Mal wieder ein Plädoyer über den 50 pro 100.000 Einwohner Inzidenzwert nachzudenken:
https://www.welt.de/vermischtes/article217240480/Corona-Risikogebiet-Deutschland-Professor-fuer-Anpassung-der-Grenzwerte.html
Der Direktor des Instituts für Epidemiologie an der Charité wünscht sich einen „vernünftigen Bezugsrahmen“ für die Corona-Zahlen. Da jetzt mehr getestet werde, müsse auch der Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner angepasst werden.
Aus Sicht des Direktors am Institut für Epidemiologie an der Charité Berlin, Professor Stefan Willich, fehlt für die statistische Einschätzung der Corona-Zahlen ein „vernünftiger Bezugsrahmen“. Vor fünf Monaten sei der Schwellenwert von 50 sogenannten Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner definiert worden. „Das schien damals präzise, war aber eigentlich immer nur ein grober Anhaltspunkt“, sagte Willich am Dienstag im RBB-Inforadio
Jetzt werde mehr getestet als im Frühjahr. „Das heißt, allein wegen der Anzahl der Testung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man hier diese Zahl mal überschreitet. Dann gibt es keinen vernünftigen Bezugsrahmen.“
Nur mal zur Einordnung:
Der 50 pro 100.000 Einwohner Grenzwert wurde Anfang Mai definiert und eingeführt.
Seither hat sich die Anzahl der Test signifikant erhöht:
- Tests in KW 20 (Anfang Mai): 403.875 (Positivquote: 2,66%)
- Tests in KW 37 (Mitte September): 1.120.835 (Positivquote: 0,86%)
Quelle:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/38_20.pdf?__blob=publicationFile
Würde man die Anzahl der Tests, und die bei einer größeren Anzahl an Tests höhere Wahrscheinlichkeit positiv Getestete zu finden, berücksichtigen, müssten wir uns heute an einem Grenzwert von 150 orientieren.