Julian96 schrieb:
Irgendwie bekomm ich hier beim Mitlesen immer wieder das Gefühl für alle Jungen wären keine Partys das schlimmste der Welt. Wie wenn jeder im alter von 16-25 ständig nur in Clubs und Bars unterwegs wäre. Klar das macht man auch, aber wenn das das entscheidende im Leben ist, sollte man den Sinn und Gehalt des eigenen Lebens vielleicht generell mal hinterfragen. Da finde ich jetzt die generellen Bedenken hinsichtlich der Zukunft in Bildung, Gesundheit und Beruf doch wesentlich bedrückender, als zu Hause hocken und mal nicht feiern können. Gerade die Jungen können doch am besten übers Internet mit ihren Freunden in Kontakt bleiben.
Da ich selber zu der Generation gehöre, kann ich durchaus mal wieder sagen, das ist doch großteils alles lächerliches Gejammer. Es wurde schon im Frühjahr davon gesprochen, dass uns Corona Jahre lang begleiten wird. Dass wir nun nach knapp einem Jahr bereits einen Impfstoff haben und damit deutlich schneller als ursprünglich erwartet, sollte einen eher positiv stimmen. Da braucht doch keiner sagen noch 6 Monate macht das keiner mit wenn bereits zu Beginn mehrere Jahre im Gespräch waren. Kann niemand sagen man hätte nicht frühzeitig gesagt wie es laufen könnte.
Dass sich in der Praxis zeigt, dass die Zustimmung zu Maßnahmen mit der Zeit abnimmt weiß ich natürlich, aber es ist für mich immer viel sich anstellen dabei. In meiner Familie und meinem Freundeskreis hälts bis jetzt eigentlich wirklich jeder aus ohne nicht mehr Lebensfroh zu sein.
Ich glaube, der Verzicht auf Partys oder dergleichen war hier nie so sonderlich thematisiert. Ein Verzicht darauf lässt sich ja auch halbwegs gut durchhalten, auch wenn es sicherlich keinem schadet, auf der ein oder anderen Party auch mal über die Stränge zu schlagen, sodass man sich danach hoffentlich besser im Griff hat

Die Probleme der jüngeren Generation liegen vor allem, wie du auch schreibst, im Bereich Bildung und der unsicheren Situation auf dem Arbeitsmarkt, die einen Berufseinstieg, aber auch einen Sprung auf der Karriereleiter, erschwert.
Die Persönlichkeitsentwicklung vieler Kinder findet doch z.B. auch maßgeblich in der Schule, insbesondere auch in der Grundschule, statt.
Auch die sozialen Kontakte als solches, nicht unbedingt in Firm von Partys, sind für die menschlich-soziale Entwicklung wichtig. Die springenden Punkte sind ja eher das normale Spielen mit Freunden bei den jüngeren Kindern oder später das "Studentenleben" für die jungen Erwachsenen, die die menschlich-soziale Entwicklung fördern. Das geht halt eben einfach nicht über WebEx und Konsorten, auch wenn die meisten Jüngeren die technische Handhabe davon problemlos beherrschen.
Auch Fußballvereine, Musikvereine, kirchliche Gemeinschaften, Jugendfeuerwehren, etc. haben alle ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft, indem sie die Jugend sportlich, musikalisch, gesellschaftlich, technisch und sozial fortbilden, auch wenn in diesem Forum manche meinen, das lächerlich machen zu müssen.
In einer Welt, in der alle auf Dauer nur noch auf Distanz sind und es keinen Raum für Spaß, Vereine und Ehrenamt gibt, möchte ich dann auch nicht leben.
Es ist sicherlich ein schwieriger Spagat zwischen Infektionsschutz und gesellschaftlichem Leben, aber wie selbstverständlich zu fordern, das gesellschaftliche Leben einfach so einzustellen, weil es ja nicht so wichtig ist und die Jungen sich mal zusammenreißen sollen, ist eigentlich ein Faustschlag gegen alle, die beruflich oder ehrenamtlich in der Erziehung der Jugend mitwirken.
Wie ich schon früher am Tag heute geschrieben habe, Solidarität geht immer in beide Richtungen.