carvster| schrieb:
albe-fr schrieb:
carvster| schrieb:
Heuer im Sommer macht das mit Sicherheit keiner der Jungen mehr mit nicht Partys zum machen.
ich gehe davon aus, da wird aber kein Weg daran vorbei führen - oder glaubst Du ernsthaft an einen Sommer 2021 ohne massive Kontaktbeschränkungen?
Dann muss sich die Politik was anderes einfallen lassen, entweder ständige Antigentests oder Gurgel Tests für alle unter 30, ansonsten bricht nächstes Jahr das Chaos aus.
Ich glaube nicht, dass die Politik die Bedürfnisse und Probleme der jüngeren Generation wirklich auf dem Schirm hat und ernst nimmt.
2 Punkte sprechen da in meinen Augen dafür:
a)
Die größte relevante Gruppe der wahlberechtigten Bevölkerung sind nunmal die Alten.
Ab einem gewissen Alter sind manche, durchaus wichtigen Bedürfnisse für Jüngere wie z.B. Bildung, berufliche Perspektiven, Kinderbetreuung, Kontakte, Kennenlernen von PartnerIn, etwas "Erleben", Grenzen austesten, etc. einfach nicht mehr ganz so zentral, wie sie für Jüngere sind.
Auch die persönliche Betroffenheit durch Corona nimmt mit dem Alter rasant zu.
Es ist daher anzunehmen, dass Älteren manche Beschränkungen weniger schwer fallen und Politiker sich dadurch gegenüber dieser Zielgruppe als Macher darstellen können, ohne das die Zielgruppe dadurch allzu große Einschränkungen zu befürchten hat.
Die Politik macht natürlich Politik für die Zielgruppen, die sie zur (Wieder-)Wahl braucht. Das ist völlig legitim und nachvollziehbar, auch wenn es nicht unbedingt richtig ist, denn im Endeffekt kümmern wir uns, zumindest in Deutschland, lieber um die Vergangenheit, als um die Zukunft. Sehr schön sieht man das ja auch bei der Klimakrise, die ja ganz klar ein Problem der Zukunft ist. Hier wird weit nicht so entschlossen gehandelt, wie bei der Corona-Krise, die - wenn ich mal wieder zynisch ein wollte - "nur" ein Problem der Vergangenheit ist.
b)
Zumindest in Deutschland sind die Politiker und auch die Mitglieder der politischen Parteien einfach meistens alt oder sehr alt.
Gerade die Volksparteien CDU/CSU und SPD sind völlig überaltert. Andere Parteien sind aber ja kaum besser.
Spitzenpolitiker dieser Parteien müssen daher eigentlich schon per se aus den in a) genannten Gründen die aktuelle Politik vorantreiben. Natürlich kommt aber auch noch eine persönliche Betroffenheit hinzu, da eben auch die meist alten Spitzenpolitiker eine höhere Gefahr auf einen schweren Corona-Verlauf haben, als die Jüngeren.
Ich fordere keineswegs, die Alten zu opfern. Im Gegenteil, es ist unsere Verpflichtung als Jüngere, unsere Vorfahren bestmöglich zu schützen, indem auch die Jüngeren sich zurücknehmen. Dafür gibt es sinnvolle Regeln und Konzepte, die ich gerne bereit bin mitzugehen (Kontaktbeschränkungen, verbesserte Hygienemaßnahmen, besondere Schutzmaßnahmen im Umgang mit Älteren, Tübinger-Modell, etc.) Umgekehrt ist es aber genauso auch die Pflicht der Älteren, auf die Bedürfnisse der Jüngeren zu achten. Da aber der Anteil der Jüngeren immer weiter rückläufig ist, wird diese Seite einer funktionierenden Gesellschaft immer mehr zurückgedrängt.
Nachdem nun viele Schüler seit bald einem Jahr keine reguläre und durchgehende Bildung mehr hatten, insbesondere ganz junge Kinder in den Grundschulen kaum Sozialkompetenz lernen konnten, Jugendliche und junge Erwachsene nur schwierig sich selbst austesten konnten oder eine/n Parter/in finden konnten, uvm. ist es wahrscheinlich nicht verkehrt, von einer vergessenen Generation zu sprechen. Es wäre jetzt an der Politik dafür zu sorgen, dass es keine verlorene Generation wird.