Neues in Laax/​Flims/​Falera

Infrastrukturelle Neuigkeiten aus der Schweiz
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emeh
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von emeh »

bastian-m hat geschrieben: 14.08.2025 - 07:03
GMD hat geschrieben: 13.08.2025 - 22:06 Und wem gehört er nun offiziell? Oder anders gesagt: Wer hat hier vielleicht viel Geld versenkt?
Ich muss sagen, die wenn ich nicht irre 80 Millionen für den Flem-XPress haben mich überrascht. Ich hätte mit viel mehr gerechnet. Guck dir mal an, was normale EUB-Projekte für eine Standard-Bahn mit einer Sektion mittlerweile kosten, wenn die Stationen nicht nur nackte Kompaktstationen sind. Und dann eine Bahn über ganze 5 Sektionen? Dafür hätte ich bei dem komplexen technischen Design mit erheblich mehr gerechnet.
Die Komperdellbahn Serfaus als recht teures Beispiel mit Mittelstation z.B. hat über 50 Millionen gekostet, Hoadl-Bahn in der Lizum mit Mittelstation bald 30 Millionen. Mit was hättest du denn für fünf Sektionen EUB gerechnet?
Die Bahn in Flims wirkt für mich eigentlich eher wie vom Hersteller ohne Gewinnmarge kalkuliert, weil erste Umsetzung eines völlig neuen Prototyps.
Das habe ich auch schon manchmal gedacht.
Die neue Bahn in Zermatt ist natürlich nochmal eine ganz andere Nummer von der Bahn und den Stationen her - aber 140 Millionen Franken sind eben auch eine ganz andere Nummer ...


bastian-m hat geschrieben: 14.08.2025 - 07:03 Die Bahn in Flims wirkt für mich eigentlich eher wie vom Hersteller ohne Gewinnmarge kalkuliert, weil erste Umsetzung eines völlig neuen Prototyps.
Auch meine Gedanken.
Zumal ein Reto Gurtner sicherlich ein erfahrener und cleverer Geschäftsmann ist ...!
Grüße von emeh.

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paddington
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von paddington »

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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von WalliserFan »

Schwoab hat geschrieben: 12.08.2025 - 06:27 Für mich eine der besten Bauten diesen Sommer! Es wird doch einiges weiterverwendet und gleichzeitig entsteht eine Neuanlage. Sehr gute Lösung. In diesem Fall muss man LAAX einmal gratulieren. Mehr davon bitte!
Da stimm ich dir voll zu, denn aus Nachhaltigkeitsperspektive, sowohl aus Bergerlebnisperspektive, schatze ich gerade die weniger intensive Landschaftsbeintrachtigung. Zudem, meiner Meinung nach, ist ein 8er genau so komfortabelj wie eine 10er.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von waikiki83 »

Ich weiß nicht, ob das auch hier reingehört, aber die Gemeinde Flims, Laax und Falera planen die Seilbahnanlagen, Gastrobetriebe etc zu übernehmen, da sie sich vor ausländischen Investoren fürchten und selbst bestimmen wollen, was am Berg passiert:

https://www.blick.ch/wirtschaft/diese-d ... 14161.html
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švi-nigel
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Å¡vi-nigel »

Eine gute Idee. Nicht nur können so unliebsame fremde Investoren fern gehalten sondern künnftig auch sinnbefreite Pfusch Investitionen à la Klemm Xpress verhindert werden.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von ATV »

švi-nigel hat geschrieben: 09.09.2025 - 20:38 Eine gute Idee. Nicht nur können so unliebsame fremde Investoren fern gehalten sondern künnftig auch sinnbefreite Pfusch Investitionen à la Klemm Xpress verhindert werden.
Öhhhm schonmal nachgeschaut wer da Geld reingeschoben hat?

Die Mär von den ‚bösen Fremdinvestoren‘ ist bequem, aber falsch: Der FlemXpress ist ein Musterbeispiel für eine hausgemachte Fehlplanung, mitbezahlt und abgesegnet von der Gemeinde selbst. Wer jetzt behauptet, eine Übernahme würde solchen Pfusch verhindern, verkennt, dass genau dieselben Köpfe und Steuergelder den Murks überhaupt erst möglich gemacht haben.
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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švi-nigel
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Å¡vi-nigel »

Du hast mich falsch verstanden. Natürlich war diese Fehlplanung hausgemacht. Aber die Idee dafür kam von einem gewissen Hauptaktionär, der nach dem Verkauf der WA an die Gemeinden kein Aktionär mehr ist. Gabbìschi? ;-)
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Tiob
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Tiob »

Wenn Reto Gurtner aussteigen will, warum wird dann nicht auch der operative Teil direkt verkauft? Macht es aus Sicht der Gemeinde nicht auch Sinn, wenn sie das gesamte Unternehmen besitzt?
Normalerweise nutzen Unternehmen Sell-and-Lease-Back-Modelle, wenn sie dringend Liquidität benötigen.

Der Neubau der Fuorcla-Gondelbahn in der absoluten Sparvariante könnte ein Hinweis darauf sein, dass man derzeit knapp bei Kasse ist.

Es könnte aber auch der Plan sein, die Infrastruktur an die Gemeinde zu verkaufen, damit sie in lokaler Hand bleibt damit, das operative Geschäft dann ins Ausland verkauft werden kann.

Ist die Sparvariante der Fuorcla-Bahn dann damit zu erklären, dass man das Unternehmen kurz vor dem Verkauf nicht finanziell überlasten will, damit die Finanzkennzahlen stimmen?

Ich habe die KI mit den Geschäftsberichten der WAG, der DKB sowie den LBB von 24/25 gefüttert und sie gebeten, die Finanz- und Bilanzkennzahlen zu vergleichen (Disclaimer wie immer: Bei KI besteht kein Anspruch auf vollständige Richtigkeit ;)).

Code: Alles auswählen

| Kennzahl                     | Davos Klosters       | Weisse Arena         | Lenzerheide           |
|-----------------------------|----------------------|----------------------|------------------------|
| Betriebsertrag              | CHF 98.3 Mio         | CHF 124.0 Mio        | CHF 38.0 Mio           |
| EBITDA                      | CHF 41.0 Mio         | CHF 26.5 Mio         | CHF 12.0 Mio           |
| EBITDA-Marge                | 41.7 %               | 21.4 %               | 31.6 %                 |
| EBIT                        | CHF 19.9 Mio         | CHF 7.3 Mio          | CHF 2.2 Mio            |
| EBIT-Marge                  | 20.2 %               | 5.9 %                | 5.9 %                  |
| Jahresergebnis (EAT)        | CHF 16.4 Mio         | CHF 2.2 Mio          | CHF 1.3 Mio            |
| Cashflow                    | CHF 45.7 Mio         | CHF 24.1 Mio         | CHF 10.9 Mio           |
| Cashflow-Marge              | 46.4 %               | 19.5 %               | 28.8 %                 |
| Flüssige Mittel             | CHF 24.0 Mio         | CHF 29.6 Mio         | CHF 3.6 Mio            |
| Finanzverbindlichkeiten     | CHF 53.7 Mio         | CHF 61.5 Mio         | CHF 42.0 Mio           |
| Netto-Verschuldung          | CHF 29.7 Mio         | CHF 60.9 Mio         | CHF 38.4 Mio           |
| Verschuldungsfaktor         | 0.65                 | 2.3                  | 3.22                   |
| Eigenkapital                | CHF 73.6 Mio         | CHF 100.6 Mio        | CHF 45.5 Mio           |
| Eigenkapitalquote           | 46.4 %               | 34.8 %               | 44.2 %                 |
| Buchwert Sachanlagen        | CHF 100.7 Mio        | CHF 122.3 Mio        | CHF 84.7 Mio           |
| Investitionen               | CHF 33.0 Mio         | CHF 51.9 Mio         | CHF 11.2 Mio           |
| Ersteintritte Winter        | 1.02 Mio             | 1.09 Mio             | 1.42 Mio (gesamt)      |
| Ersteintritte Sommer        | 95’000               | 177’980              | 167’125                |
Man erkennt, dass die WAG mit Abstand die höchsten Investitionen tätigt. Sie hat aber auch die höchste Nettoverschuldung, der Verschuldungsfaktor ist jedoch niedriger als in Lenzerheide.
Auffällig ist, dass die Cashflow-Marge die niedrigste aller drei Unternehmen ist. Zusammenfassend würde ich sagen, dass die WAG zwar einiges an Schulden hat, was aber bei den hohen Investitionen nachvollziehbar ist. Als überschuldet würde ich die WAG jedoch nicht bezeichnen. Auffällig ist, dass im Branchenvergleich wenig Geld aus dem laufenden Geschäft übrig bleibt (Cashflow-Marge).
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talent
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von talent »

Mein Senf zum Thema:

Im vergangenen Sommer hat Gurtner selbst öffentlichkeitswirksam über die "lukrativen Angebote" aus Übersee geraunt und gleichzeitig mit "Ich verkaufe nicht" vermeintlich alle Absichten dementiert. Aber das Drohszenario stand im Raum. Vail Resorts und andere sind/waren sicher nicht nur an Laax interessiert, entsprechende Gerüchte gab es beispielsweise auch in Verbier. Aber nur in Laax wurde die "Verkaufsgefahr" medial so breitgetreten, gepusht durch Interviews und Aussagen von Gurtner himself - im Nachhinein wohl im eigenen Interesse. Kaum eine irrationale Angst zieht so gut wie der drohende "Ausverkauf ins Ausland".

Die jetzt verkündete "revolutionäre Idee", dass die Gemeinden die Infrastruktur kaufen und verpachten, ist aus meiner Sicht ein alter Hut. Überall in den Alpen sind Gemeinden, oder allgemein die öffentliche Hand, als Skigebietsbetreiber tätig. Man denke an a) die Compagnie des Alpes, mehrheitlich in der Hand des französischen Staates; b) die OÖ Seilbahnholding des Bundeslandes Oberösterreich oder c) namhafte Skigebiete wie Damüls, Verbier oder Ischgl, wo die Gemeinden maßgeblich oder mehrheitlich beteiligt sind. Ganz zu schweigen von zahllosen Kleinskigebieten, wo die Kommunen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten eingesprungen sind. Und auch die Infrastruktur in kommunaler Hand ist nichts Neues: So muss die CdA in 2026 das Skigebiet Tignes an die Gemeinde "zurückgeben", nachdem der Pachtvertrag beendet wurde. Die WAG betritt also keineswegs Neuland.

Für mich sieht es so aus: Gurtner will sein Skigebiet zu Geld machen, aber nicht der lokale Buhmann sein, der ins Ausland verkauft. Dafür lässt er nun die Gemeinden einspringen. Mit dem Verkauf der Assets kommt viel Cash in die Kassen der Weissen Arena und das Unternehmen wird zum "Asset Light Modell". Allgemein sind Bergbahnen am Kapitalmarkt wenig attraktiv, weil die notwendige Infrastruktur viel Kapital bindet und dieses finanziert werden muss. Dazu kommt das langfristige Risiko des Klimawandels, der Kredite für neue Anlagen verteuert (Banken lassen sich das Risiko bezahlen) und die Infrastruktur langfristig abwertet. Diese Nachteile lagert Gurtner aus an die Gemeinden. Je nach Ausgestaltung der Pacht (z.B. Umsatz- oder Ergebniskomponente) kann Gurtner sogar noch operative Risiken aus Wetter und Betrieb mit den Gemeinden teilen. Übrig bleibt eine schlanke Betriebsgesellschaft, mit deutlich weniger Kapitalbindung. Somit kann die WAG nach der Transaktion eine Sonderdividende an alle Aktionäre ausschütten, gespeist aus dem übrig gebliebenen Delta zwischen Verkaufspreis und Schuldentilgung. Gurtner hätte sein Unternehmen dann teilweise zu Geld gemacht, freudig bezahlt vom Steuerzahler, der sich rühmen darf, einen "Ausverkauf ins Ausland" verhindert zu haben.

Ob das alles so toll ist für die Destination? Großes Fragezeichen, denn jede Schneekanone und jeder neue Lift muss dann von einer gemeindeeigenen Gesellschaft, also von der öffentlichen Hand, bezahlt werden. Auch wenn die Gemeinden vermutlich gute Finanzierungskonditionen bekommen, geht es dann um öffentliche Budgets. Investitionen ins Skigebiet hängen somit auch davon ab, wie die Gemeinden in ihren Kernaufgaben wirtschaften. Ob ein Ausverkauf ins Ausland so schlecht gewesen wäre? Wissen wir nicht. Zumindest bisher hat Vail in Andermatt und Crans-Montana keine völlig verrückten Sachen angestellt. Ganz abgesehen von der Frage, ob Vail noch interessiert ist, schließlich scheint es dort gerade auch holprig zu laufen... Allgemein ist von Angeboten aus USA, Frankreich und Österreich die Rede. Viele Player fallen mir da nicht ein, und ob die alle wirklich schlechter für FLF wären wie Gurtner...?
Saison 24/25: Ischgl-Samnaun, Sonnenkopf, Hochlitten, Hochoetz, Kühtai, Kitzbühel, Arosa-Lenzerheide, Vals Dachberg, Adelboden-Lenk, Tschentenalp, Elsigenalp, Lenk-Betelberg, Elsigen-Metsch, St. Moritz Corviglia, Corvatsch

Saison 23/24: Ski Dubai, Serfaus-Fiss-Ladis, Ski Arlberg, Grasgehren, Ifen & Walmendinger Horn - Heuberg, Lermoos & Wettersteinbahnen, Crans-Montana, Grimentz-Zinal, St. Luc & Chandolin, Vercorin

Saison 22/23: Ladurns, Kronplatz, Gitschberg-Jochtal, Grimentz-Zinal, St. Luc & Chandolin, Malbun, Kühtai, Ratschings, Stubaier Gletscher, St. Moritz Corviglia
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Jay
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Jay »

Ich wäre überrascht, wenn Gurtner hier nicht Pläne an den Tag legt, die zu aller erst einmal gut für Herrn Gurtner sind.
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GMD
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von GMD »

Das ewig gleiche "Kosten sozialisieren, Gewinne privatisieren" Modell.
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Tiob
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Tiob »

GMD hat geschrieben: 10.09.2025 - 15:37 Das ewig gleiche "Kosten sozialisieren, Gewinne privatisieren" Modell.
Inwiefern Bergbahnen zum Service Public gehören, wird in der Schweiz ja immer wieder diskutiert.

Fakt ist jedoch, dass die Bergbahnen für die Gemeinden Flims Laax Falera „too big to fail” sind. Von daher ist es durchaus im Sinne der Allgemeinheit wenn man sich dementsprechend engagiert.
Außerdem werden viele Bergbahnen im Land massiv von der öffentlichen Hand bezuschusst.

Dieser Split zwischen operativem Geschäft und der Infrastruktur ist aber seltsam. Da muss man sich schon fragen, was dahinter steckt.

Hat man sich bei der WAG nicht immer gerühmt, „alles aus einer Hand” anbieten zu können?

Meine Spekulation ist, dass das operative Geschäft und die Infrastruktur getrennt verkauft werden, um einen öffentlichen Aufschrei zu verhindern, wenn das operative Geschäft ins Ausland geht.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von GMD »

War schon etwas plakativ. Doch der Eindruck, dass man in den guten Jahren die Gewinne gerne eingesackt hat statt genügend Reserven für schwierigere Zeiten zu bilden. Wenn sie dann doch eintreten, wird nach der öffentlichen Hand geschrien. Die "too big to fail" Problematik muss hier auch noch angesprochen werden. Sie ist ein grosses Problem, denn sie stellt eine Art versteckte Versicherung durch die öffentliche Hand dar, und kann zu erhöhter Risikobereitschaft beim Management führen.

Jetzt nicht spezifisch auf die WAG bezogen, sondern ganz allgemein: In guten Zeiten vom Staat Zurückhaltung und Deregulierung verlangen, aber in Krisen dann vom ihm gerettet werden zu wollen, das ist für mich abgrundtief unfair!
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von talent »

Tiob hat geschrieben: 10.09.2025 - 16:17
Meine Spekulation ist, dass das operative Geschäft und die Infrastruktur getrennt verkauft werden, um einen öffentlichen Aufschrei zu verhindern, wenn das operative Geschäft ins Ausland geht.
Valides Szenario…
Saison 24/25: Ischgl-Samnaun, Sonnenkopf, Hochlitten, Hochoetz, Kühtai, Kitzbühel, Arosa-Lenzerheide, Vals Dachberg, Adelboden-Lenk, Tschentenalp, Elsigenalp, Lenk-Betelberg, Elsigen-Metsch, St. Moritz Corviglia, Corvatsch

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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von WalliserFan »

GMD hat geschrieben: 11.09.2025 - 01:37 Jetzt nicht spezifisch auf die WAG bezogen, sondern ganz allgemein: In guten Zeiten vom Staat Zurückhaltung und Deregulierung verlangen, aber in Krisen dann vom ihm gerettet werden zu wollen, das ist für mich abgrundtief unfair!
Genau! Wenn man die öffentliche Hand, wie eine Versicherung nützen, möchte, sei dann auch solidarisch, wenn man die Versicherung im Moment nicht braucht.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Skipapi »

Skipapi hat geschrieben: 24.08.2024 - 07:52
Weisshorn hat geschrieben: 23.08.2024 - 21:13 Im exklusiven Interview mit RTR stellte Gurtner heute jegliche Verkaufsabsichten in Abrede.
https://www.rtr.ch/play/tv/telesguard/v ... cada43b112
Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen?! R. Gurtner hat schon viel erzählt und zahlreiche Pläne geändert, schauen wir mal.
Ich erinnere an meinen Post vom 24.08.2024.....
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von fabile »

Danke für den Vergleich. Nur, wenn man vergleichen will, müsste man bei der Lenzerheide Arosa und Churwalden dazuzählen (Integration in eine Gesellschaft wäre doch mal ein Thema) und in der WAG (?) müsste die Cassons AG mit dem Flem Express auch irgendwie berücksichtigt werden (immerhin über 80 Millionen investiert). In Davos dann (?) auch alle Gesellschaften.

Das aktuelle Problem der WAG sind Management Fehler wie zu grosser Overhead und mangelnde Vorgaben bei Investitionen (z.B. Crap Sanierung), was zu hohen Planungskosten führt, die ja auch verdient werden müssen. Die Cassons AG wird man dann auch wohl mal sanieren müssen (grosse Investition bei mageren Erträgen, die die Kosten niemals einspielen können).

Tiob hat geschrieben: 10.09.2025 - 11:28 Wenn Reto Gurtner aussteigen will, warum wird dann nicht auch der operative Teil direkt verkauft? Macht es aus Sicht der Gemeinde nicht auch Sinn, wenn sie das gesamte Unternehmen besitzt?
Normalerweise nutzen Unternehmen Sell-and-Lease-Back-Modelle, wenn sie dringend Liquidität benötigen.

Der Neubau der Fuorcla-Gondelbahn in der absoluten Sparvariante könnte ein Hinweis darauf sein, dass man derzeit knapp bei Kasse ist.

Es könnte aber auch der Plan sein, die Infrastruktur an die Gemeinde zu verkaufen, damit sie in lokaler Hand bleibt damit, das operative Geschäft dann ins Ausland verkauft werden kann.

Ist die Sparvariante der Fuorcla-Bahn dann damit zu erklären, dass man das Unternehmen kurz vor dem Verkauf nicht finanziell überlasten will, damit die Finanzkennzahlen stimmen?

Ich habe die KI mit den Geschäftsberichten der WAG, der DKB sowie den LBB von 24/25 gefüttert und sie gebeten, die Finanz- und Bilanzkennzahlen zu vergleichen (Disclaimer wie immer: Bei KI besteht kein Anspruch auf vollständige Richtigkeit ;)).

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| Kennzahl                     | Davos Klosters       | Weisse Arena         | Lenzerheide           |
|-----------------------------|----------------------|----------------------|------------------------|
| Betriebsertrag              | CHF 98.3 Mio         | CHF 124.0 Mio        | CHF 38.0 Mio           |
| EBITDA                      | CHF 41.0 Mio         | CHF 26.5 Mio         | CHF 12.0 Mio           |
| EBITDA-Marge                | 41.7 %               | 21.4 %               | 31.6 %                 |
| EBIT                        | CHF 19.9 Mio         | CHF 7.3 Mio          | CHF 2.2 Mio            |
| EBIT-Marge                  | 20.2 %               | 5.9 %                | 5.9 %                  |
| Jahresergebnis (EAT)        | CHF 16.4 Mio         | CHF 2.2 Mio          | CHF 1.3 Mio            |
| Cashflow                    | CHF 45.7 Mio         | CHF 24.1 Mio         | CHF 10.9 Mio           |
| Cashflow-Marge              | 46.4 %               | 19.5 %               | 28.8 %                 |
| Flüssige Mittel             | CHF 24.0 Mio         | CHF 29.6 Mio         | CHF 3.6 Mio            |
| Finanzverbindlichkeiten     | CHF 53.7 Mio         | CHF 61.5 Mio         | CHF 42.0 Mio           |
| Netto-Verschuldung          | CHF 29.7 Mio         | CHF 60.9 Mio         | CHF 38.4 Mio           |
| Verschuldungsfaktor         | 0.65                 | 2.3                  | 3.22                   |
| Eigenkapital                | CHF 73.6 Mio         | CHF 100.6 Mio        | CHF 45.5 Mio           |
| Eigenkapitalquote           | 46.4 %               | 34.8 %               | 44.2 %                 |
| Buchwert Sachanlagen        | CHF 100.7 Mio        | CHF 122.3 Mio        | CHF 84.7 Mio           |
| Investitionen               | CHF 33.0 Mio         | CHF 51.9 Mio         | CHF 11.2 Mio           |
| Ersteintritte Winter        | 1.02 Mio             | 1.09 Mio             | 1.42 Mio (gesamt)      |
| Ersteintritte Sommer        | 95’000               | 177’980              | 167’125                |
Man erkennt, dass die WAG mit Abstand die höchsten Investitionen tätigt. Sie hat aber auch die höchste Nettoverschuldung, der Verschuldungsfaktor ist jedoch niedriger als in Lenzerheide.
Auffällig ist, dass die Cashflow-Marge die niedrigste aller drei Unternehmen ist. Zusammenfassend würde ich sagen, dass die WAG zwar einiges an Schulden hat, was aber bei den hohen Investitionen nachvollziehbar ist. Als überschuldet würde ich die WAG jedoch nicht bezeichnen. Auffällig ist, dass im Branchenvergleich wenig Geld aus dem laufenden Geschäft übrig bleibt (Cashflow-Marge).

Bergfreak99
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Bergfreak99 »

GMD hat geschrieben: 11.09.2025 - 01:37 Doch der Eindruck, dass man in den guten Jahren die Gewinne gerne eingesackt hat statt genügend Reserven für schwierigere Zeiten zu bilden. Wenn sie dann doch eintreten, wird nach der öffentlichen Hand geschrien.
Hat man denn in Laax die Gewinne im grösseren Stile eingesackt?
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GMD
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von GMD »

Um das zu beantworten, müsste man Einblick in die Buchhaltung haben. Ich frage mich nur, wie andere auch, warum diese Aufsplittung erfolgt. Ein anderer Grund könnte sein, dass man indirekt zugibt, dass der Flem Express eine Fehlinvestition war und man die eigene Beteiligung an dieser Bahn loswerden möchte, bevor sie zu einer zu grossen Belastung wird.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Weisshorn »

Skipapi hat geschrieben: 11.09.2025 - 20:19
Skipapi hat geschrieben: 24.08.2024 - 07:52
Weisshorn hat geschrieben: 23.08.2024 - 21:13 Im exklusiven Interview mit RTR stellte Gurtner heute jegliche Verkaufsabsichten in Abrede.
https://www.rtr.ch/play/tv/telesguard/v ... cada43b112
Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen?! R. Gurtner hat schon viel erzählt und zahlreiche Pläne geändert, schauen wir mal.
Ich erinnere an meinen Post vom 24.08.2024.....
Tja, wer kann den Verlockungen des Mammons schon widerstehen? Jedenfalls eine gute Gelegenheit für Gurtner, den Kaufpreis für die Infrastruktur zu maximieren und gleichzeitig weiter im Geschäft zu bleiben. Dass die WAG damit indirekt zugibt, dass der Flem Express eine Fehlinvestition war, glaube ich hingegen nicht, weil das nicht der DNA eines Reto Gurtner entspräche.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Klemme »

Eigentlich handelt es sich bei der Aktion um eine riesige Finanzspritze der öffentlichen Hand an den privaten Gurtner-Konzern.

Reto hat über die Jahre Gefallen an den Immobillienprojekten gefunden, weil auch er realisiert hat, dass man trotz Digitalisierung mit Bergbahnen nicht wirklich Geld verdienen kann. Immer teurere Luxusanlagen und Beschneiung kosten halt, die alte Infrastruktur muss erneuert werden. Beim Schnee hat man schon an die Gemeinden otugesourct, warum nicht jetzt auch bei den Bahnen. Billige Zinsen und das gute Gefühl, zu besitzen gegen viel Geld für den übrig bleibenden Teil der Weissen Arena AG. Mit dem Geld kann man dort neue Resorts (Falera), Hotelrenovationen, möglicherweise Kauf von schon vorhandenen Infrastrukturen wie Restaurants, Hotels, Ferienwohnungen usw. finanzieren.

Die großen Risiken wie die Renovation des Crap, die anstehenden Erneuerungen von Zubringern und ersten Ersatzanlagen für die Bahnen der zweiten Generation und die Klimaanpassung werden in absehbarer Zukunft jeden Gewinn wieder auffressen und das Wachstum im Immogeschäft bremsen oder verunmöglichen. Die extrem gestiegenen Preise beim Bau und auch von Bahnherstellern werden nicht wieder sinken. Die Banken werden wohl in diesen unsicheren Zeiten von Klimawandel und Krieg so das eine oder andere Träumchen nicht mitgemacht haben, weswegen man jetzt halt Geld beim Steuerzahler beschafft. Wenn man die Risiken der Bahnen allerdings loswird, gehen die Banken bei den Immobilien wieder mit. Da dürften eine halbe Milliarde oder mehr zur Debatte stehen. Mit Gewinnspannen, die wohl an den Betrag der Bahnen herankommen dürfte oder diesen übersteigt.

Reto profitiert so mehrfach. Den Einheimischen nimmt man die Angst vor Ausverkauf, dafür zahlen sie aber einen hohen Preis. Es gibt auch Argumente dafür für die Gemeinden, denn die so ermöglichten Investitionen im Tal schaffen einen Steuersegen und Arbeitsplätze - was die Risiken am Berg abmildern könnte. Allerdings wird ab jetzt jede Krise direkt vom Steuerzahler subventioniert und mehr öffentliche Gelder für die Bahnen werden zwangsweise fließen, denn der Hinderungsgrund privater Quersubventionierung ist damit vordergründig weg. Reto hat sich ja schon immer ähnlich große öffentliche Füllhörner wie in Österreich oder Bayern gewünscht. Das Schlimme für alle: das wird Schule machen. Nicht nur bei Nachbarn wie Schertenleib (der ja auch lieber in Immobilien und nicht in Bergbahnen investiert), sondern womöglich über den halben Alpenbogen hinweg. Es bestätigt den Trend der letzten neoliberalen Jahrzehnte - Risiken werden vergemeinschaftet, Gewinne privatisiert. Einzelne werden zunehmend reicher und mächtiger. Knebelpachtverträge sind nämlich keine wirkliche Gewaltentrennung in dem Spiel.

Die entscheidende Frage wird also sein, wie die Macht in den neuen Strukturen verteilt sein wird. Zum Beispiel, wer das Sagen hat, ob jetzt eine 3-S gebaut wird ab Murschetg oder welche Bahn ab Falera und wohin. Die Pläne in die Rheinschlucht als ÖV-Anschluss dürften hingegen mit dem neuen Arrangement tot sein. Obwohl dort nun der Halbstundentakt eingeführt wird. Die wären aber sowieso schwierig geworden. Für diesen Kampf hätte Reto sowieso nicht mehr genug Lebenszeit gehabt. Also konzentriert er sich nochmal auf einen Coup, der kurzfristig machbar erscheint.

Der Trend zu großen Pass-Angeboten wird unweigerlich weitergehen, auch wenn sich Graubünden da noch arg wehrt. Mit abgespaltenen Bergbahnen kann man da einfacher mitgehen, denn die Rentabilität anderer Sparten wird dadurch nicht mehr direkt infrage gestellt. Es tun sich sogar neue Chancen auf - was aber nur den Berg und nicht mehr das Tal betrifft.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Tiob »

Tiob hat geschrieben: 10.09.2025 - 11:28 Wenn Reto Gurtner aussteigen will, warum wird dann nicht auch der operative Teil direkt verkauft? Macht es aus Sicht der Gemeinde nicht auch Sinn, wenn sie das gesamte Unternehmen besitzt?
Normalerweise nutzen Unternehmen Sell-and-Lease-Back-Modelle, wenn sie dringend Liquidität benötigen.

Der Neubau der Fuorcla-Gondelbahn in der absoluten Sparvariante könnte ein Hinweis darauf sein, dass man derzeit knapp bei Kasse ist.

Es könnte aber auch der Plan sein, die Infrastruktur an die Gemeinde zu verkaufen, damit sie in lokaler Hand bleibt damit, das operative Geschäft dann ins Ausland verkauft werden kann.

Ist die Sparvariante der Fuorcla-Bahn dann damit zu erklären, dass man das Unternehmen kurz vor dem Verkauf nicht finanziell überlasten will, damit die Finanzkennzahlen stimmen?

Ich habe die KI mit den Geschäftsberichten der WAG, der DKB sowie den LBB von 24/25 gefüttert und sie gebeten, die Finanz- und Bilanzkennzahlen zu vergleichen (Disclaimer wie immer: Bei KI besteht kein Anspruch auf vollständige Richtigkeit ;)).

Code: Alles auswählen

| Kennzahl                     | Davos Klosters       | Weisse Arena         | Lenzerheide           |
|-----------------------------|----------------------|----------------------|------------------------|
| Betriebsertrag              | CHF 98.3 Mio         | CHF 124.0 Mio        | CHF 38.0 Mio           |
| EBITDA                      | CHF 41.0 Mio         | CHF 26.5 Mio         | CHF 12.0 Mio           |
| EBITDA-Marge                | 41.7 %               | 21.4 %               | 31.6 %                 |
| EBIT                        | CHF 19.9 Mio         | CHF 7.3 Mio          | CHF 2.2 Mio            |
| EBIT-Marge                  | 20.2 %               | 5.9 %                | 5.9 %                  |
| Jahresergebnis (EAT)        | CHF 16.4 Mio         | CHF 2.2 Mio          | CHF 1.3 Mio            |
| Cashflow                    | CHF 45.7 Mio         | CHF 24.1 Mio         | CHF 10.9 Mio           |
| Cashflow-Marge              | 46.4 %               | 19.5 %               | 28.8 %                 |
| Flüssige Mittel             | CHF 24.0 Mio         | CHF 29.6 Mio         | CHF 3.6 Mio            |
| Finanzverbindlichkeiten     | CHF 53.7 Mio         | CHF 61.5 Mio         | CHF 42.0 Mio           |
| Netto-Verschuldung          | CHF 29.7 Mio         | CHF 60.9 Mio         | CHF 38.4 Mio           |
| Verschuldungsfaktor         | 0.65                 | 2.3                  | 3.22                   |
| Eigenkapital                | CHF 73.6 Mio         | CHF 100.6 Mio        | CHF 45.5 Mio           |
| Eigenkapitalquote           | 46.4 %               | 34.8 %               | 44.2 %                 |
| Buchwert Sachanlagen        | CHF 100.7 Mio        | CHF 122.3 Mio        | CHF 84.7 Mio           |
| Investitionen               | CHF 33.0 Mio         | CHF 51.9 Mio         | CHF 11.2 Mio           |
| Ersteintritte Winter        | 1.02 Mio             | 1.09 Mio             | 1.42 Mio (gesamt)      |
| Ersteintritte Sommer        | 95’000               | 177’980              | 167’125                |
Man erkennt, dass die WAG mit Abstand die höchsten Investitionen tätigt. Sie hat aber auch die höchste Nettoverschuldung, der Verschuldungsfaktor ist jedoch niedriger als in Lenzerheide.
Auffällig ist, dass die Cashflow-Marge die niedrigste aller drei Unternehmen ist. Zusammenfassend würde ich sagen, dass die WAG zwar einiges an Schulden hat, was aber bei den hohen Investitionen nachvollziehbar ist. Als überschuldet würde ich die WAG jedoch nicht bezeichnen. Auffällig ist, dass im Branchenvergleich wenig Geld aus dem laufenden Geschäft übrig bleibt (Cashflow-Marge).
Beim Auslesen der Daten ist der KI ein Fehler passiert bei den Zahlen der WAG. Hier sind die korrekten, manuell nachgelesenen Zahlen:

Code: Alles auswählen

| Kennzahl                          | Wert (TCHF)     |
|----------------------------------|-----------------|
| Gesamtkapital                    | 288'586         |
| Eigenkapital                     | 100'568         |
| Fremdkapital gesamt             | 188'018         |
| • Kurzfristiges Fremdkapital     | 51'826          |
| • Langfristiges Fremdkapital     | 136'192         |
| Cashflow                         | 24'107          |
| EBITDA                           | 26'492          |
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von j-d-s »

Wenn dann sollte man Gurtner gleich mit in die Wüste schicken, der Mann ist doch der Prototyp eines Dampfplauderers, wenn der was sagt oder macht ist das normalerweise nur heiße Luft.

Der Flem-Express war und ist von Anfang an völlig Blödsinnig, zumal man dabei ja sogar noch die Foppa-Naraus-Pisten gestrichen hat. Mit Standard-EUBs/KSBs Flims-Foppa-Naraus sowie dann mit einer PB zum Cassons, mglw. von Startgels, hätte man für viel weniger Geld deutlich bessere Ergebnisse gehabt. Noch besser hätte ich ja gefunden, wenn man dort einfach die Dinge so belassen hätte wie sie waren und stattdessen versucht, die Verbindung mit Elm hinzubekommen, auch wenn das sicher ziemlich schwierig wäre. Der Nutzen davon wäre sehr groß, weil man damit die Erreichbarkeit stark verbessert hätte.

Zuvorderst wäre allerdings sowieso eine umfangreiche Erweiterung der Beschneiungsanlagen erforderlich, die Gurtner vernachlässigt hat, denn bei so einem Premium-Anspruch müssten halt auch 100% der Pisten beschneibar sein und das auch mit einer Kapazität, die genug Wasser vorhält für alle Pisten auch wenn monatelang kaum Schnee kommt, so wie es andere Skigebiete auch machen. Dass Lavadinas typischerweise erst im Februar öffnet und eine Saison sogar mal gar nicht öffnete, zeigt sehr klar, dass das, was sie machen, nicht funktioniert.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von fabile »

Ich sehe das nicht so negativ. Es kommt immer darauf an, was für ein Goodwill bezahlt wird. Zieht man die Bilanzsummer der Bahnen und Infrastruktur in die Infra AG, da ist das per se sowas wie ein Leasing. Bleibt dann die Operation der WAG mit einem altem CEO ohne Nachfolgeregelung. Warum hat man Angst vor einer externen Lösung? Dass ein paar Dorf-Potentaten (incl. Gemeinden) nichts mehr zu sagen haben?
Klemme hat geschrieben: 12.09.2025 - 13:01 Eigentlich handelt es sich bei der Aktion um eine riesige Finanzspritze der öffentlichen Hand an den privaten Gurtner-Konzern.

Reto hat über die Jahre Gefallen an den Immobillienprojekten gefunden, weil auch er realisiert hat, dass man trotz Digitalisierung mit Bergbahnen nicht wirklich Geld verdienen kann. Immer teurere Luxusanlagen und Beschneiung kosten halt, die alte Infrastruktur muss erneuert werden. Beim Schnee hat man schon an die Gemeinden otugesourct, warum nicht jetzt auch bei den Bahnen. Billige Zinsen und das gute Gefühl, zu besitzen gegen viel Geld für den übrig bleibenden Teil der Weissen Arena AG. Mit dem Geld kann man dort neue Resorts (Falera), Hotelrenovationen, möglicherweise Kauf von schon vorhandenen Infrastrukturen wie Restaurants, Hotels, Ferienwohnungen usw. finanzieren.

Die großen Risiken wie die Renovation des Crap, die anstehenden Erneuerungen von Zubringern und ersten Ersatzanlagen für die Bahnen der zweiten Generation und die Klimaanpassung werden in absehbarer Zukunft jeden Gewinn wieder auffressen und das Wachstum im Immogeschäft bremsen oder verunmöglichen. Die extrem gestiegenen Preise beim Bau und auch von Bahnherstellern werden nicht wieder sinken. Die Banken werden wohl in diesen unsicheren Zeiten von Klimawandel und Krieg so das eine oder andere Träumchen nicht mitgemacht haben, weswegen man jetzt halt Geld beim Steuerzahler beschafft. Wenn man die Risiken der Bahnen allerdings loswird, gehen die Banken bei den Immobilien wieder mit. Da dürften eine halbe Milliarde oder mehr zur Debatte stehen. Mit Gewinnspannen, die wohl an den Betrag der Bahnen herankommen dürfte oder diesen übersteigt.

Reto profitiert so mehrfach. Den Einheimischen nimmt man die Angst vor Ausverkauf, dafür zahlen sie aber einen hohen Preis. Es gibt auch Argumente dafür für die Gemeinden, denn die so ermöglichten Investitionen im Tal schaffen einen Steuersegen und Arbeitsplätze - was die Risiken am Berg abmildern könnte. Allerdings wird ab jetzt jede Krise direkt vom Steuerzahler subventioniert und mehr öffentliche Gelder für die Bahnen werden zwangsweise fließen, denn der Hinderungsgrund privater Quersubventionierung ist damit vordergründig weg. Reto hat sich ja schon immer ähnlich große öffentliche Füllhörner wie in Österreich oder Bayern gewünscht. Das Schlimme für alle: das wird Schule machen. Nicht nur bei Nachbarn wie Schertenleib (der ja auch lieber in Immobilien und nicht in Bergbahnen investiert), sondern womöglich über den halben Alpenbogen hinweg. Es bestätigt den Trend der letzten neoliberalen Jahrzehnte - Risiken werden vergemeinschaftet, Gewinne privatisiert. Einzelne werden zunehmend reicher und mächtiger. Knebelpachtverträge sind nämlich keine wirkliche Gewaltentrennung in dem Spiel.

Die entscheidende Frage wird also sein, wie die Macht in den neuen Strukturen verteilt sein wird. Zum Beispiel, wer das Sagen hat, ob jetzt eine 3-S gebaut wird ab Murschetg oder welche Bahn ab Falera und wohin. Die Pläne in die Rheinschlucht als ÖV-Anschluss dürften hingegen mit dem neuen Arrangement tot sein. Obwohl dort nun der Halbstundentakt eingeführt wird. Die wären aber sowieso schwierig geworden. Für diesen Kampf hätte Reto sowieso nicht mehr genug Lebenszeit gehabt. Also konzentriert er sich nochmal auf einen Coup, der kurzfristig machbar erscheint.

Der Trend zu großen Pass-Angeboten wird unweigerlich weitergehen, auch wenn sich Graubünden da noch arg wehrt. Mit abgespaltenen Bergbahnen kann man da einfacher mitgehen, denn die Rentabilität anderer Sparten wird dadurch nicht mehr direkt infrage gestellt. Es tun sich sogar neue Chancen auf - was aber nur den Berg und nicht mehr das Tal betrifft.
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Re: Neues in Laax/​Flims/​Falera

Beitrag von Maya Bornstein »

Die Vail Resorts sind offiziell gar nicht mehr interessiert an neuen Gebieten im Ausland.

Die hatten letzten Winter schlechte Zahlen und Probleme in USA. Dies führte zum CEO Wechsel im Mai 2025.

Der neue CEO hat gemässe Bericht im Wall Street Journal vom 27.5.2025 ("Vail Resorts Shakes Up Leadership After Rocky Ski Season") klar gesagt, dass der zukünftige Fokus in USA liegt, und keine ausländischen Skigebiete mehr gekauft werden sollen.

Somit hat Gurtner gar keinen Käufer aus USA, zumindest nicht Vail Resorts, die immer zuerst gennant werden.

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