Das stimmt, es wurde nix garantiert, aber dennoch hat ein Herr Laschet Ende Oktober schon so geredet, als ob der Lockdown-Light definitv Ende November enden wird, wie es z.B. in
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Wenigstens scheint das Ende absehbar - wichtig nicht nur für Kulturschaffende und Gastronomen, die schon vom ersten "Lockdown" im Frühjahr massiv betroffen waren. Für Ministerpräsident Armin Laschet war die Sache offensichtlich klar: "Uns ist es leichtgefallen, hier mitzumachen, weil wir auch den Bürgerinnen und Bürgern versprechen können: Diese Maßnahmen sind befristet", sagte er vergangene Woche, nachdem sich die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin auf die Maßnahmen geeinigt hatten. "Sie gelten bis zum 30. November. Wir brauchen danach nicht zu diskutieren: was machen wir auf oder was schließen wir." Aber dann der Satz: "Es gilt das Ziel: Am 30. November sollen die Maßnahmen beendet werden." Uneingeschränkter Optimismus sieht anders aus.
Andere Politiker waren da sicher vorsichtiger mit ihren Versprechungen, aber Herr Laschet hat halt als Ministerpräsident unseres bevölkerungsreichten Bundeslandes schon ein gewisses Gewicht. Um auch Folgeaussagen nicht zu unterschlagen. Schon Anfang November klang es dann wohl bei Herrn Laschet etwas anders:
Der 30. November ist nicht in Stein gemeißelt
Denn die Frage ist: Wird das Ziel, die Zahl der Covid-19-Infektionen drastisch zu senken, wirklich bis Ende November erreicht? Laschet wollte am Tag 1 des "Lockdowns" keine falschen Hoffnungen wecken. "Da wir nicht wissen, wie die Maßnahmen wirken, will ich nichts versprechen. Wir tun alles, dass es für diesen einen Monat beschränkt bleibt", antwortete er einem Hörer am Montagmorgen bei WDR 2.
Natürlich kann man jetzt das Ganze wortwörtlich analysieren und sagen: ja, die Aussage "Die Maßnahmen sind befristet", das stimmte ja auch. Schließlich sind sie ja Ende November ausgelaufen und dann verschärft worden, also haben die November-Maßnahmen sozusagen ihr Ablaufdatum gehabt. Aber das ist ganz sicher nicht das, was Ende Oktober bei uns Bürgern ankam.
Allgemein war die Kommunikation zu diesem Zeitpunkt in vielerlei Hinsicht ein Desaster, und das ist glücklicherweise etwas besser geworden, hab ich den Eindruck. Bei weitem nicht perfekt, aber besser. Ende Oktober hätte folgendes herausgestellt werden müssen: Wir wissen nicht, ob der Lockdown-Light wirkt, es kann auch sein, dass wir später verschärfen müssen. Wir hoffen es nicht, aber es ist möglich, also bitte reduzieren Sie freiwillig ihre Kontakte.
Und die Ernsthaftigkeit der Lage hätte z.B. an Zahlenbeispielen erörtert werden können/müssen, z.B. nicht nur ein simples "Ich rechne bis Weihnachten mit >20000 Neuinfektionen pro Tag", sondern: "Wir haben aktuell einen 7-Tages-Reproduktionsfaktor von 1.8, wenn das so weitergeht, dann haben wir xxxxx Neuinfektionen am 1.12. und yyyyy Neuinfektionen zu Weihnachten. Ebenso können wir davon ausgehen, dass zzzz Menschen pro Tag sterben werden und die Intensivbetten am c.d.2020 voll belegt sein werden." Ich meine, natürlich kann man das ganze mit komplizierteren Modellen auch nachrechnen, aber es hätte meiner Meinung nach gereicht, einfach nur das exponentielle Wachstum in Erinnerung rufen, und halbwegs plausible Zahlen nennen, die man im Zweifelsfall auch zu Hause nachrechnen kann.
Ja und dann kommt natürlich noch etwas hinzu: manche Politiker versprachen uns Bürgern, dass die Maßnahmen auf jeden Fall Ende November enden werden, oder haben uns das zumindest suggeriert. Was hab ich dann noch für einen Motivation, mich überhaupt einzuschränken, wenn die Maßnahmen so oder so beendet werden sollen?
Ich fand die Kommunikation damals einfach extrem unehrlich, und das hat mich maßlos geärgert. Und ich denke, die Politiker haben den Rest der Bürger auch falsch eingeschätzt. Denn wann hab ich denn eine Motivation mich einzuschränken? Doch nicht, wenn ich weiß, es ist egal, was ich tue. Sondern, wenn ich ein (gemeinsames) Ziel erkenne, auf das hingearbeitet wird und dass ich persönlich auch ein Stück weit beeinflussen kann. Wichtig ist aber auch, dass ich das Ziel als mein eigenes betrachte, den Sinn dahinter sehe, und daran glaube, dass das Ziel erreicht werden kann.