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Christen Glauben Kirche

Victorfoxi schrieb:
Christlicher Glaube macht in meinen Augen das Zusammenleben einfacher, weil sich jeder an gewisse Regeln hält.
Wir könnten manches Ungemach vermeiden, wenn sich mehr Menschen daran hielten.

Und demjenigen, der sich dieser Ideologie mit Ihren Reglen nicht unterwirft wird als "verirrtes Schaf" sogleich jeglicher moralischer Kompass aberkannt.
Was für eine Vermessenheit!
 
Pancho schrieb:
Aussicht auf das Paradies nach dem Tod lässt einen vieles davor ertragen, was sonst nicht hinnehmbar wäre. Ich empfehle auch, sich auf das Leben VOR dem Tod zu konzentrieren.

Geht auch beides zusammen.
Beispiel: Man erträgt vielleicht den Tod eines Familienmitglieds besser, wenn man ihn nach dem Ableben in guter Umgebung weiß und sich auf ein Wiedersehen freut. Trotzdem konzentriert man sich selbst aufs Leben.
 
Glaube ist die innere Überzeugung and die Existenz oder Richtigkeit einer Sache ohne die Notwendigkeit einer zugrunde liegenden Logik oder eines causalen Beweises.
Daher führen Disskussionen zwischen Nicht- oder Andersgläubigen im Sinne eines Verständnisses oder beiderseitigen Überzeugung stets zu keinem für beide Seiten zufrieden stellenden Ergebnis.
Die möglichen Ergebnisse sind daher lediglich:
1. Toleranz und wechseln des Themas
2. Unverständniss und Ignoranz
3. Streit (von verbal bis zum (Glaubens) Krieg, die Geschichte zeigt leider das hier keine Glaubensrichtung eine wirklich weiße Weste hat

Es ist ebensowenig möglich und sinnlos einem Verschwörungstheoretiker nahezubringen, dass tatsächlich Menschen auf dem Mond waren wie mit Religionsgläubigen darüber zu diskutieren ob jene oder die andere Religion die richtigere ist.
Die 10 Gebote fördern auch nicht die wirklich die Toleranz anderen gegenüber wenn ich mir das erste ansehe:
"Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. "
Ist leider in vielen Religionen Bestandteil und fürht und führe schon immer dazu 'Andersgläubige' zu bekehren oder wenn nicht erfolgreich zu bekämpfen.
Leben nach dem Tod (warum finde ich nirgend einen Hinweis wie ich mir das Leben vor der Geburt vorzustellen habe), hilft sicher gegen Ängste, meine Liebsten würde ich auch gerne mal wiedersehen, aber all die anderen? und das auf Dauer. Und wenn alle die vielleicht nicht so schuldlos im Leben waren sich plötzlich anders verhalten, sind meine Liebsten dann ncoh die die sie mal waren.

Wie hier zu sehen, es führt zu keinem Ergebnis und ich bemühe mich bei obigen Punkten stets die Option 1 zu wählen.

Also, ich bin hier raus, nach meiner Auffassung darf jeder weiterhin glauben was er will solange er sich bei Punkt 1-2 bewegt.
Wählt er jedoch Punkt 3, dann hadere ich jedoch selbst mit Gebot 5 des christlichen Glaubens, wenn ihn andere nicht befolgen....
 
Pistencruiser schrieb:
Und demjenigen, der sich dieser Ideologie mit Ihren Reglen nicht unterwirft wird als "verirrtes Schaf" sogleich jeglicher moralischer Kompass aberkannt.
Was für eine Vermessenheit!

Ein Christ ist nicht automatisch gut und ein Nichtchrist nicht automatisch schlecht, darüber sind wir uns doch wohl einig?
Bei machen die sich offen zu Gott bekennen frage ich mich auch manchmal wie das dann mit ihrem Verhalten zusammenpaßt?
Im übrigen würde ein gläubiger Christ für mein Dafürhalten niemals Waffen segnen, oder gar Kriege auch nur gutheißen.
Das kollidiert doch schon sehr offensichtlich mit " Du sollst nicht töten".

Es ist und bleibt eine sehr persönliche Endscheidung sich zum Glauben zu bekennen, oder eben nicht.
Ich denke aber das man als Christ sehr viel gewinnen kann, man geht anders mit vielen Situationen um.
 
falsche Zeitform, es muss heißen „wird in Zukunft hoffentlich kein gläubiger Christ“
In der Vergangenheit ist das schon zu oft geschehen, sogar vom Oberhaupt des christlichen Glaubens…
Da wäre ein Vulkanausbruch oder Erdbeben im Vatikan vielleicht ganz sinnvoll gewesen.
 
Victorfoxi schrieb:
Im Grundsatz beschreibt die Bibel das der Mensch böse ist- dass ist wohl auch in der Realität kaum zu leugnen.
Die Bibel vertauscht Böse aber gern mit Fehler. Ausserdem gibt die Bibel zusätzliche Moralvorstellungen, welche laut Bibel "Böse" sind, aber in unseren Welt doch überhaupt nicht schlimm sind. Schonmal an ein attraktiven Frau/Mann gedacht? Pfui...
Mattheus 5 (Einheitsübersetzung) schrieb:
27 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Jesus gibt danach sofort auch noch ein paar sehr hilfreiche "Tipps" mit auf die Hand:
Mattheus 5 (Einheitsübersetzung) schrieb:
29 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
Jesus hätte besser mal eine psychologische Beratungsstelle gegründet und dort professionelle Psychologen angestellt, die Menschen mit Gottes Segen helfen würden, ohne sich selbst verletzen zu müssen. Diese "Tipps" sind einfach widerlich und - rate mal - früher haben Menschen sich genau wegen solche Bibeltexte sich selbst verletzt!
Victorfoxi schrieb:
In unserer auch so aufgeklärten Welt gehen die Menschen mehr aufeinander los als je zuvor.
Nein, einfach nein... Die Idee das alles immer nur schlimmer wird, entspricht einfach nicht die Realität. Die Welt macht grosse Fortschritte, auch wenn noch genug Elend um uns herum ist. Aber ich wette mit dir, du würdest lieber jetzt als im Mittelalter leben wollen.
Victorfoxi schrieb:
Für mich zeichnet sich ein gläubiger Christ nicht durch die Anzahl seiner Kirchenbesuche aus, sondern eher ob er wenigstens versucht nach den 10 Geboten zu leben.
Jesus nimmt es aber auch mit den 10 Geboten gar nicht so genau, siehe seine Sonntagsarbeit. Das hat man in Zeiten vom neuen Testament bereits Gotteslästerung gefunden. Gehe bloss nicht Sonntags Skifahren, ins Restaurant oder so, denn dann müssen Leute für dich arbeiten.
Victorfoxi schrieb:
Ich habe mir beispielsweise privat als auch im Geschäftsleben zu eigen gemacht möglichst nicht zu lügen.
Das ist eine sehr gute Eigenschaft von dir, aber dafür brauchst du hoffentlich keine Bibel.
Victorfoxi schrieb:
Christlicher Glaube macht in meinen Augen das Zusammenleben einfacher, weil sich jeder an gewisse Regeln hält.
Naja, das gleiche kann man auch für andere Religionen sagen. Und Atheisten sind auch keine chaoten, ganz im Gegenteil... Schau dir dazu mal ein paar Vorträge von Richard Dawkins an.
Pancho schrieb:
Aussicht auf das Paradies nach dem Tod lässt einen vieles davor ertragen, was sonst nicht hinnehmbar wäre.
Richtig. Und wenn das nicht funktioniert, gibt es noch die Hölle, wo man auf Ewig leiden muss. Das ist als würde ich meine Freundin eine Pistole auf der Stirn setzen und sagen: "Liebe mich, denn ich liebe dich auch. Aber falls du dich gegen mir entscheidest - knalle ich dich ab." Das nennt man Erpressung.
valdebagnes schrieb:
Die 10 Gebote fördern auch nicht die wirklich die Toleranz anderen gegenüber wenn ich mir das erste ansehe:
"Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. "
Ist leider in vielen Religionen Bestandteil und fürht und führe schon immer dazu 'Andersgläubige' zu bekehren oder wenn nicht erfolgreich zu bekämpfen.
Absolut richtig! Diese Exklusivität ist besonders bei Abrahamitische Religionen präsent, also Christentum, Judentum und Islam, welche alle auf die 10 Gebote zurückgreifen. Gläubige diese Weltreligionen sind eigentlich auch Atheisten, mit Ausnahme von einen Gott. Früher war es in viele kleine Religionen aber üblich, mehrere Götter zu verehren. Und wieso sollen die ausgerechnet alle Unsinn sein, aber dein eigenen Gott nicht?
Victorfoxi schrieb:
Im übrigen würde ein gläubiger Christ für mein Dafürhalten niemals Waffen segnen, oder gar Kriege auch nur gutheißen.
Das kollidiert doch schon sehr offensichtlich mit " Du sollst nicht töten".
In unsere heutigen Zeit nicht nein, weil unsere Moralvorstellungen sich grundsätzlich geändert haben. Aber lehne dich bloss nicht allzu weit aus dem Fenster raus, Christen waren Jahrhunderte lang sehr gut darin dieses fünfte Gebot zu ignorieren. Sogar Gott selbst nimmt es mit dieses Gebot gar nicht so genau. Lies dazu einfach mal die Bibel von vorne bis hinten und staune, was da so ab geht. Was moderne Christen unter "Glauben" verstehen, ist Rosinenpickerei. Es werden nur die schönen Bibeltexte zusammen gesucht, die konform des christlichen Dogmas sind, und den Rest wird ignoriert. Aber der christliche Gott ist gar nicht so lieb als wir denken. Nochmal ein Zitat aus der 10 Gebote:
Exodus 20 (Einheitsübersetzung) schrieb:
5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
Oh-ha, ich könnte sogar noch bestraft werden, wenn meine Urgrosseltern Feinde von Gott waren. Das nenne ich mal Top Moral! :roll: :flop:
 
@Frans ich erwähnte ja bereits das man die sprechende Schlange vielleicht nicht bildlich genau nehmen muss.

Und NEIN, die aufgeklärte Gesellschaft die sich so rührend aus ihrer vermeidlichen Intelligenz speist hat noch in den 90iger Jahren gut 60 Kriege weltweit geführt.
Das ist einsamer Rekord.

Bezüglich der Selbstverständlichkeiten wie dem Unterlassen von Lügen, empfehle ich einmal die Abendnachrichten anzuschauen.
Wer behauptet in der Politik würde nicht gelogen das sich die Balken biegen, dem ist nicht zu helfen.
Die ach so aufgeklärten, urbanen und modernen Menschen machen sich die niedrigsten Instinkte zu eigen, wenn es nur zum eigenen Vorteil gereicht.
Natürlich gibt es auch genug Nicht Christen die vorbildlich leben und ihre Mitmenschen nicht die Pest an den Hals wünschen.
Die leben dann aber eben auch ohne Glauben so wie Gott sich das ansatzweise vorstellt :D
 
Victorfoxi schrieb:
Natürlich gibt es auch genug Nicht Christen die vorbildlich leben und ihre Mitmenschen nicht die Pest an den Hals wünschen.
Die leben dann aber eben auch ohne Glauben so wie Gott sich das ansatzweise vorstellt :D

Was ist denn der Unterschied zwischen "vorbildlich" und "nach Gottes Vorstellung"?
 
Victorfoxi schrieb:
Wer behauptet in der Politik würde nicht gelogen das sich die Balken biegen, dem ist nicht zu helfen.
Wobei sich da die Balken nicht biegen, die splittern. Was ist denn eigentlich Religion? Für mich nichts anderes als Politik bzw auch Staatsführung. Schauen wir doch mal in die Vergangenheit des Christentums was unter dessen Deckmantel alles passiert ist, Kreuzzüge, Missionsreisen und was weiß ich. Welchen Stellenwert die Kirche im Mittelalter hatte. Nämlich den einer Regierung. So wie es heute in islamisch geführten Staaten eben der Islam ist. Ich habe mit jeder Religion ein Grundsatzproblem und zwar ist das nichts anderes als von Menschen ausgeübter Zwang auf andere Menschen. Also etwas komplett weltliches. Ein Papst/hoher Priester oder was weiß ich ist auch nur ein Mensch, wer hat ihn denn bitteschön dazu berechtigt im Namen Gottes zu handeln? Wir sind jetzt mittlerweile glücklicherweise in der Situation dass wir in der Ausübung der Religion relativ frei sind. Bei meinen Großeltern sah das noch ganz anders aus, der gesellschaftliche Zwang war enorm. Das hab ich als Kind auch noch spüren dürfen und gerade deswegen distanziere ich mich auch so davon.
 
Ich gebe zu, einen Thread wie diesen hätte ich im AF eher nicht erwartet....
Trotzdem noch ein wenig Senf von mir, auch wenn ich alles andere als bibelfest bin wie manche hier (worüber ich durchaus staune).
Ich habe irgendwie in Erinnerung, dass das mit der ersten Sünde mit dem Baum der Erkenntnis zusammenhängt und postuliere mal, dass das Streben nach Erkenntnis wohl eine der Eigenschaften ist, die den Menschen ausmachen.
Wie ja hier valdebagnes schlüssig und m.E. auch richtig ausgeführt hat, können Glaubensdiskussionen letztlich nie zu einem endgültigen Ergebnis führen, da in dieser Welt niemals Beweise für oder gegen die Existenz Gottes gefunden werden können. Die Hoffnung auf eine Klärung dieser Frage muss also auf einen Zeitpunkt nach dem individuellen Tod aufgeschoben werden. Ein Leben nach dem Tode hätte daher nicht nur den Reiz aus der Tatsache, dass es dann noch weiter etwas zu erleben (kann man das dann so sagen?) gäbe, sondern auch bzw. vielleicht vor allem aus der Möglichkeit, Antworten auf einige Fragen zu bekommen, die auf dieser Welt einfach nicht beantwortet werden können, also die Aussicht auf Erkenntnis.
In diesem Falle möchte ich einen Begriff einführen, den ich mal als die "systemimmanente Erkenntnisungerechtigkeit" bezeichnen möchte.
Man kann an ein Leben nach dem Tod glauben oder auch nicht. Gehen wir einmal davon aus, es gibt eines, dann können sich diejenigen, die daran geglaubt haben, freuen, und dann denen, die nicht daran geglaubt haben, aber natürlich trotzdem weiterleben, verkünden, dass sie ja doch recht gehabt haben.
Ungekehrt ist es leider anders, denn wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, werden diejenigen, die das so vorhergesehen haben, niemals die Befriedigung erlangen, recht gehabt zu haben, während diejenigen, die daran geglaubt haben, nie merken werden, dass sie falsch gelegen sind.
Nimmt man zum ewigen (oder wenigstens zum über den biologischen Tod hinausgehenden) Leben noch die Frage nach der Existenz Gottes hinzu, dann gibt es schon 4 Möglichkeiten:
1. Es gibt keinen Gott und es gibt kein Leben nach dem Tod. (keiner wird je Erkenntnis erlangen)
2. Es gibt Gott, aber es gibt kein Leben nach dem Tod. (auch darüber wird keiner von uns jemals Klarheit haben).
3. Es gibt keinen Gott, aber es gibt ein Leben nach dem Tod.
4. Es gibt Gott und es gibt ein Leben nach dem Tod. (wären beides spannende Optionen)
Man kann natürlich auch darüber spekulieren, was denn genau ein "Leben nach dem Tod" überhaupt sein kann. Soweit ich weiß, gehen alle Religionen davon aus, dass es ein Weiterleben gibt, und in allen Religionen ist es dann auch ein individuelles Weiterleben als individuelle Person. Das ist für die Religionen natürlich auch ein wichtiges Postulat, denn nur wenn es mich als Person weiter gibt, kann ich mir durch "regelkonformes" Verhalten vielleicht Goodies für nachher erarbeiten. Man könnte sich aber auch ganz andere Szenarien vorstellen: ich bin ja kein Physiker, soweit ich mich erinnere, können in den physikalischen Theorien Dinge (Materie, Energie,...) nicht einfach verschwinden. Es könnte ja auch sein, dass das - auf einer anderen Ebene - auch für jede Art von Information gilt. Das Wesen eines Menschen bzw. wohl insgesamt eines Lebenwesens kann daher auch als Summe von Informationen gesehen werden, auf einen Teil davon können Menschen / andere Lebewesen in Form ihrer bewußten Erinnerung zugreifen, andere Informationen bleiben im Unterbewußten, haben aber trotzdem Auswirkungen. Man kann nun postulieren, dass all diese Erinnerungen ausschließlich im Gehirn abgespeichert sind, dann gehen sie mit dem Tod des Individuums unwiederbringlich verloren. (Und es gibt kein Leben danach) Exisitieren diese Informationen jedoch immateriell unabhängig vom Gehirn, wäre dieses also nur ein Werkzeug, dem biologischen Individuum Zugriff auf diese Informationen zu geben, dann könnte es so etwas wie ein Leben nach dem Tod geben. Das müsste aber nicht bedeuten, dass es sich dabei um ein individuelles Leben handelt, d.h. dass man als die individuelle Person, die man in diesem Leben ist bzw. war, weiterexistiert. Trotzdem könnten die Informationen, die sich so durch die vielen vielen menschlichen und gerne auch tierischen Leben auf dieser Welt angesammelt haben, weiter existieren, auch wenn es sich dabei nicht um das in den Religionen postulierte und vermutlich von vielen von uns auch durchaus gewünschte individuelle Weiterleben handelte.
 
Das Thema Leben nach dem Tod ist in der Tat sehr spannend. Es kommt wahrscheinlich fort aus der menschliche Drang, doch eine bestimmte Bedeutung zu haben und das Leben ein zusätzlichen Sinn zu geben. Wenn das hier unser einzigstes Leben ist und wir nach dem Tod genau dort sind wie vor der Geburt, nämlich non-existent, dann fühlt sich das Leben auf Erde erstmal ziemlich Sinnlos an. Witzigerweise hat genau das der Autor vom biblischen Buch Kohelet auch erkannt, deshalb schreibt er in Kapitel 3 und 9 so unbefangen und pessimischtisch über der Tod und das wir alle, egal ob Tier oder Mensch, gerecht oder ungerecht, das gleiche Schicksal erwarten werden. Nach christlich/jüdische Tradition ist der Autor von Kohelet König Salomo, welche Gott zum schlausten Mensch auf Erden gemacht hat. Historisch-kritisch betrachtet kann er aber wohl nicht der Autor gewesen sein, das Buch sei dafür zu Jung. Das macht aber nichts für den Gläubigen aus, sowohl für religiöse Christen als Juden ist es schliesslich Gottes Wort. Und eben in klaren Widerspruch zur Himmel / Hölle Lehre aus dem neuen Testament.

Ob es einen Gott gibt und ob es ein Leben nach dem Tod gibt weiss ich nicht. Für mich ist Gott die wissenslücke der Menschheit. Alles was wir (noch) nicht erklären können, ist Gott. Natürlich kann ich nicht die nicht-existenz von Gott belegen, aber ebenso wenig kann ich auch nicht belegen, dass es keine Feen und Elfen gibt. Zum Glück funktioniert so die Welt auch nicht. Aussergewöhnliche Behauptungen, erfordern aussergewöhnliche Beweise. Aber man kann schon die Grundbausteine eines jeden Glaubens untersuchen und bewerten. Da ich in eine protestantische Familie aufgewachsen bin, hab ich viel über die Bibel lernen (müssen) und bin ausgerechnet am Bibelstudium vom Glauben abgefallen. Die Bibel ist für mich die perfekte Quelle zu belegen, dass es die klassische (christliche) Gott - wie sie in der Bibel beschrieben wird - nicht geben kann. Passend dazu die Theodizee, auch "The Problem of Evil" genannt.

Klar gibt es heutzutage viele Gläubigen, welche die Bibel nur noch Spirituell interpretieren. Für mich ist das aber klare Rosinenpickerei und Selbstbetrug. Klar, die Kirche und deren Geistlichen/Theologen müssen sich modernisieren und Bibeltexte "neu interpretieren", sonst werden sie noch schneller unglaubwürdig und überflüssig. Wenn Menschen sich durch ihren Glauben getrost und gestärkt fühlen, dann mag ich sie das gönnen. Aber gib dann auch offen zu, dass man sich selbst ein wenig hinters Licht führen lässt. Ich stelle mir als Agnost dann lieber ein wirklich liebenden und sorgsamen Gott vor, die nicht das ist, was in der Bibel propagandiert wird.

Spezialwidde schrieb:
Wir sind jetzt mittlerweile glücklicherweise in der Situation dass wir in der Ausübung der Religion relativ frei sind. Bei meinen Großeltern sah das noch ganz anders aus, der gesellschaftliche Zwang war enorm. Das hab ich als Kind auch noch spüren dürfen und gerade deswegen distanziere ich mich auch so davon.
Völlig korrekt, Glauben war leider gar nicht so freiwillig früher und in manche konservative Kreisen/Familien sind immer noch Leute darin "gefangen". Besonders in den Vereinigten Staaten scheint das noch viel vor zu kommen. Und in der islamitischen Welt ist die freiwilligkeit oft so gar noch nicht gegeben...
 
Zuerst muss man zwischen Kirche und Glauben differenzieren!
Die Kirche hat ihre Auslegung der Bibel und vor allem hat sie ihre Interessen- das muss nicht immer korrelieren.
Da steht "Du sollst nicht rumhuren", von Enthaltsamkeit bis zur Ehe steht da kein Wort.
Und mir ist es auch vollkommen egal ob Maria nun Jungfrau war oder nicht, es geht doch um den Kern der Botschaft.
Oder noch ein Beispiel: da steht ihr sollt euch nicht berauschen. Heißt für mich, man soll nicht vollkommen betrunken in der Stadt rumgrölen oder andere nach ein paar Gläschen im Straßenverkehr gefährden, oder auch auf der Skipiste! Das heißt aber eben nicht das es nicht auch zwei drei Gläschen guten Tropfen zum noch besseren Essen geben darf!
Jesus hat selbst Wasser zu Wein verwandelt- das vergessen einige Kirchenvertreter gerne in ihrem Oberlehrerton!

Wichtig ist (nicht nur für Christen) das wir unsere teils sehr schlechten Impulsreaktionen im Griff haben.
Egal- nur ein Kratzer, fahr weiter.
NEIN, ich bin Schuld und hole den Besitzer des anderen Fahrzeuges auf den Parkplatz- wenn der genauso tickt dann wird man sich schnell einig.
Man fährt mit dem guten Gefühl nach Hause alles richtig gemacht zu haben, statt sich im Bett zu wälzen ob es vielleicht doch nicht nur ein Kratzer war und der Parkplatz vielleicht eine Kameraüberwachung hat?!

Nein- für mich geht es beim Glauben und christlichen Leben nicht um Erziehung- schon gar nicht von anderen.
Es geht darum sich selbst im Griff zu haben und so ein besseres und entspannteres Leben zu führen.
Ich weiß auch nicht was nach dem Tot kommt, aber wenn das kommt was ich glaube, dann habe ich wenigstens nicht alles falsch gemacht.
 
Victorfoxi schrieb:
Die Kirche hat ihre Auslegung der Bibel und vor allem hat sie ihre Interessen- das muss nicht immer korrelieren.
Das mag für die Katholische und Orthodoxe Kirchen gelten, aber nicht für die Protestanten. Wenn Protestanten sich nicht mehr in der Botschaft ihre Kirche wiederfinden können, wechseln sie oder gründen eine neue Kirche, denn für sie steht genau das Glauben an erste Stelle und nicht die Kirche. Deshalb gibt es innerhalb des Protestantismus soviele unterschiedliche Kirchen.
Victorfoxi schrieb:
Da steht "Du sollst nicht rumhuren", von Enthaltsamkeit bis zur Ehe steht da kein Wort.
Tatsächlich steht nirgendwo wörtlich in der Bibel, dass man vor der Ehe Enthaltsam sein muss. Aber es gibt einige Bibeltexte, die da recht klar darauf hindeuten. Ausserdem darf man sich laut Bibel nicht scheiden, wenn man verheiratet ist.
Victorfoxi schrieb:
Und mir ist es auch vollkommen egal ob Maria nun Jungfrau war oder nicht, es geht doch um den Kern der Botschaft.
Aber dann ist es für dich eigentlich egal, was so in der Bibel steht, und hast du dir dein Gott selbst zurecht gelegt. Fühl dich frei das zu tun (mir ist das egal :wink: ), aber eben, du führst dich selbst ein wenig hinters Licht.
Victorfoxi schrieb:
Oder noch ein Beispiel: da steht ihr sollt euch nicht berauschen. Heißt für mich, man soll nicht vollkommen betrunken in der Stadt rumgrölen oder andere nach ein paar Gläschen im Straßenverkehr gefährden, oder auch auf der Skipiste! Das heißt aber eben nicht das es nicht auch zwei drei Gläschen guten Tropfen zum noch besseren Essen geben darf!
Jesus hat selbst Wasser zu Wein verwandelt- das vergessen einige Kirchenvertreter gerne in ihrem Oberlehrerton!
Das steht aber nur irgendwo am Rande. Alkohol ist in der Bibel überhaupt nicht verboten, vielleicht haben deshalb Mönche auch mal mit Bier uzw. angefangen, wenn sie von der Kirche schon keine Frau haben dürften. Ich würde sogar behaupten, dass sehr konservative Christen sogar mehr Alkohol geniessen als der Durchschnitt. Zumindest wie ich es aus konservativen Kreisen kenne, ist besonders Bier und Wein sehr beliebt.
Victorfoxi schrieb:
Es geht darum sich selbst im Griff zu haben und so ein besseres und entspannteres Leben zu führen.
Das ist ein gutes Lebensmotto, aber dafür braucht es wirklich kein (christlichen) Glauben.
 
Ich persönlich finde es vollkommend unspannend, mich mit Aussagen zu beschäftigen, die prinzipiell nicht überprüfbar sind. Da nehme ich eine naturwissenschaftliche Perspektive ein. Aber jeder soll sich damit beschäftigen, womit er will, solange er das seinen Mitbürgern auch zugesteht.
 
Es gab nie, es gibt keinen und wird nie einen Gott geben.
Sämtlicher Gottglaube ist in meinen Augen Schwachsinn.
Amen
 
Das schöne ist - du darfst das gerne glauben. Das ist das schöne daran. So lange jeder macht was ihn glücklich macht aber andere nicht bekehren will ist doch alles fein - kritisch wird es immer nur dann wenn einer meint seine Wiese ist grüner als die des Nachbarn und die muss auch grün werden… ist im übrigen recht universell anwendbar auf Religion, Sexualität bzw. Geschlechter usw.
 
Und genau da liegt das Problem. Selbst bei uns mischt sich die Kirchen im Namen des Glaubens in das Privatleben unbeteiligter Dritter ein. Sie sitzen ohne Legitimation in Ethikräten und Kommisionen, nehmen Einfluss auf die Politik, diskriminieren Leute z.B. auf Grund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts (was allen anderen gesetzlich verboten ist) und lassen sich dafür auch noch vom Steuerzahler bezahlen. Als privater Freizeitverein können die ja von mir aus machen was sie wollen, wobei auch dann die Abgrenzung zu allgemein als problematisch angesehenen Sekten schwierig ist. Aber warum bekommen die lauter Sonderrechte und werden vom Staat bezahlt?
 
ich vermute, dass das irgendwas mit unserer Geschichte zu tun haben könnte, bin mir da aber nicht so ganz sicher. aber du hast recht. das thema gehört auf den Prüfstand, hat aber ja nichts (zumindest nicht im allerdirektesten Sinne...) mit dem was ich oben schrieb zu tun - also dem "jedem das sein"...
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Und genau da liegt das Problem. Selbst bei uns mischt sich die Kirchen im Namen des Glaubens in das Privatleben unbeteiligter Dritter ein. Sie sitzen ohne Legitimation in Ethikräten und Kommisionen, nehmen Einfluss auf die Politik, diskriminieren Leute z.B. auf Grund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts (was allen anderen gesetzlich verboten ist) und lassen sich dafür auch noch vom Steuerzahler bezahlen. Als privater Freizeitverein können die ja von mir aus machen was sie wollen, wobei auch dann die Abgrenzung zu allgemein als problematisch angesehenen Sekten schwierig ist. Aber warum bekommen die lauter Sonderrechte und werden vom Staat bezahlt?

Vom Steuerzahler? Was bezahlt der Steuerzahler?
Sie bekommen Kirchensteuer, dass liegt wohl daran das wir geschichtlich nun mal ein christliches Land sind- unser Grundgesetz fußt in nicht unerheblichem Maße auf christlicher Weltansicht. Wem das nicht paßt, der soll aus der Kirche austreten, schon bezahlt er auch keine Kirchensteuer mehr. Wo ist das Problem?
Die Kirche kann ihr Engagement aber auch gerne zurückfahren- vielleicht betreiben dann ja die modernen Islamverbände z.B. die Kindergärten!
Oder das soziale Engagement um die älteren Menschen, können gerne auch Roboter übernehmen.
Kirchen sind ja überflüssig.
Zum Sterben kommt der Rost und kein Pastor- Asche zu Asche, Staub zu Staub.
 
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