Ein NZZ Artikel vom 16.Juli beschreibt in gewohnter NZZ Qualität die aktuelle Situation. Anscheinend ist der Artikel nicht mehr online Abrufbar, jedoch in der Facebookgruppe von ProSesseli wiedergegeben:
http://www.facebook.com/group.php?v=wall&viewas=0&gid=76915275470#!/topic.php?uid=76915275470&topic=14485
Die Eckpunkte aus dem Artikel zum Status Quo:
* Der Bundesrat genehmigte im März – mit Vorbehalt der Landschaftsverträglichkeit – den Richtplan für die neue Bahn.
* Nun wartet alles auf die Baubewilligung durch das Bundesamt für Verkehr, die im Verlaufe des Sommers eintreffen soll.
* Das Eidgenössische Departement des Innern lehnte eine befristete Unterschutzstellung der Bahn.
* In einem Gutachten der Kommission für Denkmalpflege wurde der Bahn nationale Bedeutung zugesprochen.
* Der Weissenstein ist Teil eines BLN-Gebiet (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung) und liegt in der kantonalen Juraschutzzone.
* Eine inzwischen gegründete Stiftung will der SWAG die Sesselbahn abkaufen, renovieren, sicherheitstechnisch aufrüsten und als historisches Transportmittel vermarkten.
* Gerechnet wird mit Renovationskosten von 4 bis 6 Millionen Franken
* Hilfe ist von Synthes-Inhaber Hansjörg Wyss zugesichert.
* Dass die Baubewilligung für den Neubau via Bundesverwaltungsgericht bis nach Lausanne angefochten würde, ist beschlossene Sache.
* Dauer und Ausgang des Verfahrens sind schwer abschätzbar, ein Kompromiss nicht in Sicht: «Die eigene Lösung – oder keine»,
# Um das Transportmittel alleine geht es den Streitparteien unterdessen längst nicht mehr – zur Debatte stehen inzwischen
zwei unterschiedliche Tourismus-Philosophien, die das gesamte Angebot auf dem Weissenstein betreffen:
## SWAG: Kapazitätssteigerung solle einen wirtschaftlichen Betrieb des Kurhauses auf dem Gipfel des Weissensteins erlauben (zwei zusätzlich vorgesehene Anlagen, eine
Rodelbahn und eine
Tubing-Anlage, wurden von der Solothurner Regierung nicht bewilligt),
## Pro Sesseli: "Unverfälschtes Naturerlebnis", hofft auf einen umsatzbringenden Oldtimer-Effekt.
"P.S. ⋅ Ebenso wie eine Sommerrodelbahn auf einem Berg oder moderne drehbare Gondeln als Transportgefässe kann eine Bergbahn auch mit ihrer (exemplarischen) Unzeitgemässheit verkaufsfördernd sein; die Fahrt mit ihr wird dann zu einer Zeitreise. Im Falle des Erhalts der Sesselbahn auf den Weissenstein wäre die 1950er-Jahre-Atmosphäre zu vermarkten. Einzigartig an dieser Anlage wäre, dass sie auf der Länge von 2,37 Kilometern vollumfänglich als Zeuge ihrer Zeit erhalten bleiben würde. Zwar existieren in der Schweiz Standseilbahnen, die bewusst den Charme der vorletzten Jahrhundertwende konservieren, etwa jene in Freiburg oder am Bürgenstock. In anderen Fällen wechseln sich Traktionsarten verschiedener Zeiten ab, so auf dem Weg zum Stanserhorn, wo die erste von drei Standseilbahn-Sektionen nicht durch eine Luftseilbahn ersetzt wurde."