Coronavirus 2019-nCoV

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
David93 schrieb:
Andersrum gefragt: Was soll dieser 15km Radius denn dann verhindern?
An der Antwort auf diese Frage wäre ich ja gerade sehr interessiert! Wenn schlaue Leute (und damit meine ich jetzt unsere Ministerpräsidenten) auf so eine Idee kommen, hätte ich jetzt die Hoffnung, dass sie sich dabei auch was Triftiges gedacht haben. Ich behaupte ja gar nicht, dass genau nachvollziehen zu können, aber mich hat schon gewundert, mit welcher Selbstverständlichkeit man die Idee als "hirnverbrannt" ab tun kann.
David93 schrieb:
Einkaufen? Nö, ist ja eh schon alles zu. Und Lebensmittel: Das wurde ja wie gesagt sogar ausgenommen.
Sämtliche Freizeitanlagen sind sowieso geschlossen.
Besuche aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht erlaubt.
Also: Was, außer Tagesausflügen in die Natur verhindert man?
In sämtlichen Medien ist ja sogar zu lesen dass es explizit um die Ausflüge geht.
Ich kann mir schon vorstellen, dass es so ist, wie Wursti sagt, dass man damit effektiver Freundes- und Verwandtenbesuche unterbinden kann, die man mit einer Kontaktbeschränkung nicht erwischen kann.
In früheren Diskussionen (ich meine das wäre in einer Diskussion im Fernsehen gewesen) meine ich mich erinnern zu können, dass es auch darum ging, dass ganz generell Aufenthalte zu einer höheren Kontaktdichte führen, wenn sie weiter vom Lebensmittelpunkt entfernt liegen. Also nur als Beispiel: Wer in die nächste große Stadt fährt, geht da auch Einkaufen (sofern er kann), geht auswärts was essen (sofern er kann) usw.
Priesemanns Vorschlag war ja sogar, einen 5km-Radius zu errichten. Das klingt so, als wenn sie es für erfolgversprechend hält, wenn sich die Menschen temporär wirklich nur im unmittelbaren Lebensbereich aufhalten sollen. Ich glaube nicht, dass sie zu dem Schluss kommt, weil sie sich das aus Spaß nur ausgedacht hat.

David93 schrieb:
Bei deinem Beispiel in der USA wäre interessant zu wissen ob dort zu der Zeit auch das alles geschlossen und verboten war, so wie jetzt in D.
Weiß ich nicht mehr so genau.
 
David93 schrieb:
^
Das fände ich ja noch sinnvoll. Allerdings hielte ich es trotzdem für falsch, deshalb alle zu bestrafen, die nur mal alleine wieder was anderes als ihren Wohnort sehen möchten.

Und in Bayern ist es sowieso unlogisch: Familienbesuche sind ausgenommen. Familie ist ein dehnbarer Begriff, ich geh mal davon aus man meint damit die Verwandten in gerader Linie.
Dabei stellte Ministerpräsident Markus Söder klar, dass die 15-Kilometer-Regel in Bayern primär für touristische Tagesausflüge gelten wird. Fahrten zur Familie oder zur Arbeitsstelle sollen davon ausgenommen bleiben.
Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte am Mittwoch, dass sich die neue Regelung "wirklich auf touristische Tagesausflüge bezieht". Einkaufen sei laut Aiwanger durchaus ein Grund, den 15-Kilometer-Radius zu verlassen. Es sei nun geklärt, "dass man eben trotzdem zum Einkaufen auch über die 15 Kilometer natürlich hinaus fahren kann", sagte er am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in München.
Quelle: https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/15-kilometer-bewegungsradius-wie-muenchen-von-der-neuen-corona-regel-betroffen-waere-art-696299
ein Besuch von Freunden, ist auch schon nicht mehr touristisch...
 
Gleitweggleiter schrieb:
Naja mein Eindruck ist schon dass die meisten Büroangestellten im home office sind. Zumindest in größeren und professionellen Firmen. Und wenn Büro dann mit Anmeldung, reduziertem Platz und Masken abseits des Sitzplatzes. Viele waren seit März nicht mehr im Büro. Präsenz eher bei kleineren Buden und - wen wundert es - auf dem Amt.

Weiss nicht, ob da noch soviel Potential ist.

Heute irgendwo gelesen, dass nur 17% im Home Office sind. Find es gerade nicht mehr wo es stand.
 
3303 schrieb:
Sie [die Radiusbeschränkung] ist das Ergebnis eines Politbasars. Mehr nicht.
Das bestreite ich eben! Zumindest halb. Der Vorschlag kam lange vor Winterberg und auch von ganz anderer Seite als von den Politikern. Die Politiker sind da maximal auf den Zug aufgesprungen.

3303 schrieb:
Nach Söder darf ich die 20km entfernte Familie treffen, dort aber nicht allein mit dem Rennrad vorbeifahren.
DAS ist dagegen sehr wohl das Ergebnis eines Politkasperltheaters! Nach jeder Kanzlerrunde zu beobachten. Konsequente Regelungen beschließen oder zumindest andeuten, aber dann wieder durch Wischi-Waschi oder unsinnige Ausnahmen, Ergänzungen etc. konterkarieren.
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Experten vom Max-Planck-Institut das so nicht gemeint haben, wenn sie eine Radiusbeschränkung empfohlen haben.

3303 schrieb:
Die Radiusbeschränkung ist absurd und nicht zielführend, da sie sich nicht an den Infektionsrisiken orientiert.
Will man etwas erreichen, müssen die Kontakte weg und im Gegenzug muss man den Menschen dort Freiheiten lassen, wo kein Infektionsrisiko besteht.
Das ist ja gerade der Punkt. Auch oder gerade abseits von Winterberg fanden und finden die Wissenschaftler, dass eine Radiusbeschränkung das Infektionsrisiko senkt. Ich hatte gehofft, da könnte jemand was zu sagen. Wäre auch mal eine lohnenswerte Aufgabe für die Medien, dass mal ein bisschen genauer zu erfragen, vielleicht etwas ausführlicher als mit 3 Fragen in einem Tagesthemen-Blitzinterview. Aber dafür ist in der schnellen Medienlandschaft keine Zeit. Da müssen sofort nach der Entscheidung wohlfeile Kommentare geschrieben werden, die noch am selben Tag online gehen.

3303 schrieb:
Außerdem muss schnellstmöglich durchgeimpft werden.
Das sowieso! :ja:
 
Was mich mal interessieren würde, was ist denn in Venetien los? Die haben laut Google Maps mit eine der höchsten Inzidenzen Europas, gab es da Massenausbrüche?
 
christopher91 schrieb:
Heute irgendwo gelesen, dass nur 17% im Home Office sind. Find es gerade nicht mehr wo es stand.
Ich habe auch irgendwo gelesen, dass rund 75% der Jobs, bei denen Homeoffice möglich wäre, noch Präsenzarbeit leisten.
Egal, wie viele es jetzt genau sind, es wird sicher noch einiges an Potential geben.
 
christopher91 schrieb:
Gleitweggleiter schrieb:
Naja mein Eindruck ist schon dass die meisten Büroangestellten im home office sind. Zumindest in größeren und professionellen Firmen. Und wenn Büro dann mit Anmeldung, reduziertem Platz und Masken abseits des Sitzplatzes. Viele waren seit März nicht mehr im Büro. Präsenz eher bei kleineren Buden und - wen wundert es - auf dem Amt.

Weiss nicht, ob da noch soviel Potential ist.

Heute irgendwo gelesen, dass nur 17% im Home Office sind. Find es gerade nicht mehr wo es stand.

In unserer Abteilung haben bis Weihnachten auch noch mind. 50% im Büro sein sollen...bin gespannt, wie es nä. Woche weitergeht. Kann mir gut vorstellen, dass es so bleibt, weil sich ja "fast alle nur privat anstecken und nicht im Büro" :D

Wie wird der Radius von 15km eigentlich jetzt angesetzt? Bei der PK heute Mittag hat es sich so angehört, als ging es aber der Landkreisgrenze/Stadtgrenze, weil man dann eher nach den Nummernschilder schauen kann.
Hat mich gewundert, dass der Piazolo nicht auch gleich mit abgesägt wurde...dauert wohl noch eine Woche.
 
3303 schrieb:
Die Radiusbeschränkung ist absurd und nicht zielführend, da sie sich nicht an den Infektionsrisiken orientiert. Sie ist das Ergebnis eines Politbasars. Mehr nicht. Nach Söder darf ich die 20km entfernte Familie treffen, dort aber nicht allein mit dem Rennrad vorbeifahren. Das ist lächerlich.

Ich denke, es sollte jeder wissen, was damit gemeint ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rennradfahrer, die sichtlich ihren Sport nachgehen, kontrolliert und bestraft werden, wenn sie über den erlaubten Radius hinaus kommen. Ist also hoffentlich eher ein theoretischer Fall.
 
scratch schrieb:
Wie wird der Radius von 15km eigentlich jetzt angesetzt? Bei der PK heute Mittag hat es sich so angehört, als ging es aber der Landkreisgrenze/Stadtgrenze, weil man dann eher nach den Nummernschilder schauen kann.
Hat mich gewundert, dass der Piazolo nicht auch gleich mit abgesägt wurde...dauert wohl noch eine Woche.

Ich würd da erstmal abwarten. Noch heißt es ja die Länder und Landkreise sollen das prüfen. Offiziell in Kraft treten kann die Regel erst ab kommenden Montag aber es gibt anscheinend verdsammt viel Gegenwind. Ob und wie das kommt steht noch nicht fest.
 
In Baden-Württemberg erstmal kein Thema, seit heute das ganze Land unter 200, unser MP war eh skeptisch...
 
Gleitweggleiter schrieb:
Naja mein Eindruck ist schon dass die meisten Büroangestellten im home office sind. Zumindest in größeren und professionellen Firmen. Und wenn Büro dann mit Anmeldung, reduziertem Platz und Masken abseits des Sitzplatzes. Viele waren seit März nicht mehr im Büro. Präsenz eher bei kleineren Buden und - wen wundert es - auf dem Amt.

Weiss nicht, ob da noch soviel Potential ist.

Wenn du dich da mal nicht täuschst... mir sind da ganz andere Fälle bekannt.
Regeln sind immer schön und gut, wenn man sie nicht kontrolliert bringt das wenig.
 
3303 schrieb:
Gleichzeitig sitze ich beruflich manchmal in stundenlangen zulässigen Präsenzterminen mit teils 30 Personen, die von der Organisationsspitze so gewollt sind.

dann läuft bei euch etwas schief... bei uns werden selbst Meetings mit 4 Personen, die "anwesend" sind als Videokonferenz veranstaltet. Ich selbst in seit März zu weniger als 20% vor Ort, da ich zum Glück einen Grossteil meiner Arbeit machen kann wo auch immer ich bin. Den Anteil meiner Arbeit, der vor Ort Präsenz erfordert mache ich zu 95% mit genau einem Mitarbeiter.
 
Sehr interessant, hat sich ja schon vielfach angedeutet, dass Kinder leider doch auch Träger und Überträger sind: demnach mehr oder weniger gleich betroffen wie die Erwachsenen, bloß viel öfter noch asymptomatisch.
https://oesterreich.orf.at/stories/3083781/

@wfh: bei uns überraschenderweise möglich, akzeptiert, vor Corona eher undenkbar.
Allerdings ist mein Chef auch der Meinung, wichtige Dinge bespricht man f2f, er könnte also der superspreader sein. Kaffee trinken ohne Maske ist Gott sei Dank weiter drin, Abstände werden gehalten, insgesamt haben wir auch viel Platz. Mein Kollege und ich kommen aber absichtlich zu den gleichen Tagen ins Büro, gerade weil der ausfallend Flurfunk und informelle Absprachen sonst fehlen.
 
Jan Tenner schrieb:
christopher91 schrieb:
Heute irgendwo gelesen, dass nur 17% im Home Office sind. Find es gerade nicht mehr wo es stand.
Ich habe auch irgendwo gelesen, dass rund 75% der Jobs, bei denen Homeoffice möglich wäre, noch Präsenzarbeit leisten.
Egal, wie viele es jetzt genau sind, es wird sicher noch einiges an Potential geben.

Das denke ich auch und ich denke das Potential nutzen wäre ziemlich effektiv für sinkende Inzidenzen.
 
Wir sind im Team 6 von 18 im Büro, jeder an einer eigenen Tischgruppe und Maske beim verlassen derselben. Gebäude insgesamt vielleicht 25% Anwesenheit, Kantine schon seit 16. Dezember nur zum Mitnehmen. Autofahrer im Büro, ÖPNV im home-office vorzugsweise. Viel mehr geht glaube ich nicht bei uns.
 
3303 schrieb:
Gleichzeitig sitze ich beruflich manchmal in stundenlangen zulässigen Präsenzterminen mit teils 30 Personen, die von der Organisationsspitze so gewollt sind.

Dito. Viel gefährlicher als die Leute auf der Skipiste, die individual anreisen und dann an der frischen Luft rumlaufen. Aber dagegen wird nichts unternommen. Naja, der Bundestag könnte auch Lobbytag heißen....
 
molotov schrieb:
Sehr interessant, hat sich ja schon vielfach angedeutet, dass Kinder leider doch auch Träger und Überträger sind: demnach mehr oder weniger gleich betroffen wie die Erwachsenen, bloß viel öfter noch asymptomatisch.
https://oesterreich.orf.at/stories/3083781/

(...)

Puh, da ist aber ne Menge Sprengstoff drin:

An Standorten mit höherer sozialer Benachteiligung wurde eine in etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit ermittelt, auf einen unerkannten Infektionsfall zu stoßen, erklärte der Epidemiologe.

Ist einerseits natürlich irgendwie nachvollziehbar, aber da deutet sich dann schon die nächste Gruppe an, die mit dem Stigma "Superspreader" leben muss.

Ich finde es aber super, dass in Ö das systematisch überprüft wird. Gibt's sowas in D auch?

Warum werden nicht jede Woche zufällig Menschen zum Test ausgewählt, ähnlich Wahlumfragen? Oder den Sammel-Gurgeltest pro Klasse jeden Tag? Bis Mittag ist das Ergebnis da.
 
interessanter Kommentar, erinnert an Projektmanagement Grundlagen, kennt wahrscheinlich jeder Ziele sollten SMART sein. Das scheint mir bei der 50er oder tiefer Inzidenz nicht der Fall zu sein.
 
molotov schrieb:
Sehr interessant, hat sich ja schon vielfach angedeutet, dass Kinder leider doch auch Träger und Überträger sind: demnach mehr oder weniger gleich betroffen wie die Erwachsenen, bloß viel öfter noch asymptomatisch.
https://oesterreich.orf.at/stories/3083781/

Das deckt sich doch völlig mit der früheren Vermutung, dass Kinder eben nur seltener erkranken und dank geringerer Schleimhautfläche weniger Risiko besteht dass sie Erwachsene anstecken. Ob das tatsächlich stimmt kann ich natürlich nicht beurteilen, aber so geistert es schon seit Monaten umher.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben