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Seilbahn Weissenstein will Gondelbahn bauen

GMD schrieb:
Denn um mit einer 08/15 EUB zu fahren, wie sie der normale Besucher bereits aus den Bergen kennt, wird sich niemand auf den Solothurner Hausberg verirren.
Du vergisst bei deiner - nur ganz leicht - gewagten Theorie, dass die allermeisten Gäste nicht WEGEN der Seilbahn auf den Berg fahren, sondern MIT der Seilbahn als Transportmittel. Die Welt besteht nicht nur aus Seilbahnfans...

GMD schrieb:
Und überhaupt, warum Gondelbahn fahren wenn man mit dem eigenen Auto auch hochkommt?
Mit Eröffnung der neuen Gondelbahn wird die Passstrasse an Sonntagen gesperrt sein. Dann kommt man mit dem Auto nicht mehr hoch, was auf dem Berg einen deutlichen Gewinn für Landschaft und Erholungsqualität zur Folge haben wird.
N.B.: mit der alten Sesselbahn ginge das aus Kapazitätsgründen nicht...
 
An die Sperrung der Strasse glaube ich ehrlich gesagt nicht. Denn es ist keine Stichstrecke, sondern auch eine Verbindungsstrasse und erst noch die einzige in der Gegend. Ist die Weissensteinstrasse gesperrt, bleibt für die Verbindung der Regionen Moutier - Solothurn nur noch der relativ grosse Umweg über Tavannes oder Balsthal. Da ist der Widerstand der Betroffenen aber vorprogrammiert! Es gab zwar so krude Ideen wie den Eisenbahntunnel mit einer Fahrbahn strassentauglich zu machen, aber seien wir mal ehrlich, das sind Fantastereien! Auch ist es ein offenes Geheimnis, dass das Kurhaus die Strasse lieber offen sähe.
 
Da bin ich deiner Meinung - das mit der "Kampfwertsteigerung" des Eisenbahn- zum Strassentunnel ist wirklich eine krude Idee.
Keine Fantasterei ist indessen die Sperrung der Passstrasse an Sonn- und Feiertagen. Diese ist nicht mehr eine Frage des Glaubens und Spekulierens, sondern sie wird mit der neuen Bahn Tatsache. Denn: immerhin schreibt der kantonale Nutzungsplan (siehe die MM: http://www.so.ch/fileadmin/internet/sk/sksek/pdf/medienmitteilungen/2010/april/mmNPWeissenstein.pdf) diese Sperrung vor. Interessantes Detail: die Strassensperrung bedingt ja mehr Parkplätze im Tal. Der VCS (!) und alle anderen gängigen Naturschutzorganisationen haben dem und dem Projekt für eine neue Gondelbahn zugestimmt...
 
Seltsam, seltsam, eine (teilweise) Sperrung der Strasse haben auch die Befürworter der historischen Bahn angestrebt und sogar Konzepte für Spitzentage, beispielsweise Entlastungsfahrten mit (historischen) Bussen, ausgearbeitet. Doch da hiess es immer, die Strasse könne nicht gesperrt werden da Verbindungsfunktion. Aber wenn es die Modernisierer wollen, dann geht es plötzlich. Ein Schelm wer Übles dabei denkt!
 
GMD schrieb:
Doch da hiess es immer, die Strasse könne nicht gesperrt werden da Verbindungsfunktion. Aber wenn es die Modernisierer wollen, dann geht es plötzlich. Ein Schelm wer Übles dabei denkt!
Das geht nicht "plötzlich" - davon war (alles irgendwo im Netz nachzulesen) seit 2006 in der Begleitgruppe zum "Gesamtprojekt Weissenstein" des Kantons die Rede. Wenn ich die Berichterstattung richtig im Sinn habe, war dort einzig streitig, ob der Samstag auch gesperrt werden soll oder nicht. Der Heimatschutz ist demgegenüber erst im späten 2007 auf den Plan getreten. Folglich ist an diesem Aspekt meines Erachtens weder Übles zu gewärtigen, noch sind Schelmen im Verzug... :D
 
Ich würde die Flinte noch nicht ins Korn werfen. ;) Das Bundesgericht hat erst entschieden, dass auf eine Beschwerde des Heimatschutzes nicht eingetretten wird, der eigentliche Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts Sesselbahn Ja/Nein steht noch aus. Und auch dieser kann dann immer noch vor Bundesgericht weitergezogen werden. In diesem Sinne hat die SWAG erst einen Etappensieg erungen.

Was allerdings nichts daran ändert, dass die Chancen des Heimatschutzes, die Sesselbahn vor den Gerichten durchzukriegen, gering sind. Denn die Gerichte werden sich nicht von Emotionen ("die schöne alte Sesselbahn") leiten lassen, sondern von nüchteren Fakten. Und da habe zumindest ich bis jetzt kein Gesetz gefunden, welches der SWAG weder verbietet, die Sesselbahn abzureisen und die Gondelbahn zu bauen, noch sie zwingt, die alte Sesselbahn gegen ihren Willen stehen zu lassen. Und es wäre auch nicht fair: Die Ersatzbauten für die gleichen Anlagen in Kandersteg, Braunwald wurden mehr oder weniger widerstandslos bewiligt, nur am Weissenstein "tut man nun blöd" und zwingt den Betreiber nun seit bald drei Jahren zu einem Baustopp, obwohl man dem Betreiber rein rechtlich nichts vorwerfen kann.
Mir wären die Sesseli auch lieber als die Gondelbahn. Aber ich bin dagegen, den Erhalt zu erzwingen und den Betreiber vor den Richter zu zerren. Vor Gericht gehören Menschen, die gegen die Gesetze verstossen haben, aber sicher nicht die SWAG, die sich rein rechtlich nichts hat zuschulden kommen lassen.
GMD schrieb:
Genauso schnell wird es dann mit der SWAG finanziell bachab gehen, wenn sie merken dass ihr ultramoderner und über 10 Millionen teurer Neubau leer durch die Gegend gondelt. Denn um mit einer 08/15 EUB zu fahren, wie sie der normale Besucher bereits aus den Bergen kennt, wird sich niemand auf den Solothurner Hausberg verirren. Und überhaupt, warum Gondelbahn fahren wenn man mit dem eigenen Auto auch hochkommt? Hier wäre der grosse Vorteil der historischen Bahn gewesen: Man hätte dem Gast etwas geboten was er, zumindest in der Schweiz, nur noch hier bekommt. Aber eben, man will ja unbedingt auf Möseralm im Kleinen machen, darum auch der geplante Funpark.
Schon vor dem Bau zu spekulieren, wie sich die Nachfrage entwicklen wird und schon einen Flop vorauszusagen, ist doch Kaffeesatzleserei. Keiner von uns kann in die Zukunft schauen und bereits jetzt schon wissen, wie sich die neue Bahn (wenn sie denn kommt) entwickeln wird. Dass Du mit der neuen Bahn nicht mehr auf den Weissenstein fahren wirst, glaube ich Dir sofort. Doch deine Interessen können nicht pauschal auf alle anderen angewandt werden. Für viele ist die Bahn ein schlichtes Transportmittel in ein Naherholungsgebiet und einige ziehen die Gondel unter Umständen gar dem Sesseli vor.. Und mit der Sperrung der Strasse sind alle Voraussetzungen geschaffen, damit an den Hauptauslastungszeiten an Wochenenden die Bahn dann auch benützt wird.

In Kandersteg hatten wir die gleichen Verschwörungstheorien betreffend "auf die Schnauze fallen" mit der neuen Gondelbahn. Diese fährt nun, fährt erfolgreich mit schwarzen Zahlen und ist beliebt, wie in den Geschäftsberichten des Betreibers nachgelesen werden kann.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass hier Salamitaktik betrieben wird: Zuerst mal der Neubau durchdrücken. Dann wegen der mangelnden Auslastung die Zusatzattraktionen also unbedingt nötig deklarieren. Stellt sich die Politik quer (wegen des Naturparks) droht man einfach mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und schon knicken die meisten Politiker ein. So ein Funpark ist natürlich auch nicht gratis zu haben, aber da die Banken aufgrund der vermutlich schon ziemlich schiefen finanziellen Lage abwinken dürften, darf dann einmal mehr die öffentliche Hand mit einem Darlehen (wenn möglich noch zinslos) in die Bresche springen. Diesselbe öffentliche Hand darf dann auch im Falle eines Konkurses die Scherben zusammenwischen.
Verschwörungstheorie Nr. 2. Weder können verbotene Zusatzattraktionen "einfach so" bei schlechten Zahlen trotz Verboten durchgedrückt werden, noch ist die öffentliche Hand verpflichtet, bei schlechten Zahlen mit Steuergeldern einzuspringen und drittens dürften die Betreiber nicht so blöd sein, wie sie hier teilweise hingestelt werden. Die können auch rechnen und werden die nun zu bauende Kapazität wohl kaum mit Handgelenk mal Pi konzipiert haben, sondern sich dabei was überlegt haben, zum Beispiel, dass die Bahn auf Tage ausgelegt wird, wo die Bahn der einzige Zubringer auf den Weissenstein sein wird.
 
Dass die neue Bahn weniger Gäste haben wird als die Alte glaub ich auch nicht unbedingt. Nur fragt sich, ob an dem Berg überhaupt wirtschaftlicher Betrieb möglich ist. Und wenn nicht, dann kann man das mit einer historisch Wertvollen Anlage noch irgendwie vertreten, mit einer "wertlosen" neuen Bahn dagegen nicht.

Vor Gericht gehören Menschen, die gegen die Gesetze verstossen haben, aber sicher nicht die SWAG, die sich rein rechtlich nichts hat zuschulden kommen lassen.

Das tönt jetzt aber auch herrlich naiv... ;) Zum guten Glück ist die SWAG kein Mensch... :) :wink:
 
Pilatus schrieb:
Dass die neue Bahn weniger Gäste haben wird als die Alte glaub ich auch nicht unbedingt.

Wurde derartiges mal empirisch untersucht eigentlich? Die Frage ist aus dem Bauchgefühl heraus nicht so einfach zu beantworten denke ich.
Ich fand die VR Fahrten stets herrlich, unabhängig ob Seilbahninteressiert oder nicht. Wenn man ein wenig den anderen Fahrgästen lauschte und deren Emotionen beobachtete zB. beim durch die Station "gondeln", so fand ich schon dass die Fahrt von vielen als etwas besonderes wahrgenommen wird. Eine VR galt m.A. als ein nettes Plus das die Fahrt selbst "zum Erlebnis" machte (wie Marketer ja so gerne schreiben).
In einer zumeist im Sommer stickigen CWA Gondel wie sie jeder auch aus dem Skigebiet x-fach kennt kommt gewiss gar nichts auf, die Fahrt wird wohl unwesentlich spannender rezipiert wie eine Fahrt mit dem gewohnten Stadtbus. Man sitzt und schaut raus ("schön"), und wartet bis man oben ist. Oben erhofft man sich damit aber auch "mehr", da die Seilbahnfahrt ja ausschließlich Mittel zum Zweck,also zum ankommen ist.

Vielleicht ist dies mit der Furka Strecke zu vergleichen: Heute ist das etwas besonderes, weil es es eben nicht mehr gibt. Vor 70 Jahren war die Bergstrecke "Mittel zum Zweck": Man sitzt und schaut raus ("schön"), aber das Fahrerlebnis war eher lästig da langsam wie überall auch, und man ersehnte sich einen verkehrstechnisch sinnvolleren Basistunnel.

Man erinnere sich, dass in den ersten Jahren nach Inbetriebnahme des Basistunnels das Interesse an einer Bergstrecke seitens der damaligen FO gleich Null war, der Schienenstrang der Bergstrecke war anfangs sogar von der Stammstrecke abgetrennt worden wenn ich mich recht erinnere ...
 
@oberländer: Als Schweizer solltest du aber wissen, dass bei uns aufgrund der direkten Demokratie oft eine Politik der kleinen Schritte benutzt wird. Etappierung ist doch nichts anderes als eine schöne Umschreibung für besagte Salamitaktik. Mit Verschwörungstheorien hat das nichts zu tun.
 
Als Schweizer weiss ich vor allem, dass wir Gesetze, Regeln und Verordnungen kennen, die nicht einfach so mit kleinen oder grossen Schritten abgeändert werden können, wenn es den Betroffenen gerade in den Kram passt, direkte Demokratie hin oder her. Und wenn der Standort aufgrund des geschützen Naturparks Zusatzattraktionen verbietet, dann ist das so, dann bleibt das so und dann kann das auch nicht so einfach geändert werden. Das ist ja gerade der Sinn eines Naturparks, dass die Landschaft so geschützt wird, das es nicht möglich ist, diesen Schutz auszuhebeln.
Zudem: Zusatzattraktionen nicht automatisch gleich Rodelbahn und Konsorten. Es gibt zig Möglichkeiten, wie man mit einem sanftem Tourismus und umweltverträglichen Attraktionen (Wander-/Themenwege, etc.) die Gäste auf den Weissenstein locken kann.

Wurde derartiges mal empirisch untersucht eigentlich? Die Frage ist aus dem Bauchgefühl heraus nicht so einfach zu beantworten denke ich.
Man kann natürlich die Erfahrungen aus Kandersteg und Braunwald hinzuziehen, doch direkt vergleichen lässt sich dies mit dem Weissenstein natürlich nicht.
 
Naja, mit oder ohne VR101, der Weissenstein ist einfach ein langweiliger Hügel :wink: Ein paar Attraktionen häts auch mit dem alten Sessel ertragen...
 
http://www.solothurnerzeitung.ch/so...t-dem-postauto-auf-den-weissenstein-125496618

Ziel nicht erreicht - zu wenig Leute fuhren auf den Weissenstein. Begründung: Schlechtes Wetter. Tja, das Argument, derjenigen, die eine neue Gondelbahn auf den Weissenstein wollen, man könne dann auch beim schlechten Wetter auf den Weissenstein, wird also als Scheinargument entlarvt: Wer will denn schon bei schlechtem Wetter dort hinauf.
 
Das nur sporadisch verkehrende Postauto ist aber auch kein gleichwertiger Ersatz zur der den ganzen Tag fahrenden Bahn. In diesem Sinne hinkt der Vergleich schon etwas. Zudem kann der Autofahrer nachwievor den Berg hochfahren. Warum soll er sich dann in das nur stündlich verkehrende Postauto setzen?
 
Dieser Vergleich hinkt nicht bloss, er geht geradezu an Krücken. Ganz offensichtlich "zieht" das Postauto - obgleich eine wirklich sympathische Initiative - nicht wirklich. Gut 12'000 Fahrgäste im ganzen Sommer. Das erreicht die neue Gondelbahn alleine in 4 starken Herbstwochenenden. Wegen der komplett unterschiedlichen Grössenordnung mutet der Vergleich deshalb wirklich unzulässig an. Kommt hinzu: man müsste an Schlechtwettertagen zusätzlich die Autos oben zählen gehen, v.a. jene bei den Restaurants. Und genau darum geht's wohl bei der neuen Bahn: auch abends und bei misslich' Wetter wird diese "Beizengänger" auf den Berg bringen, was bisher eben mit dem Auto geschah. Letzteres wird sicher an Sonn- und Feiertagen nicht mehr stattfinden, bleibt doch dann (die neue Bahn vorausgesetzt) die Passstrasse geschlossen. Bei gutem und nicht so gutem Wetter... :ja:
 
Mit ein paar "Beizengänger" eine Gondelbahn auslasten? Ich bitte dich... Da müsste der Weissenstein ja eine gewaltige gastronomische Infrastruktur zur Verfügung haben - und auf den Hinteren Weissenstein am Abend und bei schlechtem Wetter gehen zu Fuss ja bestimmt nur wirklich nur ein paar Einzelne. Dass das Postauto die gesetzten Frequenzen nicht erreicht hat, zeigt eben genau die Tendenz und somit wird deutlich, dass der Weissenstein einen solchen Ausbau gar nicht braucht. Es bestünde dann eine totale Überkapazität - und von einer Rendite bei dem investierten Kapital dann gar nicht mehr zu rechnen.
 
Ich finde es auch schade, dass der Kampf der Bahn nun verloren ist. Auf der anderen Seite habe ich bis jetzt keine gesetzliche Grundlage gefunden, welches die SWAG zwingt die alte Bahn weiter zu betreiben, geschweige denn ihnen verbietet, die alte Bahn durch eine neue zu ersetzen.

Demzufolge finde ich (und offensichtlich auch das Bundesverwaltungsgericht) keinen Grund, um zu Gunsten des Heimatschutzes zu entscheiden.
Und: Es ist der Sinn des Heimatschutzes sich für den Erhalt schützenswerter Objekte einzusetzen. Doch irgendwann war es für mich kein Einsatz mehr für die Sache, sondern nur noch Zwängerei und Verzögerlis. Hauptsache dem Betreiber ans Bein gepinkelt. Ich hoffe der Heimatschutz hat nun ein Einsehen und lässt den schon viel zu lange andauernden Kampf mit diesem Urteil nun gut sein. Doch die jüngeren Ereignisse lassen mich das Gegenteil vermuten. Ich werde den Verdacht nicht los, dass der Heimatschutz das Urteil weiter ans Bundesgericht zieht. Sei es, um einen Präzedenzfall betreffend dem Erhalt historischer Seilbahnen zu erhalten, sei es aber auch, um weiterhin mit der Hinhaltetaktik zu operieren, in der Hoffnung, dass der SWAG der Schnauf ausgeht. Und mit solchem Hinhalte-Gebahren kann ich mich nicht anfreunden.
 
Wer ein bisschen Juristenspitzfindigkeiten lesen will, dem kann geholfen werden.
http://www.bvger.ch/publiws/ Im Suchtext Weissenstein oder unten das heutige Datum eingeben
Ein bisschen Parteientschädigung dürfen die Gegner auch zahlen, wenn auch nur die Hälfte von dem was verlangt wurde.
Aus ist die Geschichte allerdings noch nicht. Ob es noch ein Runde weiter geht ( das wäre dann aber wirklich die letzte Runde ) werden wir in spätestens einem Monat wissen.
 
Man sollte die neue Bahn schnellstmöglich aufstellen und dazu sowas wie DH/Freeride Strecken und ein satter Bikepark und andere Attraktionen die junge Leute anziehen ... dann kommen die Leute euch!
 
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