Downhill schrieb:
Einziges Problem: wer macht in einer großen Koalition den Kanzler? Vielleicht macht man's wie die EZB, und teilt die nächste Legislaturperiode einfach auf.
Das sehe ich irgendwie überhaupt nicht als eine Frage an, die sich stellt wenn es zu einer großen Koalition kommt.
Denn dann ist die Sache völlig klar wer Kanzler wird. Und zwar Merkel. Nur weil die SPD jetzt aberwitzig den Bundeskanzler für sich beansprucht, heißt das noch lange nicht, dass man deshalb jetzt irgend einen Kompromiss schließen muss. So sehe ich das zumindest. Die Union hat insgesamt 400.000 Stimmen mehr als die SPD. 2002 reichten der SPD 8000 Stimmen für eine Legitimation die Koalitionsverhandlungen zu führen. Diese Aufsplittung der Parteien CDU und CSU wie es jetzt Münte betreibt ist blanker Unsinn und nur ein taktisches Ablenkungsmanöver. Nach dieser Rechnung hätte die SPD schon viele male mehr die größte Partei gestellt, der es gebürt die Koalitionsverhandlungen zu führen und den Kanzler zu stellen.
Ich weiß ehrlich nicht, warum man auf diese Unverschämtheit überhaupt eingehen sollte, zumal es all zu offensichtlich ist worauf man damit hinaus will. Denn wenn überhaupt irgendwas klar ist, dann das gerhard Schröder nicht Bundeskanzler wird.
Seine Legitimation hat er wiedersprüchlicherweise und zu allem Überfluss auch noch von den Umfragewerten, die er ja so kritisiert hatte und als lüge beschimpft hatte, als Legitimation für seine dreisten Forderungen misbraucht. Nämlich indem er sagte: Dass die Bürger eindeutig ihn als Kanzler gewählt haben, weil er im vergleich zu den Umfragen ja so toll aufgeholt habe und die Union so verloren hat.
Das ist doch absurd... Man kann doch nicht mit einer Sache argumentieren die man im gleichen Atemzug als unkorrekt und Hetzkampagne bezeichnet. Dieses ganze "Wir haben Anspruch auf den Kanzlerposten" ist von hinten bis vorne komplett wiedersprüchlich. Wie gesagt diese Position ist nur Mittel zum Zweck aus Taktikgründen bei einer Koalitionsverhandlung so stark wie möglich aufzutreten. Zudem soll es die Union verunsichern und einen Keil zwischen Union und Merkel treiben.
Besonders staatsmännisch finde ich das nicht von Schröder hier so ein Schmierentheater abzuziehen nur um seine eigene Macht um jeden Preis durchzusetzen.
Entschuldigt mir das ein oder andere direktere Wort zu der Sache, aber ich kann nicht verstehen wie man über solche Forderungen der SPD allein schon diskutieren kann? Schon, damit dass es in den Medien diskutiert wird, ob er jetzt Kanzler werden darf oder Merkel, ist das Ziel der SPD erreicht.