Servus an alle aktuell Betroffenen,
die wichtigste Info vorneweg, es gibt ein Leben nach dem Achilles Sehnen Abriss..
und skifahren ist der Sport den man danach am ehesten wieder ohne Einschränkungen ausüben kann,
da der Fuß im Skistiefel bestens fixiert ist..
Mich hat es im Frühjahr 2005 am rechten Fuss erwischt, und man glaubt es kaum beim Tiefschneefahren...
Es war vermutlich der letzte Tiefschnee Tag an meinem Hausberg dem Wendelstein im Winter 2004/2005..
Nach 2 Tagen Schneefall und einem Tag Sprengpause haben sie den Wendelstein an diesem Freitag wieder geöffnet, und ich bin mit einem Bekannten kurzfristig nicht in die Arbeit sondern mit der ersten Bahn nach oben...
Wer dort an solchen Tagen schon einmal war, weiß wie dann es dort zugeht, jeder versucht den besten Platz in der Bahn zu bekommen,
damit man bei den ersten ist und noch die volle Auswahl an unverspurtem Pulver hat...
Ein Aufwärmen gibt es dort nicht, es wird sich quasi warm gefahren..
Dann gleich bei der ersten Abfahrt ist es dann auch passiert, wir sind 2 Spuren am Waldrand gefahren...
als ich plötzlich mit dem rechten Ski an etwas hängen bleibe, im Nachhinein ist es ein Ast unter dem Schnee gewesen,
mich hat es um 180 Grad gedreht, und dann mit dem Rücken voraus in Fahrtrichtung in den Schnee geworfen...
Ich habe mich dann erst einmal im Tiefschnee wieder sortiert, die Bindungen sind nicht aufgegangen, und die Ski haben sich so in den Schnee verkeilt das ich zunächst einmal aus den Bindungen musste, um wieder aufstehen zu können ...
Bei dieser Übung habe ich dann gemerkt das auf der rechten Seite etwas nicht stimmt, und da ich beim Sturz eine kurzen Stich verspürt habe,
war ich der Meinung, jetzt hast Du Dir etwas gezerrt... das die Achillessehne gerissen ist, daran habe ich nicht im entferntesten gedacht...
Das skifahren danach hat auch noch gut funktioniert, klar war der Linksschwung etwas mühseliger im Vergleich zu vorher,
aber ich bin zu meinem Bekannten runtergeschwungen, der schon ganz ungeduldig war, und wir sind dann auch wie geplant den ganzen Vormittag weiter gefahren... und im Nachhinein, Tiefschneefahren ohne Achillessehne geht ... muss man aber nicht haben....
Mittags als dann der ganze Pulver zerfahren war sind wir dann ins Tal abgefahren zum Parkplatz.
Dort als ich dann aus den Skistiefeln bin, habe ich dann doch gemerkt das es etwas mehr sein muss, als nur eine Zerrung, man hat dann absolut keinen Halt mehr, aber immer noch nicht am Entferntesten an einen Achillesssehnen Riss gedacht.
Mein Bekannter hat dann gemeint ich sollte vielleicht doch lieber noch zum Arzt, und nicht wie geplant den nachmitag noch in die Arbeit.
Ich habe dann auch gedacht, ja gehst noch zum Arzt und lässt Dir etwas verschreiben und mit etwas salben über das Wochenende wird das wieder werden...
Dann beim Doc kam das große Erwachen, er hat dieses natürlich gleich erkannt, und hat mich dann auch gleich gefragt ob ich viel Zeit mit gebracht hätte...
Ich konnte es immer noch nicht glauben, bis er mich dann einmal aufgefordert hat, mit dem rechten Fuß im Stehen mit der Ferse vom Boden wegzukommen... da geht natürlich 0,0....
Er hat dann nur noch gemeint, das ich jetzt der erste bei Ihm wäre, dem die Achillessehne im Skistiefel gerissen ist...
Ich bin dann am nächsten Tag gleich operiert worden, und dann das volle Programm...
Insgesamt ist es bei mir sehr gut verlaufen, und ich bin nach 4 Wochen wieder in der Arbeit gewesen...
Das Manko bei mir war, das der rechte Wadenmuskel trotz Aufbauübungen nie mehr die gleiche Muskelmasse von vorher bekommen hat...
es fehlen etwa 50 Prozent im Vergleich zu vorher...
Ich habe inzwischen erfahren, das so etwas vorkommen kann, aber ich bin zufrieden, denn es gibt andere die haben danach ein Leben lang Probleme...
Ich bin vorher aktiv an Laufwettkämpfen gestartet, dieses geht nicht mehr, denn gerade beim Laufen benötigt man ja den Wadenmuskel zum abrollen... einen Marathon werde ich nie mehr laufen können
Aber damit habe ich kein Problem, ich bin dann vermehrt auf das radfahren gewechselt, und kann auch alles andere wieder ohne Probleme machen.
Beim skifahren dürfte das größte Problem jeweils sein, nach der OP wieder in den Skistiefel rein zu kommen...
aber bei mir war ja ein kompletter Sommer dazwischen, und ich hatte dann im nächsten Winter absolut keine Probleme damit....
Während meines Heilungsprozesses hat es damals einen Internet link gegeben, dort hat man alles möglich zu diesem Thema gefunden...
Es war quasi ein Erfahrungsaustausch unter Leidensgenossen...
Mir hat dieses damals sehr viel geholfen, auch psychisch, denn dort liest man dann auch Geschichten, was da alles passieren kann...
und dann ist man wieder ganz froh, das es bei einem selbst lange nicht so schlimm ist...
Das krasseste was ich damals gelesen hatte, war bei einem Leidensgenossen der hatte einen Physio der nach der Methode gearbeitet hat:
immer bis es schmerzt, und dann noch ein bisschen mehr... und was war das Ende vom Lied , in der 2. Sitzung hatte dieser Physio Ihm die Sehne ein zweites Mal gerissen...
Dem Initiator dieses Forums hat es auch schlimmer erwischt, er musste 13 Jahre nach der ersten OP ein zweites mal unter das Messer,
wegen Spätfolgen aus der ersten OP...
Ich kann Euch den Link unten nur empfehlen, Ihr findet dort alles um das Thema Achillessehnenriss...
angefangen von Narbensalbe über 'ab wann geht Fahrradergometer' und eigentlich alles mögliche und hilfreiche zu diesem komplexen Thema..
In diesem Sinne wünsche ich allen, welche gerade mit einer Orthese rumhumpeln, rasche und möglichst vollständige Genesung...
https://www.andreas-edler.de/blog/dies-das/achillessehne/