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rush_dc schrieb:
Aber was passiert den gerade mit der Wirtschaft?
Abwarten, wenn man zurückblickt und die Wirtschaft in 1-Jahreszeiträumen bewertet, dann wird 2020 sicher ein schlechtes Jahr.
Aber das war 2009 (Bankenkriese) auch. Wenn man die Zeiträume auf 2 Jahre streckt, dann gab es, zumindest mal in meiner Branche, 2009/2010 nicht die Spur einer Krise.
 
br403 schrieb:
Stäntn schrieb:
Mietendeckel, Aussetzung des Kündigungsrechts, die spinnen echt total, und das sag ich als Mieter. Wo bleibt die Eigenverantwortung?! Als Staat und Vermieter kann und muss ich erwarten dass 2-3 Monate Miete als Rücklage am Tagesgeld Konto liegt; wer das nicht hat darf doch nicht auch noch geschützt werden? So ein wirtschaften auf Kante - mit Konsum auf Kredit etc, aber ohne Rücklagen - muss den Leuten endlich mal sowas von auf die Füße fallen dass sie im Zweifel auch mal aus der Wohnung fliegen! Nur so lernt man es offenbar.

Die Vermieter die ich kenne schauen sich ihre potentiellen Mieter seeeehr genau an, unter Festanstellung als Akademiker geht da nix mehr, um die Sicherheit zu haben dass auch Vernunft im Kopf herrscht plus sicheres Einkommen.

Naja. Heute wäre Tag 2 unserer Woche in SFL gewesen, die Woche wäre vom Wetter natürlich perfekt gewesen. Seufz :(

Lieber Stäntn, da bin leider nicht ganz Deiner Meinung. Du, ich, wir können alle locker mehrere Gehälter zurücklegen. Mein Arbeitgeber geht nicht Pleite, ich wohne in einer schuldenfreien Wohnung, kann zum Glück viele Reisen machen. Leider gibt es aber genug Menschen, gerade auch hier in München, denen es nicht so gut geht. Denke mal an die Verkäufer, Friseure, Krankenschwestern, Kellner. Die können ob der teuren Mieten hier nicht so einfach was zurücklegen, selbst in guten Zeiten vor Corona nicht. Ja, Krankenschwestern haben zur Zeit viel zu tun und einen sicheren Job, dennoch sind diese auch in guten Zeiten von teuren Wohnungen betroffen. Wie viele sind jetzt zu Hause, können aber nicht, so wie Du und ich, so einfach Homeoffice machen. Nein, die kriegen vielleicht max. 67% Kurzarbeitergeld im Moment, wenn überhaupt. Oder sie wurden schon gekündigt.

So schön wie die Welt für Dich und mich ist, nicht jeder hat das Glück. Für uns ist es ein Problem wenn der 5. Fernreiseurlaub oder der 25. Skitag nicht klappt, andere Leute hatten vorher schon Sorgen, jetzt aber erst recht.

Ich bitte das doch mal zu bedenken.
Sehr guter Kommentar,
manchmal muss mich sich doch sehr vor Augen führen, dass man priviligiert ist. Das liegt nur zum Teil am Willen und Fleiß!
Gerade die Berufe, die bei den Lohnzahlungen "vergessen" werden sind jetzt plötzlich wichtig.
 
rush_dc schrieb:
Unsere Diplomarbeit stockt jetzt auch gerade. Genau jetzt wo es wichtige Dinge mit unserem Professor zu besprechen gibt. Über email usw kann man das vergessen, da sind insgesamt 4 Personen involviert. Ich hoffe nur, dass es nach Ostern wieder mit dem Schulbetrieb weitergeht.
Nach 2,5 jahren Vollzeit-schule sind meine Ersparnisse so gut wie aufgebraucht und die Aussicht auf einen Job im Herbst sind auch nicht mehr rosig. Mein Nebenjob, der jetzt wieder hätte beginnen sollen und der mir in den Ferien und an Wochenenden etwas Kohle verschafft hätte, ist auch hinfällig.
Noch dazu ist jetzt fraglich ob mir die Weiterbildung jetzt überhaupt noch was bringt.
Jaja, man darf nicht immer an sich selbst denken aber momentan ists echt zum kotzen wenn man sieht, dass die gesamte Wirtschaft zugrunde geht und jeder sagt, dass das der einzige richtige Weg ist...
Die Teams Suite von Microsoft und einige andere Collaboration Tools sind derzeit kostenfrei nutzbar.
Funktioniert bei uns im Job überraschen gut, auch mit denjenigen, die bisher nur im Office waren und nie Homeoffce oder remote gearbeitet haben. Mit Bildschirm teilen und gleichzeitig Sprechen kommt man schon recht weit.
 
Weil es besser hier hinein passt, schreibe ich meine Antwort auf eine These von simmonelli in diesen Thread.

simmonelli schrieb:
Ich gebe Dir allerdings in soweit Recht, als das wir nächsten Winter - wenn überhaupt - nur ohne gastronomische Bewirtung (Hütten und Après) Skifahren werden.

So pessimistisch bin ich noch nicht.
Wenn die Zahl der Neuansteckungen zurückgeht, werden die Beschränkungen nach und nach wieder aufgehoben und dann kann probieren, was von Ende Februar/Anfang März bei Ausbruch der Epedimie in Deutschland und den Alpenländern (in Italien bereits zwei Wochen früher) nicht funktioniert hat. Die Ausbreitung des Virus isolieren, indem man Infizierte und Verdachtsfälle konsequent isoliert, ohne allzu große Einschränkungen für den Rest der Bevölkerung.
Man wird aus den Fehlern beim ersten Ausbruch gelernt haben und deshalb viel besser vorbereitet sein. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass das in Zukunft klappen könnte.
 
molotov schrieb:
rush_dc schrieb:
Unsere Diplomarbeit stockt jetzt auch gerade. Genau jetzt wo es wichtige Dinge mit unserem Professor zu besprechen gibt. Über email usw kann man das vergessen, da sind insgesamt 4 Personen involviert. Ich hoffe nur, dass es nach Ostern wieder mit dem Schulbetrieb weitergeht.
Nach 2,5 jahren Vollzeit-schule sind meine Ersparnisse so gut wie aufgebraucht und die Aussicht auf einen Job im Herbst sind auch nicht mehr rosig. Mein Nebenjob, der jetzt wieder hätte beginnen sollen und der mir in den Ferien und an Wochenenden etwas Kohle verschafft hätte, ist auch hinfällig.
Noch dazu ist jetzt fraglich ob mir die Weiterbildung jetzt überhaupt noch was bringt.
Jaja, man darf nicht immer an sich selbst denken aber momentan ists echt zum kotzen wenn man sieht, dass die gesamte Wirtschaft zugrunde geht und jeder sagt, dass das der einzige richtige Weg ist...
Die Teams Suite von Microsoft und einige andere Collaboration Tools sind derzeit kostenfrei nutzbar.
Funktioniert bei uns im Job überraschen gut, auch mit denjenigen, die bisher nur im Office waren und nie Homeoffce oder remote gearbeitet haben. Mit Bildschirm teilen und gleichzeitig Sprechen kommt man schon recht weit.
Den ganzen Tag aber nur in MS Teams "hocken" und Video-Calls zu machen ist anstrengender als phyische Meetings. Aber gut, so ist es halt zur Zeit, entsprechend der Erfahrung der ersten kompletten Homeoffice-Woche gestaltet man seinen Kalender für die nächsten Wochen :)
 
Gestern ein Gespräch mitgehört von jemanden deren Eltern (85+) im Altenheim leben in Süddeutschland. Also da versteht niemand wieso er jetzt nicht die anderen Wohnungen besuchen kann. Ab Morgen dann immerhin keine gemeinschaftlichen Aktivitäten im Heim mehr - und kein gemeinschaftliches Essen...
Also gerade die labilste Gruppe scheint da Teils den Ernst der Lage für sie noch absolut nicht verstanden zu haben. Bis Vorgestern gab es wohl auch noch Besuche von außerhalb.

Da hört man dann, aber allen hier gehts doch so gut, wir sind alle gesund...

Und die neuen Zahlen sind jetzt zwar konstant - aber zum ausrotten - und einzig das macht Sinn, wird das derzeit einfach nicht reichen - nicht in Österreich - und erst recht nicht in Deutschland.
 
molotov schrieb:
br403 schrieb:
Stäntn schrieb:
Mietendeckel, Aussetzung des Kündigungsrechts, die spinnen echt total, und das sag ich als Mieter. Wo bleibt die Eigenverantwortung?! Als Staat und Vermieter kann und muss ich erwarten dass 2-3 Monate Miete als Rücklage am Tagesgeld Konto liegt; wer das nicht hat darf doch nicht auch noch geschützt werden? So ein wirtschaften auf Kante - mit Konsum auf Kredit etc, aber ohne Rücklagen - muss den Leuten endlich mal sowas von auf die Füße fallen dass sie im Zweifel auch mal aus der Wohnung fliegen! Nur so lernt man es offenbar.

Die Vermieter die ich kenne schauen sich ihre potentiellen Mieter seeeehr genau an, unter Festanstellung als Akademiker geht da nix mehr, um die Sicherheit zu haben dass auch Vernunft im Kopf herrscht plus sicheres Einkommen.

Naja. Heute wäre Tag 2 unserer Woche in SFL gewesen, die Woche wäre vom Wetter natürlich perfekt gewesen. Seufz :(

Lieber Stäntn, da bin leider nicht ganz Deiner Meinung. Du, ich, wir können alle locker mehrere Gehälter zurücklegen. Mein Arbeitgeber geht nicht Pleite, ich wohne in einer schuldenfreien Wohnung, kann zum Glück viele Reisen machen. Leider gibt es aber genug Menschen, gerade auch hier in München, denen es nicht so gut geht. Denke mal an die Verkäufer, Friseure, Krankenschwestern, Kellner. Die können ob der teuren Mieten hier nicht so einfach was zurücklegen, selbst in guten Zeiten vor Corona nicht. Ja, Krankenschwestern haben zur Zeit viel zu tun und einen sicheren Job, dennoch sind diese auch in guten Zeiten von teuren Wohnungen betroffen. Wie viele sind jetzt zu Hause, können aber nicht, so wie Du und ich, so einfach Homeoffice machen. Nein, die kriegen vielleicht max. 67% Kurzarbeitergeld im Moment, wenn überhaupt. Oder sie wurden schon gekündigt.

So schön wie die Welt für Dich und mich ist, nicht jeder hat das Glück. Für uns ist es ein Problem wenn der 5. Fernreiseurlaub oder der 25. Skitag nicht klappt, andere Leute hatten vorher schon Sorgen, jetzt aber erst recht.

Ich bitte das doch mal zu bedenken.
Sehr guter Kommentar,
manchmal muss mich sich doch sehr vor Augen führen, dass man priviligiert ist. Das liegt nur zum Teil am Willen und Fleiß!
Gerade die Berufe, die bei den Lohnzahlungen "vergessen" werden sind jetzt plötzlich wichtig.
Natürlich ist das ein gewisses Privileg, wenn man weniger als die immer als "Grenze" angegebenen 30% seines Lohns für Wohnkosten braucht. Aber jeder kann sich seinen Lebensstil nach seinem Einkommen richten, und mit Ausnahme des Niedriglohn / 450 EUR Sektors, kann auch jeder 10% seines Nettos sparen. Das glaub ich einfach nicht dass das nicht geht, man muss nur eben seinen Lebensstil ans Einkommen, und in dem Fall an 90% Einkommen, anpassen - dann hat man für die Not vorgesorgt und schläft in solchen Zeiten einfach besser. Ich weiß dass ich mich leicht rede und das viel verlangt ist, auf Biergarten etc. zu verzichten weil man 10% unangetastet lässt, während einige hier vielleicht die eine oder andere Skiwoche weglassen, aber das Prinzip bleibt: Anteilig sparen, je nach Einkommen den Lebensstil anpassen - und genau das ist gefühlt aus dem Ruder gelaufen (0% Finanzierung für alles, Konsum auf Teufel komm raus: https://www.zeit.de/kultur/2020-02/fairer-handel-lebensmittelpreise-lieferkette-landwirte-supermarkt)

Vielleicht korrigiert sich das jetzt wieder etwas, meine Großeltern hätten sich nie was auf Pump gekauft. Erst 1000 Euro sparen, dann Fernseher kaufen - nicht andersrum. Und die haben laaaaange gespart. So das war sehr OT, aber irgendwie auch nicht - Krisen Diskussion :)
 
snowflat schrieb:
Den ganzen Tag aber nur in MS Teams "hocken" und Video-Calls zu machen ist anstrengender als phyische Meetings...
Bei uns ist es WebEx statt Teams, aber auch schon vor Corona bestand mein Arbeitsalltag bereits daraus zu 50% in solchen Teams zu 'hocken'. International ist es zur Normalität geworden und ich finde es weit weniger anstrengend als in einem Meeting.
Seltsam, das gerade die jüngere Generation dies beklagt. Bei 'Fortnite & Co' hab ich noch nie gehört, das es anstrengend wäre und man sich dich besser persönlich treffen sollte um ein Brettspiel zu spielen :-)
 
extremecarver schrieb:
Also gerade die labilste Gruppe scheint da Teils den Ernst der Lage für sie noch absolut nicht verstanden zu haben. Bis Vorgestern gab es wohl auch noch Besuche von außerhalb.

Bedenke mal, das sind alte Menschen, da rattert das Getriebe nicht mehr so wie bei uns jüngeren, warte mal bis wir soweit sind! Die sind den ganzen Tag in ihrem Heim, außer ihren liebgewonnenen Gewohnheiten haben sie nichts mehr vom Leben. Und die sollen jetzt noch beschnitten werden. Da werden sie trotzig wie ein Kleinkind. Das muss man auch verstehen! Wenn ich meinen Vater, und der war auch noch Lehrer gewesen, von etwas überzeugen will/muss was ihm nicht passt ist das echte Schwerstarbeit...
 
molotov schrieb:
Gerade die Berufe, die bei den Lohnzahlungen "vergessen" werden sind jetzt plötzlich wichtig.
Das hatte Volker Pispers schon vor 16 Jahren festgestellt aber keiner hat leider auf ihn gehört... :rolleyes:

 
Ist zwar aus der Krone, aber doch interessant:
https://www.krone.at/2122203
Ein kleiner Auszug:
...
Anfang März: Eine Gondelbahn und eine Arztpraxis werden in Gerlos für Stunden wegen eines Corona-Verdachtsfalles gesperrt.
...
3.3.2020: In einem Lokal in Mayrhofen wird ein DJ eingestellt, der kurz zuvor in Ischgl tätig war. Mittlerweile soll er positiv auf das Virus getestet worden sein.
10.3.2020: Der „Dieburger Anzeiger“ teilt auf seiner Facebook-Seite mit, „dass sich eine Person aus dem Landkreis beim Urlaub im Zillertal angesteckt hat“
...
11.3.2020: Die „Schleswig-Holsteinische Landeszeitung“ informiert, dass „sich ein Schüler, der von einer Klassenfahrt im Zillertal zurückgekehrt war, mit dem Coronavirus infiziert hat“.
...
11.3.2020: Der Niederländer Robin (27) erzählt in einem Interview bei „rtl nieuws“ - das am 17.3.2020 publiziert wird -, dass er um den 11.3. seinen Skiurlaub in Mayrhofen verbracht hat. .... (War beim Arzt, nicht fit)... Er reiste ab, zu Hause wurde er positiv getestet.
15.3.2020: Erste Gerüchte eines positiven Falles in Zell am Ziller kommen auf.
....
Mitte März: Ein Angestellter jener Bar in Mayrhofen, die am 3.3.2020 einen neuen DJ eingestellt hatte, wird im Spital Schwaz positiv auf Corona getestet.
17.3.2020: Ein Mitarbeiter eines Hotels in Mayrhofen teilt auf Facebook mit, dass er sich mit dem Virus angesteckt hat.
...
18.3.2020: Ein Angestellter eines Lokals in Mayrhofen postet: „Ich habe mich angesteckt.“
...
19.3.2020: Ein Mayrhofner Hotelier schreibt auf Facebook, dass Mitglieder einer belgischen Gruppe, die kurz zuvor im Hotel waren, am Virus erkrankt seien.
21.3.2020: Eine Mitarbeiterin einer Bar in Mayrhofen informiert über ihre Coronavirus-Erkrankung.

Nun offiziell: Betroffene Mitarbeiter in Gerlos
Während im Skiort Ischgl am 7. März der erste Corona-Fall bekannt wurde und es wenige Tage darauf zur Quarantäne des Paznauntals kam, hat man im Zillertal erst am 19. März, mit der totalen Isolation aller 279 Tiroler Gemeinden, offiziell gehandelt.
...
Interessant im Aufruf ist auch diese Passage: „Zudem waren in Gerlos Mitarbeiter von der ,Milchbar’ und dem Hotel ,Gaspingerhof’ betroffen.“ Letztgenanntes gehört dem Nationalratsabgeordneten Franz Hörl (ÖVP). Inoffiziell bekannt war das Anfang März, kommuniziert wurde es erst am Samstag.
...
Aber mal ganz lesen, auch wenn es die Kronrnzeitung ist. Da haben jetzt wahrscheinlich viele in Wien akute Schnappatmung.
 
Stäntn schrieb:
molotov schrieb:
br403 schrieb:
Lieber Stäntn, da bin leider nicht ganz Deiner Meinung. Du, ich, wir können alle locker mehrere Gehälter zurücklegen. Mein Arbeitgeber geht nicht Pleite, ich wohne in einer schuldenfreien Wohnung, kann zum Glück viele Reisen machen. Leider gibt es aber genug Menschen, gerade auch hier in München, denen es nicht so gut geht. Denke mal an die Verkäufer, Friseure, Krankenschwestern, Kellner. Die können ob der teuren Mieten hier nicht so einfach was zurücklegen, selbst in guten Zeiten vor Corona nicht. Ja, Krankenschwestern haben zur Zeit viel zu tun und einen sicheren Job, dennoch sind diese auch in guten Zeiten von teuren Wohnungen betroffen. Wie viele sind jetzt zu Hause, können aber nicht, so wie Du und ich, so einfach Homeoffice machen. Nein, die kriegen vielleicht max. 67% Kurzarbeitergeld im Moment, wenn überhaupt. Oder sie wurden schon gekündigt.

So schön wie die Welt für Dich und mich ist, nicht jeder hat das Glück. Für uns ist es ein Problem wenn der 5. Fernreiseurlaub oder der 25. Skitag nicht klappt, andere Leute hatten vorher schon Sorgen, jetzt aber erst recht.

Ich bitte das doch mal zu bedenken.
Sehr guter Kommentar,
manchmal muss mich sich doch sehr vor Augen führen, dass man priviligiert ist. Das liegt nur zum Teil am Willen und Fleiß!
Gerade die Berufe, die bei den Lohnzahlungen "vergessen" werden sind jetzt plötzlich wichtig.
Natürlich ist das ein gewisses Privileg, wenn man weniger als die immer als "Grenze" angegebenen 30% seines Lohns für Wohnkosten braucht. Aber jeder kann sich seinen Lebensstil nach seinem Einkommen richten, und mit Ausnahme des Niedriglohn / 450 EUR Sektors, kann auch jeder 10% seines Nettos sparen. Das glaub ich einfach nicht dass das nicht geht, man muss nur eben seinen Lebensstil ans Einkommen, und in dem Fall an 90% Einkommen, anpassen - dann hat man für die Not vorgesorgt und schläft in solchen Zeiten einfach besser. Ich weiß dass ich mich leicht rede und das viel verlangt ist, auf Biergarten etc. zu verzichten weil man 10% unangetastet lässt, während einige hier vielleicht die eine oder andere Skiwoche weglassen, aber das Prinzip bleibt: Anteilig sparen, je nach Einkommen den Lebensstil anpassen - und genau das ist gefühlt aus dem Ruder gelaufen (0% Finanzierung für alles, Konsum auf Teufel komm raus: https://www.zeit.de/kultur/2020-02/fairer-handel-lebensmittelpreise-lieferkette-landwirte-supermarkt)

Vielleicht korrigiert sich das jetzt wieder etwas, meine Großeltern hätten sich nie was auf Pump gekauft. Erst 1000 Euro sparen, dann Fernseher kaufen - nicht andersrum. Und die haben laaaaange gespart. So das war sehr OT, aber irgendwie auch nicht - Krisen Diskussion :)

Wie so oft, die Wahrheit ist in der Mitte. Wenn jemand am Existenzminimum (und nein, das sind keine 450€ Jobber) lebt bzw knapp darüber, wer kann es verübeln, dass er nichts auf die Seite bringt. Und selbst wenn er deine 10% Regel schafft: 10% von 1500€ sind halt anders als 10% von 4000€ oder 6000€.... Da kommt ein Waschmaschinendefekt und Autoreperatur den man abfedern kann und dann wars das mit den Ersparnissen ;)
 
Petz schrieb:
molotov schrieb:
Gerade die Berufe, die bei den Lohnzahlungen "vergessen" werden sind jetzt plötzlich wichtig.
Das hatte Volker Pispers schon vor 16 Jahren festgestellt aber keiner hat leider auf ihn gehört... :rolleyes:


Auf ihn und seine Kollegen hätte man schon öfters hören sollen...
 
Spezialwidde schrieb:
extremecarver schrieb:
Also gerade die labilste Gruppe scheint da Teils den Ernst der Lage für sie noch absolut nicht verstanden zu haben. Bis Vorgestern gab es wohl auch noch Besuche von außerhalb.

Bedenke mal, das sind alte Menschen, da rattert das Getriebe nicht mehr so wie bei uns jüngeren, warte mal bis wir soweit sind! Die sind den ganzen Tag in ihrem Heim, außer ihren liebgewonnenen Gewohnheiten haben sie nichts mehr vom Leben. Und die sollen jetzt noch beschnitten werden. Da werden sie trotzig wie ein Kleinkind. Das muss man auch verstehen! Wenn ich meinen Vater, und der war auch noch Lehrer gewesen, von etwas überzeugen will/muss was ihm nicht passt ist das echte Schwerstarbeit...

Ja - ich verstehe dass eh - dazu habe ich auch schon Aussagen gehört wie, "Ach, mach dir um mich keine Sorgen, ich bin schon alt. Wenn ich jetzt an dem Virus sterbe ist das nicht schlimm!"
Evtl muss man die Triage dann halt auch so verstehen - es ist weniger für die Patienten als für die angehörigen der Generation "betreutes wohnen" ein Problem. Wer eh schon recht viel Betreuung braucht und älter ist - der erwartet eh in den nächsten Jahren seinen Tod. Das bedeutet natürlich nicht dass die sterben wollen, nur dass sie es ganz anders sehen und die Konsequenzen für das Gesundheitssystem da man sie halt nicht so einfach sterben lässt, nicht mehr realisieren.

Das durchschnittliche Alter der Toten von 80 Jahren in italien zeigt es eh auf. Leid tun mir am meisten die Ärzte - welche sich halt auch noch um so alte Personen kümmern müssen. Nur kennt unser System halt jetzt keine Möglichkeit dass sich genau jene alten denen es recht egal ist ob sie nun in den nächsten 2 Wochen an Coronavirus sterben, oder wahrscheinlich an einer anderen Infektion/Erkrankung in den nächsten 0-5 Jahren - keine Möglichkeit außer Triage hier keine Behandlung durchzuführen um Ressourcen zu sparen. Und bei über 90 jährigen - heißt es eh meist die sind Kerngesund wenn die nicht an einer schweren Erkrankung leiden. Auf Lappalien wird da eh nicht mehr geprüft (Krebs haben sau viele 90+ etwa, nur sterben tun daran direkt viel weniger. Bei einer Grippe addieren sich dann aber diese "Lappalien".).
 
Neandertaler schrieb:
Ist zwar aus der Krone, aber doch interessant:
https://www.krone.at/2122203
Ein kleiner Auszug:
...
Anfang März: Eine Gondelbahn und eine Arztpraxis werden in Gerlos für Stunden wegen eines Corona-Verdachtsfalles gesperrt.
...
3.3.2020: In einem Lokal in Mayrhofen wird ein DJ eingestellt, der kurz zuvor in Ischgl tätig war. Mittlerweile soll er positiv auf das Virus getestet worden sein.
10.3.2020: Der „Dieburger Anzeiger“ teilt auf seiner Facebook-Seite mit, „dass sich eine Person aus dem Landkreis beim Urlaub im Zillertal angesteckt hat“
...
11.3.2020: Die „Schleswig-Holsteinische Landeszeitung“ informiert, dass „sich ein Schüler, der von einer Klassenfahrt im Zillertal zurückgekehrt war, mit dem Coronavirus infiziert hat“.
...
11.3.2020: Der Niederländer Robin (27) erzählt in einem Interview bei „rtl nieuws“ - das am 17.3.2020 publiziert wird -, dass er um den 11.3. seinen Skiurlaub in Mayrhofen verbracht hat. .... (War beim Arzt, nicht fit)... Er reiste ab, zu Hause wurde er positiv getestet.
15.3.2020: Erste Gerüchte eines positiven Falles in Zell am Ziller kommen auf.
....
Mitte März: Ein Angestellter jener Bar in Mayrhofen, die am 3.3.2020 einen neuen DJ eingestellt hatte, wird im Spital Schwaz positiv auf Corona getestet.
17.3.2020: Ein Mitarbeiter eines Hotels in Mayrhofen teilt auf Facebook mit, dass er sich mit dem Virus angesteckt hat.
...
18.3.2020: Ein Angestellter eines Lokals in Mayrhofen postet: „Ich habe mich angesteckt.“
...
19.3.2020: Ein Mayrhofner Hotelier schreibt auf Facebook, dass Mitglieder einer belgischen Gruppe, die kurz zuvor im Hotel waren, am Virus erkrankt seien.
21.3.2020: Eine Mitarbeiterin einer Bar in Mayrhofen informiert über ihre Coronavirus-Erkrankung.

Nun offiziell: Betroffene Mitarbeiter in Gerlos
Während im Skiort Ischgl am 7. März der erste Corona-Fall bekannt wurde und es wenige Tage darauf zur Quarantäne des Paznauntals kam, hat man im Zillertal erst am 19. März, mit der totalen Isolation aller 279 Tiroler Gemeinden, offiziell gehandelt.
...
Interessant im Aufruf ist auch diese Passage: „Zudem waren in Gerlos Mitarbeiter von der ,Milchbar’ und dem Hotel ,Gaspingerhof’ betroffen.“ Letztgenanntes gehört dem Nationalratsabgeordneten Franz Hörl (ÖVP). Inoffiziell bekannt war das Anfang März, kommuniziert wurde es erst am Samstag.
...
Aber mal ganz lesen, auch wenn es die Kronrnzeitung ist. Da haben jetzt wahrscheinlich viele in Wien akute Schnappatmung.
Naja das haben wir uns hier ja auch 100 Seiten vorher schon gefragt, dass es unmöglich sein kann dass das Paznaun und Stäntn betroffen sind, während im Ötztal, Zillertal, Glemmtal etc. fröhlich und ohne jegliche Fälle weiter gefeiert wird ;) war ja klar dass das so läuft, brauchen nur noch auf die Aufarbeitung der anderen Destinationen warten.
 
valdebagnes schrieb:
snowflat schrieb:
Den ganzen Tag aber nur in MS Teams "hocken" und Video-Calls zu machen ist anstrengender als phyische Meetings...
Bei uns ist es WebEx statt Teams, aber auch schon vor Corona bestand mein Arbeitsalltag bereits daraus zu 50% in solchen Teams zu 'hocken'. International ist es zur Normalität geworden und ich finde es weit weniger anstrengend als in einem Meeting.
Seltsam, das gerade die jüngere Generation dies beklagt. Bei 'Fortnite & Co' hab ich noch nie gehört, das es anstrengend wäre und man sich dich besser persönlich treffen sollte um ein Brettspiel zu spielen :-)

Ich verstehe das schon, ich bin ja auch einer der wenigen Menschen auf diesem Planeten der gerne unterwegs ist... Up in the Air lässt grüßen :D
 
extremecarver schrieb:
Das durchschnittliche Alter der Toten von 80 Jahren in italien zeigt es eh auf.
Das Problem an den italienischen Zahlen ist eher dass da Tote in der Coronastatistik auftauchen die gar nicht an Corona gestorben sind, zumindest nicht unmittelbar. Deswegen auch das exorbitant hohe Durchschnittsalter. Ich habe schon mehrfach gesagt dass man diesen Zahlen nicht trauen sollte.
 
Was übrigens das Corona-bedingte Arbeiten von daheim angeht, ist es unglaublich, in welcher Kürze der Zeit man grundlegende organisatorische Änderungen bei uns aus dem Boden gestampft hat.

Technisch waren wir auf Hardwareseite schon gut vorbereitet, da die meisten Arbeitsplätze mit Notebooks ausgestattet sind, die grundsätzlich VPN-fähig sind. Es war lediglich nötig, die VPN-Berechtigungen auf die Mitarbeiter zu verteilen, die üblicherweise nicht von daheim aus arbeiten würden. Technisch gibt es die VPN-Infrastruktur her, daß in Deutschland eine deutlich 4stellige Anzahl Nutzer gleichzeitig online ist und gruppenweit wird es schon 5stellig. Da kann man unserer Konzern-IT nur danken, daß man das im Laufe des Jahres 2019 auf neue Füße gestellt hatte und das System daher problemlos skalierbar ist.

Da aktuell der Umstieg auf neue Hardware läuft, waren auch schon ausreichend neue Notebooks verfügbar, die man nun bevorzugt an die Personen verteilt, die in Kürze eh neue Geräte erhalten hätten. Die alten Notebooks werden eingezogen und an Mitarbeiter verteilt, die noch einen normalen PC am Arbeitsplatz haben. Soviel wir über unsere Konzern-IT in der Vergangenheit geschimpft haben, umso mehr sind wir gerade voll des Lobes, wie es nun im Krisenmodus läuft. Liegt vielleicht auch daran, daß man gerade nicht auf das Budget schauen muß.

Viel spannender sind die massiven Prozessänderungen. Vieles was bisher in Papierform mit Freigabe im 4-Augen-Prinzip (2 Unterschriften) nötig war, läuft nun plötzlich digital. Dokument eingescannt, von zwei Mitarbeitern elektronisch bestätigt, fertig. Ich hoffe, daß die Corona-Krise bald vorbei ist und die positiven Änderungen bei uns im Unternehmen erhalten bleiben.
 
Spezialwidde schrieb:
extremecarver schrieb:
Das durchschnittliche Alter der Toten von 80 Jahren in italien zeigt es eh auf.
Das Problem an den italienischen Zahlen ist eher dass da Tote in der Coronastatistik auftauchen die gar nicht an Corona gestorben sind, zumindest nicht unmittelbar. Deswegen auch das exorbitant hohe Durchschnittsalter. Ich habe schon mehrfach gesagt dass man diesen Zahlen nicht trauen sollte.

Insbesondere sollte man auf keinen Fall der Versuchung erliegen, davon auszugehen, dass es einen selbst nicht treffen könne, wenn man jünger ist. Ist nicht so...

[URL=https://www.tagesschau.de/faktenfinder/letalitaet-coronavirus-101.html]https://www.tagesschau.de/faktenfinder/letalitaet-coronavirus-101.html[/URL] schrieb:
Es gibt jedoch noch einen weiteren auffälligen Unterschied zwischen den beiden Ländern. In Italien waren unter den offiziell registrierten Fällen überdurchschnittlich viele ältere Menschen, die besonders gefährdet sind. Das durchschnittliche Alter der Erkrankten lag bei 63 Jahren (Median). In Deutschland dagegen haben sich bislang vor allem jüngere Menschen infiziert. Laut dem aktuellen Situationsbericht des RKI lag der Altersmedian bei 47 Jahren.
 
valdebagnes schrieb:
snowflat schrieb:
Den ganzen Tag aber nur in MS Teams "hocken" und Video-Calls zu machen ist anstrengender als phyische Meetings...
Bei uns ist es WebEx statt Teams, aber auch schon vor Corona bestand mein Arbeitsalltag bereits daraus zu 50% in solchen Teams zu 'hocken'. International ist es zur Normalität geworden und ich finde es weit weniger anstrengend als in einem Meeting.
Seltsam, das gerade die jüngere Generation dies beklagt. Bei 'Fortnite & Co' hab ich noch nie gehört, das es anstrengend wäre und man sich dich besser persönlich treffen sollte um ein Brettspiel zu spielen :-)

Ich gehöre zu den alten in der jungen Generation...wenn du verstehst was ich meine :wink:
Es ist für mich der absolute Graus zu sehen, wie distanziert die heutige Jungend lebt und für was sich diese interessiert. Geh mal heute in die guten alten kleinen lokalen Bars die noch Livemusik anbieten. Wir haben hier in der Gegend noch zwei drei so Dinger. Die sind in der Regel so, dass ich da drin mit 23 entweder fast der jüngste bin und mir schon komisch vorkomme, wenn ich allein da rein gehe (Altersschnitt 40 oder sogar 50+ wenn mal ne Rockband spielt).
Oder es ist mal ne klassische Studentenbar, da trifft man dann gleichaltrige aber es ist eine Sauforgie.
Ich finde das absolut traurig, das richtig Gesellige zum nette Gleichaltrige finden ist heute echt rar geworden...alles was noch taugt ist für die Generation über mir, weil die es noch von früher kennt.

Erstaunlicherweise spüren viel dann in schwierigeren Zeiten wie diesen, dass es halt doch wertvolleres gibt als Facebookfreunde und Onlinekontakte.

Ich kann durchaus so arbeiten/lernen wie es die Zeiten nunmal erfordern...es ist nur absolut nicht das was ich mir wünsche, oder wie ich mir mein Leben spaßig vorstelle. Und stell dir vor, bisher gehe ich gern an die Hochschule und ich war auch gern im Betrieb, weil meine zukünftige Arbeit einfach meine Interessen wiederspiegelt. Zuhause zu bleiben, hat für mich einfach so was befremdliches, da hocke ich eh schon genug.
 
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