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Skiland Polen - update per 2008

Teil 3: SZCZYRK

So ich bin nun doch etwas schneller zum dritten Teil meiner kleinen Reise durch die polnischen Skigebiete gekommen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und auch erst einmal viel Spaß bei der Aussprache dieses Ortes! Kleine Hilfe: Wenn jemand mal in Polen ist und SchTschirk sagt, werden die Einheimischen das wohl verstehen.

Doch nun zum eigentlichen Thema: Wie heisst es so schön auf http://www.polen-info.de/ , der offiziellen Homepage des polnischen Fremdenverkehrverbandes:

Szczyrk (5.000 Einwohner) ist das zweitgrößte Wintersportzentrum Polens. Der Ort liegt 17 km südlich von Bielsko-Biala. Eine Seilbahn führt zum höchsten Gipfel der schlesischen Beskiden, dem 1257 Meter hohen Skrzyczne. Fast 60 km lange Skipisten und rund 40 Lifte gibt es in dem Skigebiet. Ein Teil der Strecken kann künstlich beschneit werden, es gibt auch Flutlichtanlagen.

Erst einmal vorweg: die Seilbahn ist ein klappriger alter 2er Sessellift (ich denke von 1423 ähh… 1958), 40 Lifte habe ich da noch nie gesehen, auf 60 km Piste kommt man nur bei Stubaier-Zählmethodik (ok, dann wären es wohl 80 km) und das mit der Beschneiung und dem Flutlicht ist doch sehr begrenzt, dennoch kann man Szczyrk zweifelsohne als das –nach Zakopane- zweitgrößte Wintersportzentrum in Polen beschreiben mit Potenzial auf mehr…

Ein nicht ganz unbekannten Kollege hier im Alpinforum hat einmal über das Skigebiet Wieden-Münstertal im Schwarzwald geschrieben: (Quelle: http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=8331&highlight=wieden )

„Das Skigebiet Wieden-Münstertal ist definitiv eines der besten Mittelgebirgs-Skigebiete Europas – wenn nicht das Beste. Das heißt, es wäre so gut, wenn es auch ein klein wenig modern wäre. Davon ist aber weit und breit nichts zu sehen.“

Besser als Chasseral Wieden-Münstertal hier beschreibt, kann man auch Szczyrk nicht beschreiben. Großes Potenzial, nix modernes (o.k. es gibt ne Web-Cam), jeder kocht seine eigene Suppe und alle wollen möglichst viel Profit und den sofort.


Pistenplan:
Quelle: http://www.narty.l.pl/




Das Skigebiet von Szczyrk besteht aus mehreren freistehenden einzelnen Skiliften (an denen ich noch nie war) und den beiden größeren Einzelskigebieten um den Berg Skrzyczne einerseits und die Berge Male Skrzyczne / Bialy Krzyz andererseits. Leider sind die beiden größeren Einzelskigebiete nur über einen Ziehweg in eine Richtung verbunden. Dieser Ziehweg war jedoch noch bei keinem unserer Besuche in Szczyrk geöffnet.

Eine funktionierende Verbindung in beide Richtungen mit vernünftigen Pisten und Liften scheitert nicht an der Topographie vor Ort, die eine Komplettschließung des Bergrückens m.E. nach problemlos zulassen würde. Ich denke, dass hier einfach die verschiedenen Eigentümer der Skigebiete weder einen Zusammenschluss oder evtl. einen gemeinsamen Skipass wollen.

Aber auch die beiden Einzelgebiete bieten für polnische Verhältnisse sehr lange und abwechslungsreiche Abfahrten, weshalb das Skigebiet -insbesondere am Wochenende- auch sehr gut besucht ist.

Bei beiden Liftgesellschaften steht m.E. insbesondere die Profitgier an erster Stelle, da moderne Liftanlagen –trotz der hohen Besucherzahlen nicht vorhanden sind. Für die freunde alter Lifte hier im Alpinforum wäre Szczyrk ein wahres Schlaraffenland, da man von einem Auslaufmodell ins nächste fällt (falls man nicht schon aus den sich lösenden Bügeln gefallen ist…mir nicht passiert aber schon gesehen). Erfreulicherweise sind die Pisten aufgrund der geringen Kapazitäten der Schlepplift häufig schön leer.

Im Gegensatz zum übrigen Polen ist Beschneiung in Szczyrk nahezu ein Fremdwort. Dafür werden die Pisten (um genügend Geld zu schaufeln) aber auch schon bei minimalster Schneeauflage geöffnet.

Doch nun zur Vorstellung der beiden größeren Einzelgebiete:

Von Szczyrk führt eine Doppelsesselbahn in zwei Sektionen auf den Skrzyczne und überwindet dabei rund 700 hm. Mit dieser „Hochgeschwindigkeitsbahn“ (geschätzte 2m/sec) werden alle Abfahrten am Skrzyczne erschlossen. Die Schlepplifte bedienen nur jeweilige Teilabschnitte. Das Gebiet ist an sich ist durchaus abwechslungsreich und bietet sogar eine schwarze FIS-Abfahrt. Diese war jedoch bei keinem meiner zwei Besuche am Skrzyczne geöffnet, da dort jeweils Skirennen ausgetragen wurden. Die rote Talabfahrt gehört für mich zum Besten was Polen abfahrtstechnisch zu bieten hat und mach bei guten Schneeverhältnissen richtig Spaß.



Das zweite flächenmäßig größere –und von mir bevorzugte- Skigebiet liegt unterhalb der Gipfel Male Skrzyczne / Bialy Krzyz. Hierfür gibt es einen besseren separaten Pistenplan:

Quelle http://www.snowpage.de/




Mit insgesamt 13 Schleppliften werden diese von den Talstationen Czyrna und Solisko erschlossen. Während die Pisten vom Gipfel des Male Skrzyczne nach Solisko problemlos zu meistern sind, ist die schwarze Talabfahrt nach Czyrna bei schlechten Schneeverhältnissen nur bedingt zu empfehlen. Insgesamt erreicht das Skigebiet rund um Czyrna / Solisko rund 600 hm und ist wartezeitentechnisch viel angenehmer als die Hänge unterhalb des Skrzyczne. Geringe Wartezeiten gibt es besonders bei den Liften unterhalb des Bialy Krzyz, ganz am Ende des Skigebiets. Jedoch sind die Pisten –mit Ausnahme der Piste am Zubringer aus Solisko- hier von der leichten bis zur ultraleichten Sorte.

Ein paar Bilder aus Szczyrk (Quellen: http://www.szczyrk.pl/ und http://www.narty.pl/

2. Sektion des Sesselliftes „C“


Schlepplift „B“, im Hintergrund die zweite Sektion des Sesselbahn „C“ dazwischen die in diesem Moment eher blau als rote Talabfahrt..


Kleine Warteschlange gefällig…:




Fazit:
Szczyrk ist einer der Orte mit dem großem Potenzial in Osteuropa auch ein international relevantes Skigebiet zu werden. Die Topographie lässt hier noch Pisten in Hülle und Fülle in allen Schwierigkeitsgraden zu. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein gemeinsamer Liftverbund und die Verbindung der beiden einzelnen größeren Skigebiete, eine zumindest Teilweise Modernisierung der Liftflotte und die Neuerschließung von Abfahrten insbesondere vom Skrzyczne zur Talstation des Liftes „K“. Aufgrund der auch in Polen immer schlechter (im Sinne von wärmer) werdenden Winter, ist zudem ein massiver und zügiger Ausbau der Beschneiung ebenfalls ein absolutes Muss.
Für mich rangiert Szczyrk aus Protest über das Auslassen von Chancen daher –nach langem hin und her- auch nur auf Platz 2 der polnische Skigebiete (Platz 1 kommt also noch). Trotzdem lohnt sich auch schon heute für alle eine 1-2 Tagestour.


Um das Potenzial ausnutzen zu können, das Topskigebiet Osteuropas zu werden, müssten m.E. folgende Lifte gebaut werden:

4er KSB mit Mittelstation von Szczyrk auf den Skrzyczne
4er KSB von der Talstation des Liftes „K“ auf den Skrzyczne
4er KSB von der Talstation des Liftes „K“ zur Mittelstation Hala Skrzyczenska am Male Skrzyczne
4er KSB von Solisko zur Mittelstation Hala Skrzyczenska am Male Skrzyczne
6er KSB von der Mittelstation Hala Skrzyczenska auf den Male Skrzyczne
4er KSB von Solisko zur Bergstation des Liftes „R“

Natürlich wären hierzu ein paar zig (30?) Millionen Euro erforderlich, aber bei dem Andrang der in Szczyrk oft herrscht, sollten die beiden Liftgesellschaften dieses Geld zumindest schon zum großen Teil an die Seite geschafft haben.

Liebe Grüße
Skilinde
 
Vielen Dank für die Infos!

Was man hier schön erkennen kann: Den Unterschied zwischen einem gutenund einem schlechten Pistenplan. Der gute (2.) Plan macht doch deutlich mehr Appetit als der für diesen Teilbereich sehr lieblose 2. Plan.

Was mich an Polen schon krass finde: Die Wörter, die man als Westeuropäer praktisch nicht aussprechen kann. Demgegenüber sind die germanischen und romanischen Sprachen für uns Westeuropäer so allesamt richtig heimatlich. 8)


@Mein Wieden-Münstertal-Bericht. Den hatte ich schon fast vergessen. Da hatte ich mir ja richtig Mühe gegeben! :wink: War aber offenbar kein so grosses Interesse an so einer Mittelgebirgs-Darstellung. Wie hast du den Bericht überhaupt gefunden? Alles durchgesucht? :D
 
skilinde schrieb:
... Generell kann man den „Skistaat“ Polen in drei Hauptregionen aufteilen...
Ist "Skistaat Polen" die offizielle Staatsbezeichnung? :wink: So ähnlich wie Lutherstadt Wittenberg, Autostadt Wolfsburg, Wissenschaftsstadt Darmstadt, etc. 8)

Spass beiseite: Andorra könnte sich mit diesem Titel wohl ironifrei schmücken. Ich glaube, kein Land erreicht auch nur annähernd das immense Verhältnis von Pistenfläche (oder Liftanzahl) zu Staatsfläche wie das in Andorra der Fall ist. Enstprechend kannte die Andorra-Präsentation auf der Expo 2000 auch nur Skifahren, Skifahren, Skifahren, Skifa..., Ski..., ...
 
@ Chasseral: Das mit dem Skistaat Polen ist mehr teilironisch (tolles Wort :wink: ) germeint. Einerseits ist der Gebirgsanteil an der Landesfläche ähnlich wie in Deutschland nur gering andererseits sind trotzdem viele Polen skiverrückt.

@ Chasseral zum zweiten: Auf den tollen Wieden-Münstertalbericht bin ich gestoßen, weil ich da im letzten Winter unbedingt mal hin wollte und daher ein bisschen gesurft habe. (Kann sogar sein, dass das mein erster Kontakt mit dem Apinforum war - bin mir aber nicht sicher.)

@ Chasseral zum dritten: Mit der Sprache ist das wirklich so ein Ding. Der Name Szczyrk geht im Polnischen auch nur, weil das Y dort ein Vokal ist.

@ Chasseral zum vierten: Das mit dem Pistenplan ist für Gesamt-Szczyrk sicherlich nicht so ganz einfach, weil sich die Skigebiete schon etwas um den Berg herum ziehen. Ähnlich wie am Feldberg, denn auch dort kann man Rothausbahn auf der einen und Zeigerlift/Seebuckbahn auf der anderen Seite nur schwer in eine gute Grafik reinbasteln. Eigentlich müsste man am Feldberg und in Szczyrk eine Darstellung analog Obertauern oder Sella Ronda wählen. Trotzdem im Grunde bin ich genau Deiner Meinung: es gibt gute und es gibt schlechte Pistenpläne)
 
Zakopane die Winterhauptstadt – Teil 1

Vorabbemerkung:
Aufgrund der Vielzahl der Skigebiete um und in Zakopane werde ich diesen Bericht in zwei Teile aufsplitten.

Die durch verschiedene internationale Sportwettkämpfe bekannte Stadt Zakopane (rund 30.00 Einwohner auf 838 Meter ü. NN) stellt das Herzstück des polnischen Wintersporttourismus dar. Die Stadt liegt sehr schön eingerahmt von den Bergen der hohen Tatra rund 110 km südlich von Krakau. Die große Beliebtheit der Stadt resultiert nicht nur aus den Möglichkeiten zum alpinen Skilauf, sondern ergibt sich auch aus der Vielzahl an sonstigen Wintersportmöglichkeiten. Ich denke, dass in den Ferien mindestens die Hälfte der Touristen nicht zum Skifahren sondern zum Winterwandern oder zum „Gesehen-werden“ kommt, nicht umsonst gibt man Zakopane oft den Beinamen „St. Moritz des Ostens“.

Die für mich schönsten Wanderziele um Zakopane herum sind die z.T. relativ weit in die Hohe Tatra hineinreichenden Gebirgstäler (Achtung im Winter zwingend festes und schneefestes Schuhwerk erforderlich, da hier zum Glück längst nicht alles geräumt wird) und der Gebirgssee Morskie Oko (Meeresauge) unterhalb des höchsten polnischen Berges, des Rysy (2.499 m). Falls Ihr mal zum Morskie Oko wollt, nehmt bloß nicht die Abzocke Pferde-Kutsche zum See sondern wandert die rund 9 km (schätzungsweise 400 hm). Mit einigen Abkürzungen durch den Wald kann man dabei den Weg deutlich verkürzen und die Steigungsprozente deutlich erhöhen. Übrigens: Selbst an schönen und relativ warmen Wintertagen blässt am Morskie Oko oft ein kühler (eher eiskalter) Wind – ich habe da ganz schön gebibbert...

Der Morskie Oko im Sommer: Quelle: http://pl.wikipedia.org.pl

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Wie sooft in Polen gibt es „das“ Skigebiet Zakopane nicht, sondern es gibt vielmehr viele kleinere Skigebiete in und um Zakopane herum, die natürlich nicht untereinander verbunden sind und nur selten mit einem gemeinsamen Skipass befahren werden können.

Das krasseste Beispiel hierfür ist die Gubalowskie-Gebirgskette, die im Norden der Stadt den letzten mittelgebirgsähnlichen „Hügel“ (bis 1160 Meter im Gipfel Butorowy Wierch) vor den ca. 6 km weiter südlich steil aufsteigenden Bergen der hohen Tatra darstellt.

Auf der Gubalowskie-Gebirgskette kann man einen schönen Gipfel-Panoramaweg mit Blick auf die Hohe Tatra entlang gehen (ultraleichter Spazierweg – trotzdem sehr zu empfehlen). Dieser Panoramaweg führt auch an den Bergstationen der einzelnen Skigebiete an der Gubalowskie-Gebirgskette vorbei. Die allesamt südseitig ausgerichteten Skigebiete sind die von Gublalowka, Polana Szymoszkowa und das bisher von mir nicht besuchte Gebiet Butorowy Wierch.

Wie schon gesagt, sind die drei Skigebiete nicht miteinander verbunden, was sich aber durch den Neubau von nur 2 Liften (4 wären allerdings besser dann wären die dazugehörigen Pisten nicht so flach) problemlos beheben lassen könnte, wenn man sich nur mal einig wäre. Aber das mit der Einigkeit hatten wir ja schon bei Szczyrk…
Dieses ist vor dem Hintergrund, dass die beiden „äußeren“ Skigebiete Gublalowka und Butorowy Wierch von der gleichen Gesellschaft betrieben werden umso ärgerlicher.


Im Osten des Bergrückens der Gubalowskie-Gebirgskette liegt das gleichnamige Gubalowka-Skigebiet.

(Quelle der Panoramakarte: [url]http://www.narty.l.pl
)



Das Gublalowka-Skigebiet (Quelle der Bilder http://www.pkl.pl) wird von einer Standseilbahn und einem Schlepplift erschlossen.





Standseilbahn

Die moderne Standseilbahn überwindet dabei einen Höhenunterschied von rund 300 Metern und erschließt eine zwar in Summe leichte, aber dennoch nicht uninteressante Abfahrt. Im oberen und untere Bereich kann man sich auf dem breiten Hang schön austoben. Im schmaleren und etwas steileren Mittelteil wird dabei die Standseilbahn unterquert. Gerade im oberen Pistenabschnitt kann man bei gutem Wetter ein tolles Panorama genießen.






Unterer Teil der Piste, nach der Unterquerung der Standseilbahn, da heißt es Schuss fahren…


… um bei der Talstation anzukommen

Wandert man auf dem oben beschriebenen Panoramaweg rund ca. 500 Meter Richtung Westen erreicht man die Bergstation des nächsten Skigebiets: Polana Szymoszkowa

(Quelle der Panoramakarte und Bilder: http://www.szymoszkowa.pl



Der von einer Doppelmayr 6 KSB-B (ich kenne keinen weiteren Bubble 6er in Polen) und einer 4SB (ohne Fußstützen) erschlossene Hang gefällt mir persönlich nicht so sehr. Direkt unterhalb der Gipfelstation der 6KSB–B (HU: 261 Meter / Länge 1291 Meter) gibt es einen -je nach Schneezustand- super tollen steileren Einstieg bzw. mit tennisballgroßen Eisklumpen übersähten katastrophalen Einstieg in die Abfahrt, eher die Piste zum Ende immer mehr und mehr abflacht. Die 4 SB, die nur den untersten Hangabschnitt bedient, überwindet auf 360 Meter Länge sage und schreibe 60 Höhenmeter. Ich kann mich an die Preise hier nicht mehr genau erinnern, weiß nur noch, dass es für polnische Verhältnisse schon ziemlich teuer war. Dennoch habe ich hier einmal Wartezeiten von mehr als 20 Minuten erlebt, was auch für polnische Verhältnisse äußerst ungewöhnlich lang ist (allerdings war das in den Weihnachtsferien, wenn halb Polen in Zakopane ist).


Extrem „steiles“ Gelände unterhalb der 4 SB… und das Foto stellt das Gelände noch mindestens doppelt so steil dar, wie es ist.


Der schon flache Mittelteil der Hauptpiste


Toller Blick auf die Hohe Tatra


für Bully-Freunde



Nochmals rund 600 Meter weiter auf dem Panorama-Wanderweg erreicht man den Skihang des Butorowy Wierch.

(Quelle der Panoramakarte: http://www.narty.l.pl




Über diesen Hang kann ich nichts weiter sagen, da ich ihn noch nicht gefahren bin. Beim Sparziergang auf dem Panoramaweg sah er nach nichts Besonderem aus, ohne das ich genauer hingeschaut habe. Da es Sommer war, wollte ich lieber ein paar Runden auf der Sommerrodelbahn an der Gubalowka-Standseilbahn drehen.


Fazit:
Die oben dargestellten Einzelskigebiete muss man nicht unbedingt gesehen haben, bieten aber für 2-3 Stunden Spaß. Eine Verbindung der einzelnen Skigebiete der Gubalowskie-Gebirgskette würde ein interessentes mittelgroßes Gebiet ergeben, wird –so befürchte ich- wohl aber ein Traum bleiben. Der gesamte Bergrücken würde denke ich noch 3-4 Sesselbahn hergeben (wovon nur 2 für die Verbindung der einzelnen Gebiete zwingend notwendig wären). Ein Abstecher nach Zakopane sei dennoch jedem schon jetzt empfohlen. Die Landschaft mit dem Übergang vom Hügel- ins Gebirgsland ist wirklich schön und das Freizeitangebot über das Skifahren hinaus ist groß. Touristisch ist Zakopane für alle Geldbeutel gut erschlossen. Aber auch skifahrerisch hat Zakopane noch mehr zu bieten.

Doch dazu mehr demnächst in der Fortsetzung: Zakopane Teil 2 mit dem höchsten Skiberg Polens, der mich bisher im Winter einfach nicht haben wollte (vielleicht ist deshalb Zakopane nicht meine Nr. 1 oder Nr. 2 in Polen), sowie einer schwarz-grünen Skigebietskoalition, und mit einem tollen interaktiven Skipanorama, welches die Qualität des Skigebiets leider übertrifft.

Bei Fragen… natürlich gerne.

Liebe Grüße
Skilinde
 
Wie sooft in Polen gibt es „das“ Skigebiet Zakopane nicht, sondern es gibt vielmehr viele kleinere Skigebiete in und um Zakopane herum, die natürlich nicht untereinander verbunden sind und nur selten mit einem gemeinsamen Skipass befahren werden können.

.. was ja wohl auch für Tschechien gilt, soweit ich mich an Berichte hier erinnere..

Was mich aber wundert, wo doch diese Länder einst so kommunistisch/sozialistisch waren. Ich dachte, das Ziel damals war (grob gesagt) "was mein ist, ist dein/unser" - und so komplett antikapitalistisch (zumindest vom "Ziel" her) eingestellt - andererseits scheinen gerade die Schleppliftbetriebe in den Ländern ziemlich kapitalistisch orientiert gewesen zu sein, wenn man bei jedem Lift extra zahlen musste?
 
@ starli:
guter Punkt. Ich versuche mal bei Gelegenheit herauszufinden, ob man z.B. in Szczyrk zu Zeiten des Kommunismus mit einem Skipass alle Lifte befahren konnte. Wäre ja möglich, das der Staat die Skilifte später getrennt privatisiert hat, um höhere Einnahmen zu haben.
 
skilinde schrieb:
... Wäre ja möglich, das der Staat die Skilifte später getrennt privatisiert hat, um höhere Einnahmen zu haben.
Das sind systemimmanente Nachteile des Kapitalismus; aber wo richtiger Wettbewerb herrscht, da reguliert sich das normalerweise wieder aus (siehe Alpen). Aber in Polen herrscht vermutlich auf dem Skisektor kein richtiger Wettbewerb. Da gilt wohl: Nachfrage >> Angebot. :?
 
Zakopane die Winterhauptstadt – Teil 2


Von der gleichen Gesellschaft wie die zuvor dargestellten Skigebiete von Gublalowka und Butorowy Wierch wird auch der höchste Skiberg Polens der Kasprowy Wierch erschlossen.

Von meinen zwei Versuchen auf diesen Berg im Winter zu kommen sind beide leider fehlgeschlagen. Einmal waren die Anlagen wegen zu starken Windes außer Betrieb, das andere Mal war uns die Schlange an der Talstation einfach zu groß. Es standen ca. 400 Leute vor uns an der Talstation. Nun viele von Euch denken sich, dass ist doch ok, dauert halt rund 20 Minuten. Aber halt, die Gondelbahn am Kasprowy Wierch hat eine Kapazität von sage und schreibe 180 Personen/Stunde, so dass wir uns eine Wartezeit von mehr als zwei Stunden dann doch schenken wollten und lieber zum Nosal (s.u.) gefahren sind. Aus einem eigenen Besuch im Herbst (auf dem Gipfel war allerdings schon Frühwinter) und Berichten von Bekannten kann ich aber auf jeden Fall sagen, dass ich da unbedingt mal rauf muss, denn: Der Berg ist absolut nichts für Anfänger.

Nach der Auffahrt von der auf 1014 m Höhe gelegenen Talstation in Kuznice heißt es, bei der auf 1354 m gelegenen Mittelstation umsteigen in die zweite Sektion der Pendelbahn, die genauso langsam ist wie die erste. Knapp unterhalb des Gipfels (1987 m) liegt die Bergstation auf 1959 m. Hier heißt es nun sich zu entscheiden. Linke Hand geht es über rund 350 hm sehr steil (schon tiefschwarz) beginnend und dann spürbar flacher werdend zur 4SB Gasienicowa. Von dort aus kann man weiter Richtung Tal abfahren. Das sollte man m.E. aber nur tun, wenn man sich wirklich sicher ist, dass es keine Schlange an der Talstation gibt… oder man seinen Skitag beenden will.

Rechte Hand von der Gipfelstation der Gondelbahn ist die Piste zunächst eher sanft. Dennoch sollte sich kein Anfänger verleiten lassen diesen Weg auszuprobieren, denn auch hier kommt ein knackiger Steilhang auf der Abfahrt zur alten Doppelsesselbahn Goryczkowa, die auf einer Länge von rund 1600 m rund 600 hm überwindet.

Auch von der Talstation der Doppelsesselbahn Goryczkowa geht eine rote Abfahrt weiter talwärts. Grundsätzlich denke ich (wie gesagt, ich war noch nicht im Winter dar) sollte man oben im Skigebiet keine Probleme mit Wartezeiten haben, da die Kapazitäten der Sesselbahnen Gasienicowa (2400 Pers/h) und Goryczkowa (770 Pers/h) die der Zubringer-Gondel massiv übersteigen.


(Quelle der Panoramakarte: http://www.narty.l.pl )



Der Kasprowy Wierch (Quelle der Bilder http://www.pkl.pl) wird von einer Gondelbahn (2 Sektionen) und zwei Sesselliften erschlossen.

Gondelbahn


Ausfahrt aus der Mittelstation


Sesselbahn Gasienicowa - Bergstation


Sesselbahn Gasienicowa – Blick von der Bergstation zur Talstation. Man kann das steile obere Stück der Piste schon anhand der Steigung der Bahn im Schlussabschnitt erahnen.


Steilstück der Piste


Skihang mit dem Steilhang im Hintergrund und dem eher flachen Auslauf


Sesselbahn Goryczkowa




Wie schon oben geschrieben sind wir aufgrund der zu lange Wartezeit am Kasprowy Wierch einmal zum Nosal ausgewichen. Dieses relativ kleine Skigebiet ist in seinen Gegensätzen so krass, dass ich es immer als schwarz-grüne Koalition bezeichne.

(Quelle der Panoramakarte: http://www.narty.l.pl )



Man stelle sich vor, die örtliche Skischule übt mit Anfängern an den Schleppliften mit grüner Piste. Unterstellen wir mal, dass die Skiliehrer so verantwortungsbewusst sind mit einem Anfängerkurs dann nicht auf den schwarzen (m.E. eher dunkelroten, aber was soll’s) Haupthang zu gehen. ABER: leider sind die Anfänger an sich nicht so verantwortungsbewusst und gehen nach Beendigung ihres Skikurses (oder ganz ohne) noch einmal auf die Hauptabfahrt. Als wir dort waren haben –bei zugegebenermaßen auch eisigen Pistenverhältnissen- ständig 50% der Leute auf der Piste gelegen. Glücklicherweise ist die Piste im Verhältnis zur Kapazität des Einersesselliftes schön breit, so dass man trotz zahlreicher umgefallener Leute gut fahren konnte. Allerdings 3 Krankenwagen an einem Tag sagen schon einiges…

Bilder der schwarz-grünen Koalition (Quellen: http://www.ciekawemiejsca.org):
Anmerkung: Ich stelle hier mal zwei Links ein, da das automatische Verlinken nicht klappt. (Falls auch der Link nicht funktioniert, dann die Adresse als Text in die Adress-Zeile des Browsers kopieren, dann müsste es klappen)

http://www.ciekawemiejsca.org/zdjecia/245.jpg

http://www.ciekawemiejsca.org/zdjecia/244.jpg


Das letzte Skigebiet in Zakopane, welches ich Euch vorstellen möchte ist Harenda.

(Quelle der Panoramakarte: http://www.narty.l.pl )



Oder die für so ein Miniskigebiet ziemlich gute, interaktive Panoramakarte. (Quelle: http://www.harendazakopane.pl )

http://www.harendazakopane.pl/index.php?strona,podserwis,pol,lato,1365,0,glowna,zima,ant.html

Dann Klick auf das Bild unter MAPA OSRODKA
Dann Klick auf den blinkenden Text PREZENTACJA OSRODKA
Dann Klick auf den gewünschten Menüpunkt im rechten Textmenü und ggf. den Anflug auf das kommende Bild abwarten.


Der von einer –meiner Meinung nach ziemlich ruckeliegen- Leitner 4 SB und drei Schleppern erschlossene Gebiete liegt aus Krakau kommend direkt beim Ortseingang von Zakopane. Bei für Zakopane-Verhältnisse eher unterdurchschnittlichen 210 Meter Höhendifferenz kann das Skigebiet bei mir nur wenig punkten, insbesondere da ich hier noch nie (war auch nur einmal dort) gute Schneeverhältnisse erlebt habe. Vielleicht reicht dort die Beschneiung für den doch durchaus steileren Hang einfach nicht aus. Vorteilhaft ist, dass man anscheinend –so sagte einer meiner polnischen Verwandten- hier die geringsten Wartezeiten von Zakopane hat. Das kann ich von meinem einen Tag dort bestätigen, es war nichts los.

Bilder: (Quelle: http://www.harendazakopane.pl )

Blick auf den Hang, im Hintergrund das zuvor beschriebene Nosal-Skigebiet.


Bergstation


Sparversion einer Talstation…(so waren übrigens auch bei meinem Besuch die Schneeverhältnisse)


Blick auf die Schlepper:


Hang in der Totalen:






Fazit:
Zum Kasprowy Wierch muss ich unbedingt noch hin. Nosal + Harenda sind nicht die absoluten Highlights in Polen, wobei der Hang am Nosal schon klasse ist, nur sind hier die dauernde Stürze der Anfänge und die quasi nicht vorhandene Geschwindigkeit der Sessellift ärgerlich. (Ich weiß, einige von Euch lieben solche Anlagen, aber ich will wenn ich dort bin skifahren und nicht im Lift rumhängen…). In Summe halte ich Zakopane für einen Kurztrip absolut empfehlenswert.


Liebe Grüße
Skilinde
 
Vielen Dank für die tolle Beschreibung!

Die Skigebiete um Zakopane machen einen aussergewöhnlich abwechslungsreichen Eindruck! Wenn das näher von uns aus wäre, würde ich da sicherlich mal hinfahren.

Einei Frage noch (vielleicht habe ichs überlesen): Was für ein Typ Sessellift ist eigentlich der am Butorowy Wierch?
 
@ Chasseral:
Freut mich das die Berichte Dir gefallen haben. Abwechslungsreich trifft es bei Zakopane sehr genau. Ganz am Schluss meiner Polen-Dokumentation werde ich auch noch eine Skirundreise-Empfehlung machen. Vielleicht lohnt sich dann ja auch die längere Anfahrt. :wink:
Die Seeselbahn am Butorowy Wierch ist ein alter Zweiersessel (Hersteller kenne ich leider nicht. :nixweiss: Da ich aber weiß, dass hier bei vielen Leuten großes Interesse an solchen Informationen herscht, werde ich zukünftig mehr darauf achten.)
 
skilinde schrieb:
... Vielleicht lohnt sich dann ja auch die längere Anfahrt. ...
Wieviele km sind es denn aus Nähe Heidelberg?

Bislang sind mir sogar Mitte-Osten Österreichs zu weit. 600 km sind so meine derzeitige Schmerzgrenze und innerhalb dieses Radiuses gibts halt für mich noch viel zu entdecken. Unabhängig davon: Das scheint schonmal was ganz anderes zu sein als die Alpen und daher für einen einmaligen Ausflug auch sehr reizvoll. Wegen dem Faktor "was anderes zu sein", habe ich auch Dachstein-Krippenstein mal in meine Planung aufgenommen, obwohl es etwas über der Entfernungs-Schmerzgrenze liegt.
 
@Chasseral: Da müsstest Du Deine Schmerzgrenze schon deutlich erweitern. Aus Karlsruhe (ist ja nicht so weit von Dir) sind es nach Zakopane schon rund 1.100 km. Allerdings wird erfreulicherweise bei Urlauben in Polen (oder auch der Slovakei / in Tschechien kenne ich die Preise nicht) die Schmerzgrenze im Geldbeutel viel später erreicht als in den Alpenorten (auch wenn es selbst in den Alpen ein paas günstige Gegenden gibt).
 
Wie gut kommt man eigentlich in Polen mit den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch durch?
 
@Chasseral: Englisch geht überall gut bis sehr gut, Deutsch in den Tourismusszentren (Krakau, Zakopane) oft auch noch ganz gut, Französisch habe ich noch nie probiert (weil ich es nicht kann...).
 
1.100 km sind aber echt der Hammer - wusste gar ned, dass Europa so gross ist. :wink: Für ne Autoanreise echt zu weit. :cry:
 
@ Chasseral: Es geht mit dem Auto schon ganz gut. Wenn man in D morgens früh losfährt geht das schon in 10 Stunden. Aber prinzipiell bevorzuge ich auch den Flieger (ohne Werbung machen zu wollen: Wenn man früh genug bucht kommt man schon ab ca. 50 € one way nach Krakau und die Mietwagenpreise müssten in Polen auch ok sein, weiss ich aber nicht).
 
Krynica Kur+Ski


Allen von Euch die unter Störungen des Verdauungs- und Harntraktes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen leiden und während eines Kuraufenthaltes nicht auf Skifahren verzichten möchten, denen empfehle ich den auf rund 700 m üNN liegen Kurort Krynica, der in Polen mit seinen sieben Quellen auch gerne als die „Perle der polnischen Bäder“ bezeichnet wird. Krynica hat allerdings auch für die Gesunden unter Euch einiges zu bieten.

Insgesamt sind mir drei Skigebiete in Krynica bekannt, nach Größe sortiert sind dieses die Gebiete Henryk (4 Schlepplifte), Slotwiny (7 Schlepplifte) und als Highlight das Gebiet Jaworzyna mit 7 Schleppliften und einer modernen (ich denke Baujahr 1997) 6MGD von Girak, auf welches ich nachfolgende eingehen werde, da es das einzige ist, in dem ich schon skitechnisch unterwegs war.

(Quelle der Panoramakarte: http://www.narty.l.pl )



Den Skitag unterhalb des 1114 m hohen Jaworzyna Kynicka kann man entweder in Czarny Potok an der Talstation der Gondelbahn (645 m üNN) oder in Izwor (675 m üNN) an der Talstation der Schlepplift „F“,“G“ und „H“ beginnen. Am Gipfel angekommen steht einem dann -mit Ausnahme zweier leichter Pisten an den Schleppliften „C“ und „D“ eine –für polnische Verhältnisse- Vielzahl angenehm geneigter bis rassiger Pisten bis zu einer Länge von 2,6 km zur Verfügung. Die lange Talabfahrt zur Gondelbahn und die Piste entlang des Schlepplifte „E“ sind dabei auch abends beleuchtet. Alle Pisten –mit Ausnahme der unwichtigen grünen Strecke zur rechten des Gipfels- sind beschneit.

(Quelle der Bilder: http://www.jaworzyna-krynicka.pl )


6 MGD



Tatrapoma(?) Stangenschlepper



Teller „E“ und Bergstation Gondelbahn



Fragt mich nicht nach dem Hersteller, ich hab keine Ahnung (im Zweifel Tatrapoma, denn davon ist in Krynica mit Ausnahme der Gondel fast alles), aber vielleicht interessiert es einige.



Na, dass so etwas im Lift nicht erlaubt ist…



Für Bully-Freunde





Fazit:
Krynica lohnt einen Besuch, wenn man in Südpolen ist. Die Pisten sind überwiegend anspruchsvoll und eine 2,6 km lange beleuchtete Talabfahrt können auch nicht so viele Alpengebiete vorweisen. Würden noch Schlepplifte „E“ und „F“ (mit in Summe rund 440 hm) auf der linken Bergseite durch eine Kapazitätsstarke 6er Sesselbahn ersetzt, könnte Krynica den Sprung in meiner Polen Hitliste von Platz 4 weiter oben schaffen, da dadurch die lästigen Wartezeiten verkürzt und der Komfort spürbar erhöht werden könnte.


Liebe Grüße
Skilinde
 
Chasseral schrieb:
@Mein Wieden-Münstertal-Bericht. Den hatte ich schon fast vergessen. Da hatte ich mir ja richtig Mühe gegeben! :wink: War aber offenbar kein so grosses Interesse an so einer Mittelgebirgs-Darstellung. Wie hast du den Bericht überhaupt gefunden? Alles durchgesucht? :D

nur weil keiner etwas dazu schreibt, heisst es ja nicht, dass es keiner liest. Oder keiner mit Interesse liest. Normalerweise taugt ja jeder Deiner Berichte...

Sind mir auf jeden Fall lieber als 300 Berichte über Saalbach, Zillertal und SFL bei denen es doch eine gewisse Überhäufung gibt...
 
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