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Skigebiet Hochkar insolvent

lanschi schrieb:
Dass Skigebiete sehr wohl vom Tagesgast leben können, zeigt sich doch gerade in Niederösterreich eindrucksvoll. Das Stuhleck ist tagein, tagaus gerammelt voll - und das meines Wissens nach ohne einer nennenswerten Anzahl an Gästebetten.

Ausnahmen bestätigen die Regel - der Semmering ist eben von Wien aus gut und vor allem günstig erreichbar. Das Hochkar eben nicht. Auch ist die Anlagenstruktur am Semmering (Steiermärkische Seite) weitaus moderner.

Auch am Hochkar hat das doch eigentlich relativ lange sehr gut funktioniert und mit Hinterstoder gibt es ein weiteres Paradebeispiel für ein super laufendes weitgehend von Tagesgästen frequentiertes Skigebiet.

Also wenn Hinterstoder so gut läuft, wie du darstellst, dann wundert es mich doch wieso das Land immer bei den Investitionen in die Pflicht genommen wird. ;) So super läuft Hinterstoder auch nicht, wenngleich es durch die Lage sicher von den Tagesgästen gut frequentiert wird. Und in Anbetracht, dass man auch in Hinterstoder versucht, Hotelprojekte umzusetzen, zeigt, dass man auch hier auch nicht auf den Tagesgast verlassen kann. Klassisches Beispiel: du hast einen super Winter, nur sind die Wochenenden großteils schlecht - das wäre der Supergau und trifft empfindlich. Der Tagesgast ist unverlässlich, und trotzdem muss man ihm die ganze Infrastruktur vorhalten. Darum ist es besonders wichtig, eine Grundfrequenz durch Mehrtagesgäste zu schaffen.

Das Problem ist meines Erachtens nach jedoch vor allem, dass das Skifahren für den Tagesgast schlicht und einfach zu teuer wurde. Man braucht sich nur ein wenig im Einzugsgebiet umhören (ich wohne ja selbst in Wien) - viele verzichten inzwischen aus Kostengründen auf Tagesfahrten, der Schwerpunkt wird auf den jährlichen Skiurlaub gelegt - auf Kosten der Tagesfahrten.

Hier sind natürlich die Treibstoffpreise zu erwähnen - am Skipasspreis liegt es mit den teilweise fast unschlagbar günstigen Saisonkarten eher weniger, sofern man ein Vielfahrer ist. Für die Leute, die Skifahren wirklich nur sporadisch betrieben, schaut die Sache, wie du sagst, anders aus.

Man wird aber aus dem Hochkar nie ein richtiges Mehrtagesskigebiet machen können - dafür ist es viel zu weit weg vom Schuss und auch sonst ist die Gegend für Mehrtagesgäste nicht wirklich attraktiv. Es gäbe aber durchaus Möglichkeiten, das Skigebiet punktgenau auf Tagesgäste auszurichten. Man kann spezielle Wochentagstarife anbieten (man glaubt gar nicht, wie viele Wiener an Wochentagen Zeit hätten!!! Warum macht das bis heute noch keiner?!) Bus-Shuttledienste aus Landeshauptstädten einrichten (Wien, Linz und St. Pölten sind binnen 2 Stunden erreichbar), eine Talabfahrt + EUB bauen (ich möchte nicht wissen wie hoch die Erhaltungskosten der Straße sind),...

Ich sehe hier zu aller Erst die Region in der Pflicht. Der Tagesgast alleine bietet wie oben schon ausgeführt die Wetterabhängigkeit. Die Gegend muss für den Mehrtagesgast attraktiv werden, nicht nur das Gebiet alleine! Hat man den Gast im Tal, bringt man ihn (den Skifahrer) auch rauf (ganz salopp gesagt). Nur nur ein Skigebiet zu haben, tut es eben nicht. Stichwort Regionalentwicklung.
Und niemand wird dem rechnerisch teuersten Gast (dem Tagesgast) eine Vergünstigung zukommen lassen. Ausgenommen der Saisonkarten, die eh schon relativ günstig sind.
Eine EUB löst des weiteren nicht - die Straße muss weiterhin vorgehalten werden und mit der EUB hat man wieder eine relativ teure Anlage am Hals, die man im Moment wahrscheinlich nicht ansatzweise Auslasten kann. Viel Geld für nichts...

Feststeht, dass das Hochkar als eines der wenigen niederösterreichischen Skigebiete wirklich Potential für die Zukunft hat (schon alleine aufgrund der Höhenlage). Man braucht sich daher denke ich nicht weit aus dem Fenster zu lehnen wenn man davon ausgeht, dass es nächsten Winter dort oben weitergeht.

Zustimmung - das Hochkar hat Potential. Die ganze Region hat Potential - nur nützen muss man sie!

MFG Dachstein
 
Dachstein schrieb:
Auch am Hochkar hat das doch eigentlich relativ lange sehr gut funktioniert und mit Hinterstoder gibt es ein weiteres Paradebeispiel für ein super laufendes weitgehend von Tagesgästen frequentiertes Skigebiet.

Also wenn Hinterstoder so gut läuft, wie du darstellst, dann wundert es mich doch wieso das Land immer bei den Investitionen in die Pflicht genommen wird. ;) So super läuft Hinterstoder auch nicht, wenngleich es durch die Lage sicher von den Tagesgästen gut frequentiert wird. Und in Anbetracht, dass man auch in Hinterstoder versucht, Hotelprojekte umzusetzen, zeigt, dass man auch hier auch nicht auf den Tagesgast verlassen kann. Klassisches Beispiel: du hast einen super Winter, nur sind die Wochenenden großteils schlecht - das wäre der Supergau und trifft empfindlich. Der Tagesgast ist unverlässlich, und trotzdem muss man ihm die ganze Infrastruktur vorhalten. Darum ist es besonders wichtig, eine Grundfrequenz durch Mehrtagesgäste zu schaffen.

Gemäß einem OÖN-Artikel (zuverlässigere Quellen konnte ich auf die Schnelle nicht finden) machen die HiWu-Bergbahnen bei einem Umsatz von 11 Mio. € satte 3 Mio. € Gewinn: http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/art467,501478

Dass der Schröcksnadel ein schlauer Fuchs beim Generieren von Zuschüssen ist wissen wir beide. :wink:

Dachstein schrieb:
Das Problem ist meines Erachtens nach jedoch vor allem, dass das Skifahren für den Tagesgast schlicht und einfach zu teuer wurde. Man braucht sich nur ein wenig im Einzugsgebiet umhören (ich wohne ja selbst in Wien) - viele verzichten inzwischen aus Kostengründen auf Tagesfahrten, der Schwerpunkt wird auf den jährlichen Skiurlaub gelegt - auf Kosten der Tagesfahrten.

Hier sind natürlich die Treibstoffpreise zu erwähnen - am Skipasspreis liegt es mit den teilweise fast unschlagbar günstigen Saisonkarten eher weniger, sofern man ein Vielfahrer ist. Für die Leute, die Skifahren wirklich nur sporadisch betrieben, schaut die Sache, wie du sagst, anders aus.

Der Anteil an Saisonkartenfahrern ist, gemessen am Gesamtaufkommen, äußerst gering. Mein Statement zielt klar auf Tagesgäste mit Tageskarten ab.

Dachstein schrieb:
Und niemand wird dem rechnerisch teuersten Gast (dem Tagesgast) eine Vergünstigung zukommen lassen. Ausgenommen der Saisonkarten, die eh schon relativ günstig sind.

Saisonkarten sind beileibe nicht günstig. Das mag anteilsmäßig dann stimmen, wenn man das pro Skitag aufgerechnet - günstig ist das aber deswegen für eine 4-köpfige Familie mit 1-1,5 Durchschnittsverdienern noch lange nicht. Skifahren ist für viele heute nicht mehr in der Form leistbar, wie es das noch vor 10 oder 15 Jahren war. Auf eine wochentagsabhängige Staffelung der Tageskartentarife ist schlicht und einfach bisher noch niemand gekommen - was noch lange nicht heißt, dass das deswegen nicht Sinn machen oder für den Gast attraktiv sein kann. Funktionierende Beispiele aus anderen Branchen gibt es jedenfalls genug.
 
Und das bei dem einzigen Skigebiet der Region wo es sich m.M. nach lohnt hinzufahren! Ich dachte immer bei denen läufts noch einigermaßen gut

baeckerbursch schrieb:

Da schau mal was die in letzer Zeit investiert haben und was noch kommen soll. Anscheinend alles total notwendig. Die Tageskarte wird da bald nicht weniger kosten als auf der Steinplatte. Und wo wird dann wohl hingefahren? Ob dann das "Kleinskigebiet" noch so attrativ ist?

Lofer ist wie ich finde ein gutes Beispiel: Zur Zeit investiert man da maßlos! Ok die 8EUB hats gebraucht, aber eine 8KSB/B für den kurzen Hang mit ausschließlich blauen Pisten? Alleine wenn ich mir den Pistenplan anschaue weiß ich spätestens seit dem Abriss der 4EUB dass mich dieses Gebiet nicht sehen wird. Momentan hat man zumindest lt. firmenabc einen Umsatz von 2,65 Mio. Ich kann mir nicht vorstellen dass man eine Umsatzsteigerung durch die 8ksb erzielt. Ich hoffe dass ich vom Gegenteil überzeugt werde, aber mich würds nicht wundern wenn die bis in spätestens 5 Jahren finanzielle Probleme haben.
 
lanschi schrieb:
Saisonkarten sind beileibe nicht günstig. Das mag anteilsmäßig dann stimmen, wenn man das pro Skitag aufgerechnet - günstig ist das aber deswegen für eine 4-köpfige Familie mit 1-1,5 Durchschnittsverdienern noch lange nicht. Skifahren ist für viele heute nicht mehr in der Form leistbar, wie es das noch vor 10 oder 15 Jahren war. Auf eine wochentagsabhängige Staffelung der Tageskartentarife ist schlicht und einfach bisher noch niemand gekommen - was noch lange nicht heißt, dass das deswegen nicht Sinn machen oder für den Gast attraktiv sein kann. Funktionierende Beispiele aus anderen Branchen gibt es jedenfalls genug.

Skifahren ist, das stimmt, sicher wesentlich teurer geworden als vor 10 bis 15 Jahren - nur wenn ich mir anschaue, was ich für die TSC bezahle und was ich dafür erhalte, dann muss man deutlich sagen, dass das Preis Leistungsverhältnis doch als günstig zu bezeichnen ist. Jedoch sind sicher auch die Betreiber und auch die jeweiligen Länder gefragt, hier attraktive Angebote zu schaffen.
Auch war es früher in der Schule Usus, auf Schulschikurse zu fahren (wir sind zwei Mal gefahren). Heute wird das ganze dann in Sommersportwochen, Kulturwochen oder Sprachwochen oder ähnlichem umgewandelt - und zwar aufgrund des Preises. Ich kenne Schulen, die veranstalten im April bereits ihre Sommersportwochen, und ich kenne auch einige Schüler, die nie in den Genuss einer Schulschiwoche gekommen sind. Die Kinder werden nicht mehr zum Skifahren gebracht, weder von den Eltern (die es sich womöglich nicht mehr leisten können, weil entsprechende Angebote fehlen) noch von der Schule. Wie sollen sie also auf die Piste kommen?


alex96 schrieb:
Alleine wenn ich mir den Pistenplan anschaue weiß ich spätestens seit dem Abriss der 4EUB dass mich dieses Gebiet nicht sehen wird.

Was für eine Argumentationskette... Offenbar trauern hier noch einige User der alten 4 EUB nach? Derweilen hat das Gebiet einige echt schöne Abfahrten zu bieten, aber Hauptsache eine im Endeffekt schrottige 4 EUB... Mit der 8 KSB wird immerhin das Anfängergelände vergrößert und nicht vergessen - wie in Serfaus sollte es dann möglich sein, dass ein Skilehrer 7 Kinder mitnimmt. Über Lofer hätte sich vermutlich kein Mensch aufgeregt, wenn man nur eine 4 KSB dort gebaut hat...

Und das bei dem einzigen Skigebiet der Region wo es sich m.M. nach lohnt hinzufahren! Ich dachte immer bei denen läufts noch einigermaßen gut

Also so alleine, wie du tust, ist das Hochkar nun auch wieder nicht. Lackenhof und Annaberg sind nicht allzuweit weg. Und in OÖ kommt dann gleich mal die Forsteralm.

MFG Dachstein
 
lanschi schrieb:
Gemäß einem OÖN-Artikel (zuverlässigere Quellen konnte ich auf die Schnelle nicht finden) machen die HiWu-Bergbahnen bei einem Umsatz von 11 Mio. € satte 3 Mio. € Gewinn: http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/art467,501478

Diese Relation Umsatz zu Gewinn ist in dieser Branche vollkommen unmöglich!
Eine Null zu viel beim Gewinn :wink:

Gerrit hat sicherlich Recht, die Geschichte wird das Land übernehmen und das Gebiet ohne größeren Neuinvestitionen erstmal so weiterführen.
Investitionen in die Region wie von manchen hier gefordert schön und gut. Nur wer soll das zahlen? Wieder das Land? Kann ich mir nicht vorstellen.

Konzept:
Da bin ich voll der Meinung von Kris.
Die Frage dabei ist, wie genau definiert man Konzept. Alles was mit den Bergbahnen zu tun hat gelb/blau anzustreichen ala SFL... Gilt das schon als Konzept?
Den Berg mit 8er Sesselbahnen zuzupflasten ala Flachau... Konzept oder verzerrte Realitätswahrnehmung?

Bezüglich der wirtschaftlichen Situation der Skigebiete mit Umsatz kleiner als 10 Mio, habe ich hier im Forum ja schon öfters die schwierige wirtschaftliche Situation angeführt. Es wird mir halt kaum Glauben geschenkt hier. Aber Fälle wie dieser zeigen ja die Realität.

Ohne Unterstützung seitens Bund, Land, Gemeinde wird keines, nicht ein einziges!, dieser kleineren Skigebiete überleben und wenn sie sich noch so geniale Konzepte überlegen (Stuhleck aufgrund der sehr speziellen Lage in der Nähe von Wien mal ausgenommen).
Das Skigebiet mit dem größten Nachtangebot Europas ist das nächste das Fallen wird. 2013? 2014? Oder doch noch diesen Sommer?...
 
Werna76 schrieb:
Ohne Unterstützung seitens Bund, Land, Gemeinde wird keines, nicht ein einziges!, dieser kleineren Skigebiete überleben
Da geb ich dir Recht, nur passiert das meiner Meinung nach gerade wegen der massiven öffentlichen Unterstützung für strauchelnde Skigebiete in der Region. Diese führt erst dazu, dass immer weitere Skigebiete in wirtschaftliche Schieflage geraten. Normalerweise würde, in Zeiten rückläufiger Nachfrage (und dies ist nun einmal der Fall, aus welchen Gründen auch immer) der Markt sich selbst "Gesund schrumpfen" indem die wirtschaftlich schwächsten Gebiete zusperrten und die verbleibenden dadurch wieder mehr Kunden hätten. Dies wurde aber durch öffentliche Eingriffe bisher verhindert, die Konsequenz ist jetzt, dass zu viele Skigebiete am Markt um immer weniger Kunden buhlen und am Ende keiner genug zum Leben hat. Dadurch gehen über kurz oder lang wohl alle privat betriebenen Gebiete den Bach runter und müssen gerettet werden und die öffentlichen Gebiete werden immer neue Subventionen zum überleben brauchen. Ist ein gutes Beispiel, warum staatliche Eingriffe in den freien Wettbewerb im Endeffekt regelmäßig nicht funktionieren. :wink:
Einen Zusammenhang mit Investitionen in KSBs un Co sehe ich da jetzt aber nicht unbedingt :?. Klar sind diese kein Allheilmittel, sondern müssen vorher sehr genau bedacht werden. Da aber bei einem anscheinend sehr große Kundenkreis eine Nachfrage nach solchem Komfort besteht, kann man sich damit auch sehr gut von anderen Gebieten differenzieren.
 
Werna76 schrieb:
Die Frage dabei ist, wie genau definiert man Konzept. Alles was mit den Bergbahnen zu tun hat gelb/blau anzustreichen ala SFL... Gilt das schon als Konzept?
Den Berg mit 8er Sesselbahnen zuzupflasten ala Flachau... Konzept oder verzerrte Realitätswahrnehmung?

Ich finde es eigentlich schade, dass man immer versucht, über solchen Gebieten in einer an und für sich sachlichen Diskussion seine Abneigung kundzutun. Ischgl wird mit dem ganzen Ballermanntourismus beispielsweise nie erwähnt, warum? Oder Sölden, das Zillertal, usw. SFL und Flachau scheinen manchen ein Dorn im Auge zu sein, oder wie soll ich das sonst interpretieren? Offenbar gefällt nicht jedem dieses Konzept, was SFL oder Flachau fährt. Egal, derjenige muss nicht hinfahren. Aber da ist wesentlich mehr dahinter als eine einheitliche CI und, verglichen zu manchen ostösterreichischen Gebieten hat die Region einen Leitbetrieb und kann davon (halbwegs) ordentlich leben, während in manchen anderen Regionen das nicht funktioniert.

Normalerweise würde, in Zeiten rückläufiger Nachfrage (und dies ist nun einmal der Fall, aus welchen Gründen auch immer) der Markt sich selbst "Gesund schrumpfen" indem die wirtschaftlich schwächsten Gebiete zusperrten und die verbleibenden dadurch wieder mehr Kunden hätten.

Die Angebotsbereinigung predige ich schon einige Zeit hier im Forum. Nur sobald ein Skigebiet zusperrt, geht in der jeweiligen Region die Wogen hoch. Da hängen Emotionen drinnen und auch einige Existenzen auch. Und genau hier liegt das Problem. Gesundschrumpfen ist leider nicht immer möglich. Denn wenn Existenzen bedroht sind, dann wird die Politik, die auf die Wähler, deren Existenz gefährdet ist, angewiesen ist, schleunigst etwas unternehmen. Und das ist der Anfang vom Teufelskreis. ich verstehe bis heute nicht, warum es beispielsweise im Inntal keine Angebotsbereinigung gegeben hat... Im Salzkammergut ist man ja schon mehr oder weniger dabei (Predigtstuhl vor Jahren geschlossen, Katrin nur mehr Sommerbetrieb).

MFG Dachstein
 
Die Gründe, warum man Skigebiete erhält verstehe ich schon, gerade in Regionen wo es sonst nicht viel anderes gibt. Nur darf man sich dann nicht wundern, dass diese künstlich am Markt gehaltenen Skigebiete mit anderen Gebieten die in einem freien Markt eigentlich überlebensfähig wären konkurrieren und diese dadurch auch Probleme bekommen. Das sollte eigentlich jedem mit ein bisschen wirtschaftlichem Grundverständnis einleuchten. Teufelskreis ist da genau das richtige Wort und den muss man entweder durchbrechen, oder immer weiter draufzahlen.
 
i-Sl schrieb:
Teufelskreis ist da genau das richtige Wort und den muss man entweder durchbrechen, oder immer weiter draufzahlen.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Nur bis man endlich von der emotionsgeladenen Diskussion zu einem klaren Gedanken kommt (und der kommt meist beim Blick auf das Konto - in Bad Ischl sind wir ja schon auf diesem Weg angekommen), ist in vielen Fällen schon viel Geld den Bach runter. In Solchen Diskussionen haben meiner Meinung nach Emotionen keinen Platz, da dürfen nur wirtschaftliche Aspekte zählen. Schließlich ist ein Skigebiet da, um Geld zu verdienen und in weiterer Folge der Region Wertschöpfung zu bringen.

MFG Dachstein
 
Dachstein schrieb:
Lieber ein Ende mit Schlecken als ein Schrecken ohne Ende.

MFG Dachstein

Spruch des Tages :lach: , was der gute Dachstein da wohl im Sinn hatte.... :wink:
 
i-Sl schrieb:
Einen Zusammenhang mit Investitionen in KSBs un Co sehe ich da jetzt aber nicht unbedingt :?.
Ich hab ja nichts gegen KSB und Co. Sinnvolle Ersatzinvestitionen sind ja selbstverständlich notwendig.
Aber Investitionen wie Märchenwiese Planai; aus Schlepper wird 8 KSB... Wozu? Weil es die Tiroler auch machen? Vollkommen sinnlos.
Es kommt kein einziger Gast mehr ins Gebiet ob dort jetzt ein 4er oder 8er Sessel steht.
Und genausowenig glaube ich, dass mehr Gäste kommen weil man eine EUB oder Sessel mit Sitzheizung anbietet. An den Tagen wo man die Dinger wirklich brauchen könnte, sind diejenigen die sie brauchen würden ohnehin nicht auf der Piste sondern lieber im Wellnessbereich des Hotels.

@Dachstein:
Ich bin jeden Winter mindestens 3 Tage in Flachau und finde dass SFL mit die schönsten Pisten Österreichs hat und fahre immer wieder gerne hin (wie schon öfters hier erwähnt).
Die Dinge die mir dort nicht gefallen, werd ich ja noch anführen dürfen.
Es ist mir ein Rätsel wieso du Kritik an SFL immer als persönliche Kritik annimmst.
Der einzige Grund warum ich SFL hier erwähnt habe, war um zu sehen ob du drauf einsteigst. Und sofort bist du dabei... Sehr berechenbar und ich finds mittlerweile sehr eigenartig wie du diesbezüglich reagierst. Hast wohl sehr persönliche Gründe das Gebiet so zu verteidigen und jeden hier kritisierst der SFL kritisiert.
Genausogut hätt ich schreiben können alles in grün und gelb anmalen ala Planai. Bin mir sicher dazu hättest nichts gesagt.

Warum ich Ischgl in einer Diskussion um die schwierige wirtschaftliche Situation der Seilbahnbranche nicht erwähne, sollte wohl klar sein.
Die könnten SFL aufkaufen ohne Fremdkapital dafür zu brauchen. Insofern haben die Jungs in Ischgl wohl wirtschaftlich einiges richtig gemacht. Obs gefällt oder nicht, wie sie das gemacht haben, ist natürlich Geschmackssache.
 
Werna76 schrieb:
Die Dinge die mir dort nicht gefallen, werd ich ja noch anführen dürfen.
Es ist mir ein Rätsel wieso du Kritik an SFL immer als persönliche Kritik annimmst.
Der einzige Grund warum ich SFL hier erwähnt habe, war um zu sehen ob du drauf einsteigst. Und sofort bist du dabei... Sehr berechenbar und ich finds mittlerweile sehr eigenartig wie du diesbezüglich reagierst. Hast wohl sehr persönliche Gründe das Gebiet so zu verteidigen und jeden hier kritisierst der SFL kritisiert.
Genausogut hätt ich schreiben können alles in grün und gelb anmalen ala Planai. Bin mir sicher dazu hättest nichts gesagt.

Da irrst du - ich hätte genau so bei der Planai was sagen müssen. Die Aussage,

Die Frage dabei ist, wie genau definiert man Konzept. Alles was mit den Bergbahnen zu tun hat gelb/blau anzustreichen ala SFL... Gilt das schon als Konzept?

dass es sich nur um ein Farbkonzept handelt, falsch; das ist zu banalisiert dargestellt. Darum geht es mir. Es steckt sowohl bei der Planai, Kleinarl, Zell am See, Mayrhofen und wie sie noch alle heißen als auch in SFL mehr dahinter. Vor allem ist der Vergleich eines Konzeptes für ein Großgebiet zu dem, was das Hochkar braucht, ein ziemlicher Gegensatz. Die großen Gebiete an sich definiere ich mal als Leitbetriebe, während das Hochkar dies nicht ist. Denn das Hochkar hat in der Region offenbar keinen Rückhalt, um ein Leitbetrieb für die Region zu sein. Daher sind Vergleiche hier äußerst schwierig.

Warum ich Ischgl in einer Diskussion um die schwierige wirtschaftliche Situation der Seilbahnbranche nicht erwähne, sollte wohl klar sein.
Die könnten SFL aufkaufen ohne Fremdkapital dafür zu brauchen. Insofern haben die Jungs in Ischgl wohl wirtschaftlich einiges richtig gemacht. Obs gefällt oder nicht, wie sie das gemacht haben, ist natürlich Geschmackssache.

Die Ischgler haben vieles richtig gemacht, aber nicht alles. Dennoch beachtlich, was die Leute dort teilweise gegen erhebliche Widerstände am Anfang auf die Beine gestellt haben, und dafür fahren sie nun auch die Ernte ein.

MFG Dachstein
 
Dachstein schrieb:
[Die Ischgler haben vieles richtig gemacht, aber nicht alles. Dennoch beachtlich, was die Leute dort teilweise gegen erhebliche Widerstände am Anfang auf die Beine gestellt haben, und dafür fahren sie nun auch die Ernte ein.
MFG Dachstein
Was wurde den falsch gemacht?
 
Das gehört hier aber nicht mehr her; ich führe es daher nur sehr kurz aus. ;)

Im Buch vom Erwin Aloys steht einiges drinnen. Der wirtschaftliche Start der Silvretta Seilbahn AG war holprig; und sie steckten in einem erheblichen Dilemma; waren sogar kurz vor dem Konkurs; das Land Tirol musste einspringen und finanzielle Schützenhilfe leisten.
Auch war die PB anfangs zu klein dimensioniert und musste bald durch eine weitere Bahn ergänzt werden - aber das ist Schnee von Gestern.

MFG Dachstein
 
spannend welche diskussion die insolvenz der hochkar sport gmbh auslöst.

ein paar gedanken meinerseits für die gründe:

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/464697_Betreiberfirma-des-Skigebiets-Hochkar-ist-pleite.html

"Der durchschnittliche Kartenpreis sank in den vergangenen Jahren u.a aufgrund von Marketingaktionen zum Beispiel mit der Handelskette Hofer."

hm, wenn diese aussage vom management wirklich so gemacht wurde, dann kann ich mich nur wundern. normalerweise sollte man sich im vorfeld überlegen und kalkulieren welche kosten entstehen könnten -> klarer managementfehler

investitionen der letzten jahre

mmn der hauptgrund für die insolvenz

scheint ein alpenostrand leiden zu sein, dass man nicht weiß, wo man lifte bauen bzw. erneuern sollte. siehe mönichkirchen/ mariensee http://alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=12&t=14676, st. corona, niederalpl, gemeindealpe

erneuert wurden ua
4er vorgipfel (ex esl)
4er draxlerloch (ex sl)
4er almboden (ex sl)

diese neuen anlagen haben kein einzigen zusätzlichen pisten km gebracht und wären allesamt nicht notwendig, da sämtliche von diesen liften bedienten pisten über andere lifte erreichbar sind.

dh hier wurden anlagen 1:1 ersetzt, anstatt das skigebiet richtung scheiterkogel, schmalzmauer, leckerplan süd oder zum talboden weiter zu entwickeln - hätte man das gemacht wäre die größe des skigebiets auch für mehrtages besucher interessant.

übernachtungsmöglichkeiten im skigebiet hab das 2007 bzw. 2008 genossen, weiß daher nciht ob sich in der zwischenzeit wesentliches verändert hat, damals war's auf jeden fall so dass die beherbergungsbetrieb renovierungspotenial hatten...

zusätzlich die zunehmende konkurrenz - gerrit hat's schon erwähnt - durch semmering und tlw. mönichkirchen/ mariensee

was man auch nicht unerwähnt lassen sollte, die anreise über westautobahn ist aufgrund des stark gestiegenen verkehrsaufkommen bei weiten nicht mehr so entspannt wie noch vor 20 jahren

trends wie freeriden wurden am hochkar auch nicht wahrgenommen, gerade hier könnte das hochkar mit seinen schneemengen punkten, angebot von geführten touren auf der südseite fehlen komplett obwohl sensationell schön wenn auch zugegebenermaßen anspruchsvoll

und zuletzt ein naturgegebener nachteil - das wetter des hochkarkessels, bringt dem hochkar zwar reichlich schnee (was im zeitalter von beschneiungsanlagen keinen wirklicher vorteil meh darstellt) hat aber den nachteil das die sonnenscheindauer bei weitem nicht das niveau der weiter östlichen und wien näheres gebiete hat.

mal sehen wie's weitergeht

ich nehm an der mann mit dem markanten mittelscheitel wird den geldhahn öffnen...
 
gernot schrieb:
hm, wenn diese aussage vom management wirklich so gemacht wurde, dann kann ich mich nur wundern. normalerweise sollte man sich im vorfeld überlegen und kalkulieren welche kosten entstehen könnten -> klarer managementfehler

Die Aussage schockiert freilich, denn offenbar wurden Frequenzen generiert, Kundschaft war da, hat aber kein Geld dagelassen. Auf der anderen Seite steht aber diese Aussage:

Das Skigebiet Hochkar hat nach einer verpatzten Winter-Saison die geschäftliche Talfahrt nicht mehr abbremsen können.

^^ Auch aus der Wienerzeitung. Wieviel da jetzt der Tatsache entspricht und wieviel journalistisches Repertoire ist, kann ich nicht sagen, jedoch wird hier die Aussage getätigt, dass der Winter an sich nicht das Gelbe vom Ei (fast schon Katastrophensaison) war und der von dir angesprochene Managementfehler nur ein kleiner, an der Misere beteiligte Sache war.

MFG Dachstein
 
Also ich kann das ganze noch immer nicht ganz glauben.
Hatte es doch die letzten Jahre eher den Anschein, als würden die nicht wissen, wohin mit dem Geld. Also wenn ich an die neuen Sessel an der DSB denke :rolleyes: Die alten Sessel waren doch sicher noch in Ordnung. Und eigentlich ist die DSB sowieso die unnötigste Bahn im Gebiet, erschließt nur eine Piste und diese ist aber auch mittels 4er SB Draxlerjoch + 4er SBKB erreichbar.
Und ob die zwei neuen fixen 4er SBF`s unbedingt notwendig waren, wage ich auch zu bezweifeln
Die meisten Pisten sind sowieso doppelt Lifttechnisch erschlossen. Also Einsparungspotenzial an den Liften gibts genug.

Ausserdem wurde doch erst vor ein oder zwei Jahren die Soletherme in Göstling eröffnet. Damit hat sich die Infrastruktur in der Gegend doch erheblich verbessert.

Von der Höhenlage und Schneesicherheit ist das Hochkar ja auch die Nr. 1 in NÖ. Der Funpark ist wohl auch der größte in NÖ. Und wo sonnst gibts in NÖ so viele Freeridemöglichkeiten mitten im Schigebiet?
Gleich in der Nähe, die neue Therme...

Eigentlich hat das Hochkar ja die besten Voraussetzungen in NÖ um wirtschaftlich zu laufen.
Also für mich ist dieses Debakel nicht ganz nachvollziehbar
 
Cruzader schrieb:
Und eigentlich ist die DSB sowieso die unnötigste Bahn im Gebiet, erschließt nur eine Piste und diese ist aber auch mittels 4er SB Draxlerjoch + 4er SBKB erreichbar.

ich hätt draxlerloch und vorgipfel abgebaut und die dsb in eine kuppelbare 4er umgewandelt, wär dann eine bahn mit halbwegs vernünftiger höhendifferenz (400m)

Cruzader schrieb:
Und ob die zwei neuen fixen 4er SBF`s unbedingt notwendig waren, wage ich auch zu bezweifeln
Die meisten Pisten sind sowieso doppelt Lifttechnisch erschlossen. Also Einsparungspotenzial an den Liften gibts genug.

ganz deiner meinung
 
Das Skigebiet Hochkar hat nach einer verpatzten Winter-Saison die geschäftliche Talfahrt nicht mehr abbremsen können.

^^ Auch aus der Wienerzeitung. Wieviel da jetzt der Tatsache entspricht und wieviel journalistisches Repertoire ist, kann ich nicht sagen, jedoch wird hier die Aussage getätigt, dass der Winter an sich nicht das Gelbe vom Ei (fast schon Katastrophensaison) war und der von dir angesprochene Managementfehler nur ein kleiner, an der Misere beteiligte Sache war.

MFG Dachstein

spricht noch mehr für krasse management fehler, eine schlechte saison darf ein unternehmen dieser größe nicht in die insolvenz treiben.
 
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