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    78
  • Umfrage geschlossen .
oh je, ich hab morgen viel, sehr viel zu tun........... (Nicht wundern wenn hier dann was ganz anderes steht)
 
Pilatus erkennt die Probleme, aber seine Schlussfolgerungen und Rezepte gefallen mir ganz und gar nicht! Es kann doch nicht sein, dass man gewissen Bevölkerungsgruppen das Kinderkriegen verbieten soll! Das ist in meinen Augen Gedankengut das ganz weit rechts anzusiedeln ist.

Das mit der Chancengleichheit stimmt so übrigens auch heute nicht. Zwar existiert die auf dem Papier, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Wie erklärt sich dann zum Beispiel, dass in der Schweiz bei Kinder von begüterter Eltern der Anteil solcher mit Matura (Abitur) prozuental höher ist als bei mittelständischen oder gar armen Leuten? Inteligenz ist keine Frage des Reichtums, aber mit Geld kann man das Kind stärker fördern, so ist das nun mal! Es wäre Aufgabe des Staates, hier unterstützend einzugreifen. Aber der rettet ja lieber Banken die sich verspekuliert haben vor dem Ruin...
 
Wenn man die Einschränkung nicht gruppenspezifisch sondern testergebnisabhängig machte würde ich das befürworten.

Mit Deiner Einschätzung zur Chancengerechtigkeit hast Du zweifellos recht denn auf dem Papier fragt beispielsweise niemand nach der Finanzierung von eventuell nötigen Nachhilfestunden die sich schon ne normalverdienende Familie heute kaum noch leisten kann. Meiner Meinung nach sollte Nachhilfe eigentlich von den Schulen kostenlos angeboten werden denn immerhin liegt es (paar faule Säcke von Schülern mal ausgenommen) in ihrer Verantwortung, wenn der Lehrstoff offenbar unzureichend vermittelt wurde.
 
Es wird jetzt zwar langsam nicht nur Offtopic sondern arg Offtopic, aber da ich als ehemals Leidtragender für Kritik an unserem Schulsystem immer offen bin, haue ich es raus:

Mittlerweile wäre ich froh gewesen, wenn es in meiner Schulzeit schon die Ganztagsschule mit betreutem Hausaufgabenmachen am Nachmittag gegeben hätte. Dann hat jeder Schüler seinen Kram sicher erledigt und der Lehrer weiss das auch. Bei uns war es eher so, dass die Leute, die unregelmäßig ihre Hausaufgaben machten, auch größere Probleme hatten und mit der sog. Hausaufgabenbesprechung wurde locker 1/3 der Unterrichtszeit vernichtet.

Um wieder ein bischen zum Topic zurückzukommen, möchte ich noch anmerken, dass die Ganztagsschule sicher auch eher für die moderne Familie, geeignet ist, da ja heute doch eher beide Elternteile berufstätig sind. Eltern und Kinder könnten dann einfach am späten Nachmittag alle zusammenkommen und zusammen den Feierabend genießen, da es ja keine Hausaufgaben mehr gibt, die erledigt werden müssen. Wenn ich also weiss, dass ich meine Kinder den ganzen Tag in (hoffentlich) professioneller Obhut habe, dann kann ich Beruf und Familie auch besser in Einklang bringen bzw auch an die Gründung einer Familie denken.

Schöne Grüße

Veit
 
VR1985 schrieb:
Es wird jetzt zwar langsam nicht nur Offtopic sondern arg Offtopic, aber da ich als ehemals Leidtragender für Kritik an unserem Schulsystem immer offen bin, haue ich es raus:

Mittlerweile wäre ich froh gewesen, wenn es in meiner Schulzeit schon die Ganztagsschule mit betreutem Hausaufgabenmachen am Nachmittag gegeben hätte. Dann hat jeder Schüler seinen Kram sicher erledigt und der Lehrer weiss das auch. Bei uns war es eher so, dass die Leute, die unregelmäßig ihre Hausaufgaben machten, auch größere Probleme hatten und mit der sog. Hausaufgabenbesprechung wurde locker 1/3 der Unterrichtszeit vernichtet.

Da muss ich nun leicht widersprechen - Ich sehe zwar deinen Punkt, aber ich sehe bei diesem System genau wie bei der Gesamtschule das Risiko sich nur noch an den schwächsten zu orientieren und damit das Gesamtniveau zu senken. Irgendwo zwischen dem jetzigem und dem von vielen gewünschten Schulsystem läge wohl das ideal. Ich war persönlich z.B. mit dem dreistufigen hier in Bayern sehr glücklich und habe auch abgesehen von mir kaum Probleme mitgekriegt, andererseits verstehe ich auch die Kritik da es nunmal eine reine Begabtenförderung bietet.
 
Ich bin gegen Ganztagesschulen, meine Kindheit wäre sicher nie so gut gewesen wie sie war, wenn das so gewesen wäre. Freiwillige Angebote von mir aus, aber sicher nicht unter Zwang! Meine Güte, was hätte ich da alles verpasst...

@ GMD: Ich bin gegen sämtlichen Verbote, nur läuft es im Moment ein bisschen in die falsche Richtung. Macht man so weiter, installiert man praktisch eine "negativ Selektion" (Stichwort Gesammtschulen/Integration etc.)

Wie erklärt sich dann zum Beispiel, dass in der Schweiz bei Kinder von begüterter Eltern der Anteil solcher mit Matura (Abitur) prozuental höher ist als bei mittelständischen oder gar armen Leuten?

Damit, dass begüterte Eltern oft auch schon eine Matura gemacht haben (= Selektion)? :wink: Mein Grossvater hat als Einwanderer mal 3 Franken in der Stunde verdient und mein Vater hat trotzdem studiert. Natürlich hatte er im Gegensatz zu Kindern aus reichen Familien nur eine Chance, nämlich die staatlichen Schulen.
Ich kenne viele Leute die aus der Kantonsschule (= staatliches Gymnasium) rausgefallen sind und dann halt eine Privatschule besuchten, weil sich die Eltern das leisten konnten. Aber zumindest in der CH haben Privatschulen nur einen kleinen Anteil an der Gesammtzahl der Maturanten. Und diese Leute versagen dann meistens an der Uni, weil da müssen dann alle die gleichen Leistungen bringen (es ist viel anonymer) und aufbessern der Leistung mit Nachhilfeunterricht zieht da kaum mehr.
Neben der Genetik und der geringeren Anzahl Chancen spielt natürlich auch noch die Bildung der Eltern an sich eine Rolle. Hochgebildete Eltern dürften ihre Kinder viel mehr dazu "pushen", es ihnen gleich zu tun.

Mit Deiner Einschätzung zur Chancengerechtigkeit hast Du zweifellos recht denn auf dem Papier fragt beispielsweise niemand nach der Finanzierung von eventuell nötigen Nachhilfestunden die sich schon ne normalverdienende Familie heute kaum noch leisten kann.

Und früher konnten sie das, oder wie? ;) Früher konnten sie das schon gar nicht... :)
 
Pilatus schrieb:
Und früher konnten sie das, oder wie? ;) Früher konnten sie das schon gar nicht... :)
Früher konnten Durchschnittsfamilien (wie jene meiner Eltern) das wenn die Mutter zumindest halbtätig arbeiten ging; heute sind zumindest in Österreich die Löhne in einem Verhältnis zu Wohnungs - und Lebenshaltungskosten, daß sich ne Familien mit durchschnittlichen Einkommen Nachhilfestunden auch nur etwas größeren Ausmaßes nur noch dann leisten können wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten was die Notwendigkeit auch des Angebotes von Ganztagsschulen bzw. Nachmittagsbetreuung begründet. Darin sehe ich aber nicht automatisch die Orientierung am schwächsten Schüler sondern eher die Möglichkeit, bei denen speziell aber auch bei den anderen den Wissensstand zu erhöhen weil man im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung auch gleich Nachhilfe bzw. Ergänzungsbildung bei besseren Schülern leisten kann. Und zumindest der Abend steht dann für´s Familienleben sowie private Interessen zur Verfügung und wird nicht mehr durch noch nötige familieninterne Schulhilfe beansprucht.

Bei der generellen Betrachtung darf man auch die ausgeprägte Zunahme des Lehrstoffes im Vergleich zu früher nicht außer acht lassen, wobei hier mal ne deutliche Entmüllung und Reduktion auf wesentliche Wissensgebiete unbedingt erforderlich wäre. In Zeiten des Internets ist es meiner Ansicht nach wirklich nicht mehr nötig zu wissen, wessen Pferdekutsche in Frankreich im 16. Jhdt. wo in den Graben fuhr und wieviele Radspeichen dabei brachen ;D ; sinnvoller und viel dringender nötig wäre das Wissen, wie und wo man schnell an solche Infos kommt wenn man sie denn wirklich mal braucht.
 
...aber vielleicht sollten man sich mal Gedanken machen wenn die Kinder Nachhilfe brauchen das Sie die falsche Schule zu besuchen.
Früher war das fast ein Nogo und die Schulen wurden von den Eltern halt richtig gewählt. Heute scheint das nicht mehr der Fall zu sein.
Anscheinend gibt es in einige Köpfen nur noch das Gymnasium.
 
...aber vielleicht sollten man sich mal Gedanken machen wenn die Kinder Nachhilfe brauchen das Sie die falsche Schule zu besuchen.
Nicht unbedingt. Gibt leider auch inkompetente Lehrer. Hatte leider auch so einen Fall erlebt...

Anscheinend gibt es in einige Köpfen nur noch das Gymnasium.
Dann erklär dies bitte mal den Personalabteilungen von gewissen Firmen.
Da werden für völlig stupide Jobs Leute mit Universitätsabschluss gesucht. Wenn man da kein entsprechendes Diplom vorweisen kann, landet die Bewerbung im Mülleimer. Aber dass der Job auch von einer Person mit einer Berufslehre ausgeführt werden könnte, sehen diese HR-Leute nicht ein. Nein, man jammert dann lieber über den Mangel an akademischen Fachkräften...
 
TPD schrieb:
Aber dass der Job auch von einer Person mit einer Berufslehre ausgeführt werden könnte, sehen diese HR-Leute nicht ein. Nein, man jammert dann lieber über den Mangel an akademischen Fachkräften...
Und im späteren Kollegenkreis dann darüber, daß man nen Akademiker erst zwei Jahre lang "herrichten" muß weil ihm natürlich der Praxisbezug fehlt... :ja:
 
Naja Ansichtssache TPD. Wenn ich mich recht erinnere herscht zur Zeit Fachkräftemangel.
Und wir werden in Zukunft auch den KFZ- Monteur, Fliesenleger, Verkäufer und den einfachen Elektriker brauchen.
Das mit den Peronalabteilungen ist zumindest bei uns im Konzern Blödsinn. Mittlerweile ist es schwerer für einfache Stellen Leute zu finden.
Wir sind gerde auf der Suche nach fitten Elektrikern. Und die brauchen garantiert kein Diplom oder Gymnasium zu haben. Und "überqualifizerte" einzustellen bringt wenig. Die fordern zu viel und sich nach einer Einarbeitung ah wieder weg. Damit die Leute bei einer geförderten Weiterbildung nicht gleich wieder wegrennen mußt mittlerweile unterschreiben und das Geld zurückzahlen wenn Du abhaust.

EDIT: Petz so schauts aus!
 
Nicht unbedingt. Gibt leider auch inkompetente Lehrer. Hatte leider auch so einen Fall erlebt...

Das ist für mich aber höchstens in den Primarschulen ein Problem. Da kann man von den Schülern noch nicht so viel verlangen. Gerade aber am Gymnasium hatte ich auch in vielen Fächern schlechte Lehrer. Es ist natürlich viel anstrengender, aber anstatt Nachhilfe zu nehmen, kann man sich auch selber die Mühe geben, den Stoff zu verstehen (gerade in Zeiten von Internet & Co. ist das kaum mehr ein Problem, und an der Uni ist das dann sowieso Standard...). Nachhilfe ist einfach viel passiver, wenn man selbst rangeht muss man halt den inneren Schweinehund überwinden... ;) Wie gering das geht, hängt halt auch vom persöhnlichen Interesse an einem Fach ab.
Schlussendlich darf man aber auch nicht vergessen, dass die Notenmassstäbe meist variabel sind. Sind die Klassenkameraden auch schlecht weil der Lehrer nicht gut unterrichtet hat, dann sinkt die Bestehensgrenze. Aber wenn man dann alleine da steht, dann liegts wohl kaum am Lehrer ;)

Zudem finde ich jetzt persöhnlich gerade in der Schweiz ist das System noch recht durchlässig für nicht Akademiker. Gerade bei den Banken und Energieunternehmen hat es doch einige CEOs (= Extrembeispiel), die keine Uni besucht haben. Bei der pharmazeutischen Industrie siehts ein bisschen anderst aus, aber das ist auch eher eine akademische Disziplin...
 
Wenn ich mich recht erinnere herscht zur Zeit Fachkräftemangel.
Unbestritten.
Aber für bestimmte Berufslehren sind die schulischen Anforderungen schon so hoch, dass sich die geeigneten Kinder gerade die Frage stelle können Berufslehre oder Abitur ?
Und den "schlechten" Schülern bleibt auch der Zugang zu der Berufslehre verwehrt...

Und nicht vergessen, in der letzten Zeit hat sich bei einigen Berufe das Bild stark verändert. Gab Berufe, die konnte man früher über eine Berufslehre erlernen. Nun braucht es dafür ein Abitur oder sogar Universitätsabschluss. Ob man somit besser geeignete Leute findet, wage ich zu bezweifeln.

Schlussendlich darf man aber auch nicht vergessen, dass die Notenmassstäbe meist variabel sind. Sind die Klassenkameraden auch schlecht weil der Lehrer nicht gut unterrichtet hat, dann sinkt die Bestehensgrenze. Aber wenn man dann alleine da steht, dann liegts wohl kaum am Lehrer ;)
Da bin ich mir nicht mal so sicher.
Ich war nie ein guter Schüler. Und der Sekundarlehrer hat mir sogar von einem Übertritt ins Gymnasium dringendst abgeraten !
Aber dass ich im Gegensatz zu den meisten Klassenkameraden nun einen Universitätsabschluss habe, ist ein ganz kleines Detail ;)
 
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