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Coronavirus 2019-nCoV

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maba04 schrieb:
Außerdem verschärft Italien seine Maskenpflicht erheblich:

Italiens Regierung führt zum Corona-Schutz eine nationale Maskenpflicht auch im Freien ein. Dies berichtete der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag vor dem Parlament in Rom.

▶️ Die Pflicht, außer Haus überall und zu jeder Zeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist in einer Verordnung enthalten, die die Regierung voraussichtlich am Dienstagabend verabschieden will.
Quelle: 😷 Italien führt landesweite Maskenpflicht im Freien ein

Unter den Umständen werde ich meine Hotelbuchung nochmal zurückstellen. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie das beim Skifahren funktionieren soll. :twisted: :evil: :sauer:
 
Mt. Cervino schrieb:
Mal wieder ein Plädoyer über den 50 pro 100.000 Einwohner Inzidenzwert nachzudenken:
https://www.welt.de/vermischtes/article217240480/Corona-Risikogebiet-Deutschland-Professor-fuer-Anpassung-der-Grenzwerte.html

Der Direktor des Instituts für Epidemiologie an der Charité wünscht sich einen „vernünftigen Bezugsrahmen“ für die Corona-Zahlen. Da jetzt mehr getestet werde, müsse auch der Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner angepasst werden.

Aus Sicht des Direktors am Institut für Epidemiologie an der Charité Berlin, Professor Stefan Willich, fehlt für die statistische Einschätzung der Corona-Zahlen ein „vernünftiger Bezugsrahmen“. Vor fünf Monaten sei der Schwellenwert von 50 sogenannten Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner definiert worden. „Das schien damals präzise, war aber eigentlich immer nur ein grober Anhaltspunkt“, sagte Willich am Dienstag im RBB-Inforadio

Jetzt werde mehr getestet als im Frühjahr. „Das heißt, allein wegen der Anzahl der Testung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man hier diese Zahl mal überschreitet. Dann gibt es keinen vernünftigen Bezugsrahmen.“

Nur mal zur Einordnung:
Der 50 pro 100.000 Einwohner Grenzwert wurde Anfang Mai definiert und eingeführt.
Seither hat sich die Anzahl der Test signifikant erhöht:
- Tests in KW 20 (Anfang Mai): 403.875 (Positivquote: 2,66%)
- Tests in KW 37 (Mitte September): 1.120.835 (Positivquote: 0,86%)
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/38_20.pdf?__blob=publicationFile

Würde man die Anzahl der Tests, und die bei einer größeren Anzahl an Tests höhere Wahrscheinlichkeit positiv Getestete zu finden, berücksichtigen, müssten wir uns heute an einem Grenzwert von 150 orientieren.

Nur zur Erinnerung: Die Zahl 50 ist keine medizinisch begründete Zahl. Die Zahl kommt aus der Verwaltung bzw. Politik, weil man glaubt, bei mehr als 50 Fällen keine halbwegs solide Nachverfolgung der Kontakte mehr durchführen zu können. Schon jetzt muß ja in D die Bundeswehr aushelfen. Bei 150 bräche das Nachverfolgungssystem völlig zusammen.

Übrigens: Die Verwaltung hielt eine Nachverfolgung bei bis zu 35 für möglich. Der Politik war die Zahl zu klein und zu "unrund" und sie machte 50 daraus nach dem Motto "was scheren mich die Bedenkenträger". Was bei dieser Haltung herauskommen kann, hat man in Bayern ja bei den Einreisetests gesehen, die die Politik und nicht die Verwaltung überhastet eingeführt hat..
 
maba04 schrieb:
Außerdem verschärft Italien seine Maskenpflicht erheblich:

Italiens Regierung führt zum Corona-Schutz eine nationale Maskenpflicht auch im Freien ein. Dies berichtete der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag vor dem Parlament in Rom.

▶️ Die Pflicht, außer Haus überall und zu jeder Zeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist in einer Verordnung enthalten, die die Regierung voraussichtlich am Dienstagabend verabschieden will.
Quelle: 😷 Italien führt landesweite Maskenpflicht im Freien ein

Bin gespannt, ob oder wie stark sich das auf die Neuinfizierten-Zahlen auswirkt.

Solche Maßnahmen sind meiner Meinung nach nur populistisch und von der Panik getrieben. Verstehe ich das richtig, wenn ich nach der Arbeit noch einen kleinen Abendspaziergang (alleine) einlege muss ich eine Maske tragen, obwohl ich unter Umständen niemand begegne. Was soll das bringen? Ich verstehe ja noch die Maskenpflicht an Plätzen in Großstädten wo sich viele Menschen begegnen, aber sowas?
 
Sorry, aber die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun. :sauer:
 
gfm49 schrieb:
Nur zur Erinnerung: Die Zahl 50 ist keine medizinisch begründete Zahl. Die Zahl kommt aus der Verwaltung bzw. Politik, weil man glaubt, bei mehr als 50 Fällen keine halbwegs solide Nachverfolgung der Kontakte mehr durchführen zu können. Schon jetzt muß ja in D die Bundeswehr aushelfen. Bei 150 bräche das Nachverfolgungssystem völlig zusammen.

In Österreich liegt die Nachverfolgungsquote derzeit bei ~ 70%. Gleich wichtig ist die Geschwindigkeit, mit der nachverfolgt wird. Da hinkt man in Wien zb nicht um Stunden, sondern um Tage hinterher.
 
maba04 schrieb:
Mt. Cervino schrieb:
https://www.welt.de/vermischtes/article217240480/Corona-Risikogebiet-Deutschland-Professor-fuer-Anpassung-der-Grenzwerte.html
Der Direktor des Instituts für Epidemiologie an der Charité wünscht sich einen „vernünftigen Bezugsrahmen“ für die Corona-Zahlen. Da jetzt mehr getestet werde, müsse auch der Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner angepasst werden.
Nichts anderes wollte ich gestern Abend sagen. Vielleicht drücke ich mich manchmal einfach "etwas dämlich" aus?
Das kann man gar nicht oft genug schreiben. Bis zum Sommer wurden ja praktisch nur Leute mit Symptomen getestet. Dann standen auf einmal mehr Tests und -kapazitäten zur Verfügung. Die man genutzt hat, um undifferenziert auch Urlaubsrückkehrer zu testen. Bis zum Sommer war also jemand mit positvem Test überwiegend auch jemand, der wenigstens Symtpome zeigte. Danach galt dies nicht mehr. Richtschnur für die Beurteilung kann aber nur die Zahl der Menschen mit leichten, mittleren oder schweren Symptomen sein. Oder die zumindest infektiös sind. Nichts von dem geht aber in die Beurteilung der Lage ein.
 
Geil, Italien mit Maskenpflicht im Freien... *kopftisch

Wenn wir das hier auch bekommen (wovon ich leider ausgehe), stecken mit dann auf meiner Feierabendrunde die Gestapo/Stasi-Rentner ihre Stöcke nicht mehr in die Speichen, weil ich böse, ganz böse, verbotene Wanderwege fahre, sondern zeigen mich an, weil ich beim Biken keine Maske trage?
 
Wieder mal was Neues von meinen Lieblingsepidemologen :roll::

Schulunterricht trotz Corona - SPD-Politiker Lauterbach: "Präsenzunterricht kann zum Superspreadingevent werden"
https://www.focus.de/familie/eltern/schulunterricht-trotz-corona-spd-politiker-lauterbach-praesenzunterricht-kann-zum-superspreadingevent-werden_id_12510383.html

Wäre alles eingetreten wovor er Warner und Mahner der Nation in den letzten Monaten gewarnt hatte, müsste die Menschheit schon in der Zwischenzeit ausgestorben sein.
 
schwabenzorro schrieb:
Sorry, aber die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun. :sauer:
Absolut, damit ist Italien gestrichen, falls sich die Südtiroler nicht doch noch dagegen wehren können.
 
Mt. Cervino schrieb:
Wieder mal was Neues von meinen Lieblingsepidemologen :roll::

Schulunterricht trotz Corona - SPD-Politiker Lauterbach: "Präsenzunterricht kann zum Superspreadingevent werden"
https://www.focus.de/familie/eltern/schulunterricht-trotz-corona-spd-politiker-lauterbach-praesenzunterricht-kann-zum-superspreadingevent-werden_id_12510383.html

Wäre alles eingetreten wovor er Warner und Mahner der Nation in den letzten Monaten gewarnt hatte, müsste die Menschheit schon in der Zwischenzeit ausgestorben sein.
Dann rechne doch mal bitte vor, wie mit einem Szenario, vor dem Lauterbach konkret gewarnt hat, die Menschheit ausgestorben wäre!
Würde mich interessieren!
 
Pilatus schrieb:
baeckerbursch schrieb:
einen Grund Kanon von Maßnahmen aufrechtzuerhalten, bis gewisse Game Changer eintreten.

Der Game Changer kann nur ein Medikament sein. Und anscheinend (siehe Todeszahlen) sind wir schon relativ gut darin.

Das anzuerkennen wäre schon mal ein großer Fortschritt.

Für die Todeszahlen gibt viele mögliche Erklärungen. Ein medizinischer Durchbruch gehört nicht dazu.

Im Moment profitieren wir (zumindest in D) davon, dass sich die jüngeren (mobilen, feierfreudigen) Altersgruppen infizieren. Ihr erinnert euch?

Oliver.O schrieb:
  • Infektionssterblichkeit von SARS-CoV-2 nach Altersgruppen:
    • Altersgruppe 35 - 44: 0,05% (etwa wie Grippe)
    • [...]
    • Altersgruppe 75 - 84: 7,3%
    • Altersgruppe 85+: fast 30% (vergleichbar mit Ebola-Ausbrüchen)

Die jungen Altersgruppen agieren im Moment als Multiplikatoren, von denen aus sich das Virus langsam auch in andere Bevölkerungsteile ausbreitet. Wir werden mit zunehmender Inzidenz wieder vermehrt Ausbrüche in Seniorenheimen erleben. Und dann Krankenhauseinweisungen:

Positivrate nach Alter in der Region Marseille (x-Achse: Woche, y-Achse: Altersgruppe)
EhYNAMCXcAELkJl

Quelle: https://twitter.com/vincentglad/status/1303243869933404161

Leider scheint es bisher in keinem Land gelungen zu sein, vulnerable Gruppen dauerhaft zu schützen, auch wenn dies immer wieder gern als vermeintliche Lösung propagiert wird. Vielerorts wurde versucht, Bewohner von Pflegeheimen mit Besuchsverboten zu schützen. Jetzt kann man sich vergegenwärtigen, was das für einen Demenzpatienten bedeuten kann, der nur noch durch Besuche einer Bezugsperson erreichbar ist. Und man kann überlegen, wie stark und wie lange sich Pflegepersonal übermäßig stark einschränken muss, wenn der Rest der Bevölkerung nicht ausreichend kooperiert.

Kleine Bitte am Rande: Kommt jetzt nicht mit einer Aussage a la "das Lebensjahr eines älteren Menschen ist weniger wert" oder "die wären sowieso gestorben, nur halt an etwas Anderem". Ersteres ist einfach nur menschenunwürdig. Letzteres ist so pauschal schlicht falsch. Die 85-jährige Frau wird in D im Schnitt locker 91. Hatten wir hier schon, ist aber sonst auch hier nachzulesen: Lebenserwartung im Alter von ...
 
Und genau deswegen kommt der Entwicklung von Schnelltests so eine große Bedeutung zu.
Schnelltest die innerhalb weniger Minuten anzeigen ob man infiziert ist oder nicht und die nur wenige Euro kosten, können maßgeblich Ausbrüche in Altersheimen, Krankenhäusern etc. vermeiden, wenn sie dort konsequent angewendet werden.
 
Mt. Cervino schrieb:
Und genau deswegen kommt der Entwicklung von Schnelltests so eine große Bedeutung zu.
Schnelltest die innerhalb weniger Minuten anzeigen ob man infiziert ist oder nicht und die nur wenige Euro kosten, können maßgeblich Ausbrüche in Altersheimen, Krankenhäusern etc. vermeiden, wenn sie dort konsequent angewendet werden.

Sieht das irgendjemand nicht so?
 
Pancho schrieb:
Mt. Cervino schrieb:
Und genau deswegen kommt der Entwicklung von Schnelltests so eine große Bedeutung zu.
Schnelltest die innerhalb weniger Minuten anzeigen ob man infiziert ist oder nicht und die nur wenige Euro kosten, können maßgeblich Ausbrüche in Altersheimen, Krankenhäusern etc. vermeiden, wenn sie dort konsequent angewendet werden.

Sieht das irgendjemand nicht so?

es ist zumindest die Strategie, die das weisse Haus verfolgt hat - und es haben sich dort deutlich unter 50% angesteckt....
 
Mt. Cervino schrieb:
Mal wieder ein Plädoyer über den 50 pro 100.000 Einwohner Inzidenzwert nachzudenken:
https://www.welt.de/vermischtes/article217240480/Corona-Risikogebiet-Deutschland-Professor-fuer-Anpassung-der-Grenzwerte.html

Würde man die Anzahl der Tests, und die bei einer größeren Anzahl an Tests höhere Wahrscheinlichkeit positiv Getestete zu finden, berücksichtigen, müssten wir uns heute an einem Grenzwert von 150 orientieren.
Und dann? Wenn man nachgedacht hat und erfolgreich plädoyiert hat und man sich am Grenzwert von 150 orientiert hat?
Wie sieht der konstruktive Vorschlag aus, bei dem Hospitalisierung und Todesfälle mit berücksichtigt werden?
Wenn ich mal die Zahlen der Johns-Hopkins-Universität nehme, haben wir beim Klinik-Monitor in den letzten zwei eine Steigerung der Intensivbettenauslastung von ~243 auf heute 450, also um deutlich über 50%. Im Moment haben wir demnach einen Anteil der Corona-Quote an den gesamten Intensivpatienten von 1,3%. In den letzten zwei Wochen hatten wir auch durchschnittlich 10,4 Corona-Todesfälle pro Tag.
Ausgehend von der These, dass sich die Zahlen bei den Hospitalisierungen ja eher aus den Neuinfektionen rekrutieren, die wir vor 10-14 Tagen registriert haben und die Todesfälle tendenziell aus den Neuinfektionen noch etwas früher: Ab wann sollte man versuchen, etwas mit Maßnahmen zu unternehmen?
Erstmal mal abwarten, bis der Schwellenwert von 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht ist und dann mal schauen, wie die Hospitalisierungs- und Todesfallrate aussieht?
Welche Schwellenwerte bei Corona-Intensivfällen und Todesfällen würdet ihr vorschlagen, die man auf den Weg bis zum 150-Inzidenzwert festsetzen sollte?
 
Also bei aktuell 1,5% Belegung aller in DE zur Verfügung stehenden Intensivbetten (ca. 30.000) durch Corona Patienten sehe ich keinen Grund zur Panik.
Bei den rund 200 Fällen vorher lagen wir bei unter 0,7% Auslastung.

Hätten wir 10mal mehr Coronafälle wie aktuell wären wir etwa bei dem Merkelschen Horrorszenario von letzter Woche mit rund 20.000 täglichen Infektionen. Das würde dann ceteris paribus zu rund 4500 Corona-Intensivpatienten führen.
Dann sind wir bei 15% Auslastung...
Also, wovor haben wir Angst?
 
Also erst mal wird bei den ICU Betten gelogen, was das Zeug hält. Heute wurde behautet, dass Österreich 2.000 freie ICU Betten für COVID-19 Patienten hätte. Die AGES listet aber nur ca. 700 Betten und tatsächlich erreichen wir die auch nur, weil wir an den Krankenhäusern schon wieder Routinetermine nach hinten verschieben (was aber auch den Hygienevorschriften geschuldet ist).
Die schnell sich die Situation ändern kann, wird man demnächst in Innsbruck sehen. Dort liegen derzeit nur drei Patienten auf einer ICU. Da nun aber zwei Altenheim Cluster entdeckt wurden, mit aktuell 28 infizierten und steigender Tendenz, kann man sich überlegen, wie lange das so bleiben wird.
 
Oliver.O schrieb:
Kleine Bitte am Rande: Kommt jetzt nicht mit einer Aussage a la "das Lebensjahr eines älteren Menschen ist weniger wert" oder "die wären sowieso gestorben, nur halt an etwas Anderem". Ersteres ist einfach nur menschenunwürdig. Letzteres ist so pauschal schlicht falsch. Die 85-jährige Frau wird in D im Schnitt locker 91. Hatten wir hier schon, ist aber sonst auch hier nachzulesen: Lebenserwartung im Alter von ...
Ok im Schnitt wird eine 85jährige 91. Soviel haben wir jetzt gelernt. M.E. stützt/widerlegt die Aussage aber ohne weitere Statistik weder deine These noch die These, die du eigentlich widerlegen wolltest.
Das ginge nur wenn wir wüssten,wie viele der 85 Jährigen in den nächsten 6/12/18/24 Monaten an anderen Infektionskrankheiten versterben. Dann kann man natürlich super darüber streiten, dass doch jeder einzelne Tag wertvoll ist.
 
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