Anfahrt: Wolkenstein - Sellajoch - Alta Badia - Falzaregopass - Cinque Torri / Bai de Dones 1:05 h
Wetter: Sonnig, 0°C bis +5°C
Schnee: Geschätzt 30-50 cm Alt- und Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: Im Tofanagebiet alle außer Gipfel-PB und DSB Cacciatori
Gefallen: Verbindungs-EUB Cortina Skyline, Landschaft, Panorama, Bergrestaurant Duca d'Aosta, Abfahrten der KSB Bus Tofana in der höchsten Etage.
Nicht gefallen: Talkessel Cortina schneelos, unterlassene Pistenpräparation, falsche Internetinfo zum Öffnungsstatus Talabfahrt Cortina, Service-Unwille Bergrestaurant Pomedes, Gipfel-Pendelbahn Tofana geschlossen, DSB Cacciatori geschlossen, grauenhafter Zustand schwarze Abfahrt 51 / Forcella Rossa, grundlose (und von uns ignorierte) Pistensperrung Ra Freza - Olimpia.
Bewertung: 2,5 von 6 Punkten
An unserem gemeinsamen Ausflugstag im Faschings-Skiurlaub in Gröden stellten wir für Harzwinter Junior die Skigebiete Sexten und Cortina d'Ampezzo zur Auswahl. Er entschied sich für Cortina. Schon 2022 hatten wir ohne ihn von Wolkenstein einen Tagesausflug nach Cortina d'Ampezzo unternommen ... bereits damals bei schwacher bis nicht vorhandener Naturschneelage in Cortina, aber mit anständig präparierten Maschinenschneepisten. Da wir 2022 erhebliche Probleme hatten, an der Socrepesbahn einen Parkplatz zu bekommen, parkten wir diesmal schon im Skigebiet Cinque Torri auf halber Strecke zwischen Falzaregopass und Cortina auf dem kostenlosen Parkplatz der KSB Bai de Dones und benutzten von dort die abfahrtslose Verbindungs-EUB Cortina Skyline zu den unteren Skihängen im Tofana-Skigebiet von Cortina, namentlich zur 4KSB Olimpia ganz links auf dem Pistenplan. Das funktionierte gut. Die lange Verbindungs-EUB benötigt ca. 15 Minuten.
Mit Benutzung der 4KSB Olimpia bleibt man im oberen Bereich der leichten Übungshänge von Cortina und muss zum Erreichen der Tofana-Seilbahn nicht bis hinunter nach Socrepes abfahren, sondern landet per Hangquerung direkt an der Talstation 6KSB Tofana Express. Es waren weniger Skifahrer unterwegs als beim Besuch 2022. Im grauenhaften interaktiven Pistenplan von Cortina und in den Öffnungsstatus-Listen war diesmal die Talabfahrt 44 ins Ortszentrum Cortina als geöffnet eingetragen, was uns 2022 verwehrt blieb. Um sie in noch gutem Zustand mitnehmen zu können, fuhren wir zunächst von der Bergstation Tofana Express über die blaue 43 zur Mittelstation der EUB Cortina - Col Druscie. Doch schon hier fiel uns die schlechte, zerfahrene Pistenqualität auf ... von den wenigen Skifahrern des Tages konnte die Abfahrt noch nicht so zugerichtet sein. Man hatte sie für diesen Tag einfach nicht präpariert.
Zwecks Panorama und Mittagseinkehr nahmen wir noch nicht die Pendelbahn hinauf in die Tofana, sondern wechselten zunächst ins Pomedesgebiet. Auch hier eher wenige Skifahrer, aber großenteils zerfahrene Abfahrten ohne irgendwelche erkennbaren Präparationsmerkmale. Eigentlich wollten wir um 11:30 Uhr auf der Terrasse des Bergrestaurants Pomedes essen. Dessen Küche öffnet aber erst um 12 Uhr, und die Bedienung hatte - ähnlich wie 2022 - keine Lust, vorher auch nur eine Getränkebestellung aufzunehmen. Also fuhren wir dort unverrichteter Dinge wieder weg. Viel, viel besser war es dann eine Abfahrt tiefer beim Restaurant Duca d'Aosta: Küche geöffnet, freundliche, schnelle Bedienung und günstige Gerichte. Nächstes Mal fahren wir zum Essen gleich dort hin.
Da uns die abgesehen von wenigen Ausnahmen unpräparierten Abfahrten auf Pomedes nicht zusagten, wechselten wir nach dem Essen zur Pendelbahn nach Ra Valles und fuhren mit ihr in die höchste Etage des Tofana-Skigebiets von Cortina. Auch dort war sichtbar nicht präpariert worden, aber die niedrigeren Temperaturen und noch weniger Skifahrer hatten die Pisten besser konserviert als unterhalb. Wie schon 2022 waren sowohl die Tofana Gipfel-Pendelbahn als auch die DSB Cacciatori geschlossen. Man könnte sooo viel mehr draus machen ... in Österreich oder "nebenan" in Gröden würden die Betreiber bei so einem Angebot vor Scham im Boden versinken. Das Heizen über die Abfahrten der 4KSB Bus Tofana in toller Hochgebirgsatmosphäre machte natürlich trotzdem wieder viel Spaß. Harzwinter Junior und ich fuhren erwartungsvoll eine Proberunde über die schwarze, steile Verbindungsabfahrt 51 / Forcella Rossa in die tiefere Skigebietsetage ... und waren entsetzt. Hier war augenscheinlich tagelang nicht präpariert worden; auf der 2022 in gutem Zustand befindlichen, durch ihre Steilheit mit Fahrspaß fordernde Abfahrt kämpften wir uns diesmal durch kniehohe Sulzbuckel, die sich fuhren wie aushärtender Mörtel. Der Zustand der gesamten Abfahrt - auch tiefer im rot ausgewiesenen Bereich - war einfach nur grauenhaft, schlimmer als der Auslauf der Wolkensteiner Ciampinoi-Talabfahrt abends nach Ferien-Massenbetrieb, und das will schon was heißen. Noch nie bin ich in den Dolomiten so schlechte, weil nicht präparierte Pisten gefahren wie diesmal in Cortina.
Skifahrerisch enttäuscht von Cortinas Tofana-Skigebiet entschieden wir uns am Parkplatz Bai de Dones um 15:45 Uhr für eine abschließende Fahrt hinauf zu den Cinque Torri samt Einkehr. Aussicht und Kakao an den Cinque Torri hoben die Stimmung wieder. Und die Abfahrt von den Cinque Torri zum Parkplatz über die rote Abfahrt 14 erinnerte uns daran, wie gut sich Dolomitenpisten eigentlich fahren lassen ... wenn sie denn präpariert werden.
Fazit:
Nächster Cortina-Besuch erst wieder bei guter Naturschneelage und schon gar nicht in 2026, weil dann dort die olympischen Winterspiele stattfinden. Ob das Leistungsniveau von Cortina dann wohl auch so schlecht ist? Aber vielleicht ist dann ja die Tofana-Gipfelseilbahn im Winter geöffnet.
39 Fotos aus Cortina d'Ampezzo:
Verbindungs-EUB Cortina Skyline zwischen dem Rand des Tofana-Skigebiets und dem Skigebiet Cinque Torri.
Die EUB Cortina Skyline endet an der Bergstation der KSB Olimpia am Südrand des unteren (Übungshang-)Bereichs des Tofana-Skigebiets. Hinten Monte Cristallo und Cima Cadin.
Mit der KSB Tofana Express aus dem Übungsgebiet an den Fuß der Tofanawände.
Da die Talabfahrt nach Cortina in allen Internetberichten als geöffnet gelistet war, fuhren wir zuerst zur EUB Cortina - Col Druscie. Doch an der Mittelstation: Pustekuchen, Falschinfo.
Wir nahmen stattdessen die schwarze Abfahrt 41 vom Col Druscie unter die Kanten. Hinten Sorapis und Antelao.
Schwarze Abfahrt 41. Na ja, genau so wenig schwarz wie Grödner schwarze Abfahrten.
Also wechselten wir zunächst ins Pomedesgebiet. 3SB Pomedes.
Zwar ist die Pomedes ein hervorragender Aussichtspunkt - hier mit Cristallo, Sorapis, Antelao, Pelmo und Croda da Lago -, aber das gleichnamige Bergrestaurant hat den Service nicht erfunden, also fuhren wir wieder weg.
Zoom von Pomedes zum Monte Pelmo und Croda da Lago.
Zoom von Pomedes zur Marmolada.
Schwarze Abfahrt Stratofana Olimpica von Pomedes.
Über teilweise vom Vortag nicht präparierte Abfahrten ...
... bemühten wir uns nach der Mittagseinkehr wieder zur Mittelstation der EUB Cortina - Col Druscie, die als Zubringer zur Tofana-Pendelbahn benötigt wird.
Kabinen der Pendelbahn nach Ra Valles.
Pendelbahnstationen Ra Valles und Tofana einträchtig übereinander.
Tofana-Pendelbahn nach Ra Valles.
Rückblick mit Sorapis und Antelao. Cortina ist in der Wintersaison mal wieder grün.
Da geht's nachher auf Ski runter: Schwarze Abfahrt Forcella Rossa.
Obwohl ebenfalls vom Vortag nicht präpariert, hatten wir Spaß auf den Abfahrten auf Ra Valles.
DSB Cacciatori auf Ra Valles leider außer Betrieb, wie schon beim letzten Besuch.
Abfahrt Canalini auf Ra Valles.
Teilweise exponierte Trassenführung der KSB Bus Tofana.
Abfahrt Bus Tofana gegen Monte Cristallo.
Abfahrt Canalini.
Wie man am zerfahrenen Gelände sieht, hält sich keiner dran.
Abfahrt Bus Tofana vom Vortag nicht präpariert und darum oben zerfahren.
Zoom von Ra Valles auf Berge der Dolomiti Settentrionale di Zoldo: Sfornioi Nord und Sud, Sasso di Bosconero, Sasso di Toanella und Rocchetta Alta.
Die Gipfelbahn zur Tofana di Mezzo fährt im Winter quasi nicht ... obwohl sie auch dann ein Magnet wäre.
Im Winter hat sie nur wenige, nicht kalkulierbare Betriebstage.
Start der steilen, schwarzen Abfahrt Forcella Rossa in die tiefere Skigebietsetage. Hinten Sorapis und Antelao.
Leider wurde auch die Abfahrt Forcella Rossa nicht präpariert und besteht aus kaum befahrbaren, hohen Sulzbuckeln, was das Foto kaum wiedergibt. Hinten Monte Pelmo und Croda da Lago.
Frau Harzwinter nahm nach unserer Beschreibung des Zustands der Abfahrt lieber die Pendelbahn für die Talfahrt.
Je tiefer man kam, desto übler wurde die Abfahrt Forcella Rossa, ...
... um gegen Abfahrtsende zu nur noch einer schmalen befahrbaren Spur zu verkommen. Noch nie bin ich in den Dolomiten so schlechte Abfahrten gefahren.
Zurück im unteren Übungsbereich der Tofanahänge. Querungsabfahrt von der kurzen 4SB Ra Freza zur 4KSB Olimpia. War offiziell gesperrt, aber augenscheinlich grundlos.
Mit einer letzten Fahrt in der KSB Olimpia zur Verbindungs-EUB Cortina Skyline verlassen wir das Tofana-Skigebiet.
Mit der Verbindungs-EUB Cortina Skyline zurück zum Parkplatz an den Cinque Torri.
Eine Entschädigungs-Fahrt hinauf zu den Cinque Torri ist zeitlich noch drin.
An den Cinque Torri (besucht 2024) ist es wunderschön!
Und die Abfahrt von den Cinque Torri beweist, dass Dolomiten-Skiabfahrten gut sind, wenn man sie denn bloß präpariert.