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Naja, die Stubaier haben ja im Frühjahr ihren übrigen Kunstschnee auf dem Gletscher verteilt. Wie das Experiment diesen Sommer ausging, dazu braucht man wohl nicht allzu viel Fantasie, auch wenn dazu noch nichts zu lesen war.
 
^^Aber es waren bestimmt keine 5 m Schnee die da auf den Gletscher geschoben wurden :lol: ! Die Aktion der Stubaier war schon recht merkwürdig, Schnee von unten nach oben zu schieben, ob das gut gehen kann? Überhaupt mag ich es nicht wenn der Schnee zu viel herumgeschoben wird (ausser auf Gletschereis), nach meinen Erfahrungen (Val Thorens, Sölden) werden dabei immer reichlich Steine dazugemischt :evil:, und das kann wirklich nicht der Sinn sein ...
 
Die Rechnung von Miki leuchtet ein. Rein wissenschaftlich gesehen wäre es echt interessant das einmal durchzuziehen. Ich sehe da trotzdem ein quantitatives Problem: 5 Meter Schnee, das ergibt mit Glück ca. 50 cm Gletschereis => immer noch zu wenig für den Schwund der warmen Sommer. Ihr habt doch den Bericht der ZAMG über die Gletscher der Goldberggruppe gelesen, da waren Massenbilanzen u.a. vom Wurtenkees = Mölltaler Gletscher dabei. In einem der letzten Jahre (ich denke, das war sogar diesen Winter) gabs im Winter einen Rekord an Massengewinn (also sehr dicke Schneedecke), leider kam danach der allen bekannte Sommer mit einem noch größeren Rekordschwund. Wir müssten die Sommer irgendwie abkühlen... :D
 
k2k schrieb:
Naja, die Stubaier haben ja im Frühjahr ihren übrigen Kunstschnee auf dem Gletscher verteilt. Wie das Experiment diesen Sommer ausging, dazu braucht man wohl nicht allzu viel Fantasie, auch wenn dazu noch nichts zu lesen war.

Nicht nur das! Ich hab mal in einem Bericht gesehen, dass die wie bei Weltcupabfahrten, Injektionsdüsen in den Gletscherschnee führen. Sprich, die pumpen Wasser in den Schnee, der dann hart werden soll und sich so lange wie möglich halten soll.
 
Nebenbei, 5m Schnee, das bedeutet auch, daß man die Liftstützen wieder ausbuddeln muß :)

Soweit ich mich erinnere, war vorvorletzten Winter ein sehr schneereicher in Südtirol, es gab kumuliert 13m Schneefall im Winter (lockerschnee) am Stilfserjoch. Dadurch, und durch die kühlen und schneereichen Sommermonate, war die Abfahrt zum Paß bis Mitte August möglich. Ende August war aber auch im oberen Bereich vom Winterschnee nicht mehr viel zu sehen.

Will sagen: 5m "kompaktschnee" ok, aber 5m "pulver" reichen wohl nicht.

Nebenbei müßte man ja gar nicht so trockenen Schnee beschneien, man könnte ja im Herbst vor der Saisonöffnung zumindest mal 1-2m "naßschnee" beschneien oder ihn mit wasser durchnässen, so daß er schneller vereist...

Und mit Matten abdecken? HALLO? Ich will im Sommer skifahren und nicht den Gletscher auf Matten anschauen müssen ;-)
 
Die Bildung von Gletschereis ist ein langwieriges Verfahren. Da kann man nicht einfach 5m Schnee draufkippen und warten dass nix abschmilzt. Neuschnee braucht mindestens 2Jahre um zu Eis zu werden, und es muss immer wieder Neuschnee drauf, um das Material zu pressen. Außerdem ist es förderlich, wenn die Gletschertemperatur nur wenige Grade unter null ist, da ein Wechsel von geringer Schmelzung und wiederfrieren die Bildung von Eis fördert.
Die sogenannte "Diagenese" führt vom Neuschnee über den Altschnee, über den Firn (körniger Schnee, der mind. einen Sommer überdauert hat) erst zum Eis.
 
Das meinte Ich ja auch. Einfach pauschal, immer beschneien, wenn die Temperatur unter -5 Grad ist. Dafür müsste es eine Automatik geben. Das sich die Schneekanonen von selber immer an und aus stellen, bei den jeweiligen Temperaturen.
 
@Gast: bist du vom Fach? Hört sich zumindest so an! Geograph? Glaziologe? Gute Allgemeinbildung?
 
@marius: Der Gast bin ich. Hab eben vergessen mich einzuloggen. Zu deiner Frage: ich strebe den Beruf des Erdkundelehrers an und studiere das Fach daher auch. Das mit dem Gletscher mußte ich letztes Semester für meine "Geomorphologie Klausur" lernen. War übrigens ne Hammer-Klausur!!! Drei Kreuze, dass ich die bestenden hab!
 
Aus heutiger Sicht dürfte die Idee mit dem ständigen Gletscher beschneien wohl die einzigste Möglichkeit sein, die einigermaßen machbar sein dürfte.

Wir sind doch sicher nicht die Ersten, die sich darüber Gedanken machen. In Hintertux usw. dürfte man sich doch darüber auch schon Gedanken gemacht haben - vorallem nach diesem Sommer.

Gibt`s dazu evtl. schon Studien - evtl. auch Projektarbeiten von Studenten?

@Miki
Kompliment für die detaillierte Analyse!
 
Cool, ich dachte schon du wärest der "Grünenfresser-Gast" aus dem Topic in "Skigebiete der Welt"!
Hallo Kollege, kann ich nur sagen, Geographen halten zusammen! Geomoprh ist echt schwer, hab Gott sei Dank nie eine Prüfung dazu gehabt (weil Wigeo), aber die Thematik neulich mal oberflächlich durchgearbeitet. Spannend, aber schwer. Natürlich hat mich Glazialmorphologie am meisten interessiert. Was hast du als zweites Fach außer Geographie? Was macht ihr denn in Wirtschafts- u. Sozialgeographie so alles?
 
An der Talstation am Tiefenbachgletscher standen übrigens Schneekanonen. Da ist aber glaub Ich auch kein Gletscher mehr.
 
Muss recht lang her sein, dass dort Gletscher war, die arbeiten seit der Eröffnung 1983 mit Kanonen, anders gehts mit dem frühen Saisonstart eben nicht, dank 2800 m. Höhe kann man aber anscheinend recht früh beschneien.
 
@Marius: Standen 1983 auch schon welche am Schlußhang, oder nur an der 3SB Seiterkar? Halte eher letzteres für wahrscheinlich, das war ja früher (bevor es den Skitunnel gab) eine wichtige Verbindungsabfahrt.
Mittlerweile stehen die Kanonen jedenfalls auch am Schlußstück der Abfahrt an der EUB, ca. ab dem "Sommereinstieg" des SL Mutkogl.
 
Gab es denn echt SEIT 1983 Schneekanonen? Hört sich aber nicht wirklich gut an :?
 
Raph schrieb:
Gab es denn echt SEIT 1983 Schneekanonen? Hört sich aber nicht wirklich gut an :?
Was meinst Du damit?
Dass es schon so lange kanonen gibt?
das es DORT schon soo lange kanonen gibt?
Was meinst Du?
(E-Mail angekommen?)
 
@Marius & Pistensau

Habt Ihr berufsbedingt noch keine Studien erstellt, welche Möglichkeiten man hat, um dem Gletscherschwund entgegenzutreten?
Oder untersucht Ihr in erster Linie, was die Gründe dafür sind?
Und - was beinhaltet Euer Job hauptsächlich?
 
@Wiede: Job ist gut, ich studiere im 5. Semester. Wenn dann würde ich eher die wirtschaftlichen Auswirkungen bearbeiten, bin ja kein physischer Geograph, obwohl ich z.T. eine Vorlesung "Geographie des Hochgebirges" höre, sehr interessant. Ich bin aber dafür, über die Fächergrenzen hinaus zu blicken und die Probleme eher interdisziplinär anzugehen, das ergibt mehr. Wenn sich so ein Forschungsprojekt ergäbe, hätte ich natürlich große Lust mitzuarbeiten, keine Frage, nur: wer finanziert dir in diesen Zeiten so eine Studie? Wir sind schon froh, wenn wir am Institut trotz der Kürzungen den Lehrbetrieb einigermaßen aufrecht erhalten können.

@Tiefenbach: ich denke schon, oder wie glaubt ihr haben die ab 1983 sonst den Schnee im unteren Bereich bereitgestellt. Den Riesenschneehaufen gabs sicher seither schon, aber das reicht ja nicht ganz aus um vergnüglich skizufahren. Ich habe mal ein Photo von Mitte der 1980er gesehen, typisches September/Oktober-Skibild mit blauem Himmel und nur sehr leicht überzuckerten Felsen, da stehen eine Reihe Schneekanonen am Ziehweg zur 3 SB Tiefenbachferner. In dem Artikel dazu, stand das auch, dass Schneekanonen für den Sommerskibetrieb notwendig sind.
 
@ Marius: Mein zweites FAch ist Sozialwissenschaften. Was ích in Geo bisher gemacht hab? Also, ich bin jetzt im dritten Semester. Im ersten hab ich "Bestimmung von Gesteinen" und "RFachdidaktik" gemacht. Im zweiten gabs dann "Siedlungsgeographie" (auch sehr interessant, man sieht die Städte jetzt ganz anders) und wie gesagt "Geomorph". Klar, war da die Glazialmorphologie am interessantesten, wobei mich auch so dinge wie die verschiedenen Vulkanismustypen und die denudativen Prozesse (Erdrutsche, Muren usw.) sehr interessiert haben. Dieses Semester besuche ich die Klimatologie und Wirtschaftsgeographie. Auch ganz nett.
Ich glaub, ich werd mich im Hauptstudium aber auf Physische Geo und nicht auf Kulturgeo spezialisieren, auch wenn ichs was schwerer find. MAcht aber einfach mehr Spaß find ich.

@Wiede: siehe Marius Beitrag. Ich bin noch Student im dritten Semester. So viel Forschung betreib ich jetzt nicht grad. Und später als Lehrer werd ich das wohl auch nicht tun. Aber aufs Hauptstudium freu ich mich. Wer weiß, vielleicht kann man mal ne Examensarbeit über die Möglichkeiten des Verhinderns von Gletscherabschmelzung machen, obwohl ich nicht glaub, dass man da so einfach eingreifen kann.
 
@3SB Seiterkar: Wenn nicht genügend Schnee -> Talfahrt mit Sesselbahn möglich.

Nebenbei gabs schon in den 60ern am Übungslift am Patscherkofel Schneekanonen - aber irgendwie scheinen die dann wieder abgeschafft worden zu sein, bis man sie ende der 90er wieder entdeckt hat :)
 
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