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Seilbahnunglück in Liberec (CZE) - ein Toter

Problem mit all den Normierungsbürokraten und all den Juristen ist, dass man gewisse Verbesserungen nicht ausführt weil der ganze Papierkram sowie die entsprechenden Abnahmen, Zertifizierungen, usw. zu teuer sind.

Demnach versucht man bereits zugelassen Subsysteme solange einzusetzen bis man dann doch irgendwann mal was neues durch die teure Juristereimühle durchjagen muss.

Früher konnte man in intelligenter Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden neue Ideen umsetzen, als man noch mehr pragmatisches als bürokratisch-juristisches Denken Vorrang genoss.

Leider führt der allgegenwärtige Juristerei-Dschungel dazu, dass es einfacher ist, eine weniger sichere jedoch juristisch dennoch zulässige Anlage nicht anzupassen, weil einfach der gesamte aus rein rechtlichen Gründen erforderliche Mehraufwand niemand finanzieren kann oder will.

Zwei Beispiele: Möchte man eine bestehende Fangbremse auf SPS Ansteuerung umbauen wäre dies durchaus machbar, und dies unter Berücksichtigung des erforderlichen Sicherheitslevels. Für einen Prototyp würde der Zulassungsaufwand die Kosten der Anpassung (inkl. SIL 3 SPS Programmierung, jedoch hier rein intern) allerdings übersteigen (inkl. auflagenbedingte interne Mehraufwendungen).
Möchte man ein Bremssystem entwickeln, das sicherer als das aktuelle BB + SB mit weitgehender Trennung gem. CEN ist, wäre ebenfalls ein grosser Zulassungsaufwand zu finanzieren.

Fazit:
Solange alles für die Juristen Konform ist. lassen wir es so wie es ist, da die vorgesehenen sinnvollen Verbessungen alleinig aufgrund der blödsinnigen Bürokratie zu teuer werden und demnach nicht ausgeführt werden können.


Der rein juristisch begründete Mehraufwand bei der Erstellung eine Seilbahnanlage hat seit den mitte 80ern sehr massiv zugenommen (inkl. allerlei blödsinnige Studien bevor überhaupt die Baubewilligung erteilt werden kann sowie der rein herstellerseitige Mehraufwand). Wäre mal interessant konkrete Zahlen zu vergleichen.
Mechanisch wird heute nicht besser konstruiert, nur muss man viel mehr dokumentieren.
 
Christoph Lütz schrieb:
In dem anderen Fahrzeug waren die Kräfte geringer, so dass der Kabinenbegleiter dort offensichtlich noch reagieren konnte und die Bremse noch wirkte. Da hatte man mehr Glück als Verstand!
Meine Vermutung ist, dass Kabine 1 keine grössere Distanz rückwärts (d.h. talwärts) fuhr bevor sie durch die Bremswirkung der Fangbremse zum Stillstand kam und danach auf dem Tragseil blockiert blieb.

Zu beachten ist ebenfalls, dass obwohl sich bei Spur 2 (Kabine 2, Unfallkabine) das obere Zugseil ähnlich wie bei Mottarone, aus welchem Grunde auch immer, vom Fahrzeug verabschied, das Restseil (Seilschwanz) nicht derart schnell wie bei Mottarone die Bergstation durchlaufen konnte, da sich der Antrieb im Gegensatz zu Mottarone bei Jested bergseitig befindet. Demnach musste das gerissene obere Zugseil zuerst entgegen der Bewegungsrichtung der Seilscheiben-Rillenfutter gezogen werden (spätestems nasch dem Auslösen der Fangbremse von Fahrzeug 1 schaltete der Hauptantrieb aus, ob die (vermutlich kapazitive) Zugseilüberwachung infolge Erschlusses evtl. vorher ansprach (oberes oder unteres Zugseil berührt z.B. Tragseil oder geerdete nicht isolierte Teile der Stützen oder in der Bergstation) ist nicht bekannt. Obwohl die Reibschluss aufgrund des zusammenbrechenden Seilzugs abnahm kann man davon ausgehen, dass sich Fahrzeug 1 nicht derart brutal nach dem Stillstand talwärts bewegte, dass der Wagenbeglieter die Fangbremse nicht mehr von Hand hätte auslösen können (Handrgiff oberhalb des Wagenbegleiterstandortes, siehe Fotos weiter oben).
Zuerst fuhr Fahrzeug 1 onehin noch bergwärts. Talseitig von Fahrzeug 2 (Unfallkabine) brach der Seilzug nach Entspannen durch die Elastizität sehr schnell zusammen, so das auf die vorliegende Seillänge, das untere Zugseil Fahrzeug 1 möglicherweise gar nicht mehr gross talwärts zog.
In der Talstation fiel da Zugseil-Spanngewicht auf den Boden (da nützen die Dämpfer nicht viel), eine ggf. vorhandene und nicht wegen plötzlicher Überlast versagende Dämpfungsvorrichtung hätte evtl. die Fallgeschwindigkeit des Spanngewichts reduzieren können.
Zugseildurchang talseitig von Fahrzeug 1 deutet nicht auf einen hohen residuellen Seilzug, unteres Zugseil wird durch das Eigengewicht in den Seilfeldern bei Fahrzeug 1 talseitig etwa gespannt, das gerissene Ende liegt entweder irgendwo frei am Boden oder blieb an was hängen.
 
Ja, du hast recht. Bei Riss oder Erschlaffen des in Fahrtrichtung vorderen Zugseils in ein verzögertes Einfallen der Tragseilbremse eigentlich sogar gewollt. Daher genügte hier die Handbetätigung durch den Kabinenführer.

Zur Schlaffseilauslösung:
Die Schlaffseilauslösung ist seit ziemlich genau hundert Jahren Stand der Technik und ein elementarer Teil für die Betriebssicherheit von Pendelbahnen nach dem System Zuegg. Sonst könnte man ja z. B. auch auf eine Sicherheitsbremse verzichten können Eine Betriebsbremse genügt schließlich für den Regelbetrieb.

Unglaublich, in Italien blockiert man Bremsbacken mit Gabeln, in Frankreich baut man störanfällige Tragseilbremsen aus und in Tschechien fährt man ohne Auslösesystem. An diesen Fällen sieht man, dass die ganze Zertifiziererei in Europa völlig wertlos für die Sicherheit ist. Die aktuellen Normen sind sowieso nur der kleinste gemeinsame Nenner verschiedener ehemaliger nationaler Richtlinien.

Wenn das alles so stimmt, habe ich keine weiteren Fragen mehr. Das Versagen einer Zugseilbefestigung gehört zu den bekannten Gefahrenszenarien einer Pendelbahn.
 
Vollständigkeitshalber, zusammengefasst:

Jested: Mit Fangbremse, jedoch (vermutlich) ohne automatische Auslösung. Eine ansonsten übliche Schlaffseilauslösung hätte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den Unfall verhindern können.

Mottarone: Mit Fangbremse, jedoch war Fangbremse willentlich und entgegen den Betriebsvorschriften blockiert. Ohne Forchettoni hätte die Fangbremse mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den Unfall verhindern können.

Pic de Bure (Plateau de Bure): Fangbremse unerlaubterweise ausgebaut, mit der Fangbremse hätte der Unfall (20 Tote) gem. Untersuchung verhindert werden können.

Cavalese: Fangbremse für Unfallkabine nicht relevant, hielt die andere Kabine jedoch fest.

Betten-FO - Betten (bekannt als Unfall Bettmeralp): Überlast, gemäss gewissen Quellen schliesste die Fangbremsenzangen in der Luft als das Laufwerk abhob. Danach wurden getrennte Bremswagen sowie, für Pendelbahnen ohne Bremswagen, nicht druckübertragende Gehänge etwickelt.

Diverse Zwischenfälle bei denen alleinig die korrekt funktionierende Fangbremse schlimmere Folgen und insbes. Personenschäden verhinderte, wurden kaum in den Medien erwähnt, wenn überhaupt.
 
Korrekt funktionierende Fangbremse nur dann, wenn es speltakuläre Rettungen oder Verletzte gab oder es sich um eine Panne handelt:
https://www.ilgiornale.it/news/politica/solo-tre-i-casi-cedimento-cavo-report-novembre-traente-ok-1950392.html

16. Juli 1986 gab es einen Zugseilriss an der Piz Boè Bahn in Corvara. Fangbremse hat schlimmeres verhindert.

decine di persone bloccate nel vuoto per 18 ore. E riaccadde sul Lagazuoi, fra Alta Badia e Cortina d'Ampezzo nel 1987, quando, però, si salvarono tutti: i freni allora entrarono in azione, agganciarono le funi portanti e i piloti si paracadutarono a terra.
Dutzende von Menschen stecken 18 Stunden lang in im Nichts fest. Und 1987 passierte es auf dem Lagazuoi zwischen Alta Badia und Cortina d'Ampezzo erneut, als sie jedoch alle gerettet wurden: Dann traten die Bremsen ein, hakte die Tragseile ein und die Piloten stürzten mit dem Fallschirm zu Boden.
1987 Lagazuoi Dank Fangbremse konnten die Fahrgäste man 18 Stunden gerettet werden

Lungern Februar 2021
https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/obwalden/lungern-turrenbahn-die-ursache-fuer-den-automatischen-notstopp-ist-noch-ungeklaert-ld.2102299

Titlis August 2011
https://www.derbund.ch/panorama/vermischtes/titlisseilbahnpanne-jetzt-ist-klar-warum/story/13246467

Christoph Lütz schrieb:
Zur Schlaffseilauslösung:
Die Schlaffseilauslösung ist seit ziemlich genau hundert Jahren Stand der Technik und ein elementarer Teil für die Betriebssicherheit von Pendelbahnen nach dem System Zuegg.
Nicht seit 100 Jahren, sondern eigentlich seit es personenseilbahnen gibt. Schon der Wetterhornaufzug hatte Fangbremsen mit Schlaffseilauslösung.
main.php


Vielleicht interessant, da sieht man ab min 20:20 das Laufwerk und das Gestänge zur Auslösung bei Schlaffseil.
https://www.srf.ch/play/tv/einstein/video/einstein-spezial-seilbahn-boom-von-stans-bis-rio?urn=urn:srf:video:a4b78736-60d1-484b-a1c4-91c255dd4047
 
Was ich mich gerade frage, würde es Sinn machen bzw überhaupt technisch umsetzbar sein, bei Bahnen mit Zwischenstützen an den Stützen (quasi als zweites, von der Tragseilbremse unabhängiges Sicherheitssystem) Fangbremsen für das Zugseil an die Stützen zu bauen (da meines Wissens das Zugseil bei Überfahrt der Stützen angehoben wird, dürfte es eigentlich ja auch keine Probleme mit den Kabinen geben)?

Quasi um für den (zwar sehr unwahrscheinlichen) Fall, dass die Tragseilbremsen automatisch nicht auslösen zum einen die Gegenkabine stoppen zu können und bei der anderen Kabine zumindest eine zu starke Beschleunigung zu verhindern (wenn der Teil vom Zugseil kürzer ist, der die Kabine bergab zieht).
 
Was soll das bringen? Wenn das Zugseil wie am Mottarone kurz von der Bergstation reisst beschleinigt das Fahrzeug je nach Bahn bis zur Stütze so stark, dass es egal ist ob auf der Stütze mit 100kmh in einen Puffer gedonnert oder in der Talstation.
Wieso einfach wenns auch kompliziert geht? Es gab auch Bahnen mit einem separaten Bremsseil.
Fakt ist, eine funktionierende Fangbremse nach Stand der Technik, hätte beide Fälle. Mottarone, wie auch hier am Jested Personenschaden verhindert.
 
Wenn die Kabine 1 wirklich 105m richtung Tal gerollt ist schätze ich die Situation so ein:
Zeichnung1.jpg

Standort der Bergung gemäss meiner Schätzung anhand der Fotos auf Googlemaps bei 105m ab Talstation.
Zusammen mit den 106 Bremsweg komme ich auf 211m Noch 1 Meter Einzug dann müsste sich die Kabine 2 ziemlich genau 210m vor der Bergstation befunden haben als das Zugseil nachgab. Also ziemlich genau über der Strassenkreuzung. Danach rollte die Kabine 330m zurück. Höhenlage an der Stelle des Seilriss 890NN, Stütze ist bei ca 750NN also ca 140 Höhenmeter
Neigungswinkel 25°
v = √ g * h / ( 1/2 + c ) , g=9.81 m/s²
Sind rund 40m/s oder etwa 144km/h Luftwiderstand habe ich ignoriert.
 
Meine Einschätzung liegt bei Delta h = 140 m (auf Tragseilhöhe bezogen) so granz grob um die 170 km/h unter Berücksichtigung von 10 % Reibungsverluste (Abbau der kinetischen Energie), wobei die Reibung davon abweichen kann, da ich die 10 % rein willkürlich wahl. Dies solange das Laufwerk auf dem Tragseil noch "sauber" fahren kann.

Bei den 105 m müsste man zuerst wissen was genau damit gemeint ist. Reiner Bremsweg (Distanz auf der die Bremszangen das Tragseil berühren)? Gesamter Rollbackweg?...
 
Interessant ist vor allem die Reaktionszeit bis zum Betätigen des Notbremsgriffs in der Decke der Kabine. Vermutlich ist das abgetrennte Zugseil vergleichsweise langsam durch die Antriebsstation geglitten, so dass das Fahrzeug erst verzögert zu Tal beschleunigte, wie weiter oben bereits vermutet wurde.

Der Führer der Unfallkabine (ist eigentlich klar, dass sie talwärts fuhr?) hatte nach meiner Einschätzung bei Abtrennung des Zugseils am eigenen Fahrzeug kaum eine Chance, die Tragseilbremse noch rechtzeitig zu betätigen.

Scheinbar haben die tschechischen Verantwortlichen nie das Video von den Bremsversuchen in Sölden gesehen.
 
Lagorce schrieb:
Meine Einschätzung liegt bei Delta h = 140 m (auf Tragseilhöhe bezogen) so granz grob um die 170 km/h unter Berücksichtigung von 10 % Reibungsverluste (Abbau der kinetischen Energie), wobei die Reibung davon abweichen kann, da ich die 10 % rein willkürlich wahl. Dies solange das Laufwerk auf dem Tragseil noch "sauber" fahren kann.

Bei den 105 m müsste man zuerst wissen was genau damit gemeint ist. Reiner Bremsweg (Distanz auf der die Bremszangen das Tragseil berühren)? Gesamter Rollbackweg?...
Ja, gesamter Rollbackweg.
 
Danke für die Infos.

Sofern die Fangbremse von Fahrzeug 1 nach Auslösung von Hand auslegungsgemäss funktionierte, gehe eigentlich davon aus, dass der Bremsweg unter den vorliegenden Bedingungen ziemlich gering war. Demnach vermute ich, das beim durchlaufen des grössten Teils der Rollbackstrecke von ca. 105 m die Fangbremse noch nicht ausgelöst worden war.

Denkbar ist, dass der Wagenbegleiter von kabine 1 zuerst mal gar nicht wargenommen hat, was sich gerade abspielte, kurz danach sofern er freie Sicht hatte (u.a. deshalb sind erhöhte Steuerstandpodeste üblich, bzw. gar vorgeschrieben) sah er evtl. das entlaufene Fahrzeug 2, dazu kam noch eine kurze Reaktionsszeit bis er den Nothalt-Fangbremse-Handgriff nach unten zog. Erste Reaktion war auch möglicherweise reflexartig zuerst auf den roten Nothalt-Pilztaster zu drücken (siehe Fotos nach der Sanierung von 2019).

IMO war die Dynamik für Kabine 1 nicht besonders extrem, Fahrzeug musste vor Begin des Rollbacks onehin zuerst mal zum Stillstand kommen. Näheres müsste man allerdings nachrechnen und ggf. mit Videos oder zumindest Zeugenaussagen korellieren.

Steuerungsaufzeichnungen sind für die Bewegungshistorik der Fahrzeuge kaum aufschlussreich, ausser die Fahrgeschwindigkeit der Laufwerke würde direkt gemessen und ggf. lokal geloggt (gewisse Fahrgeschwindigkeitsanzeigen Anzeigen in den Kabinen beruhen auf direkte Messung am Laufwerk während andere einen per FUA von der Steuerung in der Antriebstations den Fahrzeugen per FUA übertragenen Analogistwert anzeigen), was ich jedoch nicht erwarte.

Vermutlich hat irgendwann mal die Zugseilüberwachung angesprochen. Da die FUA hier über Funk und nicht wie üblich via Zugseil(e) kommuniziert, wurde der Seilriss nicht direkt von der Steuerung erkannt. Drehmoment- bzw. Stromaufzeichnung der Steuerung sowie frequenzumrichterintern kann man dennoch auswerten, u.a. korreliert mit den Kopierwerksdaten. Gehe davon aus, dass man aufgrund der Aufzeichnungen die Stelle an der sich Fahrzeug 2 befand als das Zugseil/Kopf, etc. versagte bestimmen kann, jedoch nicht, wie sich die beiden Fahrzeuge danach bewegten. Solange für die Steureung die Fahrt als normal erscheint dreht der Antrieb gemäss Fahrprofil weiter. Ob abnormale Dremoment-/Strom- sowie ggf. Drehzahlveränderungen so überwacht wurden, dass eine Abschaltung des Hauptantriebs erfolgte, ist nicht bekannt.

Text vollständig editiert.

Gibt es Zeugenaussagen von den Fahrgästen?
Warte zudem immer noch auf Handy-Videos.

Bei Kabine 2 deutet alles auf eine plötzliches Versagen der Zugseilanbinung (egal wo und wie das Seil und/oder der Vergusskopf versagten). Demnach wurde ähnlich wie bei Mottarone das Laufwerk einer schlagartig ansteigenden Beschleunigung (hoher Jerk Wert, in m/s^3) unterstellt. Da der Antrieb jedoch bergseitig angeordnet ist, war vermutlich der Seilzugverlust geringer, was dennoch ausreichte, um eine zu hohe Längspendelung zu verursachen, so dass der Wagenbegleiter nicht mehr reagieren konnte.


So als grober Anhalspunkt für das Zugseil, habe leider die Dokus von Fatzer, Teufelberger/Redaelli, Tréfileurope (ArcelorlMittal), usw. nicht bzw. nicht mehr online gefunden.

Hier von Pfeifer, insbes. bekannt für Hubseile:
https://www.pfeifer.info/out/assets/PFEIFER-DRAKO_ROPE-SOLUTIONS_BROCHURE_EN.PDF
Siehe Seite 20, bei 22.4 mm Durchmesser liegt man dann so grob um die 1.7 kg/m.

Bei den Angaben bei RM (https://www.remontees-mecaniques.net/bdd/reportage-tph-v-jested-transporta-4587.html) muss was falsch sein, die angegebene mittlere Steilheit ist zu niedrig, weiss nicht, ob ich mich weiter oben auf RM Angaben bezog.
Wollte eigentlich überschlagsmässig was nachrechnen, jedoch nicht mit unsinnigen Daten.

Hat jemand Fotos der in der Bergstation öffentlich angeschlagenen technischen Daten inkl. Längsprofil?

Beim Seilkopf ist mir unklar, ob die dargestellte Teile richtig angeordnet sind bzgl. Montagelage, da kein Gewinde erstichtlich ich, wundere ich mich, ob das Teil, das der Vergusskegel aufnimmt, nicht von der Gabelseite eingeführt wird (nach dem Vergiessen), bin jedoch nicht sicher, ob Durchmesser passt. Falls dies so wäre, weshalb müsste man das hintere Teil des Seilkopfes dennoch so massiv ausführen?


Edit:
Habe vergessen zu erläutern, dass der Antrieb spätestens ausschaltete, als das Zugseil-Spanngewicht in der Talstation den unteren Endschalter erreichte, dies wurde als Alarmeintrag mit Timestamp journaliert. Ob Blenden, Bruchstäbe (Seilführungsüberwachung), usw. ansprachen ist nicht bekannt, die sind jedoch bei älteren fangbremsenbehafteten Pendelbahnen nicht so üblich.
Dazu kommen ggf. noch die Grenzwertauswertungen der Inklinometermessungen (Längs- sowie Querneigungsmessung der Kabinen).
 
Leider bis jetzt nicht bekannt was das Unglück auslöste, klar, die Medien in Osteuropa haben momentan wichtigers.

In der ISW Seite 10 hat es aber ein paar technische Details.
https://de.isr.at/magazin-archiv/2022/1/2022

Allerdings nichts mehr als wir hier schon zusammengezimmert haben.
Vielleicht noch interessant die Bestätigung das die Bahn KEINE Schlaffseilauslösung besass.
 
Ob eine schwingungsbedingte Ermüdung von einzelnen Drähten wesentlich zum Versagen des oberen Zugseils geführt hat, ist untersuchungsstechnisch gut zu ermittlen. Zudem wurden für die Untersucheungen wichtige Teile, dies im Gegensatz zu Mottarone, unverzüglich abtransportiert.

Dass die Fangbremse mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den Unfall verhindert hätte ist einleuchtend, insbes. da keine erschwerten Bedingungen vorlagen als das obere Zugseil riss.

Völlig unverständdlich ist für mich die Tatsache, dass die zuständigen Behörden überhaupt einer fangbremsenbehaftete Personentransportpendelbahn ohne vollautomatische Schlaffseilauslösung eine Betriebsbewilligung erteilten, bzw. diese nicht sofort aufhoben, als diese gem. ISR Artikel irgendwann mal entfernt wurde.

Falls aus technischen Gründen (insbes. atypisches Längenprofil) keine ausreichend fehlauslösungssichere Schlaffseilauslösung möglich ist, sind andersweitige vollautomatische Auslösungskriterien der Fangbremse anzuwenden.

Die Auslösung von Hand durch das Begleitpersonal in der Kabine kann und soll ausschliesslich als zusätzliche Auslösemöglichkeit der Fangbremse dienen, z.B. damit man notfalls bei mehrfachen sicherheitsrelevanten Kopierwerksfehlern (extrem unwahrscheinlich) oder Fehlbedienung eine Stationskollision verhindern kann.

Dass man bei Zugseilriss aufgrund der hohen Dynamik (siehe Mottarone Videos) nicht erwarten kann, dass es überhaupt noch möglich ist, den Handabzug der Fangbremse zu betätigen, ist seit eh und je bekannt, insbes. da die Berechnungen der Längspendelbewegungen während den ersten paar hundert Millisekunden nach einem Zugseilriss relativ einfach sind. Die Querpendelbewegungen spielen hingegen im besprochenen Zeitraum eine untergeordnete Rolle, ausser evtl. bei starkem Seitenwind und in unmittelbarer Nähe eines Streckenbauwerks oder einer der Stationen.

Wie bereits aufgeführt wurde, ist eine Fangbremse ohne automatische Auslösung etwas so sinnvoll wie ein Fahrzeugairbag, den man per Knopfdruck im Gefahrenfall von Hand auslösen muss.

Zusammengefasst führte ein Kombination von Unzulässigkeiten zum Unfall: Einerseits riss aus formal noch nicht etablierten Gründen das obere Zugseil kurz nach der Ausstrittsstelle vom Vergusskegel, andererseits war unverständlicherweise keine Schlaffseilauslösung (mehr) vorhanden (aufgrund des Längenprofils wäre eine aureichend zuverlässige Schlaffseilauslösung problemlos möglich).
 
Aus dem von Micha74 verlinkten Artikel: " ...dass das bisherige Seilbahnhsystem bestehend aus zwei Kabinen mit einer Kapazität von jeweils 35 Personen durch eine Umlaufbahn mit mehreren kleinen Gondeln ersetzt wird. "

Schade, ich fand die PB mit dem überaus stylishen Masten, der perfekt zur Silhouette der "Kosmusnadel" am Gipfel passte, sehr schön.
Eine EUB mit dem üblichen billig wirkenden offenen Seifenschachtel-Stationen vor diesem genialen Gipfelturm wäre sehr schade...
Aber, da ein privater Investor das Ganze machen soll, wird es wohl so werden.
 
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