Datalogging, also das vollautomatische Aufzeichnen von gewissen Daten, kann beschränkt im remanenten Speicherbereich der SPS CPUs erfolgen. Das dort der Speicherplatz beschränkt ist, sollte man sich auf dass wichtigste konzentrieren (z.B. Eckdaten der letzen Fahrt od. 2-3 Fahrten, gewisse langzeit Maximal- und. Minimalwerte, Fahrtenzählung, Bedienung von Ueberbrückungen, kritische Ereignisse usw.).
Auf den Festplatten des Rechners, der auch als SPS-Baugruppen ausgeführt sein kann, ist soviel Platz vorhanden, dass man grundsätzlich millisekundengenau sämtliche Schaltvorgänge sowie ausführliche Analogwertaufzeichnungen abspeichern kann. Um dennoch nicht unnötig Speicherplatz zu verbrauchen, werden ältere Datensätze periodisch automatisch "komprimiert" im Sinne, dass nur Mittelwerte sowie Min. und Max. behalten werden. Z.B. können Kopierwerkdaten mit hoher Abtastrate (kurze Sampling Intervalle) erfasst werden, einige Fahrten danach werden z.B. jedoch nur noch die Min., Max und Mastüberfahrgeschwindigkeiten beibehhalten. Sinngemäss kann man dasselbe z.B. für Hauptantriebsmotorströme anwenden. Man kann auch gezielt genauere Daten bei Stationseinfahrten aufzeichnen. Das Trending erlaubt ebenfalls Langzeitabweichungen festzustellen, ferner wird auch die ganze Wartungsplanung einfacher.
Grundsätzlich ist es ebenfalls sinnvoll, sämtliche Handeingriffe mit Zeitstempel zu protokollieren. Uebrigens ist eine DCF-77 oder GPS Zeitsynchronisation empfehlenswert (wird ja auch bei Verkehrsampeln eingesetzt).
Was die Anlagenbilder auf den Displays betrifft haben halt gewisse Hersteller Mühe sich den Anforderungen der Benutzer anzupassen. Oftmals ist dir Grafik ineffizient, überladen und die Bedienphillosophie alles andere als intuitiv.
Ereignismeldesysteme sollten auch sorgfätig implementiert werden, was nützt's, wenn bei Auslösung eines einzelnen Sicherungautomaten (sog. Sicherungsfall) 40 verknüfte Common Cause Alarme (Schwall) aufgeführt werden und wenn möglich noch solche die dann keine Gruppenquittierung zulassen (bekanntes lausiges Beispiel war das Leitsystem des Ärmelkanaltunnels wo steuerkabelverlustbedingt Alarmschwalle das ganze System blockierten, dies nebst anderen Merkwürdigkeiten).
Moderne Steuerungen sollten alles wichtige systematisch Rücküberwachen. Das mit der Selbsthaltung wäre da ein schlechtes Beispiel, denn diese hätte durch die SPS und nicht hardwäremässig zu erfolgen.
Übrigens sollte die Datenerfassung parallell auf mindestens zwei Festplatten ertolgen. Was das Leitsystem betrifft sind rendundante Rechner sinnvoll.
Im Prozess- und Anlagenbereich (Petrochemie/Chemie, Kraftwerke, KVAs, grosse Trinkasseraufbereitungswerke, ARAs usw.) hat man sofort tausende oder gar bis mehrere zehn Tausend Feldsignale. Auch grössere Maschinen haben schnell mal über Tausend I/Os. Datalogging, trending, ausführliche Meldesysteme sind nichts neues. Hardware und Software sind vorhanden, die Anwendungssoftware stellt jedoch recht hohe Anfoderungen an die Entwickler und leider werden oftmals die Praxisanliegen der Anwender zuwenig berücksichtigt.