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Zwischenfall an Kölner Rheinseilbahn

Mitteilung der Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Ein Seil, das sich zwischen den Fahrdrähten für die Gondeln befindet, hatte sich aus noch nicht geklärten Gründen um eine der Fahrkabinen gewickelt und den Stillstand verursacht.
... Fahrdrähten ... :rofl:

Edit: So, wie das ausschaut, sind die Klemmen am Zugseil hinter den Abweisbügel an der Stütze gelaufen. Damit so was passieren kann, muss doch die Kabine eine erhebliche Schräglage oder Seitenpendelung gehabt haben. War es denn an dem Tag windig? Wie schräg kann die Kabine hängen , wenn alle Insassen sich, z.B. um ein "Selfie"-Photo zu machen, an eine Seitenwand drücken?
 
Talabfahrer schrieb:
War es denn an dem Tag windig? Wie schräg kann die Kabine hängen , wenn alle Insassen sich, z.B. um ein "Selfie"-Photo zu machen, an eine Seitenwand drücken?
Bei der derzeitigen Wetterlage gibt es im kölner Raum gerne böige Winde, die die Gondeln stark aufschaukeln lassen können. Es ist ja nicht das erste Mal so passiert.
 
Es war gestern recht stürmisch im Rheinland, da kann es dann schonmal ein paar kräftige Böen in der Höhe geben. Gut dass alle gerettet worden sind. Interessieren würde mich aber auch, wie das passieren konnte. Immerhin läuft die Bahn in der Konstruktion nicht seit gestern.

Gruß, Tom
 
Ok ;)
Es schaut auf dem Foto nach perfektem Wetter aus... Aber was Sturmböen bei einer Seilbahn so anrichten können, dürfte hier wohl jedem bekannt sein.

Ich gehe mal davon aus, dass die Bahn gegen den Uhrzeigersinn verkehrt, die verhedderte Gondel also den Tragseilsattel gerade erst befahren hatte und dann durch das Steuerseil nach hinten gezogen wurde?
 
-tom- schrieb:
Interessieren würde mich aber auch, wie das passieren konnte. Immerhin läuft die Bahn in der Konstruktion nicht seit gestern.
Ja, die Bahn läuft schon 60 Jahre, aber es wurden inzwischen zahlreiche technische Veränderungen vorgenommen. Um das Verhalten der Bahn bei Wind zu verändern, genügt es schon, wenn beim letzten Zugseilwechsel z. B. ein leichteres Seil oder ein Seil mit einer geänderten Konstruktion eingebaut wurde. Ich weiß nichts darüber, aber so etwas könnte durchaus sein. Im Oktober 2014 gab es schonmal ein ähnliches Problem mit der Bahn. Ist schon auffällig, wenn nach vielen Jahrzehnten Betrieb zweimal ein ähnliches Problem auftritt.

Auch habe ich mir die Frage gestellt, ob man Fahrgäste mit dem gleichen Gerät und der gleichen Vorgehensweise retten kann, wie z. B. einen verletzten höhengewöhnten Kranführer an seinem Arbeitsplatz. Ich möchte der Feuerwehr keinen Vorwurf machen, aber hier fehlt eine funktionierende Rettungsbahn oder eine Konzept mit integrierter Bergung. Neu würde diese Seilbahn so nicht mehr abgenommen. Hier besteht allenfalls noch Bestandsschutz. Nach den beiden Vorfällen innerhalb von drei Jahren wird man wohl handeln müssen. Ich hatte immer gedacht, den motorbetriebenen Arbeitswagen, der zwischen den beiden Fahrbahnen auf eigenen Tragseilen fährt, kann man auch zur Evakuierung nutzen.
 
Ich habe auch immer gedacht das es mit dem Arbeitsfahrzeug möglich ist Gäste zu bergen.

Gestern war es schon sehr sehr stürmisch hier, könnte mich nicht erinnern wann es zum letzen mal so böhig war.

Evtl. fehlt der Bahn auch eine Betriebsanweisung ab wann der Betrieb einzustellen ist. Vor 2 Jahren hatte sich eine Kabine bei einer Windböhe an einem Tragsseilsattel verkantet, darauf hin wurden die Sättel modifiziert.

Auf den Bildern sieht man, das konstruktionsbedingt das Steuerseil leicht im Gehänge hängen bleiben kann, eventuell hilft es hier spezielle Abweiser zu konstruieren.

Ändert aber alles nichts an dem Problem das man nicht schnell evakuieren kann.
 
Mal was zur Funktion des mittleren Seils, das offensichtlich durch Kombination Kabinenpendeln und eigenes Schwingen zum "Einhängen am Dachaufbau" gekommen ist:
Zitat aus der Tonspur des Videos "Hoch hinaus - Die neuen Seile der Kölner Seilbahn" ab Zeit 00:56
Mit dem in der Mitte gespannten Hilfsseil wird schließlich der Material- und Bergungswagen für Instandsetzungen auf den Halteseilen bewegt.
Dass das Hilfsseil ganz schön weit durchhängt, sieht man in diesem Bild.
Und zu den "Halteseilen", auf denen der Material- und Bergungswagen fahren kann:
Die Halteseile stabilisieren die beiden äußeren Pendelstützen, da nur die mittlere Stütze pendelfrei aufgebaut ist.
Damit ist auch klar, warum eine eventuell vorgesehene Bergung per Bergungswagen nicht möglich war.

Wie die Entgleisung auf der Stütze aussah, sieht man ganz gut an dieser Stelle im Video des Kölner Stadtanzeigers.
 
finde es schon bedenklich, wie stark dieses Hilfsseil durchhängt - seit Sölden sollte man doch dahingehend sensibilisiert sein. Böhiger Wind, dann schaukelt sich das Hilfsseil auf und die Kabinendachkontruktion begünstigt noch ein Hängenbleiben.
 
Neulich hat unser Forumskollege Roymarcoi im Beitrag "Kölner Seilbahn" das folgende Bild gezeigt:
29882001lc.jpg
In der linken unteren Bildecke sieht man, dass das Hilfsseil in der Mitte der Brücke sogar tiefer als die Kabinen hängt. Da es an den Stützen wieder über die Dachhöhe der Kabinen geführt wird, und zwar auch noch beweglich in den jeweiligen Führungsrollen, ist klar, dass es zwischendrin eine relative Seillage geben muss, an der es sich bezüglich Verhaken an der Befestigung der Gehängearme in einer maximal gefährdenden Höhenlage befindet.

Die Frage ist, ob sich das Hilfsseil durch Nachrüstung mindestens einer V-förmigen zwischen den Halteseilen eingehängten Seitenführung im langen Spannfeld seitlich stabilisieren ließe. Das müsste so gestaltet werden, dass es mit dem Material-/Bergungswagen überfahren werden kann. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man jetzt gar nichts in der Richtung macht.
 
Wie hat die Steuerung der Bahn eigentlich den "Fehler" erkannt und die Anlage gestoppt? Der Erstkontakt zwischen Kabine und Hilfsseil dürfte ja schon viel früher (irgendwo im Spannfeld, bei entsprechend durchhängenden Seilen) stattgefunden haben. Im Gegensatz zu einem Zugseilüberwurf hat diese Berührung ja keinen Nothalt ausgelöst und wird vermutlich auch nicht überwacht werden...

Gestoppt hat die Bahn ja erst, als die Kabine an der Stütze aufgrund der unterschiedlich verlaufenden Seile - Zugseil außen an der Stütze vorbei, Hilfsseil innen - schräg nach hinten gezogen wurde. Was für eine Überwachung gibt es da? Pendellage wird wohl in diesen Laufwerken nicht überwacht werden...

Zum Glück wurde die Bahn zum Stillstand gebracht, nicht auszudenken was passiert wäre, wenn die Anlage weitergefahren wäre. Muss aber ein mulmiges Gefühl sein, wenn man in der Kabine sitzt, merkt dass sich die Seile verheddert haben und auf die Stütze zufährt... 8O
 
Mr400Liter schrieb:
Wie hat die Steuerung der Bahn eigentlich den "Fehler" erkannt und die Anlage gestoppt? Der Erstkontakt zwischen Kabine und Hilfsseil dürfte ja schon viel früher (irgendwo im Spannfeld, bei entsprechend durchhängenden Seilen) stattgefunden haben. Im Gegensatz zu einem Zugseilüberwurf hat diese Berührung ja keinen Nothalt ausgelöst und wird vermutlich auch nicht überwacht werden...
An den Stützen müsste es so sein dass die korrekte Führung des Laufwerks bei der Überfahrt der Stütze mittels Bruchstäbe oder Blendenschalter überwacht wird.
 
Die Bahn hat an den beiden äußeren Stützen eine hohe Zugseilführung (System Von Roll), an der mittleren Stützen dagegen eine tiefe Zugseilablage (System Wallmansberger). Eine Überwachung der Zugseilschleife durch Isolierung gegenüber den anderen Seilen und Bauteilen der Bahn dürfte aufgrund der tiefen Seilablage an der mittleren Stütze gar nicht möglich sein. Oder liege ich da falsch?
 
Ist keine Leiter sondern ein Teleskopmast 90m. Fast nur bei privaten Wehren zu finden wir hier bei der RWE.
 
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