschinensee bei Kandersteg. Der Weissenstein-Seilbahn komme auf Grund der Einteilung in zwei Sektionen, bei deren der Wechsel von einem Tragseil auf das andere ohne Umsteigen möglich sei, aber eine besondere Bedeutung zu. Die 16-minütige Fahrt mit dem nostalgischen Sessellift über 30 filigrane Masten sei ein ähnlich emotionales Erlebnis wie die Reise in einem Dampfzug oder dem Flug mit einer Ju52, schreibt der Heimatschutz.
 
Die 16-minütige Fahrt mit dem nostalgischen Sessellift über 30 filigrane Masten sei ein ähnlich emotionales Erlebnis wie die Reise in einem Dampfzug oder dem Flug mit einer Ju52, schreibt der Heimatschutz.

So sehe ich es auch. Und super finde ich, dass sich jemand für die Sesselbahn einsetzt!
 
Es fragt sich einfach wielange im Falle einer Renovation die VR101 trotzdem noch bestehen kann und das Theater nicht in 10 Jahren wieder los ist.
 
Bei den Kriterien die der Heimatschutz aufführt könnte man dutzende Bahnen erhalten u.a. auch die von Bad Ragaz.
Dann dürfte es auch keine Krokodillokomotive etc. mehr geben.
Tatsache ist dass es immer noch eine funktionsfähige Krokodillokomotive gibt. Hingegen die Ae 4/6 III, die auch eine ziemlich bewegte Geschichte hatte gibt es nicht mehr. Warum wohl ?
Ein Krokodillok wird von jedem Kind erkannt, hingegen die Ae 4/6 III sieht für einen Laien wie eine Ae 6/6 aus. Somit ist es eher schwierig die Ae 4/6 III einem breiten Publikum "schmackhaft" zu machen. Hingegen wenn das Krokodil kommt bleiben alle Leute stehen.
So ist es doch auch bei den Seilbahnen ?
Bei einer VR 101 wird wohl jeder Mensch bemerken, dass diese Bahn anders als eine "normale" Seilbahn ist. Hingegen die ZUB in Bad Ragaz ist für die meisten Leute eine alte klapprige EUB.
 
Schlechter Vergleich. Eine Lok kann ich in einen Schuppen stellen. Eine komplette Seilbahn wohl kaum. Überlege mal wie es in 100 Jahren aussieht wenn man alle schützenswerten Bahnen unter Denkmalschutz stellen würde. Das ist einfach nicht Möglich. Wenn man sieht was der Heimatschutz treibt, würde der die Schweiz am liebsten in ein riesiges Museum verwandeln. Nur wo bleibt da der Raum für die Einwohner? Die Leute am Weissenstein haben das Recht selber zu bestimmen was sie wollen. Ich bezweifle nämlich sehr stark das der Heimatschutz für die Sanierungskosten von 7Mio aufkommt geschweige, den die Unterhaltskosten in Zukunft berappen wird.
 
Hast Du das Gefühl dass mit der Lok in den Schuppen stellen die Sache erledigt sei ?
Erstens sind die "Lagerkosten" ein wesentlicher Kostenfaktor. Zweitens das Fahrzeug muss gepflegt werden denn sonst entstehen ziemlich rasch irreparable Schäden.

Überlege mal wie es in 100 Jahren aussieht wenn man alle schützenswerten Bahnen unter Denkmalschutz stellen würde. Das ist einfach nicht Möglich.
Klar kann man nicht Alles schützen.
Aber es ist auch Tatsache dass man ein paar Generationen später auf die Idee kommt gewisse Sachen für teures Geld wieder zu rekonstruieren....

Wenn man sieht was der Heimatschutz treibt, würde der die Schweiz am liebsten in ein riesiges Museum verwandeln.
Nun auch ich bin aus eigener Erfahrung kein Freund vom Heimatschutz. Andererseits ist es auch verständlich das eine solche Organisation überrissene Forderungen stellt. Denn wenn sie sich nur auf ein Objekt konzentrieren würde und das wird schlussendlich doch zerstört haben sie gar nichts erreicht. Hingegen wenn sie von 10'000 Objekte eines retten können, können sie einen Erfolg verbuchen.
Ist doch das Selbe mit dem Bau eines Einkaufszentrum. Da werden 10'000 Parkplätze geplant und schlussendlich kann man sich auf 100 einigen. Aber wenn man schon von Anfang an nur 100 bauen möchte, käme garantiert die Forderung dass man die Anzahl reduziert ! :evil:

Und noch eine Bemerkung zu den Wartezeiten
Hier regt man sich auf dass man bei einer historischen Bahn eine Stunde anstehen muss. Hingegen die selben Leute campieren dann vor einer Ticketkasse um ja noch einen Platz im Fussballstadion zu ergattern...
 
Bitte die Newsregeln nicht ganz aus den Augen verlieren. Wenn trotzdem weiterer Diskussionsbedarf besteht bitte ich um Rückmeldung, dann verlagere ich die letzten Beiträge gerne in ein neues Topic.

Gruß,
k2k
 
espace.ch meldet:

Gegen eine «Europaparkisierung»
Der Heimatschutz Schweiz kritisiert, dass die Erhaltung des alten Sesselilifts auf den Weissenstein nicht näher geprüft worden ist. Sie zu renovieren wäre visionär, sagt Philipp Gressly, der Präsident der Sektion Solothurn.

Die «alte» Sesselbahn

»Meinungen zum Thema

»Kommentare zum Artikel
Die Seilbahn Weissenstein AG will 10 bis 12 Mio. Franken in ein Gesamtkonzept Weissenstein investieren. Dieses beinhaltet unter anderem eine neue Gondelbahn (die Konzession für den alten Sesselilift läuft Ende 2009 aus) und ein erweitertes Freizeitangebot auf dem Berg (Rodelbahn, Tubing-Anlage).

Eine Steuerungsgruppe unter Federführung des Kantons hat eine erste Mini-Vernehmlassung lanciert; die Resultate werden in zwei Wochen erwartet. Bereits regt sich aber heftiger Widerstand gegen das Projekt. Insbesondere der Heimatschutz Schweiz hat sich in die öffentliche Diskussion eingemischt - und wehrt sich dagegen, dass der alte Sesselilift abgerissen wird.

«Wir fordern, dass die Erhaltung der alten Bahn noch eingehender geprüft wird», kritisiert Philipp Gressly, der Präsident der Sektion Solothurn. Im Interview mit dem Solothurner Tagblatt sagt er auch, dass der Heimatschutz noch weit davon entfernt ist, vom Verbandsbeschwerderecht zu profitieren und Fundamentalkritik am Gesamtkonzept Weissenstein zu üben. «Derzeit geht es uns einzig darum, Fragen zu stellen und unsere Mitwirkung anzubieten.»
 
Aus dem Bieler Tagblatt.

Quelle: http://www.bielertagblatt.ch/article.cfm?id=223755&startrow=17&ressort=Seeland&kap=bta&job=7921310

Gegen eine «Europaparkisierung»
Der Heimatschutz kritisiert, dass die Erhaltung des alten Sessellifts auf den Weissenstein nicht näher geprüft wurde. Denn: Ihn zu renovieren wäre visionär, sagt Philipp Gressly, der Präsident der Sektion Solothurn.
Interview: martin kaiser
«Die 16-minütige Fahrt mit dem nostalgischen Sessellift über 30 filigrane Masten ist ein ähnlich emotionales Erlebnis wie die Reise in einem Dampfzug»: Woher stammt dieser Satz?

Philipp Gressly (lacht): Aus einer Pressemitteilung des Schweizerischen Heimatschutzes.

Muss man die Nostalgie-Sache immer so auf die Spitze treiben?

Auf rein emotionaler Basis ist das unsere Motivation, ja. Die Frage ist doch auch, ob sich der alte Sessellift auf den Weissenstein marketingmässig nicht versilbern liesse. Genau diese Frage wollen wir zur Diskussion stellen. Doppelt motivierend ist, dass viele andere Leute unsere Gedanken teilen.

Viele andere aber nicht.

Es ist unser Schicksal als Verband, der sich für Werte einsetzt, die als solche vielleicht noch nicht erkannt wurden, dass wir mit unseren Anliegen oft alleine dastehen. Wir haben in dieser Sache auch Bauchargumente, für andere sind das eher Rechnungsspiele.

Sie lehnen die Pläne der Seilbahn Weissenstein AG ab. Warum?

Das stimmt so nicht. Wir haben im Rahmen einer ers- ten Vernehmlassung unseren Standpunkt eingebracht. Plakativ fordern wir den Erhalt der alten Bahn. Dahinter steht primär die Forderung, dass diese Variante noch eingehender geprüft wird.

Aber die Seilbahn Weissenstein AG kommt doch zum Schluss, dass die Renovation der alten Bahn 7 bis 7,5 Mio. Franken kosten würde.

Gestützt auf die Informationen, die wir haben, ist dieser Betrag nicht genügend transparent. Unsere Anliegen richten sich aber nicht direkt an die AG, sondern an den Kanton, der die Steuerungsgruppe leitet.

Wieso muss die alte Seilbahn um jeden Preis erhalten werden?

Weil wir der Meinung sind, dass die Seilbahn ein wertvolles Zeitdokument ist. Der Heimatschutz hat sich grundsätzlicher mit der Frage befasst, ob eine alte Bergbahn ein schützenswertes Denkmal sein kann. Die Bahn auf den Weissenstein ist zudem die letzte ihrer Art, die allenfalls erhalten werden kann. Und nun ist sie die erste Anlage, bei der der Heimatschutz diese Thematik zur Diskussion stellt.

Grundsätzlich: Was hiesse es für den Heimatschutz, wenn die alte Seilbahn verschwände?

Wir sind noch weit davon entfernt, Fundamentalopposition zu äussern. Uns geht es nun darum, Fragen zu stellen und unsere Mitwirkung anzubieten.

Welche Fragen stellen sich?

Zum Beispiel die der Finanzierung. Weiter die der langfristigen Tragfähigkeit beider Varianten. Aber auch die, ob die neue Bahn mit all den geplanten Annex-Nutzungen wirklich rentiert. Nach unserer Meinung gibt es auch für die alte Bahn einen wirtschaftlichen und touristischen Erhaltungsspielraum. Und dieser ist bisher zu wenig abgeklärt worden.

Aber diese Rechnung ist ja gemacht worden.

Wir sind, Stand heute, nicht restlos davon überzeugt, dass die Renovation der alten Bahn wirklich nur eine Konzession für fünf Jahre ermöglichen wird. Die Zahlen, wie sie im Raum stehen, scheinen uns recht vage.

Aber eine neue Bahn samt längerer Konzession kostete nur unwesentlich mehr als die Renovation der alten Bahn. Zudem würde sie den Spielraum auf dem Berg wesentlich erhöhen.

Das sind Annahmen. Und ich hoffe, dass sie stimmen, sollte die neue Bahn tatsächlich gebaut werden. Nur: Wir sind nicht davon überzeugt. Die Variante Neu rechnet mit einer Frequenzzunahme von 25 bis 50 Prozent. Ich bin nicht überzeugt, dass es gelingt, dies aufs ganze Jahr gesehen hinzubekommen. Und sogar wenn es gelänge, wäre der Kostendeckungsgrad bei um die 70 Prozent - genau gleich hoch wie heute also.

Die Seilbahn Weissenstein AG sagt, der Berg rentiere nur mit neuer Bahn und mehr Freizeitangeboten. Sie sehen das anders.

Die Logik der AG, wenn ich sie richtig verstanden habe, ist die: Wir brauchen eine neue Bahn, weil die alte zeitlich keine Perspektive hat. Damit sie dann auch rentiert, brauchen wir mehr Frequenz - also bauen wir noch eine Rodelbahn und eine Tubing-Anlage. Die Ursprungsidee aber war nicht die, den Berg attraktiver zu machen, sondern die Frage: Wie bringen wir mehr Leute auf die Bahn.

Eben zum Beispiel mit zusätz- lichen Freizeitangeboten.

Ja. Da setzen wir aber ein Fragezeichen. Wieso soll ein historisch wertvolles Erlebnis, also die alte Seilbahn, durch ein künstliches Retorten-Erlebnis auf dem Berg ersetzt werden? Für uns ist die Bahn als solche erhaltenswert.
Sie sind kein Freund des geplanten Freizeitparks auf dem Berg.

Nein. Er wird räumlich zwar begrenzt sein, bedeutet aber einen deutlichen Eingriff in die Landschaft. Und hier lohnt es sich zu fragen, ob das nötig ist. Zudem ist dies ja nicht das primäre Ziel, sondern leitet sich von der Rentabilität der Bahn ab.

Was wäre denn die Lösung für den Weissenstein aus der Sicht des Heimatschutzes?

Es gibt klare Vorgaben: Das Kurhaus und die anderen Betriebe auf dem Berg müssen überleben, das sind Sachzwänge, die auch wir verstehen. Das ist ja auch mit ein Grund, weshalb die neue Bahn nötig sein soll. Wir aber fragen: Geht es nicht auch anders, beispielsweise mit geregelten Fahrtmodellen auf den Berg. Und ein Stück weit sind wir auch konservativ: Der Berg, wie er ist, ist schön, ein Naherholungsgebiet, und braucht keine «Europaparkisierung».

Wer kämpft eigentlich gegen die Seilbahn-Pläne - der Heimatschutz Schweiz oder die Solothurner Sektion?

Den Lead hat der Schweizer Heimatschutz, wir stehen aber gemeinsam hinter dem Anliegen.

Wie viel kann der Heimatschutz in dieser Sache bewirken?

Einiges, hoffe ich. Uns ist aber bewusst, dass bereits sehr viel in Richtung Variante Neu gelaufen ist. Wir haben erst spät zum Projekt Stellung beziehen können. Und es braucht gute Argumente, um jetzt noch auf die Variante Alt umzuschwenken. Unsere Position ist also keine einfache.

Im schlimmsten Fall droht den Solothurnern ein Berg ohne Bahn, sagt die Seilbahn Weissenstein AG. Wie sehen Sie das?

Hier muss ich der AG ein Kränzchen winden: Es zeugt von Verantwortungsbewusstsein, dass man sich bereits sehr früh mit allen möglichen Szenarien für den Weissenstein auseinandergesetzt hat. Grundsätzlich muss man die Sache zum jetzigen Zeitpunkt aber als das nehmen, was sie ist: Eine Vernehmlassung. Wir sind weit von der Frage entfernt, ob wir das Verbandsbeschwerderecht wahrnehmen, wie auch schon behauptet wurde. Und: Wenn am Ende alles schief laufen sollte, dann trifft sicher nicht uns die Verantwortung, nur weil wir die Frage nach dem Erhalt der alten Bahn aufgegriffen und zur Diskussion gestellt haben.

Unter welchen Bedingungen könnten Sie sich mit der Variante Neu anfreunden?

Wenn sie die einzige Lösung wäre. Wir würden sicher nicht etwas «Gutes» verhindern, wenn dies alle eigentlich wollen.

Also braucht der Weissenstein eine Bahn.

Ich persönlich würde es sehr bedauern, wenn es keine Bahn mehr gäbe, auch aus ökologischer Sicht. Im Moment stellt sich aber eine andere Frage, die, welche Bahn wir brauchen. Die AG sagt, die Leute, die den Sessellift vor 60 Jahren bauten, seien Visionäre gewesen; jetzt eine neue Bahn zu bauen, das sei auch visionär. Wir sagen: Es ist nicht visionär, eine neue Bahn zu bauen, die es sonst überall gibt. Visionär wäre, die alte Bahn langfristig als historische Attraktion zu erhalten.
 
Ich stimme fast zu 100% mit Philipp Gressly überein.

Eine neue Bahn ist besser als keine, doch die alte ist besser als die Neue.
 
Nun ich bin eigentlich auch nicht unbedingt ein Freund vom Heimatschutz. Aber die Worte von Philipp Gressly könnten auch aus meiner Feder stammen.
 
Die VR101 am Weissenstein muss ersetzt werden. Die Meinungen darüber gehen auseinander. Die Betreiber planen eine neue Gondelbahn.

Ich möchte nun wissen: Weshalb baut man nicht eine Kombibahn (wie in Alt St. Johann)?

Fragen an die Experten:

Was spricht dagegen?
Mit wieviel Prozent Mehrkosten (gegenüber EUB) wäre zu rechnen?
Ist es richtig, dass es in der Schweiz (nach Alt St. Johann und Zermatt) die dritte Kombinahn wäre?

Päscu
 
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