Jan Tenner schrieb:
Pancho schrieb:
Der Gag an der Sache ist ja, dass es regelkonform ist, oder nicht? Wieso?
Kommt drauf an, wie man es betrachtet. Vorschriftenkonform ist es natürlich, aber die (informelle) Regel "Jeden nicht nötigen Kontakt vermeiden" trifft es nicht wirklich. Was ich damit ausdrücken wollte: Wenn viele Leute ihr Handeln streng an der Linie ausrichten, was alles gerade so noch erlaubt ist, oder wofür ich nicht sanktioniert werden werden kann, wird bei der Maxime, die allgemeine Kontaktdichte zu reduzieren, sehr viel Potential verschenkt. Damit dauern dann Lockdowns und restriktive Maßnahmen für alle länger.
Ich verstehe tatsächlich im gewerblichen Sektor die laxe Handhabung von solchen Dingen nicht. Dabei müsste man nur geltende Vorschriften mal wieder in Erinnerung rufen und da etwas Druck machen.
Es muss für jeden Arbeitsplatz regelmäßig eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden. Werden neue Gefährdungen erkannt, ist die Beurteilung anzupassen.
Erkannte Gefahren sind zu beseitigen, dabei muss geprüft werden (in dieser Hierarchie!), ob sie sich durch Substitution, Technische-, Organisatorische- oder Persönliche (Schutz-) Maßnahmen eliminieren lassen.
Diese sogenannte STOP-Regel kennen alle, die schon mal etwas von Arbeitsschutz gehört haben.
Hier wäre die erkannte neue Gefahr die Infektion, die Exposition entsteht durch Kontakt.
Es ist also vorrangig zu prüfen, ob Kontakt substituiert werden kann, vorrangig vor irgendwelchen Lüftungsanlagen (technisch), Abstands- und Hygieneregeln (organisatorisch), oder Masken (persönliche Schutzausrüstung).
Ich würde gerne mal die aktuelle Begründung eines AG lesen, der Leute deswegen antanzen lässt, weil er einfach gerne f2f Dinge klärt.
Nicht weniger gerne wüsste ich, wieso man das von behördlicher Seite scheinbar so einfach durchgehen lässt.
Als drittes würde mich interessieren, wo die Vorbildfunktion von der öffentlichen Hand als AG hier bleibt?
EDIT:
Je höher die Eintrittswahrscheinlichkeit und je gravierender die möglichen Folgen, desto gravierende Maßnahmen müssen erfolgen, sind also zumutbar. Wenn also von Fachleuten (gesicherter Wissensstand) eine Reduzierung des Radius auf 5 km als geeignet erscheint - da muss es schon wirklich gute Gründe geben für eine Präsenz.
Und da kommt mir langsam auch irgendwas nicht mehr wirklich ausbalanciert vor...