Anfahrt: Ettlingen - A8 - München - Salzburg - A10 - Golling - Werfen - Werfenweng staufrei in 4:23 h
Wetter: Wolkenlos, warm, +3 bis +17°C
Schnee: geschätzt 50 cm Maschinen- und Altschnee. Täler und Südhänge abgetaut.
Anlagen in Betrieb: Alle außer SCHL Schnapfenriedl. Stillgelegter SCHL Ladenberg 2 steht noch samt Seil am Berg.
Wartezeit: keine
Gefallen: Panorama, wirklich gute Maschinenschneeabfahrten und Präparation
Nicht gefallen: Beschäftigungsgebiet ist recht klein. Zubringer-Gebiet Rosnerköpfl nicht gut angebunden.
Bewertung: 5 von 6 Punkten
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Dieser Schneebericht ist Teil meiner viertägigen Österreich-Skifahrt im März 2025:
Werfenweng 20. März 2025
Eben / Monte Popolo 20. März 2025
Filzmoos / Papagenobahn 20. März 2025
Skiregion Dachstein West (Gosau / Rußbach / Annaberg) 21. März 2025
Spital am Pyhrn / Wurzeralm 22. März 2025
Hinterstoder 22. März 2025
Göstling / Hochkar 23. März 2025
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Wie jedes Jahr war ich auch im März 2025 wieder auf 4tägiger Soloskifahrt. Eigentlich wollte ich ins Wallis und ggfs. ins Aostatal. Start sollte am Samstag, dem 15. März sein. Eigentlich zu spät für so eine Skifahrt in typischerweise kleine und teilweise niedrig gelegene Skigebiete, aber wegen der sehr späten Faschingsferien ging es diesmal nicht anders. Doch am Wochenende des 15./16. März war das Wetter im gesamten Alpenraum so schlecht, dass ich verschieben musste. Nun wurde es der 20.-23. März. Wie es nicht anders kommen kann, wurde das Wetter auch am Wochenende 22./23. März in den Westalpen von Südwesten her schlecht. Der Plan von Wallis und Aostatal platzte mal wieder, und ich stellte zähneknirschend fest, dass mir wetterbedingt meine letzte März-Skifahrt in die Schweiz im Jahr 2019 möglich war.
Für den Start brauchte ich ein Skigebiet mit guter Verkehrsanbindung. Ich begann mit Werfenweng, das in der Nähe der Salzburger Autobahn 10 liegt. Hier bin ich schon mehrfach wegen anderer Prioritäten vorbeigefahren.
Bei der Fahrt durch Werfenweng war ich etwas irritiert. Das Ortszentrum wurde an der Hauptstraße mit einer riesigen Betonfassade "verschönert" ... sozusagen das Brelin aus Les Menuires passend gemacht. So etwas reduziert den Charme eines Salzburger Urlaubsorts erheblich ... ob die Touristen das wohl ansprechend finden werden? Die ebenso betonklotzige Talstation der mir bis dato gar nicht bekannten Zubringer-EUB Rosnerköpfl besteht dort schon seit 2013. Liftparkplätze gibt es im Ort aber keine. Die Tagestouristen sollen weiterhin hinter Werfenweng im Weiler Zaglau an der Talstation der Ikarusbahn auf die Bischlinghöhe parken.
Früher gab es in Werfenweng zwei verschiedene Zubringerbahnen, nämlich eine zweite als DSB im Weiler Wengerau in einem Nebental. Dort gab es auch eine zweite Talabfahrt und zwei Übungslifte. All das verschwand bereits um das Jahr 2000, keine Ahnung warum. D.h. das Skigebiet war früher etwas größer als heute. Die Bahn von Zaglau auf die Bischlinghöhe war früher eine DSB auf anderer Trasse, die nur bis zu den Beschäftigungsanlagen am Berg fuhr.
An der Talstation der Ikarusbahn angekommen, war ich zunächst wenig erfreut. Die EUB-Talstation wurde von mindestens 200 Schülern belagert. War hier heute lokaler Schul-Skitag? Oder waren hier so viele Schulklassen im Skilager? Ich fand es nicht heraus. Aber die Hälfte der Kids blieb sowieso an den Tal-Übungsliften, und die andere Hälfte verteilte sich im Skigebiet gut, also kein Problem.
Am EUB-Einstieg musste ich zunächst warten. Die EUB wurde angehalten, und eine beschädigte Kabine wurde aus dem Verkehr gezogen und für die Reparatur manuell in die Garagierungshalle gefahren. Bei ihr war der komplette Halter für den Zug der Türöffnungsmechanik von der Kabinenaufhängung abgerissen. Nur ein Rest des Halteblechs war noch da. Keine Ahnung, wie so etwas passieren kann. Am Vormittag erklärten mir EUB-Mitfahrer, dass die EUB (wohl deshalb) vor 9 Uhr länger gestanden hatte. Wenn der Zug für die Türöffnung nicht mehr da ist, geht die Kabinentür nicht mehr auf. Wer drin sitzt, hat dann ein Problem.
Wenn man das Zubringer-Skigebiet von Werfenweng am Rosnerköpfl aus dem Jahr 2013 und die Tal-Übungslifte außer Acht lässt, besteht das Skigebiet Bischlinghöhe heute lediglich aus der EUB samt Talabfahrt und den Beschäftigungsanlagen 4SB Strussing und 4SB Ladenberg sowie dem unbedeutenden SCHL Schnapfenriedl, der früher die zweite Zubringer-Sesselbahn mit den anderen Beschäftigungsanlagen verband. Letzterer war bei meinem Besuch außer Betrieb. Die 4SB Strussing hat eine rote Abfahrt, die 4SB Ladenberg eine rote und eine schwarze (und irgendwo dort versteckt sich dort auch ein blauer Ziehweg). Die Abfahrten sind allesamt wirklich schön, aber das war dann auch schon das ganze Skigebiet. Die zweite Zubringerbahn mit eigener Abfahrt in einem ganz anderen Geländekessel wegfallen zu lassen und die Anzahl der Beschäftigungsanlagen am Berg zu halbieren hat dem Skigebiet nicht gut getan. Gute Skifahrer sind hier innerhalb höchstens eines halben Tages durch. Das schöne Panorama des Tennengebirges usw. entschädigt dafür ein wenig.
Da ich ja nicht zum Spaß hier war, sondern zum Kennenlernen des Skigebiets, wollte ich zwischendurch zu den Zubringeranlagen am Rosnerköpfl wechseln. Das erwies sich als nicht einfach. Normalerweise kann man von der Talabfahrt Bischlinghöhe über den Ikarus-Skiweg 1B hinüberqueren. Der war bei meinem Besuch aber schon teilweise abgetaut und darum gesperrt. Also querte ich im Übungsgelände über der EUB-Talstation teils zu Fuß auf einem Asphaltweg, teils auf Schneeresten eines Zubringerweges. So erreicht man den SCHL Schöntal. Von dessen Bergstation kann man zur Rosnerköpfl-Abfahrt wechseln. Die ist breit in den Hang hineingebulldozert, also relativ unnatürlich, aber insgesamt gut zu fahren. Doch an meinem Besuchsvormittag fuhr hier quasi niemand Ski; EUB und Schlepper fuhren geisterhaft leer. Am Ende der Abfahrt Rosnerköpfl bekam ich einen Eindruck des eigentlich schön gelegenen Dorfes Werfenweng, der durch die Großbaustelle voller Baukräne gestört war. Warum die EUB Rosnerköpfl eine Mittelstation hat, erschließt sich mir nicht. Skifahrer werden hier weder aus- noch einsteigen, und die Rodelbahn hätte man auch an der Bergstation starten lassen können. Dort oben befindet sich eine Einkehr, die so spät in der Saison aber geschlossen war ... hier war eh niemand unterwegs außer mir. Ich beließ es bei der einen Abfahrt am Rosnerköpfl und wechselte - teils zu Fuß querend - wieder zurück ins kleine Hauptskigebiet Bischlinghöhe. Mittags lief mein Skipass ab. Es ging weiter zum Monte Popolo in Eben im Pongau.
Fazit:
Werfenweng ist ein nettes Skigebiet, aber für mehr als einen halben oder ganzen Tag entschieden zu klein.
43 Fotos aus Werfenweng:
Werfenweng ist ein gemütlicher Salzburger Ferienort in einem Hochtal.
Talstation der EUB Ikarusbahn auf die Bischlinghöhe, die eine Sesselbahn auf anderer Trasse ersetzte. Der Übungslift dahinter hat den blöden Namen "IKIs Schlepplift".
Mit der EUB über IKIs Schlepplift.
Bergstation EUB Ikarusbahn auf die Bischlinghöhe.
Dito mit Panorama.
Zoom über den Sendeturm auf dem Filzmooser Rossbrand zur Hochwildstelle in den Schladminger Tauern.
Blick zum Skigebiet Monte Popolo in Eben (mein nächstes Ziel) und zur Skischaukel Radstadt-Altenmarkt.
Blick auf die Liftanlagen der Skischaukel Flachau-Wagrain am Grießenkareck unterm Mosermandl und Faulkogel.
Blick auf die Wagrainer Liftanlagen am Grafenberg gegen den Ankogel.
Zoom zum Ankogel.
Zoom zum Großglockner.
Schöne Abfahrt der 4SB Strussing gegen den Hochthron.
4SB Strussing.
4SB Strussing.
Kurz vor der Bergstation der 4SB Strussing hat man einen der Startplätze der Gleitschirmflieger im Blick.
Abfahrt 4SB Ladenberg.
4SB Ladenberg mit schwarzer Direktabfahrt.
Warum der seit Jahren stillgelegte SCHL Ladenberg 2 noch nicht abgetragen wurde, ist mir nicht bekannt.
Rote Abfahrt Ladenberg neben der Schlepplifttrasse.
Gelände an der 4SB Ladenberg mit Bergrestaurant. Die Beschneiungsspur von rechts oben kommt vom SCHL Schnapfenriedl, der bei meinem Besuch außer Betrieb war.
Hüttenidylle am Ladenberg gegen den Hochkönig.
Blick auf Großes Wiesbachhorn und Hohen Tenn in den Hohen Tauern.
Zoom zum Großen Wiesbachhorn mit seinem Nordostabsturz über 2700 Höhenmeter.
Blick von der Bischlinghöhe auf Werfenwengs "Zubringer"-Skigebiet am Rosnerköpfl mit der breiten Piste des SCHL Schöntal.
Zoom zur Bergstation EUB Rosnerköpfl. Die Bahn war tatsächlich in Betrieb, auch wenn dort quasi niemand unterwegs war.
Der Start der Talabfahrt führt am Bergrestaurant Bischlinghöhe vorbei.
Die Talabfahrt verläuft zunächst sehr schön auf einem Kamm, ...
... bevor es nach einem Knick steiler zur Sache geht.
Auslauf der Talabfahrt Bischlinghöhe an der Talstation der EUB Ikarusbahn.
Wieder hoch mit der Ikarusbahn auf die Bischlinghöhe ...
... und gleich nochmal auf die Talabfahrt, ...
... weil's so viel Spaß machte.
Diesmal aber geht es unten über Schneereste-Spuren in Richtung Rosnerköpfl bzw. zunächst zum SCHL Schöntal.
SCHL Schöntal, geisterhaft leer. Ich fuhr hier allein.
Von der Bergstation des SCHL Schöntal zweigt hier nach links die Abfahrt Rosnerköpfl ab und überquert dabei eine Straße. Hinten sieht man eine attraktive Wanderlandschaft.
Abfahrt Rosnerköpfl unterer Teil. Einsamkeit auf Maschinenschnee.
Auslauf Abfahrt Rosnerköpfl an der EUB-Talstation (unten rechts im Bild). Werfenweng baut hier eine betönerne "Front de Neige" analog französischen Retorten-Skiorten. Das passt m.E. überhaupt nicht hierher, allein schon baulich nicht. Keine Ahnung, wer so etwas beschließt und freigibt.
Selbsterklärend.
Nochmal die "Schönheit" der künftigen "Front de Neige" aus der EUB Rosnerköpfl gesehen.
EUB Rosnerköpfl über ihrer Abfahrt.
Wozu braucht diese reine Zubringer-EUB eine Mittelstation? Zuviel Budget bekommen?
Auf der in den Hang und Wald gebulldozerten Abfahrt der EUB Rosnerköpfl. Braucht man nicht wirklich.
Ich fuhr / lief / schob lieber wieder zurück zur Bischlinghöhe und verbrachte meine restliche Skizeit dort, bevor es nach Eben zum Monte Popolo weiterging.
[Edit 10.4.2025: Typos korrigiert.]