NeusserGletscher hat geschrieben: 15.10.2024 - 14:26
Im Gegensatz zu den Experten, die Deutschland mit Windrädern zupflastern, haben die Atomlobbyisten niemals eine Energiewende zum Preis einer Kugel Eis versprochen.
Aber es ist müssig, über Kernenergie zu reden. Ich halte AKW für eine Phantomdebatte (in Deutschland). Weder gibt es die politischen Mehrheiten, noch die gesellschaftliche Akzeptanz und erst recht nicht die Techniker und Ingenieure. Angesichts bisher bekannter Fahrlässigkeiten beim Umgang mit dieser Hochrisikotechnologie sehe ich auch nicht, wo hier ein Umdenken eingesetzt hätte.
Solar und Wind haben haben 2023 einen Anteil von 40% am
erzeugten Strom. Leider geht aus den Statistiken nicht hervor, wie viel Strom davon auch wirklich zum Zeitpukt der Erzeugung in Deutschland verbraucht wurde, oder wieviel davon ins Ausland verschenkt werden musste. Offenbar hat man den Zusammenhang zwischen Strombedarf und -Erzeugung noch nicht begriffen oder die Zahlen sind so schlecht, dass man nicht drüber reden möchte. Beim
Gesamtenergieverbrauch lagen 2023 Sonne und Wind mit 16,5% in etwa gleichauf mit Kohle. Obwohl Kohle zu einem großen Teil verstromt wird.
Auf der Erzeugerseiten haben Sonne und Wind 2023 ca. 199 TWh Strom erzeugt, Kohle 135 TWh. Wieso liegen dann Kohle und Sonne/Wind auf der Verbraucherseite gleichauf? Die Antwort könnte in den 42 TWh Strom liegen, die wir in absoluten Zahlen exportiert haben. Zu welchem Preis? Gabs dafür noch Geld oder musste Deutschland sogar noch für die Abhahme des Überangebotes zahlen?
Wenn ich jetzt in einer stark vereinfachten Überschlagsrechnung den mutmaßlich ins Ausland verschleuderten Anteil von Sonne und Wind von der Stromerzeugung abziehe, dann hatten Sonne und Wind 2023 lediglich einen Anteil von 27% an dem im Land erzeugten
und benötigten Stroms. 27% klingt natürlich nicht mehr so schick wie 40%. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte.
Das sind die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen sollten. Denn mit jedem konventionellem Kraftwerk mit garantierter Leistung, was gegen allen technischen Sachverstand jetzt noch abgeschaltet wird, steigt die Volatilitität im Netz und steigen die Kosten. Und mit jedem weiteren Solarpanel und Windrad erzeugen wir Überschüsse zu einem Zeitpunkt, an dem wir sie selbst gar nicht brauchen, weshalb wir die Anlagen entweder für viel Geld abregeln oder den Strom ins Ausland verschenken müssen.
Anstatt weiter Windräder zu bauen, muss endlich die Frage der Speicherung angegangen werden. Und zwar sowohl kurzzeitig als auch saisonal. Ebenso muss der Ausbau der Stromtrassen forciert werden. Schluss mit den teuren Sonderwünschen für südliche Budesländer, die zwar den Strom aus dem Norden haben wollen, aber beim Ausbau der Stromtrassen eine Extrawurst für sich reklamieren. Und bevor diese Aufgaben nicht gelöst wurden, bleibt erst einmal alles so wie es ist. Der Schaden, der durch die bisherige Ignoranz angerichtet wurde, ist bereits groß genug.
Aber vielleicht zeigen uns die von den grünen Lobbyisten viel beschworenen anderen Länder, wie es geht. Wie man abseit der Wendekreise, zu kleiner Küstenlinie, bei dichter Besiedelung und hohem Anteil an Industrie das Kunststück hin bekommt, eine mehrheitlich auf Sonne und Wind gegründete sichere Versorgung mit elektrischer Energie zu bezahlbaren Kosten auf die Beine zu stellen. Da ja solche Propagandisten wie der verlinkte Spiegel Artikel suggerieren, dass uns andere Länder angeblich den Rang ablaufen, dann können wir getrost auch noch die paar Jahre warten, bis die erste Industrienation ihre Energieversorgung komplett auf Sonne und Wind umgestellt hat. Das kann ja nur noch eine Frage von wenigen Jahren sein. Also wenn ich dem Spiegel glauben schenken darf, dann werden wir noch vor 2030 erleben, wie sich die erste Industrienation endgültig von fossilen Energiequellen verabschiedet. Dann müssen wir nur noch unsere Energieexperten dort hin schicken um deren Konzept zu kopieren. Vielleicht finden sie dort dann das Perpetuum Mobile. Wer weiß?