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Zu wenig Spaß
Miller erwägt eigene Profi-Tour
Skifahren soll Spaß machen, findet US-Superstar Bode Miller. Seiner Meinung nach ist die FIS-Tour jedoch zu sehr von Regeln und Vorschriften bestimmt. Der viermalige Weltmeister spielt daher mit dem Gedanken, nach Olympia 2006 eine eigene Rennserie zu gründen.
Vorreiter der alpinen Spaßgesellschaft: Bode Miller
Die aktuelle Situation im Weltcup frustriere ihn, schreibt der 27-Jährige in seinem WM-Tagebuch in der US-Zeitung "Denver Post". Die Sporler müssten "alle möglichen Regeln schlucken", dürften aber auch auf Grund des engen Terminkalenders "keinen Spaß haben", so Miller. Ginge es nach ihm, hätte jeder die Chance auf "Freizeit und Party". Er habe daher mit seinem Teamkollegen und Freund Erik Schlopy darüber gesprochen, möglicherweise eine eigene Tour zu starten.
Rücktritt oder Pause ebenfalls denkbar
Es müsse aber nicht unbedingt der ganz radikale Schritt sein, schreibt Miller weiter. Er spiele auch mit dem Gedanken, nach Olympia in Turin ganz einfach mit dem Skifahren aufzuhören oder zumindest ein Jahr zu pausieren. Reizvoll scheint ihm auch die Idee, aus dem US-Team auszusteigen und eine eigene Mannschaft zu gründen, die am Weltcup teilnimmt. "Jeder Fahrer bekäme dann ein Gehalt, das hieße, dass Jungs, die nicht so gut sind, ein geregeltes Einkommen hätten", so Miller. Im Augenblick hätten einige Kollegen "nicht mal genug zum Leben".
Mit dem Camper bei der WM
Miller gehört zu den größten Kritikern des alpinen Weltcups. Im Gegensatz zu den anderen Athleten wohnt er während der Rennen nicht in einem Hotel, sondern in einem luxuriös ausgestatteten Wohnmobil. Bei der WM steht sein Gefährt hoch über dem WM-Ort auf dem Parkplatz der Seilbahnstation "Bormio 2000".
Off Limits: Ein bisschen Spaß muss sein
Im Gegensatz zum Weltcup, wo mich der Rummel um meine Person schön langsam müde macht, ist es hier in Bormio nicht so schlimm. Ich wusste, dass ich ab und zu würde ausrasten können. Und ich wusste, dass hier ab und zu die Post abgehen würde. Ich war also bestens vorbereitet.
Nach der Abfahrt am Samstag, die ich vor Daron Rahlves gewonnen habe, hatten wir drei Tage frei. Ich schaute mir die Super Bowl im US-Haus an, nachdem ich sogar überlegt hatte, in die Staaten zu fliegen, weil ich ein großer New-England-Fan bin. Es wäre machbar gewesen, ich habe den Gedanken aber verworfen - weil die Trainer sonst sicher ausgeflippt wären.
Pause
Viele fragen sich, ob ich nach Olympia 2006 aufhöre. Das ist eine Möglichkeit. Ich kann mir auch vorstellen, ein Jahr zu pausieren. Oder ich klinke mich aus dem US-Ski-Team aus und gründe ein eigenes Team. Erik Schlopy und ich haben angedacht, eine neue Pro Tour zu gründen. Oder wir stellen ein Team für den Weltcup zusammen.
Wir könnten Barilla oder einen anderen meiner Sponsoren dazu bringen, uns zu unterstützen. Jeder im Team bekäme ein Gehalt, so dass die Burschen, die nicht so gut fahren, ein fixes Einkommen hätten. Ich könnte Antrittsprämien lukrieren, die ich unter den Kollegen aufteile. Wir könnten so arbeiten, wie ich mir vorstelle, dass ein Team laufen soll.
Freizeit und Partys
Ich glaube nicht, dass das US-Ski-Team den Sport so behandelt, wie er es sich verdient: Viele Läufer verdienen nicht genug, um davon leben zu können, sie bekommen keine ausreichende medizinische Versorgung.
Es wird erwartet, dass sie sich allen Regeln, der Terminplanung, den Strukturen unterwerfen. Deswegen haben sie auch nicht den Spaß, den normale Leute in unserem Alter haben.
In meinem Team hingegen hätte jeder eine Chance, Freizeit zu haben und Partys zu feiern.
Millers KURIER-Kolumnen entstehen in Kooperation mit der "Denver Post".
eMAIL: bode.miller@kurier.at
"Des Maiers Zeiten sind vorüber!"
Downhill schrieb:
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