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Standseilbahn Kaprun

GMD schrieb:
Viele Menschen haben einen Mordsbammel vor Seilbahnen, erst recht nach einem der seltenen Unglücke, setzen sich aber ohne Bedenken in ein Auto.
genau das meinte Ich. Autounfälle passieren Täglich, Seilbahnunfälle 1x in 4 Jahren, wenn überhaubt so oft!
 
Ich kann die Menschen verstehen, die vor Sachen angst haben, die sie nicht selber steuern können, und wo man nicht jederzeit verlassen kann. Und da iss einfach das Auto für viele das sicherste Fortbewegungsmittel -- man kann jederzeit stehn bleiben, oder ruhige Strassen wählen, wo net viel Verkehr iss. Ich kenn das z.B. bei Achterbahnen etc. wenn man mal drinnen iss, und die Fahrt losgeht , dann gibts kein Zurück mehr. Und bei Seilbahnen / Flugzeugen isses genaus so. Die Höhen Angst kommt noch dazu. Aber ne Standseilbahn fährt auf dem Boden, da sind sich die Leut mehr sicher. Und U Bahnen fahrn sie auch. Nur kann man die im Regelfall alle ca. 800 m verlassen, bei ner Berg Tunnelbahn gibts keine Notausgänge, keine Zwischenhalte, man steigt unten ein, und manche zittern bis sie oben sind. Hoffentli geht alles gut... (mal ganz ehrlich zugegeben, so geht s mir manchmal bei steilen Schiabfahrten, wo man net sicher iss, ob s net unten total vereist sind...Schattberg Nord beispielsweise...)
Und die Seilbahnen in Kaprun sind wirklich nix für ängstliche Leut, ich würd mal sagen, steiler können Seilbahnen nimmer sein. Für ängsliche Leut könnt ma ne 3 S Bahn vom Maiskogel rüberbaun... die wär net so steil. Als Altenative.
Im übrigen stellt man immer wieder fest, die Leut sind froh, daß der Trend EUB statt`` Sammel- PB `` auf dem Vormasch iss. Die wollen net so überfüllte Gondeln mit 180 Leuten.
Mir geht s so mit Flugzeigen, lieber mitm Auto als fliegen... da fühl ich mich net wohl, liegt vermutlich an den teils ewig langen Flugzeiten, ne Autofahrt kann ma jederzeit unterbrechen.
Man darf einfach bei der Fahrt an nix schlimmes denken...
 
Irgendwer fragte nach Bilder des Matterialtansports mit der Panoramabahn:
urlaub608qv7.jpg

urlaub607xb1.jpg

Die Bilder sind von Klare- Quelle: http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=22612&highlight=panoramabahn+lastengeh%E4nge
Mal be frage dazu, was ist das vor dem Matterialgehänge?
Ist zwar OT aber ich wusste nicht wohin sonst damit!
mehr konnte ich erstmal nicht finden!
 
Auch ich fühle mich dem Unglück in Kaprun sehr verbunden, da nur persönliche Faulheit (kein Bock so früh aufzustehen) mich an diesem Tag davon abhielt, dorthin zu fahren (ok, wäre a) eh mit der EUB gefahren und b) schon früher da gewesen). Hab mir, als ich letztes Jahr dort war, auch die Gedenkstätte ausführlich angeschaut.
Und ich weiss auch noch, wie ich am Ende der Unglücksaison in die Standseilbahn in Bad Hofgastein Einstieg (ok, die ist überirdisch geführt) und mich fragte, was hätte ich damals in dem Tunnnel gemacht? Rauf oder runter?
Nichtsdestotrotz denke ich mir, dass ich, wenn die Bahn heutzutage noch fahren würde, ich damit fahren würde. Beim vorbeifahren durch den Tunnel würde ich kurz den Toten gedenken (so mach ichs beim Autofahren an ein paar Kreuzen auch) aber naja, life goes on. An Eschede fährt auch jeder ICE wieder vorbei, die Flugrouten gen USA gehen sicherlich auch noch an Lockerby vorbei.

@jefflifts: ich meine in Österreich dürfen bei Umlaufbahnen (auf jeden Fall bei Personentransport) nie nur einzelne Fahrbetriebsmittel fahren, es müssen immer mindestens 3 sein (eins unbesetzt vor dem besetzten, dann eins folgend). Deshalb sind bei Revisionen auch immer 2 Fahrbetriebsmittel und die Revisionsgondel unterwegs. Glaub der Grund ist, dass bei einem etwaigen Klemmkraftverlust des Betriebsmittels mit Personen drin dann noch eine kleine Chance hat, vom nachfolgenden Betriebsmittel gebremst zu werden.
 
kaldini schrieb:
Ich meine in Österreich dürfen bei Umlaufbahnen (auf jeden Fall bei Personentransport) nie nur einzelne Fahrbetriebsmittel fahren, es müssen immer mindestens 3 sein (eins unbesetzt vor dem besetzten, dann eins folgend). Deshalb sind bei Revisionen auch immer 2 Fahrbetriebsmittel und die Revisionsgondel unterwegs. Glaub der Grund ist, dass bei einem etwaigen Klemmkraftverlust des Betriebsmittels mit Personen drin dann noch eine kleine Chance hat, vom nachfolgenden Betriebsmittel gebremst zu werden.

Das Ganze heißt Gruppenfahrt, falls es wen interessiert ;)

MFG Dachstein
 
ich kann das mit der 'gefühlten' Sicherheit im Auto durchaus nachvollziehen, allein das Gefühl, die Kontrolle aus der Hand zu geben erzeugt bei vielen die Angst ausgeliefert zu sein. Wenn dann bei einer SSB noch Raumangst oder bei einer PB Höhenangst hinzukommt entsteht bei den Betroffenen eben Stress.
Das Unglück in Kaprun ist sehr present in den Medien ausgetragen worden, so dass man bei einer Fahrt durch diesen Tunnel unweigerlich an das Schicksal der Menschen denken muss. Ich denke, viele kennen das Gefühl, wenn man irgendwelche Gedenkstätten besucht, einerseit ein Gebäude wie viele andere, aber wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt entsteht doch eine andere emotionale Sicht der Dinge.
Ich war übrigen im Dez des gleichen Jahres in Tignes und an dem Tag, an dem der KSB-Zubringer zum Gletscher geschossen war sind wir mit der SSB ("Funiculaire", recht neues Teil mit Schleusen, also auch recht sicher) gefahren. Diese hat dann prompt nach 100m eine Vollbremsung hingelegt, es roch verbrannt (Bremsstaub) und der Wagen wurde relativ ruckelnt (per hand?) wieder zurück in die Station gefahren. Dort wurden zunächst die Türen nicht geöffnet, weil man gleich wieder die Bergfahrt starten wollte. Nur wollten etliche aussteigen.
Etwas Panik machte sich breit und nachdem einige gegen die Türen und Scheiben geschlagen hatten machte man dan doch die Türen auf. Wir sind dann auch erstmal raus und obwohl ich ein sehr technisch/analytisch denkender Mensch bin, der sich sagt, das die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, blablabla, ich war erst auch etwas "durch den Wind".
Wir haben dann den Tag bei Wein und Käse in Tignes verbracht und an diesem Tag hätten mit keine 10Pferde da hoch gebracht (obwohl ja jetzt nichts passiert war).
Am nächsten Tag gings dann wieder, aber auch wenn wir jetzt an Ostern im Val Gardena Express sitzen werd ich da immer wieder dran denken müssen.

vdb
 
valdebagnes schrieb:
ich kann das mit der 'gefühlten' Sicherheit im Auto durchaus nachvollziehen, allein das Gefühl, die Kontrolle aus der Hand zu geben erzeugt bei vielen die Angst ausgeliefert zu sein. Wenn dann bei einer SSB noch Raumangst oder bei einer PB Höhenangst hinzukommt entsteht bei den Betroffenen eben Stress.
Das Unglück in Kaprun ist sehr present in den Medien ausgetragen worden, so dass man bei einer Fahrt durch diesen Tunnel unweigerlich an das Schicksal der Menschen denken muss. Ich denke, viele kennen das Gefühl, wenn man irgendwelche Gedenkstätten besucht, einerseit ein Gebäude wie viele andere, aber wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt entsteht doch eine andere emotionale Sicht der Dinge.

Das ^ trifft es meines Erachtens auf den Punkt. Sehe das genau so.

Mich würden keine 10 Pferde in die Bahn bringen, wenn sie wieder fahren würde.

Gruß Wiede
 
Das Ding ist es ja auch daß der Tunnel fix zu der SSB gehört.

Die Vergleiche mit Flugzeuge, Flughäfen und sonstigen Katastrophen passen nicht.


Flugzeug: Das Flugzeug ist nach einem Absturz hin, das fliegt nie wieder.

Flughäfen: Die sind nicht nur für ein Flugzeug gebaut worden. Passiert da was war es das Flubzeug, nicht der Flughafen

Am ehesten ist es wohl zu vergleichen wenn in einem Flugzeug aus irgendeinem Grund alle Menschen sterben, das Flugzeug selbst aber reperaturfähig ist. Würdest du mit diesem Flugzeug fliegen?


Der Tunnel der SSB und die SSB bilden eine fixe Einheit. Der Tunnel wurde nur für diese SSB gebaut und gehört zu dieser Anlage. Das ergibt eine Einheit. Baut man jetzt das alles wieder auf ist es einfach die "gefühlte" alte Bahn wieder.

Dazu kommt auch daß der ganze Eisstiegsbereich, die geraden, steilen Gleise die in den Tunnel münden schon wie das "Tor zur Hölle" aussieht. Hat mir schon vor der Katastrophe nie gefallen - nicht das ich irgendwie Angst gehabt hätte - das Ding hat aber igendwas unheimliches Verbreitet.
 
baeckerbursch schrieb:
Dazu kommt auch daß der ganze Eisstiegsbereich, die geraden, steilen Gleise die in den Tunnel münden schon wie das "Tor zur Hölle" aussieht. Hat mir schon vor der Katastrophe nie gefallen - nicht das ich irgendwie Angst gehabt hätte - das Ding hat aber igendwas unheimliches Verbreitet.
da Stimme ich dir zu!
 
Du, das war noch zu ner zeit, als man den Wagen bodenständige Namen wie ``Kitzsteingams -- oder Gletscherdrachen `` gegeben hat.
Wär so ne Bahn heut in Flachau, dann wärs der Glacier Space Express oder Gletschershuttle ... irgend so in der Richtung. Ich glaub nicht, daß ma die Leut mit irgendwelchen brutalen Namen Angst machen wollte.
Ich weiß gar net, ob die Neuen Wagen auch so gheissen haben, ich kannte nur die früheren Zeiten , als noch die alte Pendelbahn stand. Seit der 8 EUB bin ich nur noch gegondelt.
 
Es besteht kein Bedarf mehr für die Tunnelstandseilbahn. Das Transportproblem ist ja inzwischen mit ausreichender Kapazität anders gelöst worden.

Als die Standseilbahn Anfang der 70er-Jahre geplant wurde, gab es in Österreich keine leistungsfähigen Pendelbahnen. Zur Entlastung der damaligen Pendelbahn mit 35er-Kabinen wurden drei Varianten untersucht:
- Große Pendelbahn als Parallelbahn
- Kette von Doppelsesselbahnen
- Tunnelstandseilbahn

Doppeltragseilbahnen mit über 100 Personen pro Kabine wurden von den Wiener Behörden damals nicht genehmigt. Anlagen aus Schweizer Produktion waren undenkbar. Standardlösung in Österreich wäre die Doppelsesselbahn gewesen. Zunächst utopisch erschien die letzte Lösung mit der Tunnelstandseilbahn, man hatte aber gute Erfahrungen gemacht mit dem Bau von Wasserstollen beim Kraftwerksbau. Die Fa. Waagner-Biro konnte inzwischen leistungsfähige Standseilbahnen der 2. Generation bauen mit Zug- und Gegenseil, Schnellschlussbremsen und 10 m/s Fahrgeschwindigkeit. So kam diese Bahn zustande. Heute stehen auch Leistungsfähige Systeme für schwieriges Gelände zur Verfügung (Funitel, weiterentwickelte EUB, 3-S-Bahn), die auch in Österreich Akzeptanz finden.

Also kein Bedarf mehr für die Standseilbahn, die immer an eines der schwersten Seilbahnunglücke erinnert. Das Pitztal hat inzwischen ja auch schon die Lust an seiner Standseilbahn verloren. Dort möchte man auch eine EUB als Zubringer bauen.

Der Tunnel in Kaprun kann allenfalls noch für Ver- und Entsorgungsleitungen (Abwasser, Stromversorgung usw.) genutzt werden.
 
sebosebo schrieb:
jefflifts schrieb:
Kaprun. Dokumentation der Katastrophe am Kitzsteinhorn
ISBN: 3901988327
kostet 24,80€ hier der Link: http://www.amazon.de/Kaprun-Dokumentation-Katastrophe-am-Kitzsteinhorn/dp/3901988327

Habe ich mir erst vor ein paar Tagen bestellt, kann dir ja Bescheid geben wenn es angekommen ist wie es mir gefällt.

Das Buch ist vor ein paar Tagen angekommen, hatte aber erst gestern Zeit mal die ersten Seiten zu lesen. Ich finde, dass das Buch sehr interessant ist, die Katastrophe wird oft dadurch ergänzt, wie die Überlebenden sie empfunden hatten und die Einsatzkräfte.
Auch einige intressante Bilder sind im Buch enthalten
 
meins ist am Freitag gekommen. Ist echt interessant! Man müsste nur mal zählen, wie oft dort das Wort ''Ö3'' verwendet wird!
 
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