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Standseilbahn Kaprun

Christoph Lütz hat Folgendes geschrieben:
... Anlagen aus Schweizer Produktion waren undenkbar. ...

Warum denn das?

Es hat bis 1987 gedauert, bis man es geschafft hat, in Österreich endlich eine Doppeltragseilbahn zu platzieren. Die Behörden in Wien haben sich lange dagegen gewehrt. Warum genau, weiß ich auch nicht, kann eigentlich nur um Polotik gegangen sein. Die 100er-Seilbahn in Saalbach war die größte Seilbahn der Welt auf einem Tragseil in konventioneller Technik.
Erst in Zusammenarbeit mit der Fa. Waagner-Biro dürfte eine Doppeltragseilbahn in Lech erstellt werden. Obwohl zu dieser Zeit bereits eine Seilspur von 70 cm Stand der Technik bei Doppeltragseilbahnen war, wurden in Lech zunächst nur 55 cm realisiert. Daher konnte dort auch nicht das Standardlaufwerk von Garaventa eingesetzt werden, sondern eine Sonderkonstruktion, die für Umbauten an Von Roll-Anlagen mit 55er Spur entwickelt wurde. 1991 kam dan als zweite Anlage die Tiroler Zugspitzbahn. Nach den Übernahmen/Fusionen von Doppelmayr mir den Schweizer Firmen war der Bau solch großer Pendelbahnen mit Doppeltragseil schließlich kein Problem mehr.
 
Es gibt eine Reportage die läuft hin und wieder auf N24. Aber auf dem Rechner oder sonst irgendwo ha b ich´s leider nicht.
 
@nici93: genau diese meinte ich. Ich wollte wissen, ob die jemand auf seinem Rechner hat.

@all: ist das die Bergstation der SSB? Also das ende des Tunnels:
Alpcenter.jpg
 
Was ist eigentlich aus dem Gegenzug geworden? Ist der im u.g. Museum zu sehen?

Hier ein älterer Artikel von orf.at

Kaprun-Zug doch nicht ins Museum?
Die geplante Ausstellung von einem der beiden Unglückszüge von Kaprun in einem niederösterreichischen Museum hat für Aufregung gesorgt. Jetzt sieht es so aus, als ob die Bahn doch nicht nach Eggenburg kommt.

Museumsdirektor: "Für die Nachwelt erhalten"
Der Obmann des RRRollipop-Museums in Eggenburg, Herbert Wammerl, wollte das technische Pionierwerk für die Nachwelt erhalten. Ein Vorhaben, das die Gemüter in NÖ erregt hatte.

Er wollte den "Gletscherdrachen" vor der Verschrottung bewahren, er hätte gut in die Sammlung gepasst, sagt er.

Dass in dem Unglückszug Menschen ums Leben gekommen sind, wäre für ihn kein Grund, ihn nicht auszustellen. Herbert Wammerl zieht dabei den Vergleich mit der Concorde. Nach dem Unglück der Concorde wären auch nicht alle anderen Flugzeuge zerstört worden.

Stimmen, die sein Vorhaben als geschmacklos bezeichnen, will Wammerl jedoch nicht überhören. "Wenn es Bedenken gibt, jemandem zu nahe zu treten, dann ist das nicht unsere Absicht", so Wammerl.

Dem Museum bereits geschenkt
Die Gletscherbahnen Kaprun AG hat jedenfalls den Unglückszug dem Museum bereits geschenkt. Am Donnerstag werden die Waggons in ein Zwischenlager transportiert.

Dort werden sie bleiben, bis das Museum eine Entscheidung getroffen hat, ob der Zug nun ausgestellt wird oder nicht.

Die Museumsbetreiber wollen nun die weiteren Reaktionen abwarten und Gespräche mit dem Land NÖ aufnehmen. Landeshauptmann Erwin Pröll hatte ja in einer ersten Reaktion Bedenken angemeldet.

Dresdner
 
Hallo an alle,

habe gespannt dieses Thema verfolgt, da ich ein großer Fan dieser Tunnelbahnen bin.
Habt ihr von vergangenen Urlauben oder so vielleicht Bilder von der Anlage? Von den Bergstation oder von der Strecke?
Man bekommt bei den Gletscherbahnen auf Anfrage nur die Standard-Bilder die im Netz auch sind.
 
Hier findest du noch ein paar Bilder der alten Bahn, dann die Tonnenweiße Bilder der ausgebrannten Kitzsteingams im Netz und ab und zu noch andere. Ich würde mich auch über Bilder von der Bergstation im Alpincenter freuen.


(...)Am 28. Februar 2001 wurde der Unglückszug ins Tal gelassen, der intakte aber stark verrusste "Gletscherdrache" wurde dadurch zum Alpincenter manövriert. Eine Woche später wurde auch die zweite Garnitur
Gletscherdrache.jpg
am 8. März 2001 ins Tal gebracht und für den Transport nach Linz, wo Sachverständige das Wrack untersuchten, in zwei Teile zerlegt.(...)
Mal ne Frage datu:Wie haben die denn die Kitzsteingams runtergefahren? War das Laufwerk noch Intakt? Und: Wie ist der Gletscherdrachen über die Unfallstelle gefahren?(Gleise kaputt!) War nicht auch das Seil gerissen?

Quelle
 
hab ich grad noch gefunden:
gletscherdrache153x114.jpg
Wiederverwertbares in neuer interner Bahn
Sechs Mitarbeiter der Gletscherbahnen Kaprun AG werden ab heute die weiterverwendbaren Teile aus dem Gletscherdrachen ausbauen: Achsen, Räder, Elektrik und Hydraulik. Die Laufwerke sollen in einem neuen betriebsinternen Transportzug zum Kitzsteinhorn Verwendung finden.

Brandschutt, Fahrzeugrahmen der ausgebrannten "Kitzsteingams" und des erhaltenen Zuges, werden durch eine Tiroler Firma verschrottet und entsorgt.[...] "Diese Teile brauchen wir für internen Zwecke. Es wird ein neues Transportmittel gebaut", so Präauer.
Quelle
Die haben sich ne neue Bahn gebaut 8O 8O
 
ich hätte mal noch ne andere frage: von den mölltalern hört man ja nicht, dass sie mit ihrer ssb unzufrieden sind. gibt es baulich da so große unterschiede?
 
^^ Wie ist die Frage zu verstehen? Die Kapruner waren doch mit ihrer Bahn auch zufrieden. Hätte es den Brand nicht gegeben würde die Anlage wohl immer noch betrieben werden.

Wie kann man eigentlich eine Standseilbahn ohne Gegenzug funktionieren? Müsste dann nicht der auch der Antrieb in eine reine Seilwinde umgebaut werden?
 
Vermutlich haben sie mit einer Hilfswinde gearbeitet. Wie der Gletscherdrache über die Unfallstelle gekommen ist, würde mich allerdings auch noch interessieren!
 
Wobei ich mir nicht sicher bin, ob dieses Bild einen der beiden Züge zeigt. Den Gletscherdrachen mal definitiv nicht, da der ja nahezu unversehrt war. Und auch die Kitzsteingams kann ich mir nicht wirklich vorstellen, denn dann hätte man die ja im Tunnel zerlegt, was aber meines Wissens nach nicht passiert ist (jedenfalls sah die ausgebrannte Kitzsteingams nicht so aus wie der Wagen auf diesem Bild - wir alle kennen die schaurigen Bilder davon).
 
Dachstein schrieb:
Und welchen Zug zeigt es dann deiner Meinung nach? Ich denke, es wurden alle Teile, welche bei einer Bergung und einem anschließenden Transport verloren gehen können, sorgsam abmontiert.

MFG Dachstein

Diese Frage stelle ich mir selbst schon, seit ich dieses Foto sehe. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die den Wagen im Tunnel auseinandergenommen respektive zerstört haben, und diesen dann zur Untersuchung in Linz wieder zusammengesetzt haben? Ich weiß auch nicht...

EDIT: Es gibt scheinbar in irgendwelchen Eisenbahn-Zeitschriften einen Artikel dazu:

EBÖ bzw. ERI bzw. SER - Ausgabe 2001/07 Die Bergung der Kapruner "Kitzsteingams". 3 Seiten, 5 Abbildungen

Hat jemand Zugang auf derartiges Material?
 
Hier Bilder von der Überstellung von Linz nach Salzburg, zumindest da waren die Züge nicht zerlegt:

klick

EDIT: Und jetzt weiß ich auch, was der Wagen am Bild wohl ist:

Unglücksbahn von Kaprun nach Linz transportiert
Mit dem Abtransport des Wracks der "Kitzsteingams" - bei deren Brand waren am 11. November des vergangenen Jahres 155 Menschen ums Leben gekommen - nach Linz wurde gestern nach 19.00 Uhr begonnen.

Wrack wurde mehrfach gesichert
Die 16 Tonnen schwere, ausgebrannte Zugsgarnitur, die in zwei Teile getrennt worden war, befand sich am Abend auf dem Weg zu einer Halle auf dem VÖST-Gelände - begleitet von Gendarmeriefahrzeugen.
Am Vormittag wurde das Wrack unter Aufsicht der Sachverständigen in der Mitte getrennt. Gegen 14.30 Uhr wurde der erste der beiden Teile mit dem Kran angehoben und auf den Schwertransporter gehievt.
Dort wurde er schwebend fixiert, damit durch Rüttelbewegungen während des Transportes keine Veränderungen am Wrack hervorgerufen werden können. Gegen 16.30 Uhr wurde auch der zweite Teil mit dem Kran hochgehoben und verladen.

[...] Unterdessen läuft die Bergeaktion in Kaprun weiter wie geplant: Am Mittwoch oder Donnerstag soll auch die zweite Zugsgarnitur - der zwar stark verrußte, jedoch ansonsten intakte "Gletscherdrachen" - ins Tal gebracht werden. Weil die ausgebrannte "Kitzsteingams" bereits geborgen ist, hat das ÖBB-Bergeteam einen eigenen "Hilfswagen" konstruiert, der das für die Talfahrt notwendige Gegengewicht abgibt. Sobald der "Drache" bei der Talstation ist, erfolgt der Abtransport nach Linz.
 
Bei mir funktioniert der Link, hab´s gerade probiert.

Ich hab jetzt einige Zeit rumgegoogelt, 100%-ig konnte ich jedoch keine der beiden Thesen bestätigen.

Fakt ist, dass bei der Bergung die Kitzsteingams in der Mitte (also zwischen den beiden Wagen, die zusammengekoppelt waren) getrennt wurde. Weiters ist gesichert, dass dies mit großer Sorgfalt vorgenommen wurde, um so die Garnitur nicht zu beschädigen (was ganz klar im Widerspruch zu einem Abbau im Tunnel stehen würde).

Weiters liest sich, dass für die Bergung des Gletscherdrachens ein Gegengewicht erforderlich wurde (da durch das Runterfahren der Kitzsteingams der Gletscherdrachen ja zur Bergstation manövriert wurde).

Gegen meine Vermutung spricht allerdings die (zugegebenermaßen ziemlich fundamentale) Sache mit den Schienen. Sehr komisch. :roll:

Alternativ könnte es jedoch auch sein, dass das Fahrwerk und die eigentliche Fahrzeugkabine relativ leicht zu trennen gewesen sind.
 
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