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CH-Bundesrat will eine 2. Gotthardröhre!

Wird auch langsam mal Zeit.
Allerdings totaler Blödsinn wenn man den Artikel liest und die mit dem Bau verbundenen Rahmenbedingungen zur Kenntnis nimmt: Die Kapazität des Tunnel soll auch mit der zweiten Röhre nur bei einer Spur je Richtung und damit konstant bleiben. Auch langfristig :roll:.
 
Das hört sich für mich nach einem sehr guten Ansatz an.
Wenn man sich überlegt, wie eine Autobahn die Qualität eines Tals beeinträchtigt, würde ich als Anwohner oder Tourist jedenfalls begrüßen, wenn nicht noch mehr Lärm etc. entsteht.
Vielleicht für Manchen nicht verständlich - für mich eine vernünftige Vorgehensweise. Man stellt eine Erhöhung der Kapazität über alles Andere, sondern berücksichtigt andere Belange ebenso - und manchmal sogar stärker.
 
Naja das traurige daran ist, dass hier der Bundesrat die Bevölkerung hinters Licht führt. Warum der Tunnel so lange gesperrt werden muss liegt darin, dass man das man die Decke um 30cm anheben will.
Grund dafür ist, dass die EU möchte, dass die Transitachse Gotthard mit 60 Tönnern befahren werden kann.

Obwohl dem Bundesrat verboten wurde mit der EU Verhandlungen über die Einführung von Gigalinern zu führen, versucht man so, Scheibchenweise Tatsachen zu schaffen und hintergeht damit die vom Volk in die Verfassung geschriebene Begrenzung des Transitverkehrs und torpetiert damit zusätzlich die mit X-milliarden Steuergelden gebaute NEAT indem man mit weiteren Steuermilliarden Konkurenz unterstützt. :nichtzufassen:

Aber wenn es der Bundesrat will, heisst das noch lange nicht, dass es auch das Volk will. Und bis das gebaut wird, wird die EU hoffentlich nicht mehr existieren.
 
Die Höhe des verkehrstechnischen Nutzraums entspricht mit den heute vorhandenen 4.50 Metern nicht mehr den Normanforderungen. Gemäss gültiger Norm (SIA197/2) muss über dem Lichtraumprofil, welches mindestens 4.50 Meter messen muss, ein Sicherheitsabstand von 0.30 Meter vorhanden sein, zusätzlich ist für die Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen 0.40 Meter vorzusehen. Die Gesamthöhe von 5.20 Metern lässt sich im GST nur durch gleichzeitiges Anheben der Zwischendecke und Absenken der Fahrbahn realisieren. Die Nachteile der Erhöhung des verkehrstechnischen Nutzraums von 4.50 Metern auf 5.20 Meter liegen in den höheren Investitionskosten, der längeren Bauzeit und dem erhöhten bautechnischen Risiko.
http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/21569.pdf
 
Uhm,--- also, ob wegen Gigaliner Tunnels erhöht werden müssten? Sollte mich wundern wenn das deswegen notwendig wäre...
 
Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten :lol: Der Gotthard wird wohl ewig für Gespräch sorgen in der Schweiz. Es ist davon auszugehen dass die Linken & Umweltverbände das Referendum ergreifen werden und somit das Volk das letzte Wort haben wird.
Das wäre die 6. Röhre durch den Gotthard, oder? 2 Röhren Scheiteltunnel SBB, 2 Röhren NEAT Basistunnel, 1+1 Röhren Autobahntunnel.

Hier einige Links zu den News-Sendungen:

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=388f6d4c-9616-4788-92b8-cea4ebcfaa20
^^Schweiz Aktuell

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=cd0d5649-71f6-4e50-83a1-bc72fa605b8d&WT.zugang=ts_ts
^^Tagesschau
 
albe schrieb:
soweit ich das verstehe, wird die neue Normhoehe aber auch fuer jeden Standard-LKW (40 t) verlangt.
So ist es... ATVs Argumentation mit den Gigalinern hat damit nichts zu tun.

Interessant dabei ist ja, dass die Schweiz immer über die EU schimpft, dann aber nicht in der Lage ist, sich dem teilweise wirklich dämlichen EU-Regulierungswahn zu entziehen... Naja, wenn man fast nur Hobbypolitiker hat, ist es logisch, dass man bei allen Verhandlungen über den Tisch gezogen wird :wink:.
 
Vadret schrieb:
Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten :lol: Der Gotthard wird wohl ewig für Gespräch sorgen in der Schweiz. Es ist davon auszugehen dass die Linken & Umweltverbände das Referendum ergreifen werden und somit das Volk das letzte Wort haben wird.
Das wäre die 6. Röhre durch den Gotthard, oder? 2 Röhren Scheiteltunnel SBB, 2 Röhren NEAT Basistunnel, 1+1 Röhren Autobahntunnel.

Der alte (Scheitel)Tunnel für die Eisenbahn hat nur 1 Röhre! :mrgreen:
 
missyd schrieb:
Vadret schrieb:
Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten :lol: Der Gotthard wird wohl ewig für Gespräch sorgen in der Schweiz. Es ist davon auszugehen dass die Linken & Umweltverbände das Referendum ergreifen werden und somit das Volk das letzte Wort haben wird.
Das wäre die 6. Röhre durch den Gotthard, oder? 2 Röhren Scheiteltunnel SBB, 2 Röhren NEAT Basistunnel, 1+1 Röhren Autobahntunnel.

Der alte (Scheitel)Tunnel für die Eisenbahn hat nur 1 Röhre! :mrgreen:
Dafür wäre der Servicetunnel des jetzigen Strassentunnels hinzuzuzählen. Damit stimmt das Gesamtkalkül doch. :mrgreen: :mrgreen:
 
albe schrieb:
soweit ich das verstehe, wird die neue Normhoehe aber auch fuer jeden Standard-LKW (40 t) verlangt.

Den Gotthard komplett fuer LKWs zu sperren und eine dauerhafte LKW-Verladung zu etablieren wie es die Alpeninitiative vorschlaegt ist natuerlich interessant, ich frag mich nur, warum dann nicht direkt auch fuer PKWs, dann muesste man den Tunnel gar nicht sanieren und koennte ihn einfach sprengen...

Als militannter Eisenbahner würde ich das natürlich begrüßen, aber dann könnten sie gleich anfangen die nächsten Röhren für einen weiteren NEAT Tunnel zu bohren. Für die LKW würde ich eh den großräumigen Verlad ausbauen, direkt von Deutschland nach Italien. Schließlich sind wir ja selbst schuld wenn unsere Politiker zu unfähig sind endlich die Rheintalbahn auszubauen um mehr Güter auf die Schiene zu bringen.

Grundsätzlich find ich aber schon aus Sicherheitsgründen einen zusätzlichen Tunnel sinnvoll. Erinnert euch doch mal an den großen Unfall, der wäre vielleicht nicht passiert wenn es zwei Tunnel gegeben hätte.

@Kris: Muss nicht sein, dass die Rechnung aufgeht, vielleicht nutzen sie ja den Rettungsstollen als Basis für den neuen Tunnel.
 
Natürlich wird hier Salamitaktik betrieben! Nach der Sanierung soll also jede Röhre nur eine Fahrspur plus einen Pannenstreifen haben, damit es keinen Kapazitätsausbau gibt. Wers glaubt wird selig und hält wohl auch noch den Weihnachtsmann für real! Spätestens nach dem ersten Osterstau wird der Ruf nach einer Änderung dessen ganz laut werden.

Wirklich toll: Da baut man für zig Milliarden ein Jahrhunderbauwerk wie den Gotthardbasistunnel, und noch bevor es eröffnet ist, beschliesst man, es selber zu konkurrenzieren. Unglaublich wie kurzfristig das Denken einiger Politiker ist! Die glauben wohl, damit die Stimmen der Autofahrer zu kaufen.
 
Grundsätzlich schätze ich BR Leuthard sehr.
Aber in diesem Fall finde ich es tragisch, dass der Bundesrat nicht wagt dem Volk direkt die Wahrheit zu sagen.

a) Die Verlagerungspolitik ist gescheitert
b) Die umliegenden Länder sind nicht in der Lage bzw. haben kein Interessen das Schienennetz auszubauen.
c) Wir wollen noch mehr Strassenverkehr am Gotthard haben.

An den Vorschlag mit den zwei einspurigen Röhren glaubt ja nur der Weihnachtsmann. Schon beim ersten Stau wird der Pannenstreifen für den Verkehr frei gegeben und man hat ein nettes Providurium. :evil:

Und ja, ich bin gespannt wie die Regierung ein allfälliges Referendum gewinnen möchte. Geld alleine genügt nicht, um den Abstimmungskampf zu gewinnen. Und mit dem Argument der Sicherheit kann man mich auch nicht ködern.
 
TPD schrieb:
b) Die umliegenden Länder sind nicht in der Lage bzw. haben kein Interessen das Schienennetz auszubauen.

Aso, der Brenner Basistunnel und die Unterintaltrasse werden ein Radweg oder wie?
Der Schweiz würde es nicht schaden, wenn die mal von ihrem hohen Ross herunter kommen würden, der starke Schweizer Franken wird das sowieso irgendwann erledigen.
 
^^
Meine Aussage bezog sich auf die Zubringerstrecken.
Und Fakt ist sowohl in D als auch I bewegt sich da zur Zeit nicht besonders viel. Da muss schon ein Wunder geschehen, dass diese Länder, die in einem Staatsvertrag festgelegten, Eröffnungstermine einhalten können.
 
Wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, dann verbindet die Schweiz aber die selben Länder von Nord nach Süd.
 
Mit Verlaub, aber diese Geschichte mit der Argumentation einer Erhöhung des Lichtraumprofils und einer deswegen angeblich drohenden, schleichenden Einführung der Gigaliner in der Schweiz: Das ist blanker Unsinn. Erinnert mich an irgendwelche schwachsinnigen Verschwörungstheorien. Ich glaube, dass ich einigermassen weiss, wovon ich rede: Schliesslich arbeite ich seit rund zwölf Jahren bei einer internationalen Fachzeitschrift mit den Themenschwerpunkten Transport, Spedition und Logistik.

Gigaliner in der Schweiz? Kann man sich glatt abschminken. Diese sind ja auch in vielen Ländern der EU arg umstritten, nicht zuletzt auch wegen der übermässigen Beanspruchung der Strasseninfrastruktur, die diese Megatrucks verursachen. Aus rein logistischer Sicht sind die Gigaliner logischerweise eine interessante Sache, solange die Paarigkeit der Transporte gegeben ist (sprich: volle Ausnützung der Ladekapazitäten sowohl bei der Hin- als auch der Rückfahrt, ergo keine Leerfahrten).

@albe
Den Gotthard komplett fuer LKWs zu sperren und eine dauerhafte LKW-Verladung zu etablieren wie es die Alpeninitiative vorschlaegt ist natuerlich interessant, ich frag mich nur, warum dann nicht direkt auch fuer PKWs, dann muesste man den Tunnel gar nicht sanieren und koennte ihn einfach sprengen...

Den Gotthard für Lkw sperren: Wäre in derTat ein interessanter Ansatz, aber: Total unrealistisch so etwas. Vielleicht wird das drei oder vier Generationen später mal anders aussehen, aber im Moment ist das reines Wunschdenken. Da kann man jeden ausgewiesenen Verkehrsexperten oder Spediteur (hat's hier vielleicht einen im AF?) fragen.

A propos alpenquerender Güterverkehr auf der Schiene durch die Schweiz: Es ist völlig unbestritten, dass der Slogan "Güter auf die Bahn" absolut Sinn macht. Das grosse Problem dabei ist aber a.) nicht nur der fehlende Wille vor allem Italiens, die dringend nötigen Zulaufstrecken zu bauen, b.) auch in der Schweiz selber müssen die Zulaufstrecken nördlich und südlich des Gotthards massiv ausgebaut werden. Letzter Punkt c.): Solange im Schienenverkehr der Personentransport die totale Priorität - nicht nur seitens der Politik - geniesst und der Bahngüterverkehr, auch aufgrund anderer Gründe, gezwungenermassen ein Mauerblümchendasein fristet, wird sich in Sachen Verlagerung der Verkehrsträger (in diesem Fall von der Strasse auf die Schiene) leider auf absehbare Zeit rein gar nichts ändern.
 
Weshalb sollte es "unrealistisch" sein, den Gotthard Strassentunnel für ein paar Jahre zu sperren? Bis 1980 war er durchgehend gesperrt.
Hochwertige Güter mit hoher Wertschöpfung wie bspw. Maschinen, Anlagenteile, substantielle Rohstoffe u.dgl. reisen gut und gerne mit der Bahn, oder falls nötig per Umweg über Brenner oder St. Bernadino.

Das billige Massenkonsumgut zB. Müller Joghurt bleibt aber halt dort wo es Hergestellt wird, und erreicht halt nicht mehr die Lidl Landschaften in Norditalien. Soll meinen dass eine Tunnelsperre zulasten jener Produktogistik geht, die sich leicht regional ersetzen lässt. Es täte wahrscheinlich sogar gut! Wie ein frisches Bad nehmen. Mal was neues, hin zu anderen Perspektiven.

Früher gabs mal Interfrigo, Kühltransporte per Bahn. Die wurden eingestampft, denn mit den Selbstausbeutungsvorteilen des LKW-Verkehrs via Strasse kann die verhältnismässig starre Eisenbahnorganisation heute nicht mehr konkurrieren. Jeder Cent den die Transportleistung pro Streckenlänge weniger kostet, wird dazu eingesetzt, die Waren weiter zu transportieren, damit den Absatz zu erhöhen. Und Teile dort herstellen, wo es noch billiger ist....

Es ärgert mich, heute in meiner ehemaligen Heimat eine früher unvorstellbare Anzahl an Lebensmittelprodukten vorzufinden, die von sonstwoher kommen aber nur nicht aus der Region. Es sind keinesfalls Produkte, die es regional nicht gäbe. Es sind vielmehr Produkte, die eine vielleicht etwas gemächlerische regionale Produktion k.o. geschlagen haben.
Zb. ist die Milchproduktion heute nahezu inexistent in Norditalien!! "Trasporto Latte" stand früher hinten drauf auf den Tanklastern aus dem Norden. Heute ist das diskreter, es zeugt per Gesetz nur mehr ein grünes eckiges Symbol davon, dass da Lebensmittel transportiert werden.

Sogar Brot zum Aufbacken durch den hamsterradlaufenden Fakebäcker oder sogar fertig in Plastik verpackt kommt viele hundert Kilometer von sonstwoher dass es einem schwindlig wird. Brot! Zu meiner Kindheit gab es das beim echten Bäcker, aus von ihm hergestelltem Teig, nach seiner Kunst und Geschicklichkeit. In seiner Würde. Beim nächsten Bäcker gab es anderes Brot. Unvorstellbar heute, da gibt es Brot im Franchisingsystem. Mit viel Aufwand von professionellen Food Designern entworfen. Viel Marketing, durchaus spannende Technologie, europaweite Logistik. Tausende Regeln und Normen, Verordnungen und Zertifizierungen. Viel Know-How drumherum. Und so schmeckt es dann auch.


Zu einfache Transportlogistik fördert dies.

Auch deshalb finde natürliche geographische "Hindernisse" schön. Bis 1980 hiess es nun mal die Gotthardstrasse ist im Winter zu. Na und. Da kam man halt nicht von Süden nach Andermatt. Na und, es ging halt weniger weit woanders hin. Na und.

Es gibt Wohlstand und absurden Überwohlstand... je nach Betrachtungs- und Profitweise.
 
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