Coronavirus 2019-nCoV

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Tobi-DE schrieb:
An Standorten mit höherer sozialer Benachteiligung wurde eine in etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit ermittelt, auf einen unerkannten Infektionsfall zu stoßen, erklärte der Epidemiologe.

Ist einerseits natürlich irgendwie nachvollziehbar, aber da deutet sich dann schon die nächste Gruppe an, die mit dem Stigma "Superspreader" leben muss.

In Österreich würde man nie direkt die sozial Benachteiligten stigmatisieren, das wird ganz schnell aus Ausländer oder Migrationshintergrund umgemünzt. Siehe Semmering.
 
Gemeint sind damit aber eher die FPÖ Wähler. :biggrin:


molotov schrieb:
interessanter Kommentar, erinnert an Projektmanagement Grundlagen, kennt wahrscheinlich jeder Ziele sollten SMART sein. Das scheint mir bei der 50er oder tiefer Inzidenz nicht der Fall zu sein.

SMART ist halt auch so ein bisschen Bullshit Bingo. Es verhindert mehr oder weniger das erreichen großer Ziele. Technologieführer wirst du mit SMART ehre nicht.
 
Die wirklich sozial schwachen wählen in der Regel gar nicht. Dem typischen FPÖ Wähler geht es eh ganz ok, er hat nur massive Abstiegsängste.
 
Kommt eben drauf an, was man als soziale Benachteiligung versteht. Wenn man es nur ans Einkommen koppelt, engt das den Begriff natürlich deutlich ein. Wir haben bei uns im Dorf zb einige Neureiche, die sind zwar wohlhabend, aber ungebildet oder sonst irgendwie geistig benachteiligt - und genau das sind bei uns die, die sich infizieren.
Aber klar: Gemeint sind in obiger Untersuchung Menschen und Familien in den typischen prekären Verhältnissen.
 
Ja, der begriff sozial schwach ist so wie er verwendet wird ziemlich daneben. Prekäre Verhältnisse trifft es glaube ich deutlich besser. Die Neureichen Trottln gibt es zwar auch, aber die fallen statistisch nicht ins Gewicht.
 
Kommt drauf an, wo du suchst. In Favoriten wirst du die nicht finden, in den Speckgürteln hingegen haufenweise. Durch deren hohe Mobilität und soziale Aktivität können die durchaus relevant sein. Der typische Ischgl Urlauber halt. :lach:

Zurück zum ursprünglichen Thema: Ich glaube, das erste mal haben wir über die Relevanz der Schulen und Kinder im Spätsommer gesprochen. Nun haben wir Jänner. Da liegen schon einige Monate dazwischen.
Auch interessant: In Innsbruck sind aktuell 38,7% der pos. getesteten unter 29 Jahre alt. 13,1% unter 19 Jahre alt.
 
molotov schrieb:
Allerdings ist mein Chef auch der Meinung, wichtige Dinge bespricht man f2f, er könnte also der superspreader sein. Kaffee trinken ohne Maske ist Gott sei Dank weiter drin, Abstände werden gehalten, insgesamt haben wir auch viel Platz. Mein Kollege und ich kommen aber absichtlich zu den gleichen Tagen ins Büro, gerade weil der ausfallend Flurfunk und informelle Absprachen sonst fehlen.
Ich würde mich über jede Firma freuen, in der so eine Einstellung noch mal überdacht wird. Wenn zu viele Leute jeglichen persönlichen Vorteil der Nichtbeachtung der Regeln (Hier bspw "immer flurfunkmäßig auf dem aktuellen Stand sein") höher gewichten als das Ziel, endlich die Zahlen deutlich zu drücken und aus dem Lockdown zu kommen, wird es glaube ich sehr zäh und langwierig.
 
Der Gag an der Sache ist ja, dass es regelkonform ist, oder nicht? Wieso?
 
Was hat eigentlich die 15km-Regel in Sachsen gebracht?
 
Pancho schrieb:
Der Gag an der Sache ist ja, dass es regelkonform ist, oder nicht? Wieso?
Kommt drauf an, wie man es betrachtet. Vorschriftenkonform ist es natürlich, aber die (informelle) Regel "Jeden nicht nötigen Kontakt vermeiden" trifft es nicht wirklich. Was ich damit ausdrücken wollte: Wenn viele Leute ihr Handeln streng an der Linie ausrichten, was alles gerade so noch erlaubt ist, oder wofür ich nicht sanktioniert werden werden kann, wird bei der Maxime, die allgemeine Kontaktdichte zu reduzieren, sehr viel Potential verschenkt. Damit dauern dann Lockdowns und restriktive Maßnahmen für alle länger.
 
Jan Tenner schrieb:
molotov schrieb:
Allerdings ist mein Chef auch der Meinung, wichtige Dinge bespricht man f2f, er könnte also der superspreader sein. Kaffee trinken ohne Maske ist Gott sei Dank weiter drin, Abstände werden gehalten, insgesamt haben wir auch viel Platz. Mein Kollege und ich kommen aber absichtlich zu den gleichen Tagen ins Büro, gerade weil der ausfallend Flurfunk und informelle Absprachen sonst fehlen.
Ich würde mich über jede Firma freuen, in der so eine Einstellung noch mal überdacht wird. Wenn zu viele Leute jeglichen persönlichen Vorteil der Nichtbeachtung der Regeln (Hier bspw "immer flurfunkmäßig auf dem aktuellen Stand sein") höher gewichten als das Ziel, endlich die Zahlen deutlich zu drücken und aus dem Lockdown zu kommen, wird es glaube ich sehr zäh und langwierig.

Flur Funk ist falsch, einfach das informelle für das man keine Besprechung einberuft/anruft sondern einfach die tagtägliche Abstimmung/Synchronisierung untereinander.
Was ich jetzt auch nicht verstehe, ist dass mein Chef uns zwei unbedingt zu sich in die Nähe bringen will (Umstrukturierung) und wir dafür aus einem fast verwaisten Büroteil in ein recht volles ziehen...
 
Jan Tenner schrieb:
Pancho schrieb:
Der Gag an der Sache ist ja, dass es regelkonform ist, oder nicht? Wieso?
Kommt drauf an, wie man es betrachtet. Vorschriftenkonform ist es natürlich, aber die (informelle) Regel "Jeden nicht nötigen Kontakt vermeiden" trifft es nicht wirklich. Was ich damit ausdrücken wollte: Wenn viele Leute ihr Handeln streng an der Linie ausrichten, was alles gerade so noch erlaubt ist, oder wofür ich nicht sanktioniert werden werden kann, wird bei der Maxime, die allgemeine Kontaktdichte zu reduzieren, sehr viel Potential verschenkt. Damit dauern dann Lockdowns und restriktive Maßnahmen für alle länger.

Ich verstehe tatsächlich im gewerblichen Sektor die laxe Handhabung von solchen Dingen nicht. Dabei müsste man nur geltende Vorschriften mal wieder in Erinnerung rufen und da etwas Druck machen.
Es muss für jeden Arbeitsplatz regelmäßig eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden. Werden neue Gefährdungen erkannt, ist die Beurteilung anzupassen.
Erkannte Gefahren sind zu beseitigen, dabei muss geprüft werden (in dieser Hierarchie!), ob sie sich durch Substitution, Technische-, Organisatorische- oder Persönliche (Schutz-) Maßnahmen eliminieren lassen.

Diese sogenannte STOP-Regel kennen alle, die schon mal etwas von Arbeitsschutz gehört haben.

Hier wäre die erkannte neue Gefahr die Infektion, die Exposition entsteht durch Kontakt.

Es ist also vorrangig zu prüfen, ob Kontakt substituiert werden kann, vorrangig vor irgendwelchen Lüftungsanlagen (technisch), Abstands- und Hygieneregeln (organisatorisch), oder Masken (persönliche Schutzausrüstung).

Ich würde gerne mal die aktuelle Begründung eines AG lesen, der Leute deswegen antanzen lässt, weil er einfach gerne f2f Dinge klärt.

Nicht weniger gerne wüsste ich, wieso man das von behördlicher Seite scheinbar so einfach durchgehen lässt.

Als drittes würde mich interessieren, wo die Vorbildfunktion von der öffentlichen Hand als AG hier bleibt?

EDIT:
Je höher die Eintrittswahrscheinlichkeit und je gravierender die möglichen Folgen, desto gravierende Maßnahmen müssen erfolgen, sind also zumutbar. Wenn also von Fachleuten (gesicherter Wissensstand) eine Reduzierung des Radius auf 5 km als geeignet erscheint - da muss es schon wirklich gute Gründe geben für eine Präsenz.

Und da kommt mir langsam auch irgendwas nicht mehr wirklich ausbalanciert vor...
 
Es gibt ja nicht mal in Bayern im öffentlichen Dienst die verpflichtende Anweisung zu Home Office.
 
...übrigens ist auch der übliche Weg zum Arbeitsplatz optimalerweise Teil der Gefährdungsbeurteilung.
 
So lange es Arbeitgeber wie in meinem persönlichen Umfeld gibt braucht es die Werksschließungen vom Staat. Wenn man wirklich ernsthaft die Infektionszahlen klein halten will.
In meinem Umfeld sind gerade einmal 2 Arbeitnehmer die Homeoffice machen können vom Arbeitgeber aus. Bei den anderen 20 war es nie ein Thema vom AG aus ob Homeoffice teilweise möglich wäre. Darunter sind min. 10 Bürotätigkeiten, vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum großen Automobilkonzern.
Die Chef's fordern weiterhin die tägliche Präsenzpflicht.
 
So wie es halt im Frühling in Italien war. Das war die letzte Bremse, die man hatte.
 
Whistlercarver schrieb:
So lange es Arbeitgeber wie in meinem persönlichen Umfeld gibt braucht es die Werksschließungen vom Staat. Wenn man wirklich ernsthaft die Infektionszahlen klein halten will.
In meinem Umfeld sind gerade einmal 2 Arbeitnehmer die Homeoffice machen können vom Arbeitgeber aus. Bei den anderen 20 war es nie ein Thema vom AG aus ob Homeoffice teilweise möglich wäre. Darunter sind min. 10 Bürotätigkeiten, vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum großen Automobilkonzern.
Die Chef's fordern weiterhin die tägliche Präsenzpflicht.

Wie sieht denn die aktuelle Gefährdungsbeurteilung für die Arbeitsplätze aus??
 
Pancho schrieb:
Whistlercarver schrieb:
So lange es Arbeitgeber wie in meinem persönlichen Umfeld gibt braucht es die Werksschließungen vom Staat. Wenn man wirklich ernsthaft die Infektionszahlen klein halten will.
In meinem Umfeld sind gerade einmal 2 Arbeitnehmer die Homeoffice machen können vom Arbeitgeber aus. Bei den anderen 20 war es nie ein Thema vom AG aus ob Homeoffice teilweise möglich wäre. Darunter sind min. 10 Bürotätigkeiten, vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum großen Automobilkonzern.
Die Chef's fordern weiterhin die tägliche Präsenzpflicht.

Wie sieht den die aktuelle Gefährdungsbeurteilung für die Arbeitsplätze aus??

Was ist den das? 8) 8)
Mir ist keine bekannt.
 
Eigentlich müssen regelmäßige Unterwisungen erfolgen, die auch unterschrieben werden.

Eigentlich... :rolleyes:
 
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